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Speltenzaun
Weidezaun
Holzzaun in den Alpen

Ein Zaun ist eine Einfriedung. Er trennt zwei Bereiche dauerhaft oder auf Zeit durch eine von Menschen geschaffene Grenze. Geschieht dies speziell um Tiere einzuschließen, spricht man auch von Gatter oder Pferch.

Ein Zaun besteht gewöhnlich aus Holz, Metall (festem Guss- oder Schmiedeeisen oder auch biegsamem Draht) oder Kunststoff. Aus Stein oder Beton errichtete Abgrenzungen heißen Mauer; eine Mittelstellung zwischen Zaun und Mauer nimmt die Gabionenwand ein. Gelegentlich sind Zäune auch farbig gestrichen, lasiert oder lackiert, moderne Holzzäune meist imprägniert, Drahtzäune oft kunststoffbeschichtet. Häufig verwendete robuste Holzarten sind Edelkastanie, Lärche, Eiche, Kiefer oder biegsame – und billige – wie Fichte und Weide.

Anders als eine Mauer oder Wand ist er jedoch im Prinzip transportabel und begrenzt durchlässig. Von einem Hindernis, einer Barriere oder Absperrung trennt ihn die klar definierte Grenzziehung, wenn auch die Begriffe gelegentlich in synonymer Bedeutung verwendet werden.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie des Wortes ZaunBearbeiten

Das deutsche Wort Zaun ist verwandt mit dem englischen Wort townStadt“ und dem niederdeutschen/ niederländischen Wort tuin „Zaun“, „Garten“. Es bezeichnete also ursprünglich nicht das Hindernis selbst, sondern das von ihm umschlossene Gebiet. Analog als Umzäunung und das dadurch geschützte Land stehen das alte deutsche Wort Hag, das einen Zaun aus lebendem Material, die Hecke, wie auch aus Stangenholz bezeichnet, und das Wortfeld Garten, Gatter für den Flechtzaun. Daneben stehen auch das Wortumfeld Einfriedung wie auch die Wurzel biunta (siehe Flurnamensetymologie).

Verwendung von ZäunenBearbeiten

Zum einen dient ein Zaun der Kenntlichmachung von befriedenen Besitztümern und somit von Hausrechtsbereichen. Andererseits werden Zäune dazu eingesetzt, um Menschen und/oder Tiere daran zu hindern, sich in ein oder aus einem Gebiet heraus zu bewegen, z. B. Weideland, in Zoos, in Gefängnissen oder Lagern.

Als Grenzzaun kann er auch der Abgrenzung staatlicher Territorien dienen, so z. B. an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Aktuell wird die rund 700 km lange Sperranlage entlang der Grünen Linie in Israel, der israelisches Kerngebiet vom Westjordanland trennt, „Grenzzaun“" oder „Sicherheitszaun“ genannt, was als politische Bezeichnung einen euphemistischen Charakter hat.

Unternehmen verwenden Zäune zur Absicherung ihrer Gewerbe- und Industriegebiete gegen Unbefugte ebenso wie Privatleute zur Sicherung ihrer Grundstücke und Gärten. Auch in Landschaftsschutzgebieten werden sie eingesetzt. Im Straßenbau werden Krötenzäune zum Schutz von Amphibien in der Nähe der Wanderwege angelegt. Zudem wird der Zaun dazu verwendet, ein bestimmtes Objekt vor den Blicken Unbefugter in der Öffentlichkeit zu verbergen.

Ein dem Zaun verwandtes Gebilde in geschlossenen Räumen wird Gitter genannt. Nicht selten erfüllt der Zaun aber auch nur dekorative Zwecke, z. B. als Rankhilfe bei der Gartengestaltung.

Vorschriften für ZäuneBearbeiten

Umzäunungen sind oft mit einer bestimmten Mindesthöhe und einem bestimmten Mindestabstand zum Objekt im Allgemeinen vorgeschrieben. Auch maximale Öffnungen um ein Durchgreifen oder Durchklettern zu verhindern können dabei vorgeschrieben werden.

