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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pressig
Pressig
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pressig hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 372 m ü. NHN
Fläche: 53,19 km2
Einwohner: 3932 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96332
Vorwahl: 09265
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 164
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 16
96332 Pressig
Website: www.pressig.de
Bürgermeister: Hans Pietz (FW)
Lage des Marktes Pressig im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Rathaus und Herz-Jesu-Kirche
Martin-Luther-Kirche

Pressig ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Zusammen mit Stockheim bildet es ein Unterzentrum.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Blick oberhalb von Brauersdorf auf den Westteil von Pressig

Pressig liegt im Naturpark Frankenwald. Im Ort fließen die Flüsse Buchbach und Tettau in die Haßlach.

GemeindeteileBearbeiten

Der Markt Pressig setzt sich aus folgenden Gemeindeteilen zusammen (Einwohnerzahl in Klammern, Stand August 2018):[3]

Der höchstgelegene Ortsteil des Marktes Pressig ist Marienroth mit bis zu 616 m ü. NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden aus, im Uhrzeigersinn) Tettau, Steinbach am Wald, Teuschnitz, Wilhelmsthal, Stockheim (alle im Landkreis Kronach) sowie Judenbach (im Thüringer Landkreis Sonneberg).

GeschichteBearbeiten

Die Erstnennung war 1325. Pressig erhielt das Marktrecht im Jahr 1956.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Grössau in den Markt Pressig eingegliedert. Am 1. Januar 1976 folgten Marienroth und Posseck. Eila kam am 1. Januar 1977 hinzu. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinden Förtschendorf, Friedersdorf und Welitsch sowie des Marktes Rothenkirchen (mit dem am 1. Januar 1971 eingegliederten Ort Brauersdorf[4]).[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung des Marktes Pressig seit 1840

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung des Marktes Pressig stark an (siehe Graphik). Während 1939 lediglich etwa 4100 Einwohner gezählt wurden, waren es 1950 über 5500. Seit den 1970er Jahren geht die Einwohnerzahl wieder zurück.

BrauersdorfBearbeiten

Das auch heute noch bäuerlich geprägte Brauersdorf wurde 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist als Angerdorf mit dem Dorfplatz im Zentrum und strahlenförmig um ihn herum angeordneten Anwesen angelegt.[6]

PosseckBearbeiten

Posseck wurde erstmals 1180 urkundlich erwähnt.[7]

RothenkirchenBearbeiten

Rothenkirchen wurde in der Zeit um 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1377 wurde dem Ort das Marktrecht verliehen. Im 14./15. Jahrhundert hatte der Ort die niedere und hohe Gerichtsbarkeit inne.[8] Im Spätmittelalter kam er an die Herren von Würtzburg und wurde mit seiner Kirche nach der Reformation evangelisches Pfarrdorf, das auch in den katholischen Orten der Umgebung lebende Protestanten mitpastorisierte. Den Bischöfen von Bamberg und ihrer gegenreformatorischen Politik war der Ort daher ein Dorn im Auge: 1625 gelang es Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, mit Waffengewalt einen Priester einzusetzen.

WelitschBearbeiten

Welitsch wurde im Jahre 1325 im ersten Bamberger Urbar erstmals mit sieben Gütern und einer Mühle urkundlich erwähnt. Es ist wahrscheinlich nach der Gründung des Bistums im Jahre 1007 entstanden. Die Franken drangen in dieser Zeit von Kronach aus weiter in den Frankenwald vor.

Welitsch hatte in den frühen Jahren seines Bestehens verschiedene Herrschaften. Unter anderem war es dem Kloster Langheim verpfändet und gehörte den Herren von Würtzburg. Wann Welitsch wieder zum Bistum Bamberg zurückgekommen ist, ist nicht bekannt.

