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Wehdel (niederdeutsch Wehdel) ist eine Ortschaft mit etwa 2200 Einwohnern in der Einheitsgemeinde Schiffdorf im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Wehdel
Gemeinde Schiffdorf
Wappen von Wehdel
Koordinaten: 53° 30′ 29″ N, 8° 48′ 5″ O
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 24,1 km²
Einwohner: 2154 (31. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27619
Vorwahl: 04749
Wehdel (Niedersachsen)
Wehdel

Lage von Wehdel in Niedersachsen

Wehdel in der Gemeinde Schiffdorf
Wehdel in der Gemeinde Schiffdorf

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der an der Landesstraße 143 gelegene Ort verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke zwischen Bremerhaven und Buxtehude Die Nachbardörfer sind Sellstedt im Westen und Geestenseth im Osten. Nördlich vom Ort liegt zudem der Ortsteil Altluneberg, zu deren Kirchengemeinde Wehdel gehört. Im Süden befindet sich der Silbersee.

OrtsgliederungBearbeiten

  • Altluneberg
  • Wehdel (Hauptort)

GeschichteBearbeiten

Wehdel gehörte um 1500 zur Börde Beverstedt und war zur selben Zeit auch im gleichnamigen Kirchspiel eingepfarrt. Das Dorf gehörte um 1768 außerdem zum Beverstedter Gerichtsbezirk. Auch während der kurzen Franzosenzeit war Wehdel mit Beverstedt verbunden, weil der Ort der Kommune Ringstedt im Kanton Beverstedt zugeteilt wurde. Von 1851 bis 1859 bestand wiederum eine Zugehörigkeit zum Amt Beverstedt sowie von 1859 bis 1885 zum Amt Lehe. 1885 gehörte das Dorf zum Kreis Geestemünde und ab 1932 zum Landkreis Wesermünde beziehungsweise Cuxhaven. Die Landgemeinde Wehdel wurde im Jahr 1840 und die gleichnamige Gemarkung 36 Jahre später gebildet. 1967 vereinigten sich Wehdel und Altluneberg zu einer neuen Gemeinde. Im Zuge der Gebietsreform sollte die Kommune als eine Mitgliedsgemeinde selbständig bleiben und daher mit Frelsdorf, Köhlen, Wollingst und Geestenseth eine neue Samtgemeinde bilden, was aber wegen des mangelnden örtlichen Interesses ausblieb.[2] Daher wurde Wehdel am 1. März 1974 der neuen Einheitsgemeinde Schiffdorf zugeteilt[3] und die gleichnamige Ortschaft gebildet.

Wehdel hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude.

Zu den öffentlichen Einrichtungen vor Ort zählen auch der Jugendraum, die Freiwillige Feuerwehr, die Grundschule und der Sportplatz.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 2019
Einwohner 608 742 761 822 1505 2154

(Quellen: 1910,[4] 1925–1939,[5] 1950,[6] 2019[1])

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Wehdel setzt sich aus zwei Ratsfrauen und sechs Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befindet sich zusätzlich ein beratendes Mitglied (fraktionslos).[7]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister von Wehdel ist Horst Schütte (Freie Bürger). Seine Stellvertreter sind Helga Anette Martens (CDU), Dirk Holler (Freie Bürger) und Rudi Martens (SPD).[7]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Wehdeler Kommunalwappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[8]

Blasonierung:Gespalten, vorn in Silber ein halber grüner Eichenzweig mit Blättern und Frucht am Spalt, hinten in Rot ein silberner Schildfuß in Wellenschnitt, zweimal geteilt überhöht von einem silbernen Zinnenturm mit offenem Tor und schwarzem Fallgitter.“[8]
Wappenbegründung: Der Eichenzweig erinnert an die Deutung des Ortsnamens als Dorf am Walde, der Schildfuß in Wellenschnitt an den Silbersee und der Zinnenturm an die Sage von einem Schloss, das im Silbersee versunken ist.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

  • Udo von Soosten (1923–1986), Politiker (CDU) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

  • Karl Müller (1896–1966), Landwirt und Politiker (DP), kaufte ein Gut in Wehdel, das er als selbständiger Landwirt bewirtschaftete

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 15. März 2019] S. 21).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wehdel – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Einwohnerzahl von Wehdel. In: Internetseite der Gemeinde Schiffdorf. 31. Januar 2019, abgerufen am 21. Februar 2019.
  2. Jürgen H. Th. Prieß: Landkreis Wesermünde. Kommunalpolitik + Wirtschaft. Stalling Verlag, Oldenburg 1973.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 6. April 2019.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (→ Siehe unter: Nr. 86). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 52, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 27. April 2019] Landkreis Wesermünde, S. 61).
  7. a b Ortsrat Wehdel. In: Internetseite der Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  8. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.