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Steve Savidan

französischer Fußballspieler

Steve Savidan (* 29. Juni 1978 in Angers) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler. Der nur 1,75 m große, eher schmächtige Stürmer, der vor August 2006 immer nur bei unterklassigen Klubs gespielt hatte, galt als die positive Torjäger-Überraschung der Saison 2006/07 in der Ligue 1.

Steve Savidan
Steve Savidan publess.jpg
Personalia
Geburtstag 29. Juni 1978
Geburtsort AngersFrankreich
Größe 175 cm
Position Stürmer
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1998–1999 Angers SCO 47 (17)
1999–2000 LB Châteauroux 20 0(3)
2000–2001 AC Ajaccio 37 0(6)
2001–2002 Angers SCO 36 0(6)
2002–2003 AS Beauvais 24 0(0)
2003–2004 AS Angoulême 37 (12)
2004–2008 FC Valenciennes 144 (61)
2008–2009 SM Caen 38 (14)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2008 Frankreich 1 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

VereinskarriereBearbeiten

Bei dem Verein seiner Heimatstadt, dem SCO Angers, kam der Sohn eines Lkw-Fahrers und einer Putzfrau[1] in seiner ersten Profisaison 1998/99 zu keinem einzigen Einsatz in der Division 2. Bis 2004 wechselte Savidan dann saisonweise den Klub und die Liga, obwohl er sich schon bei seiner zweiten Station (LB Châteauroux, 1999/2000; 20 Spiele in der zweiten Liga) zum Stammspieler entwickelte; mit drei Treffern war er allerdings noch alles andere als ein Goalgetter. Es folgte je ein Jahr beim Zweitdivisionär AC Ajaccio (2000/01; 37 Einsätze, 6 Tore), erneut bei Angers SCO (2001/02, damals inzwischen drittklassig; 36 Spiele/6 Treffer), AS Beauvais (2002/03, Ligue 2; 24/0) und AS Angoulême (2003/04, dritte Liga; 37/12).

Im Sommer 2004 schloss sich der bereits als „Wandervogel“ verschriene Savidan dem ebenfalls nur in der drittklassigen National spielenden FC Valenciennes an. Möglicherweise hatten dessen Trainer Daniel Leclercq (2004/05) und Antoine Kombouaré das richtige „Händchen“ – jedenfalls entwickelte sich Savidans Leistung hier steil nach oben; im Sommer 2005 stieg der in Frankreich immer noch VA oder VAFC genannte Verein aus Nordfrankreich als Meister in die Ligue 2 auf, und mit seinen 19 Treffern in 37 Einsätzen wurde der Stoßstürmer erfolgreichster Torjäger der dritten Liga. Ein Jahr später schloss Valenciennes die Saison erneut auf Platz eins ab, und Steve Savidan hatte daran wiederum einen gehörigen Anteil, zumal seine 16 Tore (in 35 Spielen) ihm auch 2006 die Ligatorschützenkrone einbrachten.

In der Saison 2006/07 überraschte der inzwischen 28-jährige auch die Abwehrreihen der französischen Elite; nicht nur die Torwartlegende Fabien Barthez, die er beim Auswärtsspiel in Nantes gleich viermal überwand, kannte seither den Namen dieses „Nobodys“, der seine Tore mit rechts wie links sowie per Kopf erzielt und auch ein sicherer Strafstoßschütze ist. Am Saisonende belegte er mit 13 Treffern hinter Pauleta den zweiten Platz der Ligue-1-Torjägerliste. Im August 2006 wurde er zum „Spieler des Monats“ gewählt.

Auch 2007/08 gelangen Savidan 13 Torerfolge, womit er wiederum zu den erfolgreichsten Angreifern zählte (Rang 8); darüber hinaus erreichte er in einer „Mittelfeldmannschaft“ im Kampf um die Étoile d’Or für den beständigsten Feldspieler der Liga gleichfalls den 8. Platz. In Valenciennes betrieb er nebenher ein Café, das K9 – benannt nach dem Anfangsbuchstaben seiner Freundin, mit der er zwei Kinder und die er inzwischen geehelicht hat, und seiner eigenen Rückennummer.

 
Savidan im Trikot von Caen

Zur Saison 2008/09 wechselte „Savigol“[2] zum Ligakonkurrenten SM Caen und knüpfte dort auf Anhieb an seine Leistungen der Vorjahre an. Nach einem Drittel der Spielzeit führte er die Statistik der effizientesten Offensivspieler (combiné palette plus, eine Addition aus Treffern, Torvorlagen und maßgeblicher -assistenz) an. France Football beschrieb ihn als „von derzeit unerreichter Wirkung und ständiger Gefahr für die gegnerischen Abwehrreihen“.[3] Am Ende der Saison war er mit 14 Treffern viertbester Torschütze der Liga, obwohl Caen absteigen musste. Anschließend erklärte er, in der höchsten Spielklasse bleiben zu wollen; anlässlich seiner medizinischen Untersuchung bei der AS Monaco, die Steve Savidan zur Saison 2009/10 verpflichten wollte, ergab sich der Befund einer Herzanomalie. Der Stürmer erklärte daraufhin seinen Rücktritt vom Leistungssport.[4] Im August 2009 wurde ihm die Ehre zuteil, den symbolischen Anstoß des Erstligaspiels zwischen Monaco und dem FC Toulouse auszuführen; Savidan trug dabei ein monegassisches Trikot mit der Neun auf dem Rücken.[5]

Anfang 2010 erschien seine Autobiographie Une balle en plein cœur auf Deutsch Eine Kugel (bzw. ein Ball) mitten ins Herz. Seit Herbst 2011 arbeitet er als sachkundiger Kommentator für Eurosport France bei deren Übertragungen von Spielen des französischen Pokalwettbewerbs.[6]

Internationale EinsätzeBearbeiten

Nachdem in den Medien sein Einsatz immer vehementer gefordert wurde – so widmete France Football ihm eine dreiseitige Titelgeschichte –,[7] berief Nationaltrainer Raymond Domenech den inzwischen 30-Jährigen erstmals in das Aufgebot der Bleus für die Freundschaftsbegegnung gegen Uruguay am 19. November 2008, in dem er dann auch zu seinem ersten A-Länderspiel kam. Zu internationalen Ehren war Savidan zuvor nur einmal gekommen: Im Januar 2000 bestritt er für die bretonische Nationalauswahl ein Spiel.

AnmerkungenBearbeiten

  1. nach France-Football (Memento des Originals vom 7. Juli 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.francefootball.fr
  2. Savigol ist ein Wortspiel, gebildet aus seinem Nachnamen und dem spanischsprachigen Wort für erzielte Tore (vgl. Batigol).
  3. France Football vom 4. November 2008, S. 25–27.
  4. Meldung bei L’Équipe (Memento des Originals vom 7. Juli 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lequipe.fr
  5. France Football vom 11. August 2009, S. 19
  6. siehe den Artikel bei France Football vom 16. September 2011
  7. France Football vom 11. November 2008, S. 4–6.

WeblinksBearbeiten