Wollingst

Ortschaft der Einheitsgemeinde Beverstedt in Niedersachen, Deutschland

Wollingst (niederdeutsch Wolljes) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Gemeinde Beverstedt
Wappen von Wollingst
Koordinaten: 53° 28′ 48″ N, 8° 51′ 25″ O
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 14,35 km²[1]
Einwohner: 333 (20. Nov. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04749
Wollingst (Niedersachsen)
Wollingst

Lage von Wollingst in Niedersachsen

Wollingst in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Wollingst in der Einheitsgemeinde Beverstedt

GeografieBearbeiten

 
Die Ortschaften in der Einheitsgemeinde Beverstedt

LageBearbeiten

Wollingst befindet sich zwischen den Städten Cuxhaven und Bremen, südöstlich von Bremerhaven. Das Dorf liegt an der Landesstraße 128 zwischen den Ortschaften Geestenseth und Beverstedt.

NachbarorteBearbeiten

Wehdel
(Einheitsgemeinde Schiffdorf)
Geestenseth
(Einheitsgemeinde Schiffdorf)
Frelsdorf
Heerstedt  
Ortschaft Beverstedt – Ortsteil Wehldorf Ortschaft Beverstedt – Ortsteil Osterndorf Appeln

(Quelle:[3])

GeschichteBearbeiten

Wollingst pflegte schon im 17. Jahrhundert eine enge Beziehung mit Beverstedt; früher hatte es zur Börde Beverstedt und zum Adeligen Gericht Beverstedt gehört. Während der Franzosenzeit um 1810 wurde der Ort von der Gemeinde Beverstedt verwaltet. Wollingst lag von 1822 bis 1859 im Amt Beverstedt und wurde 1840 eine Landgemeinde im Königreich Hannover. Später lässt sich eine Zugehörigkeit zum Amt Lehe (1859–1885), Kreis Geestemünde (1885–1932), Landkreis Wesermünde (1932–1977) beziehungsweise Landkreis Cuxhaven nachweisen. Die Gemarkung Wollingst wurde 1876 gebildet.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Wollingst zu einem Ortsteil des Fleckens Beverstedt in der Samtgemeinde Beverstedt.[4]

Mit der Neubildung der Gemeinde Beverstedt am 1. November 2011 wurde Wollingst eine Ortschaft im Sinne des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes.[5][6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1973 2016 2019
Einwohner 229 298 293 330 553 468 419 349 333
Quelle [7] [8] [9] [1] [10] [2]

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Seit der Neubildung der Gemeinde Beverstedt wird die Ortschaft Wollingst vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

OrtsvorsteherBearbeiten

Das Ehrenamt des Ortsvorstehers wird derzeit von Bernd Beckmann (CDU) ausgeübt.[2] Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Kommunalwappens von Wollingst stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[11]

Blasonierung: „In Blau vor einem gehobenen, silbernen Wellenbalken ein goldenes Eichendreilaub mit zwei goldenen Eicheln am Stiel.“[11]
Wappenbegründung: Der Name Wollingst (1197 – Wollingstede) ist als Waldstätte gedeutet. Das Eichendreilaub mit den Eicheln weist auf den Wald hin und der Wellenbalken auf den für das Dorf wichtigen, kleinen Ortsbach.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

NaturschutzgebieteBearbeiten

Naturdenkmale, GeotopeBearbeiten

  • Baumbestand: Hofabgrenzung (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)
  • Eine Eiche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)
  • Wall aus Schmelzwassersanden (an Nordostseite des Wollingster Sees)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche Einrichtungen, VereineBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Wollingst wird mit einigen Fahrten der VBN-Linie 568 an das Busnetz im südlichen Landkreis Cuxhaven angeschlossen. Zusätzlich bietet ein Anrufsammeltaxi stündliche Verbindungen in Richtung Beverstedt und Bahnhof Stubben (Beverstedt) an. Zukünftig könnte die geplante Bundesautobahn 20 nur wenige Kilometer südlich von der Ortschaft verlaufen.

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

  • Nikolaus Tietjen (1873–1924), Landwirt, Bürgermeister von Appeln, Abgeordneter und Mitglied der Steuereinschätzungskommission des Kreistags Geestemünde, er veranlasste während der notgeprägten Inflationsjahre 1921/22 die Ausgabe der sog. „Söben-Dörper-Schiene“ (Sieben-Dörfer-Scheine) u. a. in Wollingst
  • Heinrich Julius Frey, auch Heini Frey (1903–1969), Bremerhavener Möbelunternehmer und Wandervogel, 1927 errichtete er das örtliche Naturfreundehaus (siehe: Heinrich Julius Frey in der plattdeutschen Wikipedia)

Sagen und LegendenBearbeiten

  • Der Richter am Wollingster See[18]
  • Die tapferen Wollingster[18]
  • Der Wiedergänger am Wollingster See[19]

LiteraturBearbeiten

  • Christoph von Glahn: 800 Jahre Wollingst. Geschichte und Berichte – Sagen und Sagenhaftes. Hrsg.: Festausschuss 800 Jahre Wollingst. Eigenverlag, Wollingst 1997.
  • Peter Raap: Wandern, singen und Naturerlebnis. Der Wollingster See und die Wandervogelbewegung. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 654. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Juni 2004, S. 1–2 (Digitalisat [PDF; 4,2 MB; abgerufen am 18. September 2018]).
  • Peter Raap: Wandern, Volkstanz, Natur am Wollingster See. Vor vierzig Jahren starb der langjährige Vorsitzende des Vereins der Naturfreunde. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 719. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven November 2009, S. 3–4 (Digitalisat [PDF; 940 kB; abgerufen am 18. September 2018]).

WeblinksBearbeiten

Commons: Wollingst – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 25. Januar 2021]).
  2. a b c Informationen über Wollingst. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 20. November 2019, abgerufen am 25. Januar 2021.
  3. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 25. Januar 2021.
  4. Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 22 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt. In: Niedersächsisches Vorschrifteninfomationssystem (NI-VORIS). Landkreis Cuxhaven, 17. Februar 2011, abgerufen am 18. September 2018.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 25. Januar 2021.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 93; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
  10. Informationen über Wollingst. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 19. September 2018; abgerufen am 25. Januar 2021.
  11. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  12. NaturFreunde Deutschlands Ortsgruppe Bremerhaven e. V. In: naturfreunde-bremerhaven.de. Abgerufen am 18. September 2018.
  13. Jens Gehrke: Auszug aus dem Paradies. Naturfreunde Bremerhaven geben Haus am Wollingster See ab. In: Nordsee-Zeitung. 12. Mai 2015.
  14. Jens Gehrke: „Da kommt wirklich Wehmut auf.“ Schlussakt am Wollingster See in der Gemeinde Beverstedt. In: Nordsee-Zeitung. 29. März 2017.
  15. Kindertagesstätte „Mäusenest“ Wollingst. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 18. September 2018.
  16. Freiwillige Feuerwehr Wollingst. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 18. September 2018.
  17. Mogfreds Frettchenhilfe – IFM Auffangstation. In: mogfreds-frettchenhilfe.de. Abgerufen am 18. September 2018.
  18. a b Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 205–206.
  19. Kreislehrerverband Wesermünde, Bremerhavener Lehrerverein: Sagen der Heimat. In: Heimatkundliche Schriften VI. Folge. 1961 (gesammelt von Heinrich Mahler).