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Rhein-Express

regionale Bahnlinie für den Nahverkehr in NRW
RE 5 Rhein-Express
Strecke der Rhein-Express
ehemalige Streckenführung ab Emmerich
Kursbuchstrecke (DB):420 (Emmerich–Duisburg)
415 (Duisburg–Köln)
470 (Köln–Koblenz)
Streckenlänge:ehem. 226 km, 192 km
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Bundesländer: Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz
Zuglauf
   
0 Emmerich (bis 2016)
   
6 Praest (bis 2016)
   
10 Millingen (b Rees) (bis 2016)
   
12 Empel-Rees (bis 2016)
   
16 Haldern (Rheinl) (bis 2016)
   
19 Mehrhoog (bis 2016)
   
32 Wesel-Feldmark (bis 2016)
   
0 034 Wesel
   
3 037 Friedrichsfeld (Niederrhein) (zweistdl.)
Bahnhof, Station
8 042 Voerde (Niederrhein)
Bahnhof, Station
13 047 Dinslaken
   
19 053 Oberhausen-Holten (zweistdl.)
Bahnhof, Station
23 057 Oberhausen-Sterkrade
   
27 061 Oberhausen Hbf ICE, IC
   
35 069 Duisburg Hbf ICE, EC, IC
   
52 086 Düsseldorf Flughafen ICE, IC
   
59 093 Düsseldorf Hbf ICE, EC, IC
   
69 103 Düsseldorf-Benrath
   
86 120 Leverkusen Mitte
   
94 128 Köln-Mülheim
   
98 132 Köln Messe/Deutz ICE
   
99 133 Köln Hbf THA, ICE, EC, IC
Bahnhof, Station
104 138 Köln Süd
Bahnhof, Station
115 149 Brühl
   
133 167 Bonn Hbf ICE, EC, IC
Haltepunkt, Haltestelle
Bonn UN Campus (seit Dez. 2017)
Bahnhof, Station
140 174 Bonn-Bad Godesberg
   
Landesgrenze NRW/RLP
   
149 183 Oberwinter (bis Dez. 2017)
Bahnhof, Station
153 187 Remagen EC, IC
Bahnhof, Station
157 191 Sinzig (Rhein)
Bahnhof, Station
163 197 Bad Breisig
Bahnhof, Station
174 208 Andernach ICE, EC, IC
Haltepunkt, Haltestelle
191 225 Koblenz Stadtmitte
Kopfbahnhof – Streckenende
192 226 Koblenz Hbf ICE, EC, IC

Der Rhein-Express ist als Regional-Express RE 5 ein Produkt des Schienenpersonennahverkehrs. Er verkehrt täglich von 5 bis 23 Uhr im Stundentakt von Wesel über Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Bonn, Remagen und Andernach nach Koblenz, in den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Er ist die am vierthäufigsten genutzte Regional-Express-Linie im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit circa 48.000 Passagieren am Tag.[1]

Bis zum Fahrplanwechsel 2016/2017 im Dezember 2016 verkehrte der Rhein-Express ab bzw. bis Emmerich. Dieser Streckenabschnitt sowie die Verstärkungsfunktion der ehemaligen Regionalbahnlinie RB 35 Der Weseler werden seitdem durch den Rhein-IJssel-Express (RE 19) übernommen.

GeschichteBearbeiten

 
Rhein-Express (RE 5) in Köln Hauptbahnhof (2019)

Der Rhein-Express wurde 1998 mit Einführung des Integralen Taktfahrplans (NRW-Takt) durch Verknüpfung von zwei bislang in Köln endenden Zugläufen gebildet. Zunächst hielt der RE 5 an allen Unterwegsbahnhöfen und entsprach damit eher einer Regionalbahn.