  • bei offenen Hochspannungsanlagen (Umspannwerken, selbststrahlenden Sendemasten). Umspannwerke werden meist mit Metallzäunen umgeben, auf denen sich Stacheldraht befindet. Dieser Metallzaun muss mit der Stationserde verbunden sein, damit keine gefährlichen Spannungen auftreten können. Zur Umzäunung selbststrahlender Sendemasten werden zur Vermeidung von Wirbelstromverlusten häufig Holzzäune verwendet. Allerdings müssen mit Stromschiene elektrifizierte Bahnen nicht vollständig eingezäunt sein.
  • bei der Absicherungen von Baustellen als Bauzaun oder Baustellenzaun
  • bei Anlagen mit gefährlichen beweglichen Teilen (zum Beispiel bei Fahrgeschäften in Vergnügungsparks)
  • bei Sprengstofffabriken und -lagern
  • bei Steinbrüchen
  • bei den meisten Industrieanlagen
  • bei Flugplätzen
  • bei Militärgeländen, wobei Truppenübungsplätze meist nicht komplett eingezäunt sind
  • bei Gefängnissen
  • bei Zoos und Tierparks
  • bei verschiedenen Freizeitaktivitäten (z. B. Paintball)
  • Freiluftareale, für deren Besuch man ein Eintrittsgeld zahlen muss

Die Vorschriften der Gemeinden zur Anlage privater Gartenzäune sind nicht einheitlich.

Verschiedene ZauntypenBearbeiten

Die ältesten Zauntypen waren Flechtzäune und Staketenzäune, wie sie heute noch bei traditionell gepflegten Bauerngärten gibt. Sie dienten dazu, Tiere aus- bzw. einzusperren.

So wie in jeder Landschaft traditionell unterschiedliche Haustypen zu finden sind, so sind weltweit auch unterschiedliche Zaunformen entstanden, die zum Teil das Bild einer Landschaft mitprägen. So spielten Zäune in den Zeiten des „Wilden Westens“ der USA eine wichtige Rolle, um die Besitzverhältnisse bei den riesigen Rinderherden abzugrenzen. Es kam um die seit den 1870er Jahren mit Stacheldraht versehenen Zäune sogar zu Weidekriegen.

Seinen Ursprung hat die Sitte, in Siedlungen das ganze Grundstück einzuzäunen, nicht in Deutschland, sondern in England. Ursprünglich wurden die Weiden und der Garten selbst eingezäunt. Andere Kulturen, z. B. in Irland, grenzen ihre Grundstücke aus verschiedenen Gründen mit Trockenmauern voneinander ab, wieder andere mit Hecken oder Wassergräben. Seit Jahrhunderten durchziehen in Schleswig-Holstein auf kleinen Wällen angelegte Windschutzhecken das Land. Diese werden als „Knicks“ bezeichnet und sorgen für ein ausgezeichnetes Kleinklima. Es werden zumeist strauchig wachsende Laubgehölze verwendet. Es gibt auch in Deutschland kleine Regionen, die gewollt keine Zäune setzen: So sind die Bewohner des alten Fischerdorfes Neuendorf auf der Ostseeinsel Hiddensee bis heute stolz darauf, auf Umzäunungen ihrer Grundstücke von alters her zu verzichten. Je nach Einsatzgebiet kommt eine andere Art und Größe von Zaun zum Einsatz:

Nach Material und BauweiseBearbeiten

MaschendrahtzaunBearbeiten

Der Maschendrahtzaun oder auch Diagonaldrahtgeflechtzaun besteht aus Pfosten und Drähten. Die Drähte sind dabei zu Maschen verflochten. In definierten Abständen wird ein Pfosten im Boden verankert und Drähte zwischen diesen Pfosten gespannt. Die Dichte der Drähte richtet sich dabei nach dem Zweck des Zauns. Grobe Maschen halten große Lebewesen auf, feine Maschen auch kleinere.

