Stadtbahn Bochum

Stadtbahnsystem der Stadt Bochum

Die Stadtbahn Bochum ist ein zur Stadtbahn Rhein-Ruhr gehörendes Schienenverkehrssystem in Bochum sowie der benachbarten Städte Herne, Witten, Hattingen und Gelsenkirchen. Es handelt sich hierbei um ein Mischsystem aus einer Stadtbahn- und mehreren Straßenbahn-Linien, die nur über einige wenige kreuzungsfreie Streckenabschnitte verfügen. Die Bochumer Stadtbahn wird, wie auch der übrige öffentliche Nahverkehr in Bochum, von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) betrieben.

Netzplan der Stadtbahn
Stadtbahn Bochum
Streckenkarte Straßenbahn und Stadtbahn Bochum.png
Basisdaten
Staat Deutschland
Stadt Bochum / Gelsenkirchen
Verkehrsverbund VRR
Nutzung
Betreiber Bogestra
Spurweite Normalspur (1435 mm)
Meterspur (1000 mm)
Stromsystem 750 V = (Oberleitung)

BetriebBearbeiten

Zur eigentlichen Stadtbahn Bochum im engeren Sinne ist lediglich die normalspurige Linie U35 zu zählen. Daneben verfügt Bochum auch über eine „klassische“ Straßenbahn mit sechs Linien. Diese Straßenbahn verkehrt auf meterspurigen Gleisen und wird in der Bochumer sowie der Gelsenkirchener Innenstadt unterirdisch geführt. Sie nutzt dabei die vormals für den geplanten Stadtbahnbetrieb gebauten Tunnel und Bahnhöfe, die jedoch durchgängig für Niederflur-Fahrzeuge geeignete Bahnsteige besitzen.

Die sechsgleisige Stadtbahn-Station Bochum Hauptbahnhof stellt den wichtigsten Kreuzungspunkt zwischen den sechs Bochumer Linien dar. Unter anderem ist dort ein bahnsteiggleicher Umstieg zwischen der U 35 und zwei Straßenbahnlinien möglich. Zu diesem Zweck sind die Meterspur-Gleise hochgeschottert. Die Belegung der Bahnsteige auf der unteren Ebene ist so angeordnet, dass von der Straßenbahn aus Richtung Süden zur U-Bahn Richtung Norden bzw. umgekehrt ein direkter Übergang besteht. Auf der oberen Ebene existieren zwei Gleise mit Seitenbahnsteigen, die für die dritte Strecke errichtet wurden. Ansonsten nutzen die Straßenbahn und die Stadtbahn jedoch verschiedene Stationen. Die normalspurige U35 und die meterspurigen Linien sind am Hauptbahnhof somit umsteigetechnisch verknüpft, fahren aber auch hier auf unterschiedlichen Gleisen.

Die Linien 302, 306 und 308 verkehren im 10-Minuten-Takt. Davon abweichend verkehren die 310 und die 318 nur alle 20 Minuten. Die U35 fährt werktags alle 5 Minuten (nur Hustadt bis Riemke Markt; Riemke Markt bis Schloß Strünkede alle 10 Minuten), in den Ferien und samstags dagegen ebenfalls alle 10 Minuten. Die Linie 306 hat morgens ebenfalls einen 5-Minuten-Takt, allerdings nur zwischen Bochum Hbf und Hordeler Straße. In der Schwachverkehrszeit wird dagegen auf fast allen Linien durchgängig nur alle 30 Minuten gefahren, wobei die U35 davon abweichend bis zum Betriebsschluss im 15-Minuten-Takt verkehrt. Der Betrieb der Straßenbahn endet kurz nach Mitternacht und der Stadtbahn nach 1 Uhr. Samstags, sonntags und feiertags nachts verkehren neben den Nachtbuslinien die U35, 306 und 318 stündlich im Nachtverkehr.

Linien und StationenBearbeiten

Das Bochumer Stadtbahnsystem ist sternförmig mit dem Hauptbahnhof als Zentrum angelegt und umfasst drei unterirdische Stammstrecken im Zentrum sowie sieben Außenäste, die jeweils von ein bis zwei Linien befahren werden. Bei den Stammstrecken handelt es sich um eine Nord-Süd-Verbindung, eine Ost-West-Verbindung und eine Diagonalverbindung, die von Süd-West nach Nord-Ost verläuft. Dabei folgen die Linien den großen Ausfallstraßen. Demzufolge ist die Linienführung weitgehend gradlinig angelegt. Lediglich die Königsallee und in deren Verlängerung die Kemnader Straße sind schienenfrei und nicht untertunnelt. Anstelle einer Bahnverbindung verkehren hier die Buslinien SB37 (bis Kosterstraße), CE31 und 353 (bis Berneckerstraße).

