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Tettau (Oberfranken)

Gemeinde im Landkreis Kronach in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Tettau
Tettau (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Tettau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 638 m ü. NHN
Fläche: 23,81 km2
Einwohner: 2060 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96355
Vorwahl: 09269
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 179
Marktgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 10
96355 Tettau
Website: www.tettau.de
Bürgermeister: Peter Ebertsch (Bündnis für Tettau)
Lage des Marktes Tettau im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Rathaus
Evangelische Kirche Ad Portam Coeli
Katholische Christ-König-Kirche

Tettau ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern, der an der Bayerischen Porzellanstraße liegt.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Tettau liegt im nördlichen Teil des Naturparkes Frankenwald am Fuße des Rennsteiges.

NachbargemeindenBearbeiten

Gräfenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Ludwigsstadt, Steinbach am Wald und Pressig im Landkreis Kronach, Föritztal und Sonneberg im Landkreis Sonneberg.

OrtsteileBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Die Erstnennung war 1514 als „newe(s) dorff im schleiffen“. Der fränkische Reichsritter und Herr auf Lauenstein Christoph von Thüna ließ im 16. Jahrhundert in Tettau einige Herdstätten, ein Vorwerk, eine Schneidemühle, eine Schenke und ein Jagdschloss errichten.[2] Tettau gehörte zur Herrschaft Lauenstein. 1622 verkaufte die Familie Thüna Burg und Herrschaft Lauenstein an Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth. 1792 fiel das Markgraftum Bayreuth mit dem Amt Lauenstein an das Königreich Preußen, bevor es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später Königreich Bayern, überging. 1794 wurde die Königlich privilegierte Porzellanfabrik Tettau gegründet.

Im Jahr 1900 hatte das damalige Kirchdorf Tettau 575 Einwohner und 66 Wohngebäude.[3] Mit der im Jahr 1903 in Betrieb genommenen Bahnstrecke Pressig-Rothenkirchen–Tettau war der Ort an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Jahr 1904 wurde nach einem Lohnstreik unter anderem durch ehemalige Arbeiter der Tettauer Porzellanfabrik eine neue Porzellanfabrik errichtet, die ab 1937 den Namen Neue Porzellanfabrik Gerold trug, im Jahr 1970 maximal 260 Beschäftigte hatte und bis in die 1990er Jahre existierte.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Grenzbereinigung zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik wurden im Jahr 1976 (wahrscheinlich im März) drei Höfe, die zu Kleinlichtenhain gehörten, nach Kleintettau umgegliedert.[5][6][7][8]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Kleintettau und Langenau eingegliedert.[9]

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2008[10]
Wahlbeteiligung: 76,94 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,37 %
24,49 %
22,14 %

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Tettau hat 15 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

2014
SPD 6
FW/CSU/BfT 9
Gesamt 15 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2013 Peter Ebertsch (Bündnis für Tettau). Sein Vorgänger war Hans Kaufmann (SPD).

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „Über von Silber und Schwarz geviertem Schildfuß gespalten von Rot und Silber; vorne eine silberne Henkelvase, hinten drei im Dreipass gestellte rote Schlüssel.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Kirchweih (Kerwa) in Langenau am dritten Wochenende im Oktober
  • Kirchweih (Kirmes) am zweiten Wochenende im Oktober
  • Kirchweih (Kirmes) in Kleintettau am vierten Wochenende im August
  • Schützenfest am ersten Wochenende im Juli

Europäisches FlakonglasmuseumBearbeiten

Die Idee, ein Glasmuseum in Kleintettau zu errichten, kam bereits Anfang der 1980er Jahre auf. Allerdings erwies sich die Realisierung durch den abgelegenen Standort an der innerdeutschen Grenze als relativ schwierig. Durch die Initiative des Fördervereins Glasbewahrer am Rennsteig e. V. erhielt der Gedanke neuerliche Dynamik. Der Verein stellte mit der Eröffnung des Europäischen Flakonglasmuseums im Dezember 2008 die Geschichte der fast 350-jährigen Glasmachertradition im Frankenwald dar. Die Entwicklung des Glasflakons von den antiken Anfängen bis zur Moderne wird ebenso erforscht und vermittelt wie die allgemeine Parfüm- und Kosmetikkultur Europas. Mit seinen Spezialsammlungen präsentiert sich das Europäische Flakonglasmuseum als öffentliche Institution auf internationaler Ebene.

TropenhausBearbeiten

Am 13. Juni 2014 wurde das Tropenhaus Klein Eden in Kleintettau eröffnet. Es wird mit der Prozesswärme des benachbarten Glaswerkes Heinz-Glas beheizt. Insbesondere soll der wirtschaftlich rentable Anbau tropischer Früchte unter Glas in Mitteleuropa untersucht werden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Tettau liegt westlich der B 85, die den Ort mit der Kreisstadt Kronach verbindet. Von 1903 bis 1952 war Tettau über die Bahnstrecke Pressig-Rothenkirchen–Tettau an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde 1993 stillgelegt.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. tettau.de: Ortsgeschichte
  3. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  4. Aus der Geschichte der Neuen Porzellanfabrik Gerold & Co in Tettau
  5. Bericht über die drei Höfe aus dem Jahr 1963
  6. Bericht über den einmaligen Vorgang auf der Seite der Grenzerinnerungen
  7. Kleintettauer Geschichte
  8. Bericht über den Zugewinn für Kleintettau
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
  10. http://svc.landkreis-kronach.de/wahlenTettau/KW_2008/6_MAIN_E_GEMEINDERATSWAHL_2008.html