Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

NRW-Express

regionale Bahnlinie für den Nahverkehr in NRW
RE 1 NRW-Express
Strecke der NRW-Express
Kursbuchstrecke (DB): 480 (Aachen–Köln)
415 (Köln–Hamm)
430 (Hamm–Warburg)
Streckenlänge: 218 km
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Zuglauf
   
296 Paderborn Hbf (bis 2016) ICE, IC
   
264 Lippstadt (bis 2016) ICE, IC
   
243 Soest (bis 2016) ICE, IC
   
218 Hamm (Westf) ICE, IC
   
210 Nordbögge (nicht stündlich)
Bahnhof, Station
203 Kamen
   
199 Kamen-Methler (nur SVZ)
Bahnhof, Station
197 Dortmund-Kurl
   
193 Dortmund-Scharnhorst (nicht stündlich)
   
187 Dortmund Hbf THA, ICE, IC
   
169 Bochum Hbf ICE, IC
Bahnhof, Station
162 Wattenscheid
   
153 Essen Hbf THA, ICE, IC
   
144 Mülheim (Ruhr) Hbf IC
   
134 Duisburg Hbf THA, ICE, IC
   
117 Düsseldorf Flughafen ICE, IC
   
110 Düsseldorf Hbf THA, ICE, IC
   
100 Düsseldorf-Benrath
   
83 Leverkusen Mitte
   
75 Köln-Mülheim
   
71 Köln Messe/Deutz ICE
   
70 Köln Hbf THA, ICE, IC
   
67 Köln-Ehrenfeld
   
52 Horrem
   
31 Düren ICE, IC
Bahnhof, Station
21 Langerwehe
Bahnhof, Station
13 Eschweiler Hbf
Bahnhof, Station
10 Stolberg (Rheinl) Hbf
   
6 Eilendorf (nur Verstärkerzüge)
Bahnhof, Station
2 Aachen-Rothe Erde
Kopfbahnhof – Streckenende
0 Aachen Hbf THA, ICE, IC

Der NRW-Express ist eine Regional-Express-Linie im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens von Aachen über Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund nach Hamm mit der Liniennummer RE 1. Die Linie wird als Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW betrieben.

Er ist eine der Linien mit der höchsten Auslastung in Deutschland (ca. 110.000 Personen pro Tag, hauptsächlich Berufspendler und Studierende der Rhein-Ruhr-Schiene).

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der heutige NRW-Express ersetzte nach der Regionalisierung des Nahverkehrs in Deutschland bestehende Eilzugverbindungen (und teilweise auch Schnellzüge) auf den jeweils einzelnen Streckenabschnitten. Etliche Stationen des Fernverkehrs, wie Düsseldorf-Benrath oder Wattenscheid, wurden daraufhin zu Regionalbahnhöfen herabgestuft. Der NRW-Express wurde zunächst als Regionalschnellbahn (RSB 1), anschließend als StadtExpress (SE 1) und später als Regional-Express (RE 1) bezeichnet. Zusammen mit dieser Einstufung wurde an die Linie auch der Name vergeben.

Zunächst fuhren auf der Linie Aachen–Bielefeld Züge mit Loks der Baureihe 110 und sechs – teilweise modernisierten – n-Wagen. Bei Bedarf wurden die Züge auch um weitere Wagen verstärkt. Ab Mitte der 90er Jahre wurden die Züge aus nicht klimatisierten Doppelstockwagen und Loks der Baureihe 111 gebildet. Kurz darauf wurden auch Steuerwagen geliefert, so dass der Wendezugbetrieb eingeführt werden konnte. Ab 1998 konnten zunehmend auch klimatisierte Doppelstockwagen beobachtet werden, jedoch konnten erst nach der Expo 2000 alle Züge des NRW-Express mit neuen, klimatisierten und für 160 km/h zugelassenen Wagen bestückt werden. Die Bespannung erfolgte nun zumeist mit Loks der Baureihe 145, welche für den Expo-Einsatz mit einem Nahverkehrs-Paket ausgerüstet worden waren. Bis zu diesem Zeitpunkt war ein Erreichen der 160 km/h nur bei Bespannung mit der Baureihe 111 möglich gewesen.

Mit den leistungsfähigeren Drehstromloks hatte man während der Expo 2000 in Hannover gute Erfahrungen gemacht, so dass man sich von ihrem Einsatz vor dem NRW-Express eine verbesserte Fahrplanstabilität durch die bessere Beschleunigung erhoffte. Gleichzeitig wurde eine 160 km/h schnelle Nahverkehrsvariante der Baureihe 145 als Baureihe 146 bestellt, die ab Herbst 2001 eintraf und zuerst auf dem NRW-Express eingesetzt wurde.

