Champion of Champions 2014

Snookerturnier

Das Dafabet Champion of Champions 2014 war ein Snooker-Einladungsturnier, welches vom 3. bis zum 9. November 2014 in der Ricoh Arena in der englischen Stadt Coventry ausgetragen wurde. Nachdem es im Vorjahr erneut in den Turnierkalender aufgenommen worden war, fand es nun zum zweiten Mal in Folge statt.[1][2][3]

Dafabet Champion of Champions 2014

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Turnierart: Einladungsturnier
Teilnehmer: 16
Austragungsort: Ricoh Arena, Coventry
Eröffnung: 3. November 2014
Endspiel: 9. November 2014
Sieger: EnglandEngland Ronnie O’Sullivan
Finalist: EnglandEngland Judd Trump
Höchstes Break: 139 (EnglandEngland Ronnie O’Sullivan)
2013
 
2015

Für Allister Carter war es nach seiner erfolgreichen Chemotherapie das erste Turnier auf der Main Tour seit Mai dieses Jahres.[4]

Titelverteidiger bleibt der mehrfache Weltmeister Ronnie O’Sullivan, der bereits zum zweiten Mal in Folge das Turnier gewann. Im Finale setzte er sich in einer hochklassigen Partie gegen Judd Trump mit 10:7 durch.

PreisgeldBearbeiten

Sämtliche Gewinnsummen blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert.[5]

Preisgeld
Sieger 100.000 £
Finalist 50.000 £
Halbfinalist 20.000 £
Viertelfinalist 10.000 £
Achtelfinalist 5.000 £
Insgesamt 270.000 £

TeilnehmerBearbeiten

Die folgenden 16 Spieler qualifizierten sich für das Turnier:[6][7]

Setzplatz Spieler qualifiziert als Beleg
1 England  Ronnie O’Sullivan Sieger des Champion of Champions 2013, des Masters 2014 und der Welsh Open 2014 [8]
2 England  Mark Selby Weltmeister 2014 und Sieger der Riga Open 2014 [9]
3 Australien  Neil Robertson Sieger der UK Championship 2013 und des Wuxi Classic 2014 [10]
4 China Volksrepublik  Ding Junhui Sieger des German Masters 2014, der China Open 2014 und der Yixing Open 2014 [11]
England  Judd Trump Sieger der Championship League 2014 und der Australian Goldfields Open 2014 [12]
England  Shaun Murphy Sieger der Gdynia Open 2014, der World Open 2014 und der Bulgarian Open 2014 [13]
England  Barry Hawkins Sieger der Players Tour Championship 2013/14 [14]
England  Stuart Bingham Sieger der Dongguan Open 2014, des Shanghai Masters 2014 und der Haining Open 2014 [15]
Nordirland  Mark Allen Sieger des Paul Hunter Classic 2014 [16]
Schottland  Stephen Maguire Sieger der 6-Red World Championship 2014 [17]
Wales  Dominic Dale Sieger des Snooker Shoot-Out 2014 [18]
England  Steve Davis, OBE Sieger der World Seniors Championship 2013 [19]
Hongkong  Marco Fu Höchster Weltranglistenplatz nach den Bulgarian Open 2014 (Platz 9) [20]
England  Ricky Walden Sieger der International Championship 2014 [21]
Schottland  John Higgins Höchster Weltranglistenplatz nach den Bulgarian Open 2014 (Platz 12) [22]
England  Allister Carter Höchster Weltranglistenplatz nach der Snookerweltmeisterschaft 2014*
Aufgrund einer Lungenkrebserkrankung beendete Carter im Mai 2014 vorübergehend seine Teilnahme an der Main Tour. Sein Setzplatz für die übrigen Turniere der laufenden Saison wird bestimmt durch die Ranglistenposition zum Zeitpunkt seines Rücktritts (in diesem Fall Platz 13).
[4]

TurnierverlaufBearbeiten

[1][2][23][24]