MetallzaunBearbeiten

 
Doppelstabmattenzaun in Gefälle

Der Metallzaun oder auch Gittermattenzaun oder Doppelstabgitterzaun wird aus Stahl oder Aluminium gefertigt. Die Metallstäbe können voll, quadratisch oder rechteckig sein, aber auch zu geschwungenen Mustern verwoben sein. Früher vor allem an repräsentativeren Gebäuden verbaute schmiedeeiserne Zäune in vielfältigster Gestaltung spielen als echt geschmiedete Aussenelemente allenfalls noch als historische Bauersatzteile eine Rolle wegen der Kosten. Jedoch hat der Markt von industriell vorgeformten Elementen zum Zusammenschweissen zu 'schmiedeeisernen' Zäunen eine Nischenrolle übernommen.

Bei einem Gittermattenzaun aus Stahldrähten unterscheidet man handelsüblich zwischen Einstabmatten, Doppelstabmatten(gittern) oder Dreifachstabgittern. Bei Einstabmatten sind jeweils ein waagerechter und ein senkrechter Stahldraht, bei Doppelstabmatten jeweils zwei waagerechte und ein senkrechter Stahldraht miteinander verschweißt. Bei Dreifachstabgittern ergibt sich durch einen zusätzlichen dritten Horizontalstab auf der geländeinnenseite eine Kabelführung, die i. d. R. zu Detektionszwecken genutzt wird.

Sowohl Draht- als auch Metallzäune sind heute in der Regel zum Schutz gegen Korrosion verzinkt, zunehmend zusätzlich auch farbig pulverbeschichtet. Besonders in Privatbereichen erfreuen sich in die Gitterstäbe eingeflochtene Sichtschutzstreifen zunehmend großer Beliebtheit. Damit lässt sich ein Areal von außen nicht einsehen, es kann farblich auf den Zaun, bzw. das zu schützende Gelände/Gebäude angepasst werden und dient zusätzlich als Windschutz. Mithilfe sogenannter Einfassprofile ist es dabei auch möglich, verschiedendfarbige Sichtschutzstreifen innerhalb eines Zaunes zu kombinieren und ein integriertes Drehflügeltor ebenso für Blicke zu verschließen.

Lattenzaun, StaketenzaunBearbeiten

 
Staketenzaun

Der Lattenzaun besteht aus senkrecht stehenden Latten, welche durch zwei oder drei Querbalken (Riegel) miteinander verbunden sind. An diese Querbalken werden in regelmäßigen Abständen Latten angebracht. Der Querschnitt der Latten aus Holz ist rechteckig, der Latten aus Aluminium ist rohrförmig.

Spezielle Ausführungen erlauben, dass die rohrförmigen Latten aus Aluminium den (lackierten) Holzlatten gleichen, aber ungleich länger glänzen und fast unbeschränkt haltbar sind. Die Aluminiumlatten werden an die Riegel geschraubt, geschweißt oder vernietet. Aluminiumlatten sind auch mit Holzdekor pulverbeschichtet herstellbar. Durch besondere Ausführung der Riegel sind die Schraubenköpfe (oder Nietköpfe) mit einer integrierten Leiste abgedeckt und weder von vorne noch von hinten sichtbar.

Die Aluminiumlatten werden meist mit aufgesteckten oder eingesteckten Kappen oben verschlossen. Diese Kappen bestehen aus Zamak-Legierung (Zinklegierung) oder aus Aluminiumguss. Der Vorteil der Zamak-Ausführung liegt bei der genauen Passform, die Herstellung ist aber durch relativ hohe Werkzeugkosten teuer. Aluminiumguss ist zwar billiger, aber meist ungenau und durch Lufteinschlüsse porös. Beim Pulverbeschichten machen diese Poren oft Blasen. Nach dem Trocknen sind diese Fehlerstellen sichtbar. Kappen aus Zamak sind meist ohne Poren, die Beschichtung daher meist ohne Fehlerstellen.

