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Steinbach am Wald

Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinbach a. Wald
Steinbach am Wald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinbach a. Wald hervorgehoben
Koordinaten: 50° 26′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 584 m ü. NHN
Fläche: 36,14 km2
Einwohner: 3111 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 96361, 96358
Vorwahlen: 09263, 09268, 09269
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 175
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ludwigsstädter Straße 2
96361 Steinbach a. Wald
Website: www.steinbach-am-wald.de
Bürgermeister: Thomas Löffler (CSU)
Lage der Gemeinde Steinbach a. Wald im Landkreis Kronach
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Rathaus

Steinbach am Wald (amtlich Steinbach a.Wald) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Der Name bezeichnet gleichzeitig einen Ortsteil der Gemeinde.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der staatlich anerkannte Erholungsort Steinbach liegt am Rennsteig und im Naturpark Frankenwald. Der Altort zieht sich durch das Tal des Steinbaches. Etwa 1,5 km nordöstlich befindet sich der ehemalige Ortsteil Steinbach Bahnhof mit dem Bahnhof, Wohnsiedlungen und einem größeren Gewerbegebiet. Zwischen beiden Ortsteilen befindet sich eine Wasserscheide, die durch eine in Stein gemeißelte Gedenktafel gekennzeichnet ist. Alles Wasser, das in Richtung Ludwigsstadt fließt, mündet in die Elbe und alles Wasser, das in Richtung Kronach fließt, in den Rhein. Dort verlief auch die Grenze zwischen dem katholischen Bistum Bamberg und den evangelischen Gemeinden Ludwigsstadt, Ebersdorf usw.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Steinbach am Wald gehören folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2017):

Der Ortsteil Steinbach a.Wald Bhf., später nur noch Steinbach a.Wald Dorf mit 751 Einwohnern im Jahr 1970, wurde, obwohl weiterhin baulich getrennt, ab etwa 1987 nicht mehr als Steinbacher Gemeindeteil geführt.[2][3][4]

GeschichteBearbeiten

Die Besiedelung des Frankenwaldes (Nortwald) durch Rodungssiedlungen begann auf Geheiß der Bamberger Bischöfe Mitte des 12. Jahrhunderts. Der Ort wurde im Jahre 1190 mit dem Namen „Steynbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Es wird davon ausgegangen, dass der Ort bereits vorher gegründet wurde. Bis 1388 gehörte er zum „Eygen Teuschnitz“, einem großen Besitztum des Klosters Langheim. Der Besitz ging durch Kauf an das Bistum Bamberg. Bei der Säkularisation kam Steinbach am Wald nach Bayern. 1900 umfasste die Landgemeinde Steinbach am Wald mit Kohlmühle und Steinbachermühle eine Fläche von 695,07 Hektar, 433 Einwohner, von denen 416 katholisch waren, und 61 Wohngebäude.[5]

Der ehemalige Ortsteil Steinbach am Wald Bahnhof lag ursprünglich auf Lauenhainer Gemarkung. Er wurde 1951 eingegliedert.[6]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kehlbach nach Steinbach eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Buchbach, Hirschfeld und Windheim hinzu.[7]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008 2014
CSU 8 9 9
SPD 4 4 4
Soziale Demokraten Umland 1 n. a. n. a.
Bürgerliste Kehlbach 1 1 1
Freie Wähler 2 2 2
Gesamt 16 Sitze 16 Sitze 16 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Im März 2017 wurde Thomas Löffler (CSU) mit 60,5 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Bis zur Neuwahl des Bürgermeisters führte die Zweite Bürgermeisterin Monika Barnickel (CSU) die Amtsgeschäfte. Klaus Löffler (CSU) war seit dem 1. Mai 2002 Bürgermeister. Er wurde zum Landrat des Landkreises Kronach gewählt und trat die Nachfolge des am 20. Dezember 2016 ausgeschiedenen Landrats Oswald Marr (SPD) an.

WappenBearbeiten

 
Ehemaliges Wappen von Steinbach am Wald

Vor der Eingemeindung der Ortsteile Buchbach, Hirschfeld, Kehlbach und Windheim trug Steinbach am Wald ein anderes Wappen. Das heutige Wappen repräsentiert alle fünf Gemeindeteile.

