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Nordbögge

Ortsteil im Nordwesten der Gemeinde Bönen im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen

Nordbögge ist ein Ortsteil im Nordwesten der Gemeinde Bönen im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen.

Nordbögge
Gemeinde Bönen
Koordinaten: 51° 36′ 48″ N, 7° 44′ 30″ O
Fläche: 4,88 km²
Einwohner: 1521 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1968
Postleitzahl: 59199
Vorwahl: 02383
Station Nordbögge

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der größte Teil Nordbögges liegt zwischen der südlich verlaufenden A 2 und der nördlich verlaufenden Bahnstrecke Dortmund–Hamm. Nördlich an die Bahnstrecke angrenzend befinden sich entlang der Höfener Straße noch einige wenige Häuser, die ebenfalls zum Einzugsgebiet Nordbögges gehören. Im Osten wird der Ort durch die Landstraße 665 begrenzt.

GeschichteBearbeiten

Während des Zweiten Weltkriegs blieb das heutige Nordbögge lange von alliierten Luftangriffen weitgehend unbehelligt. Im Zuge des im Jahr 1942 intensivierten Luftschutzprogrammes wurden im direkten Umfeld von Nordbögge Luftschutzeinrichtungen für die Bevölkerung geschaffen. Statt der in den Großstädten häufig erbauten Hochbunker entschied man sich in Altenbögge für einen Schutzstollen unterhalb des Zechenplatzes der Zeche Königsborn. Dieser Schutzstollen verfügte über eine Länge von fast 500 Metern und lag 15 Meter tief unter der Erde. Mit seinen zahlreichen Verzweigungen konnte er fast 4000 Personen Platz bieten. Im Oktober 1943 wurde der Schutzraum für die Bevölkerung freigegeben.[1] Darüber hinaus wurden viele Keller privater Hauseigentümer zu Schutzräumen ausgebaut. Ab dem Frühjahr 1944 begann die US Air Force mit der gezielten Bombardierung der deutschen Kohleindustrie bei Tag, so dass der Schutzstollen auch den Einwohnern Nordbögges Schutz bot. Mit dem Vormarsch der Alliierten auf deutsches Gebiet ab dem Herbst 1944 kam es zu Tieffliegerangriffen, die sich während der Bildung des Ruhrkessels am 1. April 1945 verstärkten. Am 27. März unternahmen schließlich alliierte Bomberverbände einen Angriff auf den Raum Bönen, der mehr als 70 Todesopfer forderte. Am 8. April 1945 besetzten US-Streitkräfte die Stadt Werl und begannen mit den Vorbereitungen zur Einnahme Altenbögge-Bönens. Nach sporadischem Widerstand von Resten der 116. Panzer-Division Windhund besetzte das 379. Regiment der 95. US Infanterie-Division Bönen am 9. April 1945.[2] Bereits am Vormittag des 9. April 1945 wurde Kirchspiel vom 2. Bataillon/E-Company der 95. US-ID eingenommen. Von dort aus rückte dann die F-Company auf Nordbögge vor. Dabei stießen die US-Soldaten auf keinen Widerstand. Erst beim weiteren Vorstoß auf Kamen wurde der Vormarsch gegen 15 Uhr von deutschen Truppen vorübergehend gestoppt.[3] Nordbögge wurde am 1. Januar 1968 nach Bönen eingemeindet.[4]

EinwohnerBearbeiten

Jahr Einwohner
1849[5] 333
1910[6] 545
1931[7] 681
1956[8] 1102
1961[9] 1123
1967[10] 1211
1987[11] 1518
2003 1543
2007 1502
2013[12] 1521

Infrastruktur/VerkehrBearbeiten

Durch Nordbögge führt die Hammer Straße, die von Heeren-Werve aus über Bönen verläuft. Sie wurde im Ort 2002 durch Erweiterung der Fahrbahn und Einrichtung eines neuen Radweges auf einer Seite vollständig erneuert. Außerdem gibt es in Nordbögge einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Dortmund–Hamm, der im Rahmen der Erneuerung der Hammer Straße im Jahre 2002 umgebaut wurde.

Im Jahr 2002 wurde der Bahnübergang durch eine Ortsumgehungsstraße ersetzt, die von der Autobahnauffahrt Bönen bis nach Pelkum führt, Fußgänger können die Bahnlinie mithilfe einer neu errichteten Brücke überqueren.

Mit dem vorhandenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Dortmund-Hamm und der Autobahnanschlussstelle Nr. 17 an die Bundesautobahn 2 ist Nordbögge, als kleiner Gemeindeteil, hervorragend an das Verkehrsnetz angeschlossen.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Der Ortsteil Nordbögge verfügt über keine Schulen. Die Schüler müssen den Schulweg zu den Schulen im Gemeindezentrum auf sich nehmen. Die Evangelische Kindertageseinrichtung Immanuel im Trägerverbund des Evangelischen Kirchenkreises Hamm befindet sich gut erreichbar im Zentrum von Nordbögge.

SportBearbeiten

Im Jahr 2005 wurde der ehemalige Asche-Fußballplatz von Nordbögge vollständig erneuert und mit Kunstrasen belegt. Dort befindet sich das Vereinsheim des VfK Nordbögge 1931 e. V.[13]

Veranstaltungen/KulturBearbeiten

In Nordbögge findet jedes Jahr traditionell am dritten Wochenende im August das Schützenfest auf dem Schützenplatz an der Schulstraße statt, bei dessen Königsparade diverse Schützenvereine aus den umliegenden Ortschaften teilnehmen. Veranstaltet wird es vom Schützenverein Nordbögge e. V. Beteiligt sind außerdem u. a. der Spielmannszug Nordbögge 1925 e. V., der MGV Nordbögge und der Bläserchor Bönen.

Auf dem Schützenplatz findet traditionell jedes Jahr an Ostern auch das Abbrennen eines Osterfeuers statt, bei dem die Ortseinwohner ihren Holzschnitt entsorgen können. Seit 2005 findet auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus alle zwei Jahre ein Weihnachtsmarkt statt.

Des Weiteren gibt es einen Getränkemarkt sowie die Gaststätte "Dörnemann"[14].

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Reinhard Kiefer (* 12. Oktober 1956), Schriftsteller und Literaturwissenschaftler.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Westfälischer Anzeiger vom 27. März 2010: Unter Beschuss: Heute vor 65 Jahren fielen die Bomben.
  2. Westfälischer Anzeiger vom 3. April 2010: 9. April 1945: Einmarsch der Amerikaner in Bönen.
  3. George M. Fuermann und F. Edward Cranz: Ninety-Fifth Infantry Division History 1918–1946.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  5. M. F. Essellen: Beschreibung und kurze Geschichte des Kreises Hamm und der einzelnen Ortschaften in demselben. Verlag Reimann GmbH & Co, Hamm 1985, ISBN 3-923846-07-X, S. 150.
  6. www.gemeindeverzeichnis.de: Einwohnerzahlen 1910
  7. Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931.
  8. Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957
  9. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 230.
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 150.
  11. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Hrsg.): Bevölkerung und Privathaushalte sowie Gebäude und Wohnungen. Ausgewählte Ergebnisse für Gemeindeteile. Regierungsbezirk Arnsberg. Düsseldorf 1990, S. 262.
  12. Einwohner in den Ortsteilen der Städte und Gemeinden des Kreises Unna
  13. [1]
  14. Gaststätte Dörnemann, Bönener Straße 5