Der RE 1 fuhr mit sehr attraktiven Fahrzeiten in einer überholungsfreien Fahrplantrasse zwischen Fernverkehrszügen durch NRW und hatte in Bielefeld gute Anschlüsse in Richtung Hannover, wodurch der Zug auch am Wochenende durch Fernreisende als Teil der sogenannten Wochenend-Ticket-Rennstrecke nach Berlin und Hamburg stark frequentiert wurde. Diese Attraktivität entwickelte sich zum Problem, da die Züge häufig überfüllt waren. Eine Verlängerung der Züge um zusätzliche Wagen scheiterte jedoch zu Zeiten der einstöckigen Wagen an den zu kurzen Bahnsteigen und nun seit Einsatz der Doppelstockwagen an knappen Fahrzeugbeständen und der durch das höhere Gewicht hervorgerufenen Fahrzeitverlängerung (lediglich während weniger Fahrplanperioden wurde ein Umlauf aus sechs Doppelstockwagen gebildet). Durch die hohe Besetzung reichen häufig die Aufenthaltszeiten nicht aus, so dass es zu Verspätungen kam und kommt. Auch verspätete Fernverkehrszüge hatten und haben starken Einfluss auf die Pünktlichkeit des NRW-Express. Verschärft wurde die Situation mehrfach, als DB Regio zu den Fahrplanwechseln versuchte, durch Verkürzung der Wendezeit in Bielefeld von 70 auf 10 Minuten eine Zuggarnitur einzusparen, wodurch Verspätungen dann voll auf den Gegenzug übertragen wurden. Diese Versuche wurden stets spätestens nach einigen Wochen aufgegeben.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2002 wurde der Zuglauf von Bielefeld nach Hamm verkürzt. Auf dem weggefallenen Abschnitt wird der NRW-Express seitdem durch den neu geschaffenen Westfalen-Express (RE 6) von Düsseldorf über Duisburg, Essen, Hamm und Bielefeld nach Minden ersetzt. Der NRW-Express hielt seitdem auf dem letzten Teilstück ab Dortmund nicht mehr nur in Kamen, sondern zweistündlich an allen fünf Bahnhöfen der Strecke. Durch die Verkürzung des Zuglaufs sollte die Pünktlichkeit deutlich gebessert werden.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde ein WM-RE1 als spezielle Verstärkerlinie eingerichtet, der in der Zeit von 14:00 Uhr bis 02:30 Uhr von Düsseldorf über Duisburg, Essen und Dortmund nach Hamm fuhr.

Am 31. Juli 2006 kam es zu einem versuchten Bombenanschlag auf den NRW-Express, der aufgrund eines handwerklichen Fehlers beim Bau der Bomben fehlschlug.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 verkehrt der Zug täglich alle zwei Stunden über Hamm hinaus nach Paderborn. Zudem hält er nur noch in den Tagesrandlagen in Dortmund-Scharnhorst, Dortmund-Kurl, Kamen-Methler und Nordbögge. Der erste Frühzug nach Paderborn bedient zudem zwischen Hamm und Paderborn alle Unterwegshalte.

Die sukzessive Einführung eines sechsten Wagens in jedem Zuglauf seit März wurde im September 2011 abgeschlossen. Dadurch wurde das Sitzplatzangebot von 602 auf 735 Plätze pro Zug erhöht.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 entfiel der Linienabschnitt zwischen Hamm und Paderborn.

ZuglaufBearbeiten

 
NRW-Express in Köln Messe/Deutz
 
NRW-Express in Aachen Hbf
 
Steuerwagen in Aachen Hbf
 
Der RE 1 erreicht Wattenscheid

Der NRW-Express verkehrt täglich im Stundentakt zwischen Aachen und Hamm. Er benutzt dabei insgesamt vier Eisenbahnstrecken:

Auf dem vier- bis sechsgleisigen Abschnitt zwischen Duisburg und Düsseldorf benutzt der NRW-Express durchgehend die Fernverkehrsgleise, ebenso wie der Rhein-Express RE 5. Dagegen befahren der Rhein-Haard-Express RE 2, der Rhein-Emscher-Express RE 3, der Rhein-Weser-Express RE 6, der Rhein-Hellweg-Express RE 11 und der Rhein-IJssel-Express RE 19 abschnittsweise die Gleise der S-Bahn oder soweit vorhanden die sogenannten Ortsgleise.

