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Haltepunkt Eilendorf

Haltepunkt im Aachener Stadtteil Eilendorf

Der Haltepunkt Eilendorf ist ein Haltepunkt im Aachener Stadtteil Eilendorf an der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen zwischen Stolberg Hauptbahnhof und dem Bahnhof Aachen-Rothe Erde.

Eilendorf
Triebwagen der Euregiobahn in Eilendorf
Triebwagen der Euregiobahn in Eilendorf
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KEIL
IBNR 8001712
Kategorie 5
Eröffnung 1. September 1841
Profil auf Bahnhof.de Eilendorf
Lage
Stadt/Gemeinde Aachen
Ort/Ortsteil Eilendorf
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 47′ 8″ N, 6° 9′ 16″ OKoordinaten: 50° 47′ 8″ N, 6° 9′ 16″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Lage und AusstattungBearbeiten

 
Blick vom Bahnsteig auf den Eilendorfer Tunnel
 
Blick von der als Überführung dienenden Straßenbrücke

Der Haltepunkt Eilendorf liegt an der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen nördlich des Eilendorfer Ortskerns. Nördlich grenzt der Ortsteil Nirm an. Östlich des Haltepunkts schließt sich der Eilendorfer Tunnel an. Westlich, je etwa 200 Meter von den Bahnsteigen entfernt befindet sich die Bushaltestelle Eilendorf Bahnhof der ASEAG.

Der Haltepunkt besitzt zwei Gleise, an die je ein 125 m langer Seitenbahnsteig anschließt. An jedem Bahnsteig sind ein Wartehäuschen, ein Fahrkartenautomat sowie ein einzeiliges, digitales Fahrgastinformationssystem vorhanden; am nördlichen Bahnsteig sind Lärmschutzwände installiert. Die Bahnsteige sind videoüberwacht. Des Weiteren existieren abschließbare Fahrradboxen hinter beiden Bahnsteigen.[1]

Um die Bahnstrecke herum befindet sich ein Gefälle. Während die Zugänge, die sich jeweils in der Mitte eines Bahnsteiges befinden, ebenerdig sind, verläuft die Strecke in Richtung Aachen gesehen vor dem Haltepunkt Eilendorf oberhalb, nach dem Haltepunkt Eilendorf jedoch unterhalb des Umgebungsniveaus. Die Gleise lassen sich nicht am Haltepunkt selbst überqueren;[2] dazu muss eine Brücke westlich oder eine Unterführung östlich des Haltepunkts benutzt werden.

Vom östlichen Ende der Bahnsteige bietet sich der Blick über die gerade Trasse auf den Eilendorfer Tunnel und den Nirmer Tunnel. Diese Stelle ist bei Eisenbahnfotografen sehr beliebt, weshalb sich im Internet viele Bilder von durchfahrenden Zügen finden lassen.

Im Bericht Stationsqualität im SPNV 2017 des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland erreicht der Haltepunkt eine Gesamtergebnis von 92,35 % und damit die höchste Bewertungsklasse „akzeptabel“.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Haltepunkt Eilendorf im Dezember 2012

Am 1. September 1841 erfolgte die Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Köln nach Aachen durch die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft. Bereits zu diesem Zeitpunkt befand sich in Eilendorf ein Haltepunkt, dessen Name bei seiner Inbetriebnahme Nirm lautete und der 1865 umbenannt wurde.[4] Als ein benachbartes Sägewerk einen Gleisanschluss erhielt, wurde der Haltepunkt Eilendorf zum Bahnhof hochgestuft.[4]

Im April 1897 wurde ein erstes, einstöckiges Bahnhofsgebäude auf der Südseite des Bahnhofs errichtet.[5][6] Zwischenzeitlich war der Personenverkehr am Bahnhof Eilendorf eingestellt worden; 1897 erfolgte die Wiederaufnahme. Um 1920 wurde durch die Deutsche Reichsbahn ein neues, größeres Empfangsgebäude errichtet.[6] Zu dieser Zeit befanden sich in Eilendorf neben den beiden Streckengleisen, zwischen denen ein Mittelbahnsteig zu finden war, noch ein Umfahrgleis und ein Gleis zur Güterabfertigung. Letztere war im ersten Bahnhofsgebäude von 1897 untergebracht.[4]

Seine heutige Form erhielt der Haltepunkt Eilendorf im Zuge der Elektrifizierungsarbeiten an der Bahnstrecke Köln-Aachen, die von 1963 bis 1966 stattfanden. An die Stelle des Mittelbahnsteigs traten zwei Seitenbahnsteige; bis auf die Streckengleise wurden sämtliche Gleisanlagen demontiert und der Bahnhof wieder zum Haltepunkt. Das Empfangsgebäude wurde bis 1988 abgerissen.[4]

