Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Stockheim (Oberfranken)

Gemeinde im Landkreis Kronach in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stockheim
Stockheim (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stockheim hervorgehoben
Koordinaten: 50° 18′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 354 m ü. NHN
Fläche: 25,37 km2
Einwohner: 5035 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96342
Vorwahlen: 09265, 09261
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 178
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile (frühere Gemeinden) - 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 1
96342 Stockheim
Webpräsenz: www.stockheim-online.de
Bürgermeister: Rainer Detsch (FWG)
Lage der Gemeinde Stockheim im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Rathaus
Katholische Kirche St. Wolfgang
Evangelische Auferstehungskirche

Stockheim ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Sie liegt im Haßlachtal an der Bundesstraße 85, die auch als Bier- und Burgenstraße und als Porzellanstraße bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde Stockheim liegt am westlichen Rand des Naturparks Frankenwald im Stockheimer Becken, einem der wenigen Rotliegend-Becken in Bayern. In ihm finden sich u. a. saure Vulkanite, vulkanogene und lakustrine Sedimente des Perms sowie einige geringmächtige Steinkohlenflöze, die bis 1968 unter Tage abgebaut wurden.

GemeindegliederungBearbeiten

Die sieben Ortsteile (ehemals selbständige Gemeinden, jetzt Gemeindeteilsnamen) mit Einwohnerzahlen[2]:

Weitere amtliche Gemeindeteile sind Mostholz, Rittersmühle, Büttnerszeche und Traindorf, die bis zur Gebietsreform Teile der ehemaligen Gemeinden Burggrub, Neukenroth, Reitsch bzw. Stockheim waren.

GeschichteBearbeiten

Der Siedlungsname ist 1109 als „Stoccheim“ erstmals bezeugt. Seit 1582 (Reitsch) bzw. 1758 (Stockheim) wurde in mehreren Bergwerken Steinkohle abgebaut. 1639 schenkte der Bamberger Bischof Franz von Hatzfeld die Rittergüter Stockheim und Haßlach der Stadt Kronach. Landesherr blieb aber bis zur Annexion durch Kurpfalz-Bayern (1802) und der anschließenden Säkularisation das Hochstift Bamberg. Für die Entwicklung Stockheims zum Industriedorf sorgte, begünstigt durch den 1863 erfolgten Eisenbahnanschluss, neben dem Steinkohlenbergbau im Zeitraum von 1877 bis 1930 vor allem die Champagnerflaschenfabrik Sigwart & Möhrle, die über drei Generationen bis zu 400 Arbeitsplätze bereitstellte, jedoch 1930 ein Opfer der Weltwirtschaftskrise wurde.

Die letzte Stockheimer Steinkohlenzeche "St. Katharina", die seit 1935 als GmbH geführt wurde und immer von staatlichen Subventionen abhängig war, musste 1968 geschlossen werden.

Am 1. Januar 1975 kam es im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum vorzeitigen freiwilligen Zusammenschluss der seit 1818 bestehenden politischen Gemeinden Burggrub, Haig, Haßlach bei Kronach, Neukenroth, Reitsch und Stockheim zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Stockheim.[3] Wolfersdorf ließ sich bereits am 1. Januar 1972 in die damalige Gemeinde Stockheim eingliedern.[4]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Erster Bürgermeister ist seit dem 26. März 2011 Rainer Detsch (FWG). Seine Vorgänger waren von 1975 bis 1987 Michael Lang (CSU) und von 1987 bis 2011 Albert Rubel (CSU).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat umfasst 20 Gemeinderatsmitglieder und den ersten Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

WappenBearbeiten

Die Blasonierung lautet: „Durch eine gesenkte, eingeschweifte rote Spitze, darin schräg gekreuzt ein silberner Schlägel und ein silberner Hammer, gespalten; vorne in Gold ein bärtiger Männerrumpf in schwarzem Kleide mit weißem Kragen und weißgestülptem schwarzen Spitzhut, dessen herabhängende Spitze mit einem sechsstrahligen roten Stern bedeckt ist, hinten fünfmal geteilt von Schwarz und Gold, überdeckt von einem schrägen gebogenen grünen Rautenkranz.“

Schlägel und Hammer verweisen hierbei auf den früher in Stockheim betriebenen Steinkohlebergbau, die Farben Silber und Rot sollen auf die frühere enge Beziehung von Haßlach zu Bamberg hinweisen. Der bärtige Männerrumpf entstammt dem Wappen des Adelsgeschlechts von Würtzburg, das in Burggrub und Haig herrschte. Das Wettiner Wappen mit dem Rautenkranz entstammt dem ehemaligen Wappen von Reitsch, das wie Neukenroth und Wolfersdorf früher zu den sogenannten sächsischen Schutzdörfern gehörte.[5][6]

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Stockheim liegt an der Bundesstraße 85, die als Bier- und Burgenstraße touristische Ziele erschließt, sowie an der Bundesstraße 89 und der Staatsstraße 2708, ferner an der Frankenwaldbahn (Teil der früheren Hauptstrecke München–Berlin). Die ehemalige Lokalbahnstrecke nach Burggrub (einst bis Sonneberg/Thüringen) ist heute teilweise ein Radweg.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1932: Carl Sigwart (1872–1962), Glasfabrikant
  • 1957: Johannes Heckel (1903–1991), Pfarrer von Stockheim (1934 bis 1957)
  • 1957: Philipp Wilhelm (1877–1958), Bürgermeister von Stockheim (1919 bis 1933)
  • 1958: Theresie Ott (1893–1974), Lehrerin in Stockheim (1916 bis 1958)
  • 1973: Baptist Heinlein (1898–1978), Bürgermeister von Burggrub (1948 bis 1966)
  • 1974: Schwester Beta, Margareta Bogensperger (1900–1977), Leiterin des Kindergartens Stockheim (1929 bis 1974)
  • 1976: Andreas Bittel (1908–1978), Pfarrer von Stockheim (1957 bis 1976)
  • 1978: Karl Vollmer (1913–1998), Pfarrer von Neukenroth (1957 bis 1982)
  • 1991: Rudi Daum (* 1925), Landtagsabgeordneter (1970 bis 1990), Kommunalpolitiker
  • 1996: Michael Lang (1921–2004), Bürgermeister von Wolfersdorf (1951 bis 1971) und Stockheim (1975 bis 1987)

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim, abgerufen am 8. März 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  5. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappen von Stockheim, abgerufen am 5. Oktober 2013.
  6. Gemeinde Stockheim: Das Stockheimer Wappen, abgerufen am 5. Oktober 2013.

WeblinksBearbeiten