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Alexanderhütte ist ein Ortsteil des oberfränkischen Marktes Tettau im Landkreis Kronach in Bayern.

Alexanderhütte
Markt Tettau
Koordinaten: 50° 27′ 26″ N, 11° 15′ 58″ O
Höhe: 592 m ü. NHN
Einwohner: 278 (1987)[1]
Postleitzahl: 96355
Vorwahl: 09269
Gerresheimer Glashüttenwerk
Gerresheimer Glashüttenwerk

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt im Naturpark Frankenwald am Fuße des Rennsteigs an der Mündung des Baches Kleine Tettau in die Tettau. Die Staatsstraße 2209 nach Steinbach am Wald und die Staatsstraße 2201 nach Tettau führen durch den Ort. Das Werk hatte 2017 etwa 500 Mitarbeiter.

GeschichteBearbeiten

Vor dem Jahr 1602 wurde das Hammerwerk „Oberer Hammer“ im heutigen Ort Alexanderhütte gegründet.[2] 1785 erhielten sechs Glasmeister aus Kleintettau die Konzession zum Bau einer Stuhlglasfabrik auf dem „Oberen Hammer“.[3] Die Tettauer Glashüttenwerke gingen daraus hervor und gehören seit 1998 zum Gerresheimer-Konzern.

Alexanderhütte gehörte zum Markgraftum Bayreuth als es im Jahr 1792 mit dem Amt Lauenstein zunächst an das Königreich Preußen fiel, bevor es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später Königreich Bayern, überging.[2]

1862 war Alexanderhütte ein Ort der Landgemeinde Tettau, als diese in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Teuschnitz eingegliedert wurde. 1871 zählte der Weiler 142 Einwohner.[4] 1876 wurde Alexanderhütte mit einer Distriktstraße von Rothenkirchen nach Tettau an das Straßennetz angeschlossen. Im Jahr 1900 hatte die 317 Hektar große Landgemeinde Tettau in ihren fünf Orten 855 Einwohner, von denen 75 katholisch und 780 evangelisch waren, und 100 Wohngebäude. Das Dorf Alexanderhütte hatte 193 Einwohner und 22 Wohngebäude. Die zuständige evangelische Pfarrei befand sich im 3,5 Kilometer entfernten Langenau. Die evangelische Schule war im Ort.[5] 1903 wurde die Bahnstrecke Pressig-Rothenkirchen–Tettau eröffnet. Alexanderhütte erhielt eine Haltestelle. 1925 lebten in Alexanderhütte in 28 Wohngebäuden 224 Personen. Die Protestanten gehörten zum 1,5 Kilometer entfernten evangelisch-lutherischen Vikariat Tettau.[6] 1931 wurde das Bezirksamt Teuschnitz aufgelöst und Alexanderhütte kam zum Bezirksamt Kronach.

1950 hatte die das Dorf Alexanderhütte 409 Einwohner und 49 Wohngebäude. Die Katholiken gehörten zur Kuratie Buchbach.[7] Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte bis 1989 die Lage an der innerdeutschen Grenze den Ort. Der Verkehr auf der Eisenbahnstrecke wurde 1952 eingestellt. Im Jahr 1961 lebten in dem Dorf 389 Personen in 51 Wohngebäuden.[8] 1970 zählte Alexanderhütte 289 Einwohner[9] und 1987 278 Einwohner sowie 72 Wohngebäude mit 119 Wohnungen.[1]

BaudenkmalBearbeiten

In der Bayerischen Denkmalliste ist ein zweigeschossiger Halbwalmdachbau mit verschieferter Traufseite und der Bezeichnung „1849“ am Rücktrakt am historischen Flößerteich als Baudenkmal aufgeführt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alexanderhütte (Tettau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 312 (Digitalisat).
  2. a b tettau.de: Ortsgeschichte
  3. thors-security.de/kleintettau/geschichte1 Kleintettauer Geschichte von 1661 bis 1945
  4. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1126, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  5. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1163 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 943 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 694 (Digitalisat).
  9. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 160 (Digitalisat).