2003 wurde in Eilendorf ein Halt der Regionalexpresslinie RE 9 Rhein-Sieg-Express eingerichtet. Kurz darauf wurden Forderungen laut, auch die zweite Regionalexpresslinie, den RE 1 NRW-Express, in Eilendorf halten zu lassen und so einen 30-Minuten-Takt nach Köln herzustellen. Zum Fahrplanwechsel 2009 wurde der Halt des RE 9 in Eilendorf jedoch wieder eingestellt.[7]

2018 wurden die Bahnsteige von 38 cm auf 76 cm erhöht, um einen ebenerdigen, barrierefreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen. Dabei wurden die vorher über 200 m langen Bahnsteige auf 125 m verkürzt.[8]

VerkehrBearbeiten

 
Der ICE nach Brüssel durchfährt Eilendorf

Der Haltepunkt Eilendorf wird tagsüber im Halbstundentakt von Zügen der Euregiobahn bedient. Diese bietet unter anderem Direktverbindungen nach Aachen, Düren, Stolberg-Altstadt und Alsdorf. Züge in Richtung Köln können mit einer Fahrt nach Stolberg Hbf und dortigem Umstieg in einen Regional-Express erreicht werden, wobei die Umsteigezeiten zwischen 14 und 24 Minuten betragen. Die Fahrzeit von Eilendorf nach Rothe Erde beträgt etwa drei, nach Aachen Hauptbahnhof etwa sieben Minuten. An Wochentagen halten in Eilendorf morgens und abends Verstärkerzüge von und nach Köln oder Düsseldorf.

Die vertakteten Züge der Regionalexpress-Linien RE 1 und RE 9, der Intercity-Express und der Thalys durchfahren den Haltepunkt Eilendorf ohne planmäßigen Halt.

Der Haltepunkt Eilendorf ist an folgenden Linien des ÖPNV angebunden:

Linie Linienverlauf Takt
RE 1 NRW-Express:
Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Eilendorf – Stolberg (Rheinl) Hbf – Eschweiler Hbf – Langerwehe – Düren – Horrem – Köln-Ehrenfeld – Köln Hbf – Köln Messe/Deutz – Köln-Mülheim – Leverkusen Mitte – Düsseldorf-Benrath – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf Flughafen – Duisburg Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen Hbf – Wattenscheid – Bochum Hbf – Dortmund Hbf – Dortmund-Scharnhorst (nicht stündlich, im Wechsel mit Nordbögge) – Dortmund-Kurl – Kamen-Methler (nur SVZ) – Kamen – Nordbögge (nicht stündlich, im Wechsel mit Dortmund-Scharnhorst) – Hamm (Westf)
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2016
nur Verstärkerzüge
RB 20 Euregiobahn:
Stolberg (Rheinl) Hbf – Eschweiler-St. Jöris – Alsdorf-Poststraße – Alsdorf-Mariadorf – Alsdorf-Kellersberg – Alsdorf-Annapark – Alsdorf-Busch – Herzogenrath August-Schmidt-Platz – Herzogenrath-Alt-Merkstein – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Eilendorf – Stolberg (Rheinl) Hbf hier Flügelung; Zugteil 1:Eschweiler-West – Eschweiler Talbahnhof/Raiffeisenplatz – Eschweiler-Nothberg – Eschweiler-Weisweiler – Langerwehe – Düren Zugteil 2:Stolberg (Rheinl) Hbf (Gleis 27) – Stolberg-Schneidmühle – Stolberg Mühlener Bahnhof – Stolberg-Rathaus – Stolberg-Altstadt
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2016
60 min (Stolberg Hbf – Alsdorf-Annapark)
30 min
60 min (Langerwehe – Düren)
2 Preuswald – Kaiser-Friedrich-Park – Misereor – Elisenbrunnen – Aachen Bushof – Kaiserplatz – Josefskirche – Kennedypark – Geschwister-Scholl-Gymnasium – Hansmannstraße (Eilendorf Bf) – Eilendorf Schubertstraße Mo–Fr ca. alle 15 min, Abends und am Wochenende alle 30 min
7 Verlautenheide – Eilendorf Bahnhof – Bf Rothe Erde – Theater – Elisenbrunnen – Aachen Bushof – Ponttor – Laurensberg – Richterich Schönau Mo–Sa Halbstundentakt
50 Eilendorf Josefsstraße – Hansmannstraße (Eilendorf Bf) – Brand Mo–Fr morgens ein Bus hin und nachmittags einer zurück

