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Amancio Amaro Varela

spanischer Fußballspieler und Fußballtrainer

Amancio Amaro Varela (* 16. Oktober 1939 in A Coruña, Galicien) ist ein ehemaliger spanischer Fußballspieler und -trainer. Aufgrund seiner legendären Dribblings bekam er während seiner Zeit bei Real Madrid den Spitznamen El Brujo (der Hexer). Bis heute gilt er für viele als der technisch begabteste spanische Fußballspieler aller Zeiten.

Amancio
Amancio Amaro 1971.jpg
Amancio Amaro, 1971
Personalia
Name Amancio Amaro Varela
Geburtstag 16. Oktober 1939
Geburtsort A CoruñaSpanien
Größe 176 cm
Position Rechter Außenstürmer
Junioren
Jahre Station
1954–1958 Victoria CF
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1958–1962 Deportivo La Coruña 81 (51)
1962–1976 Real Madrid 344 (119)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1962–1974 Spanien 42 0(11)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1982–1984 Real Madrid Castilla
1984–1985 Real Madrid
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

SpielerkarriereBearbeiten

VereinBearbeiten

Amancio begann seine Laufbahn mit 15 Jahren in seiner Heimatstadt, beim kleinen Klub Victoria, bevor er im Jahre 1958 zum damaligen Zweitdivisionär Deportivo de La Coruña wechselte. Als der Aufstieg der Galicier in die Primera División gelang, begannen sich auch die Augen der großen Teams auf den begnadeten Techniker Amancio zu richten. 1962 wechselte er, trotz seines (für damalige Verhältnisse astronomischen) Gehalts von 10 Millionen Peseten, zu Real Madrid.

Der Klub aus der spanischen Landeshauptstadt befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Umstrukturierungsphase, viele der Stars der 1950er Jahre waren gegangen und Trainer Miguel Muñoz versuchte aus jungen Nachwuchskräften und dem einen oder anderen Zukauf (zeitgleich mit Amancio kamen auch Spieler wie Ignacio Zoco oder Lucien Muller) eine schlagkräftige Truppe zu formen.

National ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten, denn bereits in seiner ersten Saison konnte Amancio mit Real die spanische Meisterschaft feiern. International gelang der erste Titelgewinn erst 1966, als die „Königlichen“ nach fünf Jahren Durststrecke mit dem europäischen Meistercup erneut den bedeutendsten kontinentale Wettbewerb für sich entscheiden konnten. Amancio selbst erzielte beim 2:1-Sieg im Finale gegen FK Partizan Belgrad den zwischenzeitlichen Ausgleich nach einem sehenswerten Dribbling.

Seine Karriere beendete der rechte Flügelspieler 1976, nach 14 Jahren bei Real Madrid. Zeitweise spielte er mit Real-Legenden wie Alfredo di Stefano, Francisco Gento und Ferenc Puskás zusammen und führte den Klub als Team-Kapitän aufs Feld.[1] Für Real erzielte Amancio 21 Tore im Pokal der Landesmeister (heute: UEFA Champions League),[2] damit liegt er auf Platz fünf der besten Torschützen.[3]

NationalmannschaftBearbeiten

Mit der spanischen Nationalmannschaft bestritt Amancio insgesamt 42 Spiele und erzielte 11 Tore. Sein Länderspieldebüt gab der Rechtsaußen am 25. November 1962 beim 3:1-Sieg gegen Rumänien.[1] 1964 wurde der Offensivspieler von Nationaltrainer José Villalonga in das Aufgebot zur Fußball-EM im eigenen Land berufen. In der Endrunde des Turniers entwickelte sich Amancio zu einer der Schlüsselfiguren in seinem Team. Im Halbfinale gegen Ungarn, erzielte der Angreifer den 2:1-Siegtreffer in der Verlängerung.[4] Im Finalspiel stand Amanico über die volle Spielzeit auf dem Spielfeld und konnte nach dem 2:1-Erfolg gegen die UdSSR den ersten Europameisterschaftsieg für sein Land feiern. Zwei Jahre später stand er im Kader der Spanier bei der WM in England, konnte allerdings das Vorrundenaus seines Landes nicht verhindern. Während des Turnierverlaufs kam Amancio in zwei von drei Gruppenspielen zum Einsatz und konnte dabei einen Treffer erzielen.[5] Letztmals zum Einsatz im Dress der Nationalelf kam Amancio am 13. Februar 1974 im Frankfurter Waldstadion gegen Jugoslawien.[6]

Erfolge als SpielerBearbeiten

(Quelle: wldcup.com[1] und realdmadridfans.org[7])

Karriere als Trainer und VorstandsmitgliedBearbeiten

Amancio wechselte nach Beendigung seiner Laufbahn als Spieler in den Trainerstab von Real Madrid, doch verließ er den Verein nach nur einem Jahr als Jugendtrainer. Erst unter Präsident Luis de Carlos kehrte er 1982 wieder als Trainer zu Real zurück [8] und übernahm die Zweitmannschaft, Castilla CF. In seiner zweiten Saison gewann Amancio mit diesem Team den Meistertitel in der Segunda División, ein großer Erfolg für eine aus jungen Amateuren bestehende Mannschaft. Er war es, der in dieser Zeit die legendäre Quinta del Buitre, einen großartigen Talentjahrgang bestehend aus den fünf Spielern Emilio Butragueño, Míchel, Manolo Sanchís, Rafael Martín Vázquez sowie Miguel Pardeza in die erste Mannschaft führte.[8]

Zur Saison 1984/85 übernahm er selbst die erste Mannschaft, musste jedoch wegen der wenig erfolgreich verlaufenden Meisterschaft – Real Madrid erzielte am Ende mit Platz 5 das schlechteste Abschneiden seit der Saison 1973/74 – bereits im April 1985 seinen Posten wieder räumen; abgelöst wurde Amancio von Luis Molowny.[9]

Nach einer Etappe beim spanischen Sportartikelhersteller Kelme kehrte er 2000 unter Präsident Florentino Pérez als Vorstandsmitglied zu Real Madrid zurück.[8]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Amancio Amaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Amaro Varela Amancio (Memento vom 31. Dezember 2004 im Internet Archive) in der Datenbank von wldcup.com (englisch)
  2. Amancio Amaro Varela in der Datenbank von eurodbfoot.com (spanisch)
  3. Classement des buteurs d'un pays auf eurodbfoot.com (spanisch)
  4. Spielbericht: Spanien - Ungarn 2:1 n. V. auf weltfussball.de
  5. Spanien: Einsätze WM 1966 auf weltfussball.de
  6. Spielbericht: Jugoslawien - Spanien 1:0 (Memento des Originals vom 23. Dezember 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/futbol.sportec.es auf futbol.sportec.es
  7. realdmadridfans.org
  8. a b c Amancio Amaro Varela in der Datenbank von realdmadridfans.org (spanisch)
  9. Entrenadores Del Real Madrid C.F. auf leyendablanca.galeon.com (spanisch)