Die StreckenBearbeiten

Stadtbahnstrecken in Bochum
Spurweite:1435/
1000 mm
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Strecke I
Oberirdische Haltestellen unvollständig
Hattingen Mitte Bf 308 S 3
Hattingen Bahnhofstraße
Ruhrbrücke Hattingen
Stadtgrenze Hattingen–Bochum
Bochum-Dahlhausen Bf 318 S 3
Linden Mitte
Straßenbahn durch Bochum-Linden und -Weitmar
Bergmannsheil
Rampe Hattinger Straße
Wendeanlage Schauspielhaus
Schauspielhaus
Bermuda3eck/Musikforum
Strecke IV von Wanne-Eickel 316
Bochum Hbf 318 (Turmbahnhof, hoch) S 1
Wendeanlage Bochum Hbf
Planetarium
Rampe Castroper Straße
Vonovia Ruhrstadion
Straßenbahn Castroper Straße / Castroper Hellweg
Gerthe Heinrichstraße 316
Straßenbahn durch Bochum-Gerthe
Schürbankstraße 308 318
Strecke II
Kehranlage mit Abstellgleis
Schloß Strünkede U 35
Wendeanlage Herne Bf
Herne Bf S 2
Herne Mitte
Archäologie-Museum/Kreuzkirche
Hölkeskampring
Berninghausstraße
Stadtgrenze Herne–Bochum
Bochum-Rensingstraße
Wendeanlage Riemke Markt
Riemke Markt
Zur Betriebswerkstatt Riemke
Zeche Constantin
Feldsieper Straße
Wendeanlage Deutsches Bergbau-Museum
Deutsches Bergbau-Museum
Strecke IV
Bochum Rathaus (Nord)
Strecke III von Gelsenkirchen / Höntrop
Bochum Hbf (Turmbahnhof, tief) S 1
Strecke III nach Witten
Oskar-Hoffmann-Straße
Wendeanlage Oskar-Hoffman-Straße
Waldring
Rampe Universitätsstraße
Wasserstraße
Brenscheder Straße
Markstraße
Gesundheitscampus
Ruhr-Universität
Lennershof (BO)
Hustadt (TQ) U 35
Technologiequartier (geplant)
Hochschule Bochum (geplant)
Strecke III
Oberirdische Haltestellen unvollständig
Essener Straße 301
Normalspur-Strecke von Essen Hbf U 11
Schloss Horst
Buerer Straße U 11
Buer Rathaus/Kunstmuseum
Buer Rathaus 302
Emscher und Rhein-Herne-Kanal
VELTINS-Arena
Zoom-Erlebniswelt
Tunnelmund Zoom-Erlebniswelt
Trinenkamp
Bergwerk Consolidation
Wendeanlage Bergwerk Consolidation
Bismarckstraße
Leipziger Straße
Kennedyplatz
zum Straßenbahnbetriebshof Gelsenkirchen
Strecke von Essen Hbf 107
Musiktheater
Rampe Ebertstraße
Wendeanlage Heinrich-König-Platz
Heinrich-König-Platz
Gelsenkirchen Hbf 301 107 S 2
Wendeanlage Gelsenkirchen Hbf
Rampe Bochumer Straße
Rheinelbestraße
Straßenbahn durch Gelsenkirchen-Ückendorf
Stadtgrenze Gelsenkirchen–Bochum
August-Bebel-Platz
Höntrop Kirche 305 310 S 1
zum Straßenbahnbetriebshof Engelsburg
Erzstraße
Vereinsstraße
« (über Kohlenstraße)
Wattenscheider Straße
» (über Wattenscheider Straße)
Jacob-Meyer-Straße/Jahrhunderthalle
Rampe Alleestraße
Bochumer Verein/Jahrhunderthalle
Betriebsgleis zur Strecke IV
Strecke IV von Wanne-Eickel
Bochum Rathaus (Süd)
Strecke II von Herne
Bochum Hbf (Turmbahnhof, tief) S 1
Strecke II nach Hustadt
Lohring
Rampe Wittener Straße
Bochum-Laer Mitte 302
Unterstraße
Witten-Heven Dorf 309 310
Witten Bahnhofstraße S 5
Witten Papenholz
ehemalige Strecke über Kaltehardt
Langendreer Markt
Langendreer Bf 302 305 309 S 1
Strecke IV
Strecke I von Gerthe 316
Wendeanlage Bochum Hbf
Bochum Hbf 306 (Turmbahnhof, hoch) S 1
Strecke I nach Hattingen
Betriebsgleis
Strecke III
Rampe Hans-Böckler-Straße
Bochum Rathaus
Strecke II
Stadtgrenze Herne-Wanne-Eickel–Bochum
Wanne-Eickel Hbf 306 316 S 2
Wendeschleife

Strecke IBearbeiten

 
Bau der U-Bahn-Station Schauspielhaus
 
NF6D auf der Linie 318 in Dahlhausen

Hierbei handelt es sich um die ältesten Tunnelabschnitte der Bochumer Stadtbahn. Die Stadtbahn, für die der Tunnel ursprünglich gebaut wurde, sollte von Hattingen über Bochum-Linden, -Weitmar, -Innenstadt, -Gerthe nach Castrop-Rauxel verlaufen. Dazu wurde der Nordast der alten Linien 8 und 18 von Herne und Recklinghausen nach Gerthe verlegt. Der Tunnelabschnitt umfasst vier Stationen und reicht von der Rampe am Bergmannsheil bis zu der Rampe am Ruhrstadion. Die Strecke wird fast komplett gemäß der ursprünglichen Planung durch die Linie 308 bedient, endet aber auf Bochumer Stadtgebiet im Stadtteil Gerthe kurz vor Erreichen der Stadtgrenze.

Die Strecke ist meterspurig, aber gerade im nordöstlichen Ast teilweise stadtbahnmäßig ausgebaut. Dort und auch auf der Tunnelstrecke sind die Haltestellen weitgehend barrierefrei ausgebaut. Im südwestlichen Ast fahren die Linien fast ausschließlich als reine Straßenbahn und es existieren nur einige wenige barrierefreie Stationen. Vor einigen Jahren wurde die Strecke zum Teil mit Ampelvorrangschaltungen ausgerüstet, außerdem mit Haltestellenampeln, die den Verkehr hinter der einfahrenden Straßenbahn für den Individualverkehr sperren. Fünf Haltestellen liegen dabei in Hattingen. Die letzten beiden, Bahnhofstraße und Hattingen Mitte, gelten als Stadtbahnstationen. Ab der Hattinger Ruhrbrücke bis zur Endstelle besitzt diese Strecke einen bahneigenen Gleiskörper.

Außerdem fährt auf der Strecke noch die Linie 318, die, von Dahlhausen Bahnhof kommend, die 308 von Linden Mitte bis Hauptbahnhof verstärkt. In der Schwachverkehrszeit wird die 318 verlängert bis Gerthe, um dort einen 15-Minuten-Takt halten zu können. Im morgendlichen Berufsverkehr wird die 318 ebenfalls verlängert und endet dann in Hiltrop an der Haltestelle Nordbad.

Eine Besonderheit findet sich während des Stadionverkehrs. Einige Züge werden dann in Doppeltraktion gefahren, allerdings nur im Abschnitt Bergmannsheil–Rottmannstraße. Die regulären und die weiteren zur Verstärkung eingesetzten Züge fahren wie gewohnt mit Einzelwagen.