Eine ältere Form des Lattenzauns ist der Staketenzaun. Der Querschnitt der Staketen ist rohrförmig oder quadratisch, oben abgeschrägt. Im Gegensatz zum Lattenzaun werden die Staketen jeweils an einem unteren und einem oberen Querbalken befestigt.

Der Staketenzaun aus Kastanienholz (Ess- oder Edelkastanie, Castanea sativa) wird seit vielen Jahren in Frankreich und England hergestellt. Als Kastanienzaun, Staketenzaun oder Rollzaun wurde dieser Zaun in den letzten Jahren auch in Deutschland immer bekannter. Die Besonderheit dieses Staketenzaunes ist die Verbindung der einzelnen gespaltenen Staketen mit verzinktem Draht. Durch die Verbindung mit Draht passt der Zaun sich jedem Gelände an. Verwendet wird der Zaun überall da, wo eine natürliche Optik, oder ein langlebiger, pflegeleichter und dadurch preiswerter Zaun gewünscht ist. Geliefert wird der Staketenzaun in Höhen von 50 cm bis 200 cm. Zur Verlegung werden Pfähle in den Boden geschlagen und anschließend der Zaun mit Krampen am Draht befestigt. Der Zaun ist (durch den hohen Gerbsäureanteil der Kastanie) ohne Anstrich länger haltbar als herkömmliche druckimprägnierte Zäune. Die Esskastanie wird alle 10 bis 20 Jahre geschnitten und schlägt dann aus dem Stock neu aus.

 
Hanichlzaun

Eine alte Zaunform, die früher besonders in Bayern üblich war, ist der Hanichlzaun. Er wird aus halbierten und oben zugespitzten Fichten- oder Tannenstämmen hergestellt.

JägerzaunBearbeiten

Der Jägerzaun, auch Scheren- oder Kreuzzaun, wird noch heute in manchen Landstrichen sehr gerne beim Privathausbau angelegt. Besonders häufig trifft man ihn in geschlossenen Siedlungsformationen. Bei diesem etwa 80 cm hohen Zaun sind die oben zugespitzten Latten nebeneinander x-förmig an zwei Querbalken befestigt.

SchrankzaunBearbeiten

 
Schrank- oder Schrägzaun

Beim Schrankzaun, der mancherorts auch Sarner Bettlzaun, Knüppel-, Schräg-, Schar-, Graggenzaun (Schweiz) und Scheia- oder Schrag(g)azaun (Montafon/Österreich[1]) genannt wird, handelt es sich um einen Weidezaun, der vorwiegend in Wald- und Almgebieten errichtet wird.
Dies vor allem deshalb, weil er relativ schnell errichtet und wieder abgetragen werden kann, was besonders in lawinengefährdeten Gebieten von großem Vorteil ist. Beim „Schrankzaun“ werden ca. 1,5 bis 2 m lange Steckenpaare so in den Boden geschlagen, dass sie eine Schere (im Volksmund „Schar“) bilden, in die dann ca. 1,5 bis 2 m lange, gespaltene Stangen oder Latten eingelegt werden. In manchen Gegenden werden auch runde Stangenhölzer von bis zu 4 m verwendet. In der Nähe von Wäldern werden als Einlegeholz auch Baumwipfel und Äste verwendet.

SpeltenzaunBearbeiten

 
Detail eines einfach geflochtenen Speltenzauns

Beim geflochtenen Speltenzaun, auch als „Gert’nzaun“ oder „Flochtzaun“ bekannt, werden die in den Boden gerammten Spelten (senkrechte Zaunhölzer) mit Fichtenästen oder Weidebändern an die von Säulen getragenen Querlatten gebunden. Die Spelten werden aus einem Lärchenstamm herausgespalten und sollten auch nach oben hin etwas zugespitzt werden. Sie können auch aus Brettern oder Schwarten sein. Die Höhe des Zaunes beträgt 1,50–1,70 m. Jener Teil der Pfosten, der in die Erde geschlagen oder gegraben wird, muss angebrannt werden.