Bei Einführung des ITF 2 im Dezember 2002 wurde der Zug mit dem Entfall etlicher Zwischenhalte und aller Überholungen durch den Fernverkehr sowie dem Heraufsetzen der planmäßigen Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h deutlich schneller. Allein zwischen Köln und Koblenz verkürzte sich die Fahrzeit um über 30 Minuten. Aufgrund der Beschleunigung und gleichzeitiger Taktausdünnung zwischen Emmerich und Wesel sank der Fahrzeugbedarf von neun auf sieben Umläufe.

Seit dem Fahrplanwechsel 2007 verkehrte der Rhein-Express zwischen Emmerich und Wesel wieder im Stundentakt, um die Taktreduzierung der Regionalbahn „Der Weseler“ RB 35 Emmerich – Wesel – Duisburg als Folge der Kürzung der Regionalisierungsmittel zu kompensieren. Um den Fernverkehr und die Wendezeit in Emmerich zu berücksichtigen, mussten einige schwach genutzte Halte zweistündlich jeweils entgegen der Lastrichtung entfallen.

Der problematische Streckenabschnitt zwischen Emmerich und Wesel wurde mit der Neuausschreibung des Rhein-IJssel-Expresses (RE 19) ab Dezember 2016 auf diesen übertragen, seitdem fährt der Rhein-Express nur noch auf dem Abschnitt Wesel – Koblenz.

Der Rhein-Express wurde von 1998 bis Juni 2019 von der DB Regio NRW, Standort Köln-Deutzerfeld, betrieben. Seit Juni 2019 betreibt National Express die Linie RE 5.

ZuglaufBearbeiten

Im Linienverlauf nutzt der Rhein-Express vier verschiedene Eisenbahnstrecken mit acht verschiedenen Streckennummern:

Auf dem vier- bis sechsgleisigen Abschnitt zwischen Duisburg und Düsseldorf benutzt der Rhein-Express durchgehend die Fernverkehrsgleise, ebenso wie der NRW-Express (RE 1) und der Rhein-IJssel-Express (RE 19). Dagegen befahren der Rhein-Haard-Express (RE 2), der Rhein-Emscher-Express (RE 3), der Rhein-Weser-Express (RE 6) und der Rhein-Hellweg-Express (RE 11) abschnittsweise die Gleise der S-Bahn oder – soweit vorhanden – die so genannten Ortsgleise.

FahrzeugeinsatzBearbeiten

 
Rhein-Express (RE 5) in Remagen (2005)
 
Rhein-Express bei der Durchfahrt durch Koblenz-Lützel

Ursprünglich wurde der Rhein-Express mit Lokomotiven der Baureihe 110 und sechs modernisierten n-Wagen ohne Steuerwagen gefahren. Im Laufe des Jahres 2002 wurde auf Wendezüge aus neu ausgelieferten Loks der Baureihe 146 und fünf Doppelstockwagen umgestellt. Wegen eines Flutschadens aufgrund des Elbehochwassers beim Hersteller der Sitze verzögerte sich die Auslieferung der Doppelstockwagen, so dass noch bis in den Sommer 2003 zwei Garnituren an n-Wagen eingesetzt wurden.

Zwischen August und November 2011 wurde die Kapazität um einen weiteren Wagen erhöht, wobei nun ein Wagen vollständig der ersten Klasse angehörte.[2] Im Fahrplanjahr 2018 wurden in der Regel zwei gemischtklassige Wagen eingesetzt, das Oberdeck war dabei der ersten Klasse vorbehalten, die Sitze der zweiten Klasse befanden sich im Unterdeck und an einem der beiden Wagenenden, am anderen Wagenende befand sich die Toilette.

Die Erste-Klasse-Wagen folgten in der Regel direkt hinter der Lokomotive, die in Fahrtrichtung Wesel vorausfuhr. Der Steuerwagen mit dem Mehrzweckabteil fuhr in Fahrtrichtung Koblenz voraus.

Seit der Übernahme durch National Express werden zwei Triebwagen des Typs Desiro HC von Siemens in Doppeltraktion eingesetzt.