Linie Verlauf Takt (mo–fr)
308
318
Hauptlinienweg: Bochum-Gerthe Schürbankstraße – Gerthe Mitte – Heinrichstr. – Harpen – Vonovia Ruhrstadion – U Planetarium – U Bochum Hbf       – U Bermuda3eck/Musikforum – U Schauspielhaus – Bergmannsheil – Weitmar – Linden Mitte –
308:  – Linden Mitte – Hattingen-Winz-Baak – Hattingen Mitte  
318:  – Linden Mitte – Bochum-Dahlhausen  
15 min
7/8 min (Bochum Hbf–Linden)
316 Wanne-Eickel Hbf     – Eickel Kirche – Eickel Auf der Wenge – Bochum-Hofstede – Hamme Amtsstr. – Bochum Rathaus   – U Bochum Hbf       – U Planetarium – Vonovia Ruhrstadion – Harpen – Gerthe Heinrichstr. 15 min (zur HVZ)

Strecke IIBearbeiten

Diese Nord-Süd-Verbindung entspricht in ihrem Ausbaustand am ehesten den ursprünglichen Planungen, da die einzige dort verkehrende Linie U35 CampusLinie eine Stadtbahn gemäß der strengeren Definition darstellt. Das bedeutet einen normalspurigen Betrieb, Hochbahnsteige, eine reduzierte Zahl an Haltestationen und eine eigenständige Führung in Abschirmung vor dem Individualverkehr. Die U35 verkehrt von Herne bis Bochum-Querenburg und benutzt dabei zum großen Teil eine Tunnelstrecke. Lediglich zwischen der Haltestelle Wasserstraße und der Endhaltestelle Hustadt wird sie oberirdisch geführt, liegt dabei aber in der Mitte der Universitätsstraße auf einem unabhängigen Gleiskörper. Von den 21 Stationen befinden sich sechs an der Oberfläche und fünfzehn im Tunnel, darunter alle sechs Herner Stationen. Insgesamt sind lediglich vier Kreuzungspunkte mit dem Individualverkehr zu finden, an denen die Stadtbahn durch Ampelschaltungen bevorrechtigt ist.

Der ursprünglich geplante Ausbaustand konnte aber nicht erreicht werden, da die Städte Recklinghausen und Witten aus den gemeinsamen Plänen und der Finanzierung ausgestiegen sind. Ursprünglich hätte die Linie beide Städte verbinden sollen. So endet sie nun in beiden Richtungen vorzeitig in Herne, Schloß Strünkede bzw. Bochum-Querenburg, Hustadt.

Bis auf die Haltestelle Berninghausstraße in Herne, die über keinen Aufzug verfügt, sind alle Stationen barrierefrei ausgebaut. In der Praxis erweist sich ihre Nutzung für Mobilitätseingeschränkte aber bisweilen als etwas schwieriger, da die Stationen immer wieder von Vandalismus betroffen sind: Ein barrierefreier Zugang wird bis auf zwei offene Stationen (Wasserstraße und Brenscheder Straße) nur durch die Benutzung von Aufzügen gewährleistet, die jedoch ebenso durch mutwillige Beschädigung immer wieder ausfallen.

Die U35 ist mit rund 84.000 Fahrgästen (Stand 2011) täglich die meistgenutzte Linie der Stadtbahn Bochum. Um diese Nachfrage zu bewältigen wird zur Hauptverkehrszeit üblicherweise in Doppeltraktion und morgens sogar im 3-Minuten-Takt gefahren. Der Betriebsschluss der U35 ist später als bei anderen Linien des Bochumer Schienenverkehrs. Die letzten regulären Züge fahren kurz nach 1 Uhr von den Endhaltestellen ab. Vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen wird die Zeit zwischen Betriebsschluss und -beginn durch Nachtexpress-Fahrten im Stundentakt abgedeckt. Eine Umsteigebeziehung mit den dann außerdem verkehrenden Nachtexpress-Bussen ist durch den Fahrplan sichergestellt.

Linie Linienverlauf Takt (HVZ)
U 35 U Herne, Schloß Strünkede1 U Herne Bf     U Herne Mitte U Archäologie-Museum/Kreuzkirche U Hölkeskampring U Herne, Berninghausstraße – U Bochum, Rensingstraße U Riemke Markt2 U Zeche Constantin U Feldsieper Straße U Deutsches Bergbau-Museum U Bochum Rathaus (Nord) U Bochum Hbf     U Oskar-Hoffmann-Straße – U Waldring – Wasserstraße – Brenscheder Straße – Markstraße – Gesundheitscampus – Ruhr-Universität Lennershof BO – Bochum Hustadt (TQ)3
Die Linie U 35 heißt auch „CampusLinie“
10 min (1–2)
05 min (2–3)

Strecke IIIBearbeiten

 
Ein NF6D auf der Linie 302
 
Ein M6 auf der Linie 310

Bei dieser Strecke war geplant, sie von Laer über Stadtmitte, Höntrop, Wattenscheid-Mitte, Gelsenkirchen-Ückendorf, -Mitte, -Erle bis nach Herten zu führen. Auch für diese Stadtbahn wäre der Linienweg der dort zuvor verkehrenden Straßenbahn geändert worden. Der geplante Ausbau wurde allerdings mittlerweile zu den Akten gelegt, obwohl zwei vorgesehene Tunnelabschnitte in den Innenstädten von Gelsenkirchen (seit 1984 bis Musiktheater) und Bochum hierfür fertiggestellt wurden. In Bochum wird dieser Tunnel, der vier Bahnhöfe umfasst, nun von den Linien 302, 305 und 310 befahren. Die 302 verkehrt mit einer Fahrzeit von 80 Minuten zwischen dem Bahnhof Bochum-Langendreer (tagsüber wochentags jeder 2. Zug erst ab Laer Mitte) nach Gelsenkirchen-Buer Rathaus. Dabei durchfährt sie die langgestreckte Stadt Gelsenkirchen in Nord-Süd-Richtung und bildet somit das Rückgrat des Gelsenkirchener Nahverkehrs. 1994 wurde die weiter östlich verlaufende unterirdische Trasse der Linie 301 in Betrieb genommen; der Tunnel endet unmittelbar südlich des Rhein-Herne-Kanals am Zoo.

