Gelsenkirchen-Bismarck

Stadtteil von Gelsenkirchen
Wappen von Gelsenkirchen
Bismarck
Stadtteil von Gelsenkirchen
Die Stadtteile Gelsenkirchens mit Bismarck im Osten
Koordinaten 51° 31′ 48″ N, 7° 7′ 5″ OKoordinaten: 51° 31′ 48″ N, 7° 7′ 5″ O.
Höhe 44 m ü. NN
Fläche 7,224 km²
Einwohner 16.049 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte 2222 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1903
Postleitzahl 45889
Vorwahl 0209
Gliederung
Stadtbezirk Mitte
Stadtteile

Altstadt, Bismarck, Bulmke-Hüllen, Feldmark, Heßler, Schalke, Schalke-Nord

Politik
Bezirksvorsteher Preuß, Detlev (SPD)
Verkehrsanbindung
Autobahn A42
Bundesstraße B227
Quelle: Statistikamt Gelsenkirchen

Gelsenkirchen-Bismarck ist ein Stadtteil der Stadt Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Der Stadtteil liegt im Stadtbezirk Mitte und hatte am 31. Dezember 2017 insgesamt 16.015 Einwohner.[1] Im Norden trennen der Rhein-Herne-Kanal und die Emscher Bismarck von den Gelsenkirchener, ehemals Buerer Stadtteilen Erle und Resser Mark, im Osten grenzt Bismarck an Herne-Wanne, im Süden liegt der Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen, im Westen liegen Schalke und Schalke-Nord. Durch Bismarck verlaufen die Bahnstrecken Herne–Oberhausen-Sterkrade bzw. Winterswijk-Bismarck. Letztere wird heute als Emschertal-Bahn im Personennahverkehr zwischen Dortmund und Dorsten mit der Station Gelsenkirchen-Zoo bedient. Anlässlich der Eröffnung des Ruhr-Zoos erhielt der Personenbahnhof Gelsenkirchen-Bismarck am 22. Mai 1955 die vorgenannte Bezeichnung. Parallel liegt die A 42, nördlich davon befindet sich die Zoom Erlebniswelt (ehemals Ruhr-Zoo). Die Bundesstraße 227 führt als Bismarckstraße durch den Stadtteil. Westlich von dieser verkehrt seit Mai 1994 unterirdisch die Linie 301 der Stadtbahn. Der traditionsreiche Fußballverein RWW Bismarck 1925 e. V. war der Heimatverein Stan Libudas.

GeschichteBearbeiten

Der heutige Name des Stadtteils geht auf um 1870 gebaute Zechenkolonien der Zeche Graf Bismarck, benannt nach dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, zurück. Mit diesem und anderen Bergwerken begann der wirtschaftliche Aufschwung und das Bevölkerungswachstum der Gemeinde Braubauerschaft. Diese gehörte bis 1868 zum Amt Wattenscheid, dann zum Amt Gelsenkirchen, ab 1877 zum Amt Schalke im Landkreis Bochum und ab 1887 als eigenes Amt zum inzwischen neu gegründeten Landkreis Gelsenkirchen.

Am 6. Februar 1900 wurde die Gemeinde Braubauerschaft in Bismarck umbenannt. Am 1. April 1903 wurde sie in die neue Großstadt Gelsenkirchen eingemeindet.[2]

Die Zeche Graf Bismarck wurde 1966 stillgelegt. Nach dem fördertechnischen Zusammenschluss der Zeche Consolidation (genannt Consol) mit der Zeche Hugo 1993 wurde das letzte verbliebene Bergwerk bis 1995 schrittweise aufgegeben, was zum Verlust von 4000 Arbeitsplätzen führte.