PalisadenzaunBearbeiten

Der Palisadenzaun, auch Lanzenzaun, ist ebenfalls senkrecht ausgerichtet und vor zwei Querbalken befestigt. Die einzelnen Palisaden haben einen runden oder rohrförmigen Querschnitt und sind oben mit Spitzen versehen, was sie besonders für kletternde Kinder äußerst gefährlich und gelegentlich zur tödlichen Falle macht.

BohlenzaunBearbeiten

Der Bohlenzaun ist ein besonders blickdichter Zaun, bei dem die einzelnen Bohlen bzw. Latten einseitig bzw. beidseitig versetzt angeordnet sind.

BretterzaunBearbeiten

Bretterzäune werden meistens als Sichtschutz z. B. bei Baustellen, eingesetzt oder als Schutz vor Sachbeschädigungen. Dabei werden Bretter zwischen den einzelnen Pfosten befestigt.

 
Waagerechter Flechtzaun
 
Wildzaun

FlechtzaunBearbeiten

Der aus biegsamen Profilbrettern waage- oder senkrecht verflochtene Flechtzaun gehört zu den ältesten Zaunformen und wirkt sehr natürlich; klassisches Holz ist Weide.

RingzaunBearbeiten

Der Ringzaun, auch Rautenhag oder Bänderzaun, wird ohne Nägel hergestellt. Die Bretter werden mit Ringen aus Tannen- oder Lärchenästen mit den Pfosten verbunden.

BetonzaunBearbeiten

Betonzäune – ein System bestehend aus Pfosten (Doppel-T-Trägern) und Platten. Zwischen den einbetonierten Pfosten werden massive oder durchbrochene Betonplatten eingesetzt. Bei Massivplatten fehlt die Transparenz als wesentlichen Charakter eines Zauns. Da im Gegensatz zu einer Mauer hier ein vollständiges Fundament fehlt, und die Massivplatten auch austauschbar sind, ist diese Art der Abgrenzung den Zäunen zuzuordnen. Da sich jedoch Betonmauern schlecht vermarkten lassen, werden die Systeme von Herstellern unter dem Begriff „Betonzaun“ angeboten. Diese Art der „Zäune“ ist sehr robust bietet je nach Zaunart einen Sicht- und Lärmschutz. Die Lebensdauer kann bis zu 30 Jahren und mehr betragen. Man unterscheidet zwischen ein bzw. beidseitigen Mustern. Bei einseitigen Platten besteht die Möglichkeit durch Verwendung von Doppelnutpfosten die Montage Rücken an Rücken auszuführen. Dadurch erreicht man ebenfalls beidseitige Struktur. Die Lebensdauer, weitgehende Pflegefreiheit und Witterungsbeständigkeit dieses Zaunsystems ist anderen Materialien überlegen.

Elektrischer Weidezaun/ ElektrozaunBearbeiten

Der Elektrozaun besteht aus Drähten oder (zur besseren Sichtbarkeit) farbigen, drahtdurchzogenen Kunststoffbändern, über die in kurzen Abständen Stromimpulse fließen. Diese versetzen Tieren bei Berührung einen unangenehmen, aber nicht gefährlichen Stromschlag. Zur Abschreckung von Raubtieren werden für den Herdenschutz Elektrozäune empfohlen.

Nach AnwendungBearbeiten

WeidezaunBearbeiten

 
Bretter-Weidezaun

Der Weidezaun wird dort gebraucht, wo man Tiere auf einer Weide einzäunen möchte. Er ist nicht zu verwechseln mit einem aus Weide geflochtenen Flechtzaun. Meistens verwendet man für einen Weidezaun Rundpfähle aus Fichte/Tanne mit Halbrundlatten aus dem selbigen Material, oder das dauerhafte Akazienholz. Die Höhe des Zaunes für Pferde sollte ca. 150 bis 160 cm sein. Weidezäune sollen nicht nur ein Entlaufen der Weidetiere verhindern, sondern auch, dass Raubtiere die Weidetiere reißen (Herdenschutz).