Die Linie 310 kommt aus Witten, wo sie 15 Haltestellen bedient und auch die Innenstadt von Witten durchquert. Ab Laer Mitte verstärkt sie die 302, führt dann aber nach der Bochumer Innenstadt weiter nach Höntrop Kirche.

In Langendreer, Laer und auf dem Linienweg der 310 nach Höntrop finden sich mehrere gut ausgebaute Streckenabschnitte. Ein barrierefreier Zugang ist vorhanden, da auf dem Netz 2020 Niederflurwagen fahren. Die 302 ist in Bochum nur zwischen den Haltestellen Dannenbaumstraße und Jacob-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle sowie in Wattenscheid Mitte am August-Bebel-Platz und an der Freiheitstraße barrierefrei zugänglich. In Gelsenkirchen, wo die Strecke ab Musiktheater unabhängig vom Individualverkehr auf den Mittelstreifen von Hauptverkehrsstraßen verläuft, sind die Haltestellen meist entsprechend ausgestattet. Die Strecke der 302 wurde hier bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 mit unabhängigem Gleiskörper errichtet und für den Doppeltraktionsbetrieb zur WM 2006 erneut ausgebaut. Trotzdem führte die geplante U21-Strecke nicht auf dieser Trasse, sondern weiter östlich; teilweise werden die für die U21 vorgesehenen Stationen gegenwärtig von der Linie 301 bedient. Die Linie 302 hat in Gelsenkirchen infolgedessen lediglich zwei Tunnelstationen.

Seit dem 29. Januar 2006 ist in Bochum die Stadtbahn-Strecke unter der Innenstadt in Betrieb. Somit ist diese nun schienenfrei. Die Linien 302 und 310 fahren zwischen den Haltestellen Freigrafendamm und Jacob-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle unterirdisch.

Die ausschließlich in Gelsenkirchen verkehrende Linie 301 hält an sieben Stadtbahnstationen im Tunnel und an einer oberirdischen Station (ZOOM Erlebniswelt). Sie führt Richtung Buer Rathaus weiter und endet an der Essener Straße im südwestlich von Buer gelegenen Stadtteil Horst. Die dort zuvor bediente Haltestelle Buerer Str. vermittelt Anschluss zur U11 nach Essen in abweichender Spurweite (zwischen Buerer Str. und Schloss Horst nutzt sie mit dieser ein Dreischienengleis) und am Musiktheater zweigt an der Oberfläche die vom Hauptbahnhof Gelsenkirchen kommende Linie 107 der Straßenbahn Essen ab.

Linie Verlauf Takt (mo–fr)
107 Kulturlinie 107:
U Gelsenkirchen Hbf     – U Heinrich-König-Platz – Gelsenkirchen Musiktheater – Gelsenkirchen-Feldmark – Essen-Katernberg – Zollverein Nord Bf   – Abzw. Katernberg – Zollverein – Stoppenberg – U Viehofer Platz – U Rathaus Essen – U Essen Hbf        
20 min
301 Gelsenkirchen-Horst Essener Str. – Schloss Horst   – Buerer Str.   – Gelsenkirchen-Buer Süd Bf   – Beckhausen - Buer Rathaus/Kunstmuseum – Erle – ZOOM Erlebniswelt – U Trinenkamp – U Bergwerk Consolidation – U Bismarckstraße – U Leipziger Straße – U Musiktheater – U Heinrich-König-Platz – U Gelsenkirchen Hbf     7/8 min
302 Gelsenkirchen-Buer Rathaus – Gelsenkirchen, Veltins-Arena – Gelsenkirchen-Schalke – Musiktheater – U Heinrich-König-Platz – U Gelsenkirchen Hbf     – Gelsenkirchen-Ückendorf – Bochum-Wattenscheid, August-Bebel-Platz – Stahlhausen Wattenscheider Str. – U Bochumer Verein/Jahrhunderthalle – U Rathaus (Süd)   – U Bochum Hbf       – U Lohring – Altenbochum Kirche – Bochum-Laer Mitte – Mark 51° 7 – Langendreer Markt – Langendreer   7/8 min (Buer–Laer)
15 min (Laer–Langendreer)
305 Bochum-Wattenscheid Höntrop Kirche – Stahlhausen Wattenscheider Str. – U Bochumer Verein/Jahrhunderthalle – U Rathaus (Süd)   – U Bochum Hbf       – U Lohring – Altenbochum Kirche – Bochum-Laer Mitte – Mark 51° 7 – Langendreer Markt – Langendreer   30 min
310 Bochum-Wattenscheid Höntrop Kirche – Stahlhausen Wattenscheider Str. – U Bochumer Verein/Jahrhunderthalle – U Rathaus (Süd)   – U Bochum Hbf       – U Lohring – Altenbochum Kirche – Bochum-Laer Mitte – Mark 51° 7 – Langendreer Markt – Witten, Crengeldanz – Witten, Marienhospital – Witten Rathaus –Witten, Bahnhofstraße – Witten, Heven Dorf 30 min