AusschreibungBearbeiten

An der Bestellung des Rhein-Expresses sind vier Zweckverbände beteiligt: der Nahverkehrs-Zweckverband Niederrhein, der Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und der Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Sieg in Nordrhein-Westfalen sowie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) in Rheinland-Pfalz.

Der RE 5 wurde am 31. Januar 2014 im Rahmen der Vergabe des Rhein-Ruhr-Express für den Zeitraum Dezember 2019 bis Dezember 2033 als RRX-Linie ausgeschrieben. Die Ausschreibung des entsprechenden Loses hat National Express gewonnen. Das Unternehmen hat den Betrieb mit Fahrzeugen vom Typ Desiro HC im Juni 2019 aufgenommen, deren Bereitstellung und Wartung separat an Siemens vergeben wurde.

Die den Rhein-Express verstärkende Regionalbahnlinie RB 35, welche bis Dezember 2016 überwiegend nur zwischen Wesel und Duisburg verkehrte, bediente den Abschnitt zwischen Emmerich und Düsseldorf und wurde im April 2017 grenzüberschreitend bis Arnhem (Niederlande) verlängert. Ihrer internationalen Bedeutung entsprechend wurde die RB 35 in Rhein-IJssel-Express (RE 19) umbenannt. Die Liniennummer „RB 35“ wurde dann an den nördlichen Abschnitt der Rhein-Niers-Bahn (RB 33) abgegeben, welche bislang zwischen Mönchengladbach und Wesel verkehrte und seit 2017 ab Oberhausen nach Bottrop verkehrt.

 
RRX-Fahrzeug in Bonn UN Campus

Im Rahmen dieser so genannten „RRX-Interimsvergabe“ wurden die Leistungen vom Dezember 2016 bis zur Inbetriebnahme der RRX-Fahrzeuge im Juni 2019 durch DB Regio erbracht.[3] Seit Anfang Mai 2019 wurden einzelne Fahrten im Testbetrieb von National Express mit RRX-Fahrzeugen übernommen. Dabei konnten einzelne Halte aufgrund noch zu niedriger Bahnsteige nicht angefahren werden.[4]

ZuverlässigkeitBearbeiten

Die durchschnittliche Verspätung der Züge des Rhein-Expresses lag im Jahr 2018 bei 5,3 Minuten pro Fahrt. Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zum Jahr 2017, wo die durchschnittliche Verspätung bei 5,53 Minuten pro Fahrt lag. Somit ist er die Regional-Express-Linie mit der höchsten durchschnittlichen Verspätung im Gebiet des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland. Dies liegt häufig daran, dass der Rhein-Express auf den stark befahrenen Bahnstrecken Wesel–Duisburg, Duisburg–Köln und Köln–Koblenz verspäteten Züge des Fernverkehrs Vorrang geben und zu diesem Zweck teilweise sogar Halte einlegen muss, die nicht im Fahrplan vorkommen (zum Beispiel im Bahnhof Brohl).

RB 35: Der WeselerBearbeiten

RB 35 Der Weseler
Kursbuchstrecke (DB):420 (Emmerich–Duisburg)
415 (Duisburg–Köln)
Streckenlänge:35 km
HVZ: 69 bzw. 99 km
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Zuglauf bis Dezember 2016
0 Emmerich
6 Praest (wechselweise in Lastrichtung)
10 Millingen (b Rees)
12 Empel-Rees
16 Haldern (Rheinl)
19 Mehrhoog
32 Wesel-Feldmark
0 34 Wesel
3 37 Friedrichsfeld (Niederrhein)
8 42 Voerde (Niederrhein)
13 47 Dinslaken
19 53 Oberhausen-Holten
23 57 Oberhausen-Sterkrade
27 61 Oberhausen Hbf ICE, IC
35 69 Duisburg Hbf ICE, EC, IC
86 Düsseldorf Flughafen ICE, IC
93 Düsseldorf Hbf ICE, EC, IC
103 Düsseldorf-Benrath
120 Leverkusen Mitte
128 Köln-Mülheim
132 Köln Messe/Deutz ICE
133 Köln Hbf THA, ICE, EC, IC
  kursiv: nur zur Hauptverkehrszeit