Nach Hans Silbermann[9] hatten die Welitscher die Bauholzgerechtigkeit, aber keine Braugerechtigkeit. Es half auch nichts, dass sie 1558 dagegen protestierten, ihr Bier aus Kronach beziehen zu müssen. Noch 1801 galten diese alten Bestimmungen.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Marktgemeinderat 2014‒2020
   
Insgesamt 17 Sitze

Unter den Sitzen der Freien Wähler des Marktes Pressig befindet sich der des Bürgermeisters.

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 70,58 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,88 %
(+4,88 %p)
33,31 %
(-4,81 %p)
16,81 %
(-0,07 %p)
2008

2014


MarktgemeinderatBearbeiten

Der aktuelle Marktgemeinderat (2008–2014) hat 17 Mitglieder (16 Gemeinderäte zzgl. Bürgermeister)[10]:

  • CSU: 7 Sitze
  • Freie Wähler des Marktes Pressig: 7 Sitze, darunter der Bürgermeister
  • SPD: 3 Sitze

Für die Wahlperiode 2014‒2020 (ab 1. Mai 2014) ändert sich die Zusammensetzung zu[11]:

  • CSU: 8 Sitze
  • Freie Wähler des Marktes Pressig: 6 Sitze, darunter der Bürgermeister
  • SPD: 3 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Mit der Bildung der neuen Großgemeinde Pressig im Jahre 1978 waren Neuwahlen erforderlich. Zum ersten Bürgermeister wurde Josef Wich (CSU) gewählt. Dieser hatte das Amt bis 1987 inne. Sein Nachfolger Georg Konrad (CSU) war von 1987 bis 2008 Erster Bürgermeister des Marktes Pressig. Nachdem dieser wegen seiner Pensionierung nicht mehr zur Wahl gestanden hatte, wurde bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 aus vier Kandidaten sein Nachfolger bestimmt. Hans Pietz (FW) ist seit dem 1. Mai 2008 amtierender Bürgermeister.[12]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin nebeneinander drei silberne heraldische Lilien, in Silber ein wachsender Bauer mit blauem Mantel, roter Weste, schwarzer Hose und schwarzem Hut, der in der rechten Hand zwei schräg gekreuzte goldene Ähren hält, daneben links ein sechsstrahliger roter Stern.“[13]

Dem Markt Pressig wurde durch Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 3. Mai 1979 die Genehmigung zur Führung dieses Wappen erteilt.

Wappenbegründung: Das Wappen wurde aus den Wappen der ehemaligen selbständigen Gemeinden gebildet, die bei der Gemeindegebietsreform bis 1978 zur neuen Großgemeinde Pressig zusammengeschlossen wurden. Der Bauer mit den schräg gekreuzten Ähren entstammt dem historischen Wappen von Rothenkirchen, der rote Stern dem von Pressig. Letzterer verweist auf die Herren von Würtzburg und deren Familienwappen – sie waren früher im Gemeindegebiet die wichtigsten Grundbesitzer. Die Ähren stehen auch noch für Brauersdorf, Eila, Friedersdorf, Grössau und Posseck sowie den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde. Die drei silbernen heraldischen Lilien im Schildhaupt sind den Wappen der früheren Gemeinden Förtschendorf, Marienroth und Welitsch entnommen und beziehen sich auf das Kirchenpatronat der heiligen Maria in Förtschendorf, den Ortsnamen Marienroth sowie das Kirchenpatronat der heiligen Anna in Welitsch.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Osterreich  Österreich: Die Marktgemeinde unterhält eine Partnerschaft mit Wallern an der Trattnach in Oberösterreich. Gründer waren neben den Vorsitzenden der Soldatenkameradschaften von Rothenkirchen und Wallern, Franz Hofmann und Alois Petermeier, die Bürgermeister von Pressig und Wallern, Josef Wich und Ernst Ottensamer.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

KirchenBearbeiten

Herz-Jesu-Kirche PressigBearbeiten

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Pressig wurde 1957 erbaut. Sie ist die Hauptkirche der gleichnamigen Pfarrei. Zuvor hatte es seit 1913 eine Notkirche gegeben. Das Bild der Kirche wird durch eine Vielzahl an Mosaikbildern über den Eingangsportalen sowie im Kircheninnenraum geprägt.

