Wahlkreis See-Gaster

Bezirk im Kanton St. Gallen, Schweiz

Der Wahlkreis See-Gaster ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 gebildet wurde.

Wahlkreis See-Gaster
Basisdaten
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen St. Gallen (SG)
BFS-Nr.: 1726
Fläche: 245,91 km²
Höhenbereich: 392–2101 m ü. M.
Einwohner: 70'554[1] (31. Dezember 2022)
Bevölkerungsdichte: 287 Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis See-Gaster
Karte von Wahlkreis See-Gaster

Politik Bearbeiten

 
Rapperswil-Jona liegt mitten in der stark wachsenden Agglomeration Obersee.

Für die Mehrheit der Bevölkerung im Wahlbezirk See-Gaster liegt Zürich näher als St. Gallen. Die Region gehört zu den wachstumsstärksten im Kanton und die Steuerkraft ist nirgendwo so hoch in St. Gallen. Einige internationale Unternehmen wie Geberit, Holcim oder Wicor haben ihren Sitz im Wahlkreis. Die Kehrseite des Wachstums ist, dass das Wohnen teuer ist. Beschaulicher geht es am östlichen Ende des Wahlkreises zu, wo am Walensee die Strukturen dörflich und kleinräumig sind.[2]

Für die regionale Identität sind die Kantonsgrenzen zweitrangig. Der Eishockeyclub SC Rapperswil-Jona Lakers hat viele Fans in den Nachbarkantonen.[2]

Sitze im Kantonsrat (2020–2024)[3]
2
2
1
4
2
5
Insgesamt 16 Sitze
Sitzverteilung
Wahljahr 2004[4] 2008[5] 2012[6] 2016[7] 2020[3]
GPS[Anm. 1] 2 1 1 1 2
SP 3 1 2 2 2
glp 1 1
CVP 9 5 5 4 4
FDP 3 2 2 3 2
SVP 6 6 5 6 5
insgesamt 23[Anm. 2] 15 16 16 16


Politisch dominierte in Wahlkreis lange die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), aber auch der liberale Einfluss der FDP war stets stark. Der Kantonsratssitz der Grünliberalen Partei,[2] die sich in dieser Region schon recht früh etablieren konnten,[8] fiel 2016 dem Vormarsch der SVP zum Opfer,[2] konnte aber vier Jahre später wiedergewonnen werden.[3]

Die Entwicklung im Wahlkreis See-Gaster zeigt ein ähnliches Muster wie im restlichen Kanton: Die früher dominante CVP wurde 2008 erstmals von der SVP überholt. Die FDP konnte ihren Rückgang 2012 und 2016 stoppen, die SP bereits ab 2008.[8]

Politische Gliederung Bearbeiten

Der Wahlkreis besteht seit dem 1. Januar 2003 aus den beiden früheren Bezirken See und Gaster. Er umfasst folgende Gemeinden:

Stand: 1. Januar 2013

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2022)
Fläche
in km² [9]
Einw.
pro km²
 
Amden
Amden 1847 43,05 43
 
Benken
Benken (SG) 3018 16,49 183
 
Eschenbach
Eschenbach (SG) 9996 54,89 182
 
Gommiswald
Gommiswald 5564 33,59 166
 
Kaltbrunn
Kaltbrunn 5051 18,64 271
 
Rapperswil-Jona
Rapperswil-Jona 28'252 22,26 1269
 
Schänis
Schänis 4021 39,90 101
 
Schmerikon
Schmerikon 4110 4,15 990
 
Uznach
Uznach 6850 7,54 908
 
Weesen
Weesen 1845 5,40 342
Total (10) 70'554 245,91 287

Veränderungen im Gemeindebestand seit 2003 Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons: Wahlkreis See-Gaster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen Bearbeiten

  1. bis 2012 mit dem Namen «UGS – unabhängig, grün, sozial», 2016 als UGS/Grüne
  2. Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  2. a b c d Adrian Vögele: Vor den St.Galler Wahlen: Ein gefühlter Kanton Linth – der Wahlkreis See-Gaster im Porträt. In: St. Galler Tagblatt (online), 29. Februar 2020
  3. a b c Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis See-Gaster. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020
  4. Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004
  5. Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis See-Gaster. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  6. Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis See-Gaster. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  7. Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis See-Gaster. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019
  8. a b Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004 – 2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB)
  9. Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.