WildzaunBearbeiten

Der Wildzaun, auch Wildschutzzaun genannt, besteht aus verknoteten Drähten mit rechteckigen Maschen, die von oben nach unten immer enger werden. Eingesetzt wird der Zaun zum Schutz vor Wildschäden im Wald sowie an Autobahnen und Bundesstraßen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer vor Wildunfällen.[2] Andere Namen für diesen Zaun sind Knotengeflecht, Forstgeflecht, Knotengitter, Wildgatter, Weidezaun, Viehzaun, Schafzaun / Schafgeflecht, Autobahnzaun oder Hundezaun.

BauzaunBearbeiten

 
Bauzaun

Als Bauzaun bezeichnet man die temporäre Umgrenzung, Absperrung oder Absicherung eines beliebigen Ortes. In dem Fall, dass er zur Absicherung einer Baustelle verwendet wird, gehört er zur Baustelleneinrichtung.

BallfängerBearbeiten

Ballfänger sind Schutzmaßnahmen, die vorwiegend auf Sportplätzen und Turnhallen Anwendung finden, um Zuschauer, aber auch Anlagen, Wände und Geräte zu schützen. Ihre Funktion ist das Abfangen und Abbremsen von Bällen, die bei Ballsportarten wie Volleyball, Fußball oder Tennis benutzt werden und mit hoher Geschwindigkeit oder bei einem zu weiten Schuss das Spielfeld verlassen könnten. Ballfänger, Ballfangzäune oder auch Ballnetze genannt, bestehen aus starken Fäden, Seilen, Drahtgeflechten oder Stahlgittern, die an stabilen Pfosten befestigt sind.[3]

BlendschutzzaunBearbeiten

Ein Blendschutzzaun ist Teil der Straßenausstattung und dient dazu, die Blendung durch entgegenkommende Fahrzeuge im Straßenverkehr zu verringern oder zu verhindern. Eine Blendung kann das Sichtfeld der Fahrzeugführers zum Teil stark einschränken und führt damit zu einer Gefährdung der Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund wurden bereits in den 1960er Jahren erste Versuche mit Blendschutzzäunen unternommen.

GartenzaunBearbeiten

Der Gartenzaun dient der Abgrenzung eines Gartens eines Grundstückes von den Nachbargründstücken und den Verkehrsbereichen.

FischzaunBearbeiten

Der Fischzaun, auch Fischbuhne, Agge oder Arge (englisch fish weir oder fish trap genannt) ist eine weltweit seit dem Mesolithikum in Flüssen, Seen und geeigneten Küstengebieten benutzte Vorrichtung zum passiven Fischfang. Vom Massenfang im Umfeld saisonaler Wohnplätze kann in Europa seit dem Mesolithikum ausgegangen werden. Die Anwohner von Flüssen, Küsten und Seen bereicherten ihren Speiseplan nach dem Abzug der großen Herdentiere durch Fisch.

FIA-ZaunBearbeiten

Ein FIA-Zaun ist ein Absperrelement an Rennstrecken, das dahinter postierte Personen vor Teilen schützen soll, die bei Kollisionen herumfliegen. Normalerweise befindet er sich an beiden Seiten der Rennstrecke, oberhalb der (drei- oder vierfachen) Leitplanken und eventuell vorhandener Energieabsorber, wie Reifenstapel.

SchneckenzaunBearbeiten

Schneckenzäune sind eine Maßnahme, um Schnecken am Eindringen in bestimmte Gebiete zu hindern.

SchutzzaunBearbeiten

Ein Schutzzaun ist eine künstliche Absperrung zur Abschirmung größerer Bereiche vor schädlichen Umwelteinflüssen.