St.-Anna-Kirche WelitschBearbeiten

Die katholische Kirche St. Anna im Ortskern von Welitsch ist Filialkirche der Pfarrei Herz Jesu Pressig. Der aktuelle Kirchenbau stammt aus den Jahren 1775‒1777.

SportBearbeiten

Der 1. FC Pressig ist ein Fußballverein, der 2017/18 in der A-Klasse 6, Kreis Coburg/Kronach spielt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Pressig-Rothenkirchen und der Haltepunkt Förtschendorf liegen an der Frankenwaldbahn von Lichtenfels nach Saalfeld. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg zweigte dort die Bahnstrecke Pressig-Rothenkirchen–Tettau ab. Bis 1968 existierte in Pressig ein Bahnbetriebswerk, das einen Teil der auf der Frankenwaldbahn eingesetzten Lokomotiven einsetzte. Zu Zeiten des Dampfbetriebs war in Pressig auch die Baureihe 96 stationiert, die größte deutsche Mallet-Lok.

Bis kurz nach Öffnung der innerdeutschen Grenze hielten in Pressig-Rothenkirchen D-Züge von München nach Berlin und Leipzig. Seitdem wird der Ort nur noch von Regionalzügen bedient. 2012 wurde das Bahnhofsgebäude verkauft.

An den überregionalen Straßenverkehr ist der Markt Pressig über die Bundesstraße 85 angebunden, welche durch Pressig, Rothenkirchen und Förtschendorf verläuft.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Die Freiwillige Feuerwehr Pressig als Stützpunktwehr und die Feuerwehren in den umliegenden Ortschaften der Gemeinde.

BildungBearbeiten

Im Markt Pressig gibt es zwei Kindergärten (in Pressig und Rothenkirchen) sowie eine Grund- und Mittelschule. Der Unterricht findet in Pressig und für einige Klassen in Rothenkirchen statt. Die nächsten Realschulen und Gymnasien befinden sich in Kronach.

SonstigesBearbeiten

Tankred Dorsts Film Eisenhans (1983) wurde vor allem in Förtschendorf und im zwischen Rothenkirchen und Förtschendorf gelegenen Block Hessenmühle gedreht.

LiteraturBearbeiten

  • Karl Thomas: Bergwanderungen um Pressig – Rothenkirchen. Geologie – Botanik – Geschichte. Jena 1993.
  • Georg Dinkel, Michael Trebes: 100 Jahre Herz Jesu Pressig – Jubiläumsschrift/Pfarrkronik 1913–2013. Katholische Pfarrei Herz Jesu Pressig, 2013.
  • Hans Silbermann: Urkundliche Geschichte der Gemeinde Welitsch im Landkreis Kronach Handschrift, Bamberg 1962

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pressig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Website des Marktes Pressig: Stockheim und Pressig – ein gemeinsames Unterzentrum, abgerufen am 18. April 2014
  3. Markt Pressig: aktuelle Einwohnerzahlen, abgerufen am 12. September 2018.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 und 690.
  6. Website des Marktes Pressig: Geschichtliche Beschreibung von Brauersdorf. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  7. Website des Marktes Pressig: Beschreibung von Posseck. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  8. Website des Marktes Pressig: Beschreibung von Rothenkirchen. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  9. Hans Silbermann: Urkundliche Geschichte der Gemeinde Welitsch im Landkreis Kronach Handschrift, Bamberg 1962
  10. Endergebnis Gemeinderatswahl 2008
  11. Vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl im Markt Pressig am 16. März 2014
  12. Endergebnis der Bürgermeisterwahl 2008
  13. Eintrag zum Wappen von Pressig in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte