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U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof

U-Bahnhof in Essen

Der U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof ist ein U-Bahnhof in Essen. Er befindet sich in Tunnellage unter dem Platz Freiheit und unter dem Ruhrschnellweg-Tunnel und grenzt südlich an den Hauptbahnhof Essen. Der U-Bahnhof befindet sich im Fahrplanbereich 1 des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und wird von Straßenbahn- und Stadtbahnzügen der Ruhrbahn bedient.

Essen Hauptbahnhof
Stadtbahn.svg
U-Bahnhof in Essen
Essen Hauptbahnhof
U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof
Basisdaten
Ortsteil Stadtkern
Eröffnet 28. Mai 1977
Gleise (Bahnsteig) 4
Koordinaten 51° 27′ 1″ N, 7° 0′ 46″ OKoordinaten: 51° 27′ 1″ N, 7° 0′ 46″ O
Nutzung
Strecke(n) Stammstrecke (U11, U17, U18), Rüttenscheider Tunnel, Straßenbahnstrecke Rathaus Essen–Essen Hbf, Straßenbahnstrecke Essen Hbf–Moltkestraße
Linie(n) U 11 U 17 U 18 101 (103) 105 106 107 108
Umstiegsmöglichkeiten BUS-Logo.svg, S-Bahn Rhein-Ruhr, Deutsche Bahn (Regional + Fern)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Rund zehn Jahre vor der Eröffnung des U-Bahnhofs Essen Hauptbahnhof wurde am 5. Oktober 1967 mit dem U-Bahnhof Saalbau (heute Philharmonie) die erste Tunnelstation in Nordrhein-Westfalen eröffnet, wobei die Tunnelstrecke zunächst nur 552 Meter lang war.

Am 28. Mai 1977 wurde mit dem U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof die erste knapp acht Kilometer lange U-Bahn-Strecke in Essen eingeweiht. Sie führte von den neuen U-Bahnhöfen Wiener Platz (seit 1985 Hirschlandplatz), Essen Hauptbahnhof und Bismarckplatz (offizieller Halt ab 27. November 1981), weiter über die Rampe zu den an der Oberfläche befindlichen Haltestellen Savignystraße, Hobeisenbrücke, Breslauer Straße, Wickenburgstraße weiter nach Mülheim an der Ruhr. Gleichzeitig wurde der U-Bahnhof Saalbau (heute Philharmonie) zunächst mit der meterspurigen Straßenbahnlinie 111 (bis zur Einführung des VRR am 1. Januar 1980 Linie 11) zur Grugahalle angebunden. Am 31. Mai 1986 löste die U-Stadtbahn-Linie U11, nach Umbau auf Normalspur, die Straßenbahnlinie 111 ab. Mit Eröffnung der U-Bahn wurde am 28. Mai 1977 auch die meterspurige Straßenbahnverbindung im Tunnel zum U-Bahnhof Porscheplatz (heute: Rathaus Essen) aufgenommen.

Am 27. November 1981 nahm die Linie U17 ihren Betrieb auf Normalspur zur Margarethenhöhe auf.

LageBearbeiten

Der Bahnhof ersetzt die bis 1977 vorhandenen oberirdischen Straßenbahnhaltestellen Hauptbahnhof (an der Nordseite des Hauptbahnhofs vor dem Hotel Handelshof gelegen) und Freiheit (südlich der Bahnhofsunterführung auf dem Bereich des heutigen Kreisverkehrs). Die beiden U-Bahnsteige mit den vier Gleisen liegen südlich des Hauptbahnhofes in der −2-Ebene unter der Erdoberfläche und verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Direkt darüber verläuft in Ost-West-Richtung der Straßentunnel des Ruhrschnellwegs. Der U-Bahnhof hat Nord- und Südausgänge. Die Nordausgänge des U-Bahnhofes führen in die −1-Ebene mit EVAG-Kundencenter und Einzelhandelsgeschäften. Von hier gelangt man an die Oberfläche zum Südeingang des Hauptbahnhofes mit Zugang zu mehr als zwanzig an der Oberfläche verlaufenden Buslinien, die als Schnellbus-, Nachtexpress- und reguläre Buslinien verkehren.

In der −1-Ebene führt eine Passage zur Nordseite des Hauptbahnhofes, wo es ebenfalls Geschäfte sowie mehrere Ausgänge an die Oberfläche zur Innenstadt gibt. Die Passage bestand ursprünglich aus einem Doppeltunnel auf den Tunnelröhren unter der Eisenbahnunterführung, der etwa 200 Meter lang war. Fahrgäste aus der Innenstadt mussten daher vom Abgang am Ende der Kettwiger Straße einen knapp 300 Meter langen unterirdischen Fußweg zurücklegen, bis sie den ersten U-Bahn-Zugang zum Bahnsteig erreichten. Diese von Fahrgästen als monoton empfundene Passage ist im Jahr 2010 mit einer LED-Lichtwand modernisiert worden.[1]

 
Niederflur-Bahnsteig für die Meterspur-Straßenbahn
 
Hochflur-Bahnsteig für die Stadtbahn

Bahnhofsanlage und VerkehrBearbeiten

Der U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof ist viergleisig mit zwei Mittelbahnsteigen angelegt, die im Richtungsbetrieb bedient werden. Es verkehren Straßenbahnwagen auf Meterspur an niederflurigen Bahnsteigen und Stadtbahnwagen auf Normalspur an hochflurigen Bahnsteigen. Die Bahnsteighöhe der U-Stadtbahn-Gleise ist für die hier verkehrenden Stadtbahnwagen Typ B auf 80 cm angelegt, und damit 45 cm höher als die bei der meterspurigen Straßenbahn. Die Länge der Bahnsteige beträgt knapp 110 Meter, obwohl für einen Langzug aus drei Stadtbahnwagen Typ B nur 90 Meter notwendig wären, da die Planungen ursprünglich auf den (nie realisierten) Stadtbahnwagen Typ A ausgelegt waren.

Das östliche, meterspurige Gleis 1 dient den Straßenbahnlinien 101, 103, 105, 106, 107 und 108 aus südlicher Richtung kommend und zur Station Rathaus Essen führend. Westlich folgt das normalspurige Gleis 3 für die U-Stadtbahn-Linien U11, U17 und U18 ebenfalls von Süden kommend und zum U-Bahnhof Berliner Platz führend. Der Mittelbahnsteig zwischen diesen beiden Gleisen ist U-Bahn-seitig 45 cm höher und durch Stufen und barrierefreie Rampen mit dem niedrigen Straßenbahn-Bahnsteig verbunden. Entsprechend verhält es sich mit dem westlichen Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 4 und 2. Gleis 4 bildet die Gegenrichtung des Straßenbahngleises 1 und das westlichste Gleis 2 die Gegenrichtung des U-Bahn-Gleises 3. Beide Mittelbahnsteige besitzen Nord- und Südausgänge über Treppen, Rolltreppen und barrierefrei über Aufzüge.[2] Derzeit verkehren alle U-Stadtbahn- und Straßenbahnlinien montags bis freitags tagsüber im 10-Minuten-Takt und samstags und sonntags tagsüber im 15-Minuten-Takt.

Südlich des U-Bahnhofes werden die nach Süden verlaufenden Gleise der U-Stadtbahn und der Straßenbahn pro Richtung zusammengeführt, so dass sie nach Rüttenscheid verlaufend in ein Dreischienengleis für Meter- und Normalspur münden. Die auf den folgenden U-Bahnhöfen durchweg hohe Bahnsteighöhe der Linie U11 muss daher durch Straßenbahnzüge mit Klapptrittstufen ausgeglichen werden