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Blau ein gesenkter, silberner Wellenbalken, überdeckt von einem goldenen Kelch, aus dem ein goldener Abtstab wächst; beseitet rechts von einer silbernen heraldischen Lilie, links von drei, eins zu zwei gestellten silbernen Kugeln.“

Die Wappenbeschreibung des alten Wappens lautet: „Über blauem Wellenschildfluß eine durchgehende silberne Mauer, darüber in Blau nebeneinander eine wachsende eintürmige Wehrkirche in Seitenansicht und ein goldener Kelch mit daraus wachsendem goldenem Abtstab.“

WirtschaftBearbeiten

Größter Arbeitgeber der Gemeinde ist Wiegand-Glas mit Tochterunternehmen in den thüringischen Orten Ernstthal, Großbreitenbach und Schleusingen und in der Slowakei. Das Werk in Steinbach hat 570 Mitarbeiter (Stand:2018).

VereinslebenBearbeiten

Das musikalische Leben des Ortes prägt der Musikverein Steinbach am Wald, der im Jahr 1909 gegründet wurde. Weitere Vereine sind zum Beispiel der SC Rennsteig, die Rennsteigschützen, die Freiwillige Feuerwehr Steinbach, die FUN-Biker Steinbach am Wald, der Dart-Club Effendi, der CSU-Ortsverband und der SPD-Ortsverein. Die Vereine sind im Vereinsverbund (VVB) zusammengeschlossen.

VeranstaltungenBearbeiten

Ein Höhepunkt im Jahresverlauf ist die Trachtenkirchweih, die alljährlich am zweiten Wochenende im Juli von der Zechgemeinschaft veranstaltet wird. Die Jugend des Dorfes lässt dabei den alten Brauch des Zechens aufleben und präsentiert sich in der Steinbacher Tracht. Am letzten Augustwochenende lädt der Schützenverein zum Schützenfest mit Rockabend, Festzug und Königsproklamation. An vier Tagen im November steht die örtliche Theatergruppe auf der Bühne, um Komödien aufzuführen. Im Dezember organisiert der VVB die Dorfweihnacht auf dem Rathausplatz. Jeweils um die Jahreswende veranstalten die Schachfreunde Windheim seit 1984 das Internationale Windheimer Neujahrsopen, ein Schnellschachturnier, das Gäste weit über die Region hinaus anzieht.[8]

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhofsgebäude

Der Bahnhof Steinbach am Wald liegt am Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn.

KirchenBearbeiten

 
Die Wehrkirche St. Johannes Baptista ist eines der Wahrzeichen der Gemeinde.

In Steinbach am Wald befinden sich mit der um 1500 errichteten Wehrkirche St. Johannes Baptista und der 1966 geweihten Pfarrkirche St. Heinrich zwei katholische Kirchen. Der Ort gehörte seit 1478 der Pfarrei in Windheim an, seit 1969 bildet Steinbach am Wald eine eigene Pfarrei.[9][10] Die evangelische Christuskirche Steinbach am Wald wurde im Jahr 1953 eingeweiht. 1958 wurde Steinbach am Wald eine eigenständige evangelisch-lutherische Pfarrei.

PersönlichkeitenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

In Steinbach am Wald befindet sich seit 1939 ein Unterwerk der Bahnstrecke Nürnberg–Leipzig. Die von diesem Unterwerk nach Zapfendorf errichtete Bahnstromleitung verlief nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Wörlsdorf und Welitsch durch DDR-Gebiet und wurde 1966, nachdem es wiederholt durch zu hoch wachsende Bäume zu Erdschlüssen kam, durch eine neue Leitung ersetzt, die ausschließlich auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland verlief.[12]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 942 (Digitalisat).
  3. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 159 (Digitalisat).
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 311 (Digitalisat).
  5. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  6. Andreas Schmitt: Bahnhof Steinbach am Wald: Der Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn musste erst eingemeindet werden. infranken.de, 6. Dezember 2018
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 und 690.
  8. http://wp.sf-windheim.de/turniere/int-neujahrsopen/
  9. Steinbach am Wald, Wehrkirche St. Johannes Baptista auf der Website des Ökumenischen Kirchenportals im Landkreis Kronach, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  10. Steinbach am Wald, Pfarrkirche St. Heinrich auf der Website des Ökumenischen Kirchenportals im Landkreis Kronach, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  11. Bürgermeister und Ehrenbürger auf der Homepage der Gemeinde (Memento des Originals vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.steinbach-am-wald.de
  12. Ralf Roman Rossberg: Grenze über deutschen Schienen 1945–1990. 2. Auflage, EK-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-88255-829-6, S. 214 ff.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Steinbach am Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Steinbach am Wald – Reiseführer