ZukunftBearbeiten

 
Zaun zur Verhinderung von unbefugtem Überqueren der Gleise

Aktuell liegen Planungen zu einem Umbau des Haltepunkts Eilendorf vor. Es besteht im Bereich des Haltepunkts keine Möglichkeit der Überquerung der Gleise in Form einer Brücke oder Unterführung. Anstelle des vorgesehenen Wegs über eine benachbarte Brücke überqueren trotz schneller Zugdurchfahrten vermehrt Fahrgäste unbefugt die Gleise.[2][9][10][11] Ein zur Vermeidung dieses Verhaltens zwischen den beiden Gleisen aufgestellter und mit Verbotsschildern versehener Maschendrahtzaun zeigt dabei aufgrund seiner geringen Höhe kaum Wirkung.[9]

Im Jahr 2013 wurde vom Aachener Verkehrsverbund, dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland, dem Geographischen Institut der RWTH Aachen und von DB Station&Service eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die vier mögliche Varianten hervorbrachte.[12] Die erste Planungsvariante beinhaltet eine Verlegung des Haltepunktes um etwa 200 Meter nach Westen, wo an einer bestehenden Straßenbrücke Treppen und Aufzüge installiert werden können, ähnlich wie es am Haltepunkt Aachen Schanz der Fall ist. Eine weitere Möglichkeit ist die Verlegung des Haltepunkts nach Osten und die Verbreiterung einer bestehenden Straßenunterführung. Die beiden verbliebenen Planungsvarianten beschreiben die Erneuerung des Haltepunktes an bestehender Stelle bei gleichzeitiger Errichtung einer Brücke oder einer Fußgängerunterführung.[12]

Der geplante Umbau des Haltepunktes Eilendorf wird von der Europäischen Union bezuschusst. Für den Neubau eines Euregiobahn-Haltepunktes in Richterich, die Umgestaltung des Bahnhofs Aachen West sowie den Umbau des Haltepunkts Eilendorf werden 550.000 Euro zur Verfügung gestellt.[13]

Eine weitere Machbarkeitsstudie, kommt zu dem Ergebnis, dass die Variante „Brücke Hansmannstraße“ in allen untersuchten Aspekten, einschließlich der prognostizierten Kosten (3,0 Mio. €, bzw. 4,1 Mio. € für die lange Variante) am besten abschneidet.[14] Die Variante sieht den Neubau einer Brücke über die Bahngleise am Ende der Hansmannstraße vor, bei welcher der barrierefreie Zugang durch Aufzüge gewährleistet wird. An beiden Enden der Brücke soll ein Vorplatz mit Serviceeinrichtungen gebaut werden.

Ebenfalls muss bei den Umbauarbeiten der Bahnsteige der mögliche Halt des Rhein-Ruhr-Express berücksichtigt werden.[14]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eilendorf (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) auf avv.de, abgerufen am 28. November 2013.
  2. a b Umbau des Eilendorfer Bahnhofes geplant auf eilendorf.info, abgerufen am 28. November 2013.
  3. Stationsqualität im SPNV 2017'. (pdf) Nahverkehr Rheinland, Juni 2018, abgerufen am 10. Januar 2019.
  4. a b c d Eilendorf auf gessen.de, abgerufen am 26. November 2013.
  5. Eilendorf: Historischer Überblick auf aachen.de, abgerufen am 26. November 2013.
  6. a b Lutz-Henning Meyer: 150 Jahre Eisenbahnen im Rheinland. Verlag J. P. Bachem, Köln 1989, ISBN 3-7616-0961-2, S. 539.
  7. Eilendorfer Bahnhof auf dem Abstellgleis (Memento des Originals vom 1. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-aachen.de auf cdu-aachen.de, abgerufen am 26. November 2013.
  8. Peter Langohr: Neue Bahnsteige in Eilendorf, aber nur 125 Meter lang. Aachener Nachrichten, 18. März 2017, abgerufen am 10. Januar 2019.
  9. a b RB 20 - Euregiobahn (Aachen) (Memento des Originals vom 20. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mytrainsim.de auf mytrainsim.de, abgerufen am 28. November 2013.
  10. Umgestaltung Bahnhof Eilendorf - die Bürger sind gefragt auf avv.de, abgerufen am 1. November 2013.
  11. Leichtsinnige Abkürzung über Gleise (Memento vom 16. Januar 2014 im Internet Archive) auf presseportal.de, abgerufen am 14. Januar 2014.
  12. a b Haltepunkt Eilendorf auf aachen.de, abgerufen am 1. November 2013.
  13. Aachen will an Bahnhöfen arbeiten auf aachener-zeitung.de, abgerufen am 1. November 2013.
  14. a b Dez. III / FB 61/301: Vorlage-Nr: FB 61/0127/WP17. (pdf) Haltepunkt Eilendorf, Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, 3. Februar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.