WindschutzzaunBearbeiten

Ein Windschutzzaun (engl. blast deflector fence) ist ein Bauwerk auf Flugplätzen, das dazu dient Personen, Fahrzeuge und Gegenstände vor schädlichen Wirkungen des Luftstrahls von Düsentriebluftfahrzeugen (englisch: Jet Blast) oder von Propellertriebwerken (englisch: Prop Wash) zu schützen. Außerdem dienen sie dazu, Schäden am Luftfahrzeug zu verhindern, die durch die Rückzirkulation des Luftstrahls entstehen könnten.

WeisergatterBearbeiten

 
Weisergatter

Eine Weiserfläche, auch Weiserzaun, Kontrollzaun oder Weisergatter genannt, ist eine in der Forstwissenschaft und -wirtschaftverwendete wilddicht umzäunte Fläche, die dazu dient, durch den Vergleich mit einem nicht gezäunten Bereich außerhalb, den Einfluss des Wildes (in Mitteleuropa vor allem Reh, z. T. aber auch Rot-, Dam- und Sikahirsch sowie Gämseund Mufflon) auf die Naturverjüngung des Waldes zu beurteilen und die Jagd entsprechend anpassen zu können. Der Einfluss des Wildes auf die Vegetation wird hierbei als indirekter Anzeiger für die örtliche Wilddichte genutzt.

FangzaunBearbeiten

 
Fangzaun unter der Rudelsburg

Fangzäune sind (zusätzliche) Absturzsicherungen an Felskanten.

SonstigesBearbeiten

Bauzäune oder Zäune an Orten, an denen häufig Personen vorbeikommen, werden gelegentlich als Träger von Werbe- und Informationsplakaten verwendet. Auf den Zäunen, die gefährliche Anlagen, wie Umspannwerke umgeben, findet man oft einschlägige Warnschilder.

In der deutschen Kulturgeschichte wird der Zaun, insbesondere in Gestalt des Gartenzauns, oft gleichgesetzt mit kleinbürgerlicher Spießigkeit. Gemeinsam mit dem Gartenzwerg steht er Kritikern auch als Synonym für Rechthaberei und kleinkariertes Besitzdenken: Ein Streit am Gartenzaun unter Nachbarn war Anlass für zahlreiche Zivilprozesse und gab Stoff ab für Fernsehsendungen. Stefan Raabs Lied Maschen-Draht-Zaun um einen Nachbarschaftsstreit hatte 1999 eine Zeit lang Kultstatus. Andere wiederum sehen vor allem im Gartenzaun ein Symbol für Gemütlichkeit und häusliche Harmonie.

  • Mit 5.400 km ist der Dingozaun im Südosten Australiens der längste Zaun der Welt.[4] Der Rabbit-Proof Fence in Westaustralien ist mit 3.256 km der zweitlängste.
  • Der kürzeste Zaun der Welt wurde 2005 von den Forschern Seth Marder und Joseph Perry mittels eines neuartigen Verfahrens der Mikrotechnik, der two-photon 3D lithography, zu Demonstrationszwecken hergestellt. Er ist ca. 200 Mikrometer lang und 50 Mikrometer hoch und besteht aus drei rechteckigen Kettengliedern und zwei Pfosten.[5]
  • Der Liedermacher Stefan Stoppok widmete der Sendung mit der Maus 1996 sein Lied Der kleine Zaun.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zaun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Zaun – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wiktionary: Gartenzaun – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Geheimnis der nagellosen Zäune (27. September 2014)
  2. Jäger fordern mehr Wildzäune
  3. Ballfänger. zäune.de/lexikon/, abgerufen am 7. November 2013.
  4. Verlauf des Dingozauns
  5. 3D Chemistry: Fabrication Technique Uses Light-activated Molecules to Create Complex Microstructures. (Memento des Originals vom 24. November 2005 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gtresearchnews.gatech.edu 16. Februar 2004.