GruppenphaseBearbeiten

Am ersten Turniertag setzte sich der Chinese Ding Junhui erfolgreich in Gruppe 4 durch und zog als erster Spieler ins Halbfinale ein. Nach bescheidenen Leistungen in den vergangenen Wettbewerben begann er diesmal stark gegen den Waliser Dominic Dale und gewann mit 4:2. Im zweiten Spiel überzeugte Barry Hawkins mit Breaks von 75 und 73 gegen John Higgins und siegte deutlich mit 4:1. Am Abend kam Ding zunächst deutlich besser ins Spiel und ging mit 4:1 in Führung. Hawkins, der bis dahin kaum in die Partie gefunden hatte, gelang zwischenzeitlich der Ausgleich zum 4:4. Im zehnten Frame spielte der Engländer mit 112 Punkten das höchste Break des Tages, unterlag am Ende jedoch mit 5:6.[25]

Im ersten Spiel der Gruppe 2 trafen Australian-Goldfields-Open-Sieger Judd Trump und der Gewinner der 6-Red World Championship Stephen Maguire aufeinander. Trump gestaltete das Spiel offensiv und schaffte in allen fünf Frames Breaks von über 50 Punkten, unter anderem ein Century von 106. Maguire hatte kaum Gelegenheiten in die Partie zu finden und unterlag schließlich mit 1:4. In der zweiten Begegnung gewann Weltmeister und Weltranglistenerster Mark Selby gegen Steve Davis ebenfalls mit 4:1. Im Abendspiel knüpfte Judd Trump an seine Leistungen im ersten Spiel an und setzte sich gegen Mark Selby mit 6:1 durch. Selby gelang zwar der Anschluss zum zwischenzeitlichen 1:2, die folgenden Frames sicherte sich allerdings Trump mit Breaks von 68, 70 und dem bis dahin höchsten Break des Turniers von 119 Punkten.

Vorjahressieger Ronnie O’Sullivan setzte sich am dritten Spieltag erfolgreich in Gruppe 1 durch und stand im Halbfinale Ding Junhui gegenüber. Im ersten Spiel bezwang er Shanghai-Masters-Sieger Stuart Bingham mit 4:2. Die Partie war geprägt von hohen Breaks auf beiden Seiten mit insgesamt drei Centurys. Im zweiten Gruppenspiel trafen Shaun Murphy und der Hongkonger Marco Fu aufeinander, die beide ihrer Bestform hinterher liefen und eine Reihe von Lochfehlern begingen. Fu gewann die Partie schließlich mit 4:1, im Abendspiel musste er sich allerdings einem starken Ronnie O’Sullivan mit 0:6 geschlagen geben.[26]

In Gruppe 3 feierte Allister Carter sein Comeback gegen die Nummer zwei der Weltrangliste, Neil Robertson. Robertson gewann die Partie deutlich mit 4:0 und spielte dabei zwei Centurys von 111 und 106 Punkten. Damit steht der Australier seit den Australian Goldfields Open Anfang Juli zum ersten Mal im Viertelfinale eines Profiturniers. Im zweiten Spiel des Tages kam es zur Neuauflage des Finals der International Championship zwischen Ricky Walden und Mark Allen. Walden, der bereits in Chengdu als Sieger vom Platz ging, schlug seinen nordirischen Kontrahenten mit ebenfalls mit 4:0. Am Abend gewann Robertson gegen Ricky Walden mit 6:3 in einer Partie, die sowohl enge Safety-Duelle als auch gutes Offensivspiel mit hohen Breaks bot, unter anderem eine 134 von Robertson – das zu dem Zeitpunkt höchste Century Break des Turniers.[27]

HalbfinaleBearbeiten

Im ersten Halbfinale standen sich Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan und die Nummer drei der Weltrangliste, Ding Junhui, gegenüber. O’Sullivan begann stark und ging mit einer 3:1-Führung in die Pause. Nachdem Ding in den ersten Frames mehrere Chancen verschenkt hatte, kam er mit Breaks von 88 und 111 zurück in die Partie und glich zum zwischenzeitlichen 3:3 aus. In den nachfolgenden Frames demonstrierte O’Sullivan seine Offensivstärke durch zwei Centurys sowie ein weiteres Break von 91 Punkten und gewann schließlich mit 6:4. Damit zog der Engländer zum zweiten Mal in Folge ins Finale des Champion of Champions ein.[28]