Strecke IVBearbeiten

Hierbei handelt es sich um die Strecke von der Bochumer Innenstadt nach Wanne-Eickel. Bedient wird sie durch die Straßenbahnlinie 306. Sie war in der ursprünglichen Planung der Stadtbahn Rhein-Ruhr als Abzweig von der Strecke II (U35) vorgesehen, fiel jedoch im Laufe der Jahrzehnte zunächst aus der Planung. In der Folgezeit galt die oberirdische Straßenbahnstrecke nach Wanne-Eickel lange Zeit als Stilllegungskandidat und wurde „auf Verschleiß“ gefahren. Erst als die Bauarbeiten des Innenstadtabschnitts der Strecke III in greifbare Nähe rückten und eine Stilllegung der Wanne-Eickeler Strecke politisch nicht mehr gewünscht war, wurde die Planung für eine Integration dieser Strecke in das Stadtbahnnetz wieder aufgenommen und schließlich durch einen Anschluss an die Strecke I am Hauptbahnhof realisiert. Dies erfolgte nicht zuletzt, da der Innenstadtbereich von Bochum, insbesondere die Bongard- und die Massenbergstraße, schienenfrei werden sollte. Ein Anschluss an die bestehenden bzw. damals in Planung und Bau befindlichen Tunnelabschnitte war indes nicht ohne weiteres möglich: Auf den Tunnel der Linien 302/310 stößt die 306 praktisch rechtwinklig und die U35 wird auf abweichender Spurweite (Normalspur) sowie durchgehend mit Hochbahnsteigen betrieben. Daher wurde in der Station Bochum Rathaus (Süd) eine unterirdische Brücke gebaut, über die die Linie 306, die Gleise der 302/310 überquerend, zum Bochumer Hauptbahnhof gelangt. Die Linie 306 nutzt dabei einen ohnehin geplanten und baulich vorbereiteten Betriebstunnel von der Strecke der 308/318 Richtung Rathaus, der unter anderem der Verbindung der Strecken und zur Überführung von Wagen dieser Linien zum Straßenbahndepot Engelsburg dient. Dieser Tunnel wurde gegenüber der Planung als reiner Betriebstunnel verlängert, um eine Rampe neben dem Rathaus sowie einen neuen oberirdischen Stadtbahnhof Bochum Rathaus ergänzt. Auch im weiteren Verlauf der 306 waren an der Oberfläche umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen erforderlich. So unter anderem ein größerer Abstand der Gleise, damit sich auch die längeren Niederflurwagen ohne Probleme begegnen können. Dabei wurden alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut. Die Bauarbeiten im Bochumer Norden und in Wanne-Eickel wurden im August 2009 beendet. Seitdem ist auch der Einsatz der neuen Niederflurwagen auf dieser Strecke möglich. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Linie ist von 14 km/h auf 19 km/h gestiegen. So soll die Verbindung zwischen Bochum und Wanne-Eickel attraktiver werden.

Linie Verlauf Takt (mo–fr)
306 Wanne-Eickel Hbf     – Eickel Kirche – Eickel Auf der Wenge – Bochum-Hofstede – Bochum-Hamme Amtsstr. – Bochum Rathaus   – U Bochum Hbf       15 min
316 Wanne-Eickel Hbf     – Eickel Kirche – Eickel Auf der Wenge – Bochum-Hofstede – Hamme Amtsstr. – Bochum Rathaus   – U Bochum Hbf       – U Planetarium – Vonovia Ruhrstadion – Harpen – Gerthe Heinrichstr. 15 min (zur HVZ)

Einzelne Fahrten werden im Berufs- und Stadionverkehr bis zur Haltestelle VonoviaRuhrstadion verlängert.

Bauliche BesonderheitenBearbeiten

Besondere Beachtung unter den Stadtbahn-Stationen verdienen insbesondere die der dritten Strecke. Der U-Bahnhof Bochum Hauptbahnhof präsentiert sich als sechsgleisiger Turmbahnhof auf zwei Ebenen. Die vier unteren Gleise auf der Ebene −3 verlaufen in zwei Bahnhofsröhren mit Mittelbahnsteigen, wobei die normalspurigen Gleise der U35 innen und die Meterspurgleise der 302/310 außen liegen. Darüber auf der Ebene −2 befinden sich die beiden Seitenbahnsteige für die Gleise der Linien 306, 308 und 318, die rechtwinklig zu den anderen Gleisen angeordnet sind.

Die Station Bochum Rathaus, zentral in der Bochumer Innenstadt gelegen, ist als ein komplexes Arrangement von drei einzelnen Anlagen gestaltet worden, welche in einem rechtwinkligen Dreieck angeordnet sind.

 
Lohring am Tag der Eröffnung der Tunnelstrecke

Der U-Bahnhof Lohring (Linien 302, 305 und 310) hat eine an einen Flugzeughangar erinnernde Form. Er ist ebenfalls mit dem Renault Traffic Award 2006 auszeichnet worden. Die perforierten Aluminiumplättchen der Verkleidung haben schallschluckende Eigenschaften und stammen aus dem Automobilbau. Hinzu kommen der beleuchtete Fußboden, leuchtende Linien an der Decke, ein markantes gelbes Kreuz auf rotem Grund an der Stirnseite und eine Klanginstallation, die mit den Umgebungsgeräuschen arbeitet; gleichwohl kann hierbei nicht auf individuelle Töne geschlossen werden.

Der U-Bahnhof Bochumer Verein/Jahrhunderthalle (Linien 302, 305 und 310) wird durch die Stahloptik sowie seine Lichtinstallation gekennzeichnet. Die blau angestrahlten Wände erscheinen vor einfahrenden Zügen erst gelb, dann rot und nach dem Halten weiß. Über einem der Stationszugänge befindet sich eine schwere Eisenplatte, die ungefähr das Gewicht eines Airbus hat.

Dies soll an den direkten Nachbarn erinnern, das Gussstahlwerk des Bochumer Vereins, das unter anderem auch Radreifen für den ICE der Deutschen Bahn herstellt. Ein großformatiges Bild an der westlichen Treppe nimmt Bezug zur alten Glockengießerhalle des Bochumer Vereins.

SchwachstellenBearbeiten

 
Ein Bild aus der Vergangenheit: Ein Pkw musste in Linden auf den Gehweg fahren, um dem entgegenkommenden Straßenbahnzug auszuweichen. Der Abschnitt wurde inzwischen umgebaut.