Architektur und KulturBearbeiten

 
Das Doppelstrebengerüst der Zeche Consol

Das Doppelstrebengerüst in Fachwerkbauweise über dem Zentralförderschacht 9 der Zeche Consol aus dem Jahr 1922 steht heute, wie das benachbarte Fördergerüst über Schacht 4, unter Denkmalschutz. Das Gelände wird heute kulturell genutzt, unter anderem vom Consol-Theater für Kinder- und Jugendtheateraufführungen. Dies geht auf das Förderungsprogramms Soziale Stadt NRW von 1995 bis 2005 in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro Gelsenkirchen Bismarck / Schalke-Nord zurück.

Die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck wurde in den Jahren 1999 bis 2004 als Kopie einer Stadt in holzverkleideten Pavillons ausgeführt. Die Ideen dazu kamen zum Teil von den Schülern des Stadtteils und wurden von den Architekten "Plus + Bauplanung, Hübner, Forster, Eggler" umgesetzt. Professor Peter Hübner (Jahrgang 1939) machte eine Orthopädieschuhmacher- und Schreinerlehre. Im Jahre 1979 war er Stipendiat an der Villa Massimo in Rom. Von 1980 bis 2007 lehrte und forschte er am Institut für Baukonstruktion und Entwerfen der Universität Stuttgart.

Im Stadtteil Bismarck befinden sich auch die denkmalgeschützte Bleckkirche sowie die benachbarte Zoom Erlebniswelt und das historische Bahnbetriebswerk.

BevölkerungBearbeiten

Zum 31. Dezember 2019 lebten 15.867 Einwohner in Gelsenkirchen-Bismarck.[3]

  • Anteil der weiblichen Bevölkerung: 50,0 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 50,4 %)[4]
  • Anteil der männlichen Bevölkerung: 50,0 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 49,6 %)[5]
  • Ausländeranteil: 23,2 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 21,7 %)[6]

EinwohnerzahlenBearbeiten

Jahr Einwohner
1798 241
1818 410
1843 446
1861 597
1867 853
1871 1.250
1875 3.303
1880 4.577
1885 6.813
1889 9.539
1895 14.469
Jahr Einwohner
1900 21.420
1905 23.548
1910 27.189
1915 27.919
1920 27.149
1925 29.757
1930 31.998
1935 31.168
1940 29.251
1945 23.935
1950 30.593
Jahr Einwohner
1955 21.339
1960 24.888
1965 23.516
1970 22.311
1975 20.000
1980 19.464
1985 17.929
1990 18.331
1995 18.155
2000 17.424
2004 16.534
2008 16.250
2009 16.049

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungsstruktur in Gelsenkirchen zum 31. Dezember 2018 – Datenquelle: Stadt Gelsenkirchen – opendata.gelsenkirchen.de
  2. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 216.
  3. Bevölkerungsstruktur in Gelsenkirchen zum 31. Dezember 2019 – Datenquelle: Stadt Gelsenkirchen – opendata.gelsenkirchen.de
  4. Bevölkerungsstruktur in Gelsenkirchen zum 31. Dezember 2019 – Datenquelle: Stadt Gelsenkirchen – opendata.gelsenkirchen.de
  5. Bevölkerungsstruktur in Gelsenkirchen zum 31. Dezember 2019 – Datenquelle: Stadt Gelsenkirchen – opendata.gelsenkirchen.de
  6. Ausländeranteil in Gelsenkirchen zum 31. Dezember 2019 – Datenquelle: Stadt Gelsenkirchen – opendata.gelsenkirchen.de

LiteraturBearbeiten

  • Goch, Stefan / Heidemann, Lutz (Hrsg.): 100 Jahre Bismarck. Ein Stadtteil „mit besonderem Erneuerungsbedarf“. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart eines Gelsenkirchener Stadtteils. Essen: Klartext Verlag, 2001 (Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte. Bd. 9) - 188 S. ISBN 3-89861-039-X

Westermann, Max, Autor: "Das Buch" Die Geschichte des Ortsteils Gelsenkirchen-Bismarck, der früher einmal BRAUBAUERSCHAFT hieß Eigenvertrieb Band 1,2001, Band 2,2002

WeblinksBearbeiten