Im zweiten Match des Tages trafen Neil Robertson und Judd Trump aufeinander. Nachdem Trump den Australier bereits in dessen Heimatturnier mit 9:5 bezwungen hatte, triumphierte er nun erneut mit 6:4. Robertson ging zunächst mit einem soliden 65er Break in Führung und auch in den folgenden Frames gelangen ihm kleinere Punkteserien, scheiterte jedoch mehrmals an seinen Split-Versuchen oder lochte den Spielball. Trump nutzte seine Chancen und ging mit einer 3:1-Führung in die Pause. Im weiteren Spielverlauf blieb das Bild weitestgehend unverändert. Beide Spieler zeigten gute 50er Breaks, wobei Trump seine Chancen effektiver nutzte und seine Führung auf 5:3 ausbaute. Robertson verkürzte mit einer 117, dem höchsten Break er Partie, auf 4:5, verlor dann aber im letzten Frame nach einem packenden Safeduell im Endspiel auf Schwarz.[29]

FinaleBearbeiten

Im Finale trafen Vorjahressieger Ronnie O’Sullivan und Judd Trump aufeinander. In der ersten Session ging O’Sullivan mit herausragendem Offensivspiel 6:3 in Führung, nachdem Trump zwischenzeitlich zum 2:2 ausgeglichen hatte. Der Titelverteidiger gewann alle sechs Frames zu Null mit Breaks von 50 Punkten oder mehr, darunter drei Centurys von 137, 139 und 134 Punkten. Damit stellte O’Sullivan die bisherige 134er-Bestmarke von Neil Robertson gleich dreimal ein. Trump, der im Halbfinale mit seinem starken Breakbuilding überzeugt hatte, hatte bislang kaum Gelegenheit am Spiel teilzunehmen, nutzte aber seine drei Chancen, um den Anschluss zu sichern.

Am Abend setzte O’Sullivan seine Siegesserie fort und baute seine Führung auf 8:3 aus. Trump, der bereits am Rande einer Niederlage stand, schaffte ein bemerkenswertes Comeback mit vier Siegen in Folge. Dabei spielte er zwei Centurys von 102 und 100 Punkten sowie zwei weitere Breaks von 69 und 90. Damit verkürzte er den Rückstand auf den Titelverteidiger auf 7:8. Im folgenden Frame ging O’Sullivan mit 71 Punkten in Front, Trump holte jedoch mit 46 Punkten auf war erneut in Schlagdistanz. Ein Foul sicherte O’Sullivan den wichtigen Framegewinn zum 9:7. Mit seinem insgesamt achten Century Break im Turnier (109) schaffte er zum zweiten Mal den Sieg beim Champion-of-Champions-Turnier und bleibt nach acht Spielen in Folge ungeschlagen.[24]

TurnierplanBearbeiten

[1][2][23][24]

Achtelfinale
Best of 7 Frames
  Viertelfinale
Best of 11 Frames
  Halbfinale
Best of 11 Frames
  Finale
Best of 19 Frames
                                   
1 England  Ronnie O’Sullivan 4                  
England  Stuart Bingham 2  
1 England  Ronnie O’Sullivan 6
  Hongkong  Marco Fu 0  
England  Shaun Murphy 1
 
Hongkong  Marco Fu 4  
1 England  Ronnie O’Sullivan 6
  4 China Volksrepublik  Ding Junhui 4  
England  Barry Hawkins 4      
 
Schottland  John Higgins 1  
England  Barry Hawkins 5
  4 China Volksrepublik  Ding Junhui 6  
4 China Volksrepublik  Ding Junhui 4
 
Wales  Dominic Dale 2  
1 England  Ronnie O’Sullivan 10
  England  Judd Trump 7
3 Australien  Neil Robertson 4            
 
England  Allister Carter 0  
3 Australien  Neil Robertson 6
  England  Ricky Walden 3  
England  Ricky Walden 4
 
