Wahlkreis Werdenberg

Bezirk im Kanton St. Gallen, Schweiz

Der Wahlkreis Werdenberg ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 ab 1. Januar 2003 gebildet wurde. Im Grossraum Alpenrheintal gelegen gehört er zum St. Galler Rheintals und bildet innerhalb dieses die Region Werdenberg.

Wahlkreis Werdenberg
Basisdaten
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen St. Gallen (SG)
Hauptort: Buchs (SG)
BFS-Nr.: 1724
Fläche: 206,51 km²
Höhenbereich: 426–2383 m ü. M.
Einwohner: 41'288[1] (31. Dezember 2022)
Bevölkerungsdichte: 200 Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis Werdenberg
Karte von Wahlkreis Werdenberg

Der Wahlkreis Werdenberg ist identisch mit dem früheren Bezirk Werdenberg, benannt nach dem mittelalterlichen Städtchen Werdenberg und Schloss Werdenberg am Werdenbergersee.

Politik und Bildung Bearbeiten

Sitzverteilung
Wahljahr 2004[2] 2008[3] 2012[4] 2016[5] 2020[6]
SP 4 2 2 2 2
EVP 1 1 1 1
CVP 2 1 1 1 1
FDP 3 2 2 3 3
SVP 3 3 3 3 2
insgesamt 13[Anm. 1] 9 9 9 9
Sitze im Kantonsrat (2020–2024)[6]
2
1
1
3
2
Insgesamt 9 Sitze
 
Städtchen Werdenberg, früher als «Armenhaus von Grabs» verspottet. Heute sind die Werdenberger stolz auf ihr Wahrzeichen.[7]


Die Sozialdemokraten (SP) erreichten im Werdenberg bis 2004 die SP ihre höchsten Wähleranteile im Kanton. 2004 waren sie hier sogar stärkste Kraft, rutschten bis 2016 aber unter einen Anteil von zwanzig Prozent und wurden mittlerweile von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) überholt.[8]

Markant ist die Zunahme der Parteistärke der FDP in den Wahljahr 2016[8] und 2020,[6] wo sie auf mehr als dreissig Prozent Stimmenanteil kam und die SVP überholte.[8] Der stark reformierte Wahlkreis wählte ausser 2016 jeweils einen EVP-Kantonsrat.[7]

Gams stand in der Alten Eidgenossenschaft unter der Herrschaft von Schwyz und Glarus.[9] Heute noch ist die katholische Enklave eine CVP-Gemeinde. Die städtische Gemeinde Buchs stellte mit Hans Rohrer von 1986 bis 2000 einen sozialdemokratischen Regierungsrat.[7]

 
Hochschule für Technik NTB

Die Interstaatliche Hochschule für Technik NTB Buchs zählt zu den renommiertesten technischen Hochschulen der Schweiz. Das benachbarte Fürstentum Liechtenstein, wohin viele Werdenberger zur Arbeit pendeln, gehört zu den Mitbegründern des ehemaligen Neu-Technikums Buchs.[7]

Politische Gliederung Bearbeiten

Der Wahlkreis Werdenberg umfasst sechs politische Gemeinden:

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2022)
Fläche
in km² [10]
Einw.
pro km²
 
Wappen
Buchs (SG) 13'605 15,95 853
 
Wappen
Gams 3606 22,27 162
 
Wappen
Grabs 7302 54,65 134
 
Wappen
Sennwald 6101 41,56 147
 
Wappen
Sevelen 5279 30,33 174
 
Wappen
Wartau 5395 41,75 129
Total (6) 41'288 206,51 200

Weblinks Bearbeiten

Commons: Wahlkreis Werdenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  2. Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004
  3. Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis Werdenberg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  4. Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis Werdenberg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  5. Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis Werdenberg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019
  6. a b c Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis Werdenberg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020
  7. a b c d Christoph Zweili: Vor den Wahlen im Kanton St.Gallen: Die Werdenberger – ein knorriges Volk. In: St. Galler Tagblatt (online), 14. Februar 2020
  8. a b c Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004 – 2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB)
  9. Wolfgang Göldi: Gams. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.