Im Bochumer Netz gibt es mehrere bauliche Mängel, die unter anderem den 20-Minuten-Takt auf der Linie 318 zur Folge haben. Es existieren einige eingleisige Streckenabschnitte, so zwischen den Haltestellen Zentrum Augusta Linden und Dahlhausen S (Linie 318) sowie Gerthe Mitte und Schürbankstraße (Linien 308/318). Die Engstelle zwischen Zentrum Augusta Linden und Linden Mitte war durch die Eingleisigkeit am Straßenrand eine besonders kritische Stelle. Sie wurde inzwischen beseitigt und nach einem Jahr Bauzeit im September 2008 wiedereröffnet. Inzwischen ist zumindest ein 15-Minuten-Takt möglich, der seit Januar 2009 samstags gefahren wird.

Auch auf der Linie 310 gibt es eine Reihe von Engstellen. So war die Strecke zwischen Im Ümminger Feld und Crengeldanz bis auf eine Ausweichstelle bei Am Honnengraben komplett eingleisig, dieser Abschnitt wurde jedoch zwischen 2016 und 2020 durch eine zweigleisige Neubaustrecke durch die Langendreerer Hauptstraße ersetzt. Ein weiterer längerer Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und der Endhaltestelle Heven Dorf ist noch immer eingleisig. Kreuzungsmöglichkeiten gibt es an den Haltestellen Hans-Böckler-Straße und Heven Hellweg. Diese waren aber nur für die 20 m langen hochflurigen Triebwagen vom Typ M6 geeignet. Mittlerweile können Niederflurwagen des Typs Stadler Variobahn bis zur Endstelle fahren. Seit Januar 2009 wird samstags alle 15 Minuten gefahren, um auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt mit der 302 einen gleichmäßigen Takt anbieten zu können. Wochentags blieb es allerdings bei einem 20-Minuten-Rhythmus, daher kommt es zu der kuriosen Situation, dass die Fahrplandichte auf der Linie 310 dann geringer als samstags ist.

In Gelsenkirchen war auf der Linie 301 im Abschnitt zwischen Buer Süd Bahnhof und der Endhaltestelle Essener Straße kein Einsatz von Wagen des Typs NF6D zugelassen, da diese bauartbedingt die Gleiskreuzung mit der Emschertalbahn aufgrund des Entgleisungsrisikos (die beiden mittleren Achsen sind als Einzelrad-Einzelfahrwerke ausgelegt) nicht passieren dürfen. Die Fahrzeuge des Typs NF6D sind jedoch nicht mehr im Einsatz. Diese Schwachstelle entfällt.

Die Variobahn-Wagen haben aber inzwischen den Betrieb auf der Strecke (sowie im gesamten Meterspurbetrieb im Betriebsgebiet) übernommen. Diese Triebwagen verfügen über feste Laufwerke und die Entgleisungsgefahr in der Kreuzung besteht bei ihnen nicht.

AusblickeBearbeiten

Zur Ablösung der alten M6-Wagen hat die BOGESTRA 45 neue Wagen bestellt, von denen 30 der ersten Serie bereits geliefert wurden. Die übrigen 15 Triebwagen folgten in den Jahren 2013–2015. Diese neuen Triebwagen vom Typ Variobahn kamen zunächst in Gelsenkirchen auf der Linie 301 zum Einsatz, bestreiten mittlerweile aber auch die kompletten Tageseinsatz auf der Linie 306. Hinzu kommen sechs normalspurige Stadtbahnwagen des Typs Tango von demselben Hersteller zur Erhöhung der Fahrzeugreserve für die U35, denn der Fahrzeugbestand ist derzeit zu gering. Wenn sämtliche Kurse in Doppeltraktion gefahren werden, werden 24 B-Wagen benötigt, werktags zwischen 7 und 8 Uhr sogar 28. Die Bogestra besitzt aber insgesamt nur 25 Fahrzeuge, daher kam es in der Vergangenheit häufig zu Engpässen. Insbesondere während der Hauptverkehrszeiten ist das ein Problem, da diese Linie die Ruhr-Universität mit dem Bochumer Hauptbahnhof verbindet und somit sehr gut ausgelastet ist. Mit den neuen Fahrzeugen sollen diese Probleme nun der Vergangenheit angehören. Auslieferungsbeginn für den Tango war der 31. August 2007, für die Variobahn-Wagen der 7. März 2008. Die Tangos werden im planmäßigen Einsatz in Doppeltraktion verwendet.

Die Engstellen der Linie 306 wurden bereits beseitigt. Abschluss der rund 30 Millionen Euro teuren Maßnahmen war am 15. August 2009 mit einer feierlichen Eröffnung der umgebauten Strecke. Langfristig ist eine Verlängerung der Linie 306 über den Weg der Linie 308/318 bis zur Haltestelle Rottmannstraße geplant, von wo aus der Stadtteil Harpen sowie das Einkaufszentrum Ruhr-Park mit einer Neubaustrecke wieder angeschlossen werden soll.[1]

 
Derzeitige Endhaltestelle Heven Dorf
 
Ein M6 auf der Linie 310 in der Bahnhofstraße in Witten

Über einen Umbau der Wittener Strecke zur Beschleunigung der Linie 310 sind zurzeit keine genaueren Informationen bekannt. Allerdings existieren Planungen, den Streckenast bis Freizeitbad Heveney oder sogar wieder bis in den Stadtteil Herbede hinein zu verlängern. Laut Bewertung des Landes nach IGVP ist damit aber wohl mittelfristig nicht zu rechnen. 2007 wurde eine Einstellung des Abschnittes zwischen Witten, Bahnhofstraße bzw. Heven Hellweg und Heven Dorf diskutiert. Die bis auf zwei Ausweichstellen komplett eingleisige Strecke ist sanierungsbedürftig. Im Rahmen einer Nutzwertanalyse sollte geprüft werden, ob eine Sanierung oder eine Umstellung auf Busbetrieb geeigneter wäre. Die Linie 310 hätte dann am geplanten neuen ZOB Witten Hauptbahnhof enden können. Am 6. Dezember 2007 entschied sich der Rat der Stadt Witten einstimmig für eine Erhaltung der Linie bis Heven-Dorf. Allerdings bedeutet das eine Überprüfung der Buslinien 320 und 339.