Nordirland  Mark Allen 0  
3 Australien  Neil Robertson 4
  England  Judd Trump 6  
England  Judd Trump 4      
 
Schottland  Stephen Maguire 1  
England  Judd Trump 6
  2 England  Mark Selby 1  
2 England  Mark Selby 4
 
England  Steve Davis 1  

FinalstatistikBearbeiten

[1][2][23][24][30]

Finale: Best of 19 Frames
Schiedsrichter/in: England  Brendan Moore
Ricoh ArenaCoventry, England, 9. November 2014
Ronnie O’Sullivan England  10:7 England  Judd Trump
Nachmittagsspiele: 137:0 (137), 82:0 (78), 25:100, 63:73, 137:0 (50, 87), 80:0 (80), 34:89 (58), 139:0 (139), 134:0 (134)
Abendspiele: 70:61 (70, 56), 114:23 (70), 9:113 (102), 0:100 (100), 0:70 (69), 0:90 (90), 82:46 (63), 109:0 (109)
139 Höchstes Break 102
4 Century-Breaks 2
11 50+-Breaks 6

Century BreaksBearbeiten

Insgesamt wurden 20 Century Breaks in 15 Partien gespielt, davon alleine acht vom Sieger und Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan. Der Engländer spielte mit seinen 139, 137 und 134 gleichzeitig die drei höchsten Breaks des Turniers.[31]

England  Ronnie O’Sullivan 139, 137, 134, 125, 115, 109, 105, 103
Australien  Neil Robertson 134, 117, 111, 106
England  Judd Trump 119, 106, 102, 100
England  Barry Hawkins 112
China Volksrepublik  Ding Junhui 111, 105
England  Stuart Bingham 107

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Dafabet Champion of Champions Fixtures. In: worldsnooker.com. World Professional Billiards and Snooker Association. 3. November 2014. Archiviert vom Original am 10. Januar 2015. Abgerufen am 4. November 2014.
  2. a b c d Format. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014.
  3. Tournament Calendar 2014/2015. Snooker.org. Abgerufen am 4. November 2014.
  4. a b Profile Ali Carter. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  5. Prize Fund. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  6. Champion of Champions (englisch) In: worldsnooker.com. World Professional Billiards and Snooker Association. 17. Oktober 2014. Archiviert vom Original am 10. Januar 2015. Abgerufen am 25. Oktober 2014.
  7. Players. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  8. Profile Ronnie O’Sullivan. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  9. Profile Mark Selby. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  10. Profile Neil Robertson. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  11. Profile Ding Junhui. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  12. Profile Judd Trump. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  13. Profile Shaun Murphy. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  14. Profile Barry Hawkins. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  15. Profile Stuart Bingham. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  16. Profile Mark Allen. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  17. Profile Stephen Maguire. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  18. Profile Dominic Dale. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  19. Profile Steve Davis. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  20. Profile Marco Fu. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  21. Profile Ricky Walden. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  22. Profile John Higgins. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  23. a b c Match List – Dafabet Champion of Champions (PDF; 28,9 kB) World Professional Billiards and Snooker Association. 9. November 2014. Abgerufen am 10. November 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/3a43ed9bbf8e4c3a0092-e5ae3e47d460213726cd286f2f322a12.r38.cf3.rackcdn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  24. a b c d Dafabet Champion of Champions (2014). Snooker.org. Abgerufen am 9. November 2014.
  25. Ding Reaches Semi-Finals. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 4. November 2014.
  26. Ronnie Rockets Into Semi Finals. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 7. November 2014.
  27. Robertson Completes Last Four. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014.
  28. Ronnie Reaches Final. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014.
  29. Trump Through In Thriller. Champion of Champions Snooker. Archiviert vom Original am 9. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014.
  30. Ronnie O'Sullivan v Judd Trump – Frame Details. In: love-snooker.com. Love Snooker. Abgerufen am 10. November 2014.
  31. Dafabet Champion of Champions – Century Breaks. In: worldsnookerdata.com. World Professional Billiards and Snooker Association. Abgerufen am 9. November 2014.