„Der Weseler“ war eine Regionalbahnlinie, die den Rhein-Express auf dem Abschnitt Wesel – Duisburg verstärkte, darüber hinaus frühmorgens und spätnachmittags zwischen Emmerich und Düsseldorf. Er verkehrte auch werktags einmal morgens nach Köln und abends entsprechend zurück. Ansonsten verkehrte er zusammen mit dem RE 5 und der RB 33 zwischen Wesel und Duisburg in einem angenäherten 20-Minuten-Takt.

Auf der Regionalbahnlinie kamen zwischen Wesel und Duisburg Triebzüge der Baureihe 425/426 zum Einsatz, die Verstärkerzüge zwischen Emmerich und Düsseldorf/Köln verkehrten sowohl mit diesen Fahrzeugen als auch mit n-Wagen.

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, den 11. Dezember 2016 wurde „Der Weseler“ auf ganzer Länge von Düsseldorf nach Emmerich durch den Rhein-IJssel-Express (RE 19) ersetzt.

Der Abschnitt von Wesel nach Duisburg wird weiterhin von einer Regionalbahnlinie RB 35 bedient, allerdings mit dem Namen Emscher-Niederrhein-Bahn. Diese fährt ab Duisburg weiter über Krefeld nach Mönchengladbach und ersetzt so den nördlichen Abschnitt der Rhein-Niers-Bahn (RB 33), die nunmehr nur noch den südlichen Abschnitt von Duisburg über Krefeld und Mönchengladbach nach Aachen bedient. Damit wird der lange geforderten Entflechtung der beiden unterschiedlichen Kurse Rechnung getragen, darüber hinaus bestehen Planungen, die neue Regionalbahn ab Oberhausen statt nach Wesel nach Gelsenkirchen Hauptbahnhof umzuleiten, um so auf diesem Abschnitt eine dritte Verkehrsleistung zu Stoßzeiten zu leisten.

TarifeBearbeiten

Entlang des Streckenverlaufs des Rhein-Express gelten die Tarife folgender Verkehrsverbünde:

Für verbundüberschreitende Fahrten zwischen Wesel und Bonn-Bad Godesberg gilt der NRW-Tarif, seit dem 1. Januar 2015 zählt das Verbundgebiet des VRR ebenfalls zum erweiterten VRS-Netz. Im Landkreis Ahrweiler, in welchem der Streckenabschnitt Rolandseck–Brohl liegt, sind der VRS-Tarif und der NRW-Tarif als Übergangstarif gültig.

Bei verbundüberschreitenden Fahrten über die Landesgrenze Nordrhein-Westfalen / Rheinland-Pfalz hinaus gilt der Tarif der Deutschen Bahn.

Das Nordrhein-Westfalen-Ticket sowie das Schöne-Fahrt-NRW-Ticket gelten auf dem Abschnitt Wesel–Brohl, das Rheinland-Pfalz-Ticket und das Rheinland-Pfalz-Ticket+Luxemburg auf dem Abschnitt Koblenz–Bonn. Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt auf dem gesamten Fahrtweg des Rhein-Expresses.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Qualitätsbericht SPNV 2012. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr A. ö. R., S. 26, abgerufen am 17. Juli 2013.
  2. Mehr RE für NRW. VRR, archiviert vom Original am 28. September 2011; abgerufen am 17. Juli 2013 (Presseinformation zur Verlängerung der Züge).
  3. RRX-Interimsvergabe geht an DB Regio NRW. NVR, 11. April 2014, abgerufen am 11. April 2014 (Pressemitteilung).
  4. Wesel über Köln nach Koblenz: RRX fährt ab Montag auf der Linie RE5. Kölnische Rundschau, 3. Mai 2019