Die Linie 310 soll in Zukunft[veraltet] über den Stadtteil Langendreer geführt werden. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme sollen neue Trams vom Typ Variobahn nicht mehr von der Wittener Straße in die Universitätsstraße abbiegen, sondern geradeaus in Richtung Langendreer Markt fahren, wo die Strecke nach rechts in Richtung Witten fortgesetzt wird, um am Crengeldanz wieder in die Bestandsstrecke einzumünden. Der Baubeginn für den ersten Bauabschnitt fand am 21. September 2012 statt. Am 7. Oktober 2017 wurde der erste Abschnitt eröffnet.[2] Die Linie 302 wurde von Laer nach Langendreer verlängert, so dass diese am Markt nach links abbiegt, um von dort aus die neue Endhaltestelle am S-Bahnhof Langendreer zu erreichen. Eine direkte Verbindung von Witten zum S-Bahnhof Langendreer kommt voraussichtlich mit Einführung des Netz2020[3] als Linie 309.

In den 2000er Jahren wurde öffentlich über eine Verlängerung der U35 in beide Richtungen nachgedacht. Die einst geplante Verlängerung über Hustadt bis nach Witten wird aller Voraussicht nach nicht mehr realisiert. Als Vorleistung existiert allerdings hinter der Endhaltestelle Hustadt eine nach rechts über die Fahrbahn schwenkende Brücke. Diese sollte in die kurze Streckenverlängerung zur Anbindung des Technologieparks und der Hochschule Bochum mit eingebunden werden. Eine spätere Verlängerung der Strecke nach Witten würde damit unwahrscheinlicher, wenngleich nicht unmöglich. Am anderen Ende gab es Überlegungen, als Ersatz für eine Buslinie die U35 bis Recklinghausen Hauptbahnhof zu verlängern. Neu ist dieser Gedanke nicht, da er bereits in den Planungen zum Stadtbahnbau der 1970er Jahre genannt wird. Damals kam es nicht zum Bau, weil die Stadt Recklinghausen aus der Stadtbahngesellschaft austrat. Später standen zwei Verläufe zur Diskussion, wahlweise mit Einbindung des DB-Haltepunktes Recklinghausen Süd. Schon die Vorgängerlinie der U35, die oberirdische Straßenbahnlinie (30)5, führte bis Recklinghausen Hbf. Allerdings wurde der nördliche Ast von den Vestischen Straßenbahnen bereits 1982, sieben Jahre vor der Eröffnung der U35, stillgelegt. Bereits ab 1964 fuhr die Linie 5 die DB-Station Recklinghausen Süd nicht mehr an. Konkrete Planungen zur nördlichen Verlängerung gab es allerdings nicht. Die südliche Verlängerung um zwei Haltestellen zur Hochschule Bochum wurde im Rahmen der IGVP[4] mit einem nicht ausreichenden Kosten-Nutzen-Koeffizienten bewertet und als Vorhaben der Stufe 2 im Rahmen des Bedarfsplans Schiene eingestuft. Eine Realisierung war daher keinesfalls vor 2015 vorgesehen. In den 2010er Jahren wird über eine Verlängerung bis Langendreer diskutiert.

FahrzeugeBearbeiten

Typ Spurweite Baujahr Fahrzeugnummern Bemerkung
M6S 1000 mm 1976–1977 301–333 teilweise bereits ausgemustert (301–309, 315, 316, 319, 320, 322-324, 327-329, 333), hochfluriger DÜWAG-Stadtbahnwagen Typ M, 600/750 Volt =
M8C 1981–1983 1151–1180 hochfluriger DÜWAG-Stadtbahnwagen Typ M mit Klapptrittstufen, 600/750 Volt =, Einsatz durch die Ruhrbahn auf der Linie 107
NF6D (MGT6D) 1993–1994 401–442 teilweise bereits ausgemustert (410, 415, 425, 432, 434, 435, 441, 442), DÜWAG-Niederflurwagen (etwa ⅔ Niederfluranteil)
Variobahn 2008–2011 501–530 1. Lieferserie, komplett ausgeliefert, Niederflurzug von Stadler Rail, Berlin
2013–2015 531–545 2. Lieferserie, bestellt 2010, komplett ausgeliefert
2016–2018 101–142 3. Lieferserie, bestellt 2016, 101–120 ausgeliefert, 8 Optionen; als Ersatz für NF6D bestellt
B80D 1435 mm 1988–1989 6001–6013 DÜWAG-Stadtbahnwagen Typ B, normalspurig, Hochflur, für Linie U35
1993 6014–6025 2. Lieferserie
Tango 2007–2008 6026–6031 normalspurige Hochflurwagen des Herstellers Stadler Rail, Berlin, für Linie U35

StadtbahnhöfeBearbeiten

Strecke I (Diagonalverbindung)
Station Lage Linien Umstiegsmöglichkeiten Eröffnungsdatum
Hattingen Mitte oberirdisch 308 S3, SB37, SB38, 141, 330, 331, 332, 350, 359, 558, 554, 559, 647, AST59, NE4 9. März 1994
Hattingen, Bahnhofstraße oberirdisch 308
Schauspielhaus Tunnel 308, 318 SB 37, 350, 353, 365, NE4 25. Mai 1979
Bermuda3eck/Musikforum Tunnel 308, 318
Bochum Hauptbahnhof
(Turmbahnhof, hoch)
Tunnel 306, 316, 308,
318
RE1, RE6, RE11, RE16, RB40, RB46, S1, U35, 302, 305, 310, SB37, 336, 339, 345, 349, 350, 353, 354, 355, 356, 365, 368, NE1, NE2, NE3, NE4, NE5, NE6, NE7, NE8
Planetarium Tunnel 308, 316, 318 336, 339, 354 28. November 1981
Vonovia Ruhrstadion oberirdisch 308, 316, 318 395
Strecke II (Nord-Süd-Verbindung)
Station Lage Linien Umstiegsmöglichkeiten Eröffnungsdatum
Herne, Schloß Strünkede Tunnel U35 SB20, 362, NE5, NE32 2. September 1989
Herne Bahnhof Tunnel U35 RE3, RB43, S2, SB20, 303, 311, 312, 321, 323, 324, 337, 351, 362, 366, 367, 390, 391, NE5, NE31, NE32, NE33
Herne Mitte Tunnel U35 303, 311, 312, 321, 323, 324, 337, 351, 362, 366, 367, 390, 391, NE31, NE32, NE33
Herne, Archäologie-Museum/Kreuzkirche Tunnel U35 303, 311, 312, 323, 324, 337, 362, 366, 367, NE31, NE32
Herne, Hölkeskampring Tunnel U35 303, 312, 337, NE32
Herne, Berninghausstraße Tunnel U35
Rensingstraße Tunnel U35 354, 385
Riemke, Markt Tunnel U35 354, 366, 385
Zeche Constantin Tunnel U35 395
Feldsieper Straße Tunnel U35 352, NE1
Deutsches Bergbau-Museum Tunnel U35
Bochum Rathaus (Nord) Tunnel U35 302, 305, 306, 310, 316, 336, 339, 345, 355, 353, 365, 368, NE1, NE6
Bochum Hauptbahnhof
(Turmbahnhof, tief)
Tunnel U35 RE1, RE6, RE11, RE16, RB40, RB46, S1, 302, 306, 308, 310, 318,
SB37, 336, 339, 345, 349, 350, 353, 354, 355, 356, 365, 368,
NE1, NE2, NE3, NE4, NE5, NE6, NE7, NE8
Oskar-Hoffmann-Straße Tunnel U35 345, 349, 353, 354, 356, NE7, NE8 27. November 1993
Waldring Tunnel U35
Wasserstraße oberirdisch U35 345, 349, 356
Brenscheder Straße oberirdisch U35
Markstraße oberirdisch U35 339, 344, 358, 372
Gesundheitscampus oberirdisch U35 320, 346, 358, 370, 372 18. November 2017
Ruhr-Universität oberirdisch U35 SB33, 67, 320, 339, 344, 346, 356, 358, 370, 372, 374, 375, 378, NE7, NE8, NE17 27. November 1993
Lennershof (BO) oberirdisch U35
Hustadt (TQ) oberirdisch U35 344, 346, NE7, NE8
Strecke III (Ost-West-Verbindung)
Station Lage Linien Umstiegsmöglichkeiten Eröffnungsdatum
Gelsenkirchen, VELTINS-Arena oberirdisch 302 1974
Gelsenkirchen, ZOOM Erlebniswelt oberirdisch 301 342 (teilweise), 392, NE12 29. Mai 1994
Gelsenkirchen, Trinenkamp Tunnel 301 382, 384
Gelsenkirchen, Bergwerk Consolidation Tunnel 301 384
Gelsenkirchen, Bismarckstraße Tunnel 301
Gelsenkirchen, Leipziger Straße Tunnel 301 348, 381, NE11
Gelsenkirchen, Musiktheater Tunnel (301) und oberirdisch (107, 302) 107, 301, 302 SB 29, 36, 340, 380, 383, NE10, 11 oberirdisch 1984
Tunnel 29. Mai 1994
Gelsenkirchen, Heinrich-König-Platz Tunnel 107, 301, 302 1984
Gelsenkirchen Hauptbahnhof Tunnel 107, 301, 302 RE2, RE3, RB42, RB46, S2, SB29, SB36, 194, 348, 380, 381, 382, 383, 385, 388, 389, NE10, NE11, NE12, NE13, NE14
Gelsenkirchen Rheinelbestraße oberirdisch 302 385, 389
Bochumer Verein/Jahrhunderthalle Tunnel 302, 305, 310 345, 355 27. Januar 2006
Bochum Rathaus (Süd) Tunnel 302, 305, 310 U35, 306, 316, 336, 339, 345, 353, 355, 365, 368, NE1, NE6
Bochum Hauptbahnhof
(Turmbahnhof, tief)
Tunnel (teilt sich die Bahnhöfe mit der Linie U35)

Besonderheit: zwei identische Stadtbahn-Stationen Richtung Höntrop/Wattenscheid/Gelsenkirchen bzw. Witten/Langendreer

302, 305, 310 RE1, RE6, RE11, RE16, RB40, RB46, S1 U35, 306, 316, 308, 318,
SB37, 336, 339, 345, 349, 350, 353, 354, 355, 356, 365, 368,
NE1, NE2, NE3, NE4, NE5, NE6, NE7, NE8
Station: 2. September 1989
in Funktion für Strecke III ab 27. Januar 2006
Lohring Tunnel 302, 305, 310 339, 355, 368, NE3, NE7, NE8 27. Januar 2006
Strecke IV (Anbindung der Linie 306, 316)
Station Lage Linien Umstiegsmöglichkeiten Eröffnungsdatum
Bochum Rathaus oberirdisch 306, 316 U35, 302, 305, 310, 336, 339, 345, 353, 355, 365, 368, NE1, NE6 27. Januar 2006

WeblinksBearbeiten

Commons: Bochum Stadtbahn – Album mit Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Projektierte Straßenbahnstrecke zum Einkaufszentrum Ruhrpark. (Memento vom 16. März 2014 im Internet Archive) Masterarbeit des Verkehrsplaners und Chefredakteurs der Zeitung „nachrichtenblatt – Informationen zur Verkehrspolitik im Rheinland“ Dr.-Ing. Christian Groneck.
  2. Die Linie 310. Abgerufen am 5. Dezember 2017.
  3. Daniel Karthaus, Rimbert Schürmann: PTV GROUP Bericht - Liniennetzsteckbriefe Bochum P15. (PDF) In: Bochum.de. PTV Transport Consult GmbH, 24. November 2016, archiviert vom Original am 20. Januar 2018; abgerufen am 19. Januar 2018.
  4. Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW, Bewertung Einzelvorhaben (pdf; 645 kB)