Zuvor hat der NRW-Express zwei weitere Eisenbahnstrecken genutzt:

  • bis 2002 die Bahnstrecke Hamm–Minden (ehem. CME) zwischen Bielefeld und Hamm (gemeinsam mit allen Zügen des Regional- und Fernverkehrs),
  • von 2002 bis 2016 zweistündlich die Bahnstrecke Hamm–Warburg (ehem. KWE) zwischen Paderborn und Hamm (gemeinsam mit allen Zügen des Regional- und Fernverkehrs).

Verknüpfung mit weiterem VerkehrBearbeiten

Der NRW-Express ist stark mit den weiteren Angeboten des Schienenpersonennahverkehrs verknüpft. Auf einem großen Abschnitt verläuft er parallel zu S-Bahn-Linien. Darüber hinaus erfolgen Angebotsverdichtungen durch weitere Regional-Express-Linien im Stundentakt entlang seines Zuglaufs:

Zusätzlich verkehren in den Zeiten des Berufsverkehrs zwischen Aachen und Köln Messe/Deutz jeweils fünf Minuten vor dem regulären Zug Verstärker, um so der Überfüllung durch Berufspendler entgegenzuwirken.

Der NRW-Express ist in Aachen, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund, Hamm, Soest und Paderborn mit dem übrigen Regional- und Nahverkehrsnetz in NRW verknüpft. Zudem sichert er dort direkte Anschlüsse an den Schienenpersonenfernverkehr.

AufgabenträgerBearbeiten

An der Bestellung des NRW-Express sind alle drei nordrhein-westfälischen Aufgabenträger beteiligt: der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

TarifeBearbeiten

Auf seinem Zuglauf durchquert er fünf Tarifräume: den Aachener Verkehrsverbund (AVV), den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), den Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe (ZRL) und den Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (NPH). Verbundüberschreitend kommen der NRW-Tarif und der DB-Tarif zur Anwendung.

RollmaterialBearbeiten

Die Wendezüge bestehen aus fünf bis sechs Doppelstockwagen, die meistens mit einer Elektrolok der Baureihe 146 für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h bespannt sind. Falls eine Lok der Baureihe 146 ausfällt, kommt ersatzweise eine Baureihe 111 zum Einsatz.

ZuverlässigkeitBearbeiten

Die Züge des NRW-Expresses wiesen im Jahr 2015 eine durchschnittliche Verspätung von 4,4 Minuten je Fahrt auf. Damit ist er nach dem Rhein-Express (RE 5) die Regional-Express-Linie mit der zweithöchsten durchschnittlichen Verspätung im Gebiet des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland.[1] Im Jahr 2014 lag die die durchschnittliche Verspätung bei 3,85 und im Jahr 2012 bei 3,2 Minuten je Fahrt.[2][3]

ZukunftBearbeiten

Bis 2020Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren soll es zu einer Neuordnung des Angebots kommen, wenn die als Rhein-Ruhr-Express (RRX) bezeichnete Schnellbahn zwischen Köln und Dortmund den Betrieb aufnimmt. Im Zuge der Planungen zum Rhein-Ruhr-Express wurde der NRW-Express zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 in einem Teilnetz ausgeschrieben.[4] Der Linienverlauf des RE 1 wurde auf den Abschnitt Aachen – Hamm verkürzt. Der Streckenabschnitt Hamm – Paderborn wird dafür von der gleichzeitig ausgeschriebenen Linie RE 11 bedient.[5]

Im Rahmen der sogenannten RRX-Interimsvergabe sollen die Leistungen von Dezember 2016 an bis zur Inbetriebnahme der RRX-Fahrzeuge im Jahre 2020 durch DB Regio erbracht werden.[6] Im Anschluss daran übernimmt Abellio Rail NRW den Betrieb, da sie die Ausschreibung gewonnen hatten.

WeblinksBearbeiten

  Commons: NRW-Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pünktlichkeit im SPNV 2015. Zweckverband Nahverkehr Rheinland, abgerufen am 8. April 2016 (PDF).
  2. Qualitätsbericht SPNV 2014. Zweckverband Nahverkehr Rheinland, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  3. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR: Qualitätsbericht SPNV Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr für 2012, S.8 bzw. S.26.
  4. Ab 11. Dezember: Neues Regionalexpress-Konzept bereitet Weg für den Rhein-Ruhr-Express, Presseinformation der DB vom 2. Dezember 2016
  5. http://ted.europa.eu/udl?uri = TED:NOTICE:34530-2014:TEXT:DE:HTML
  6. RRX-Interimsvergabe geht an DB Regio NRW. NVR, 11. April 2014, abgerufen am 11. April 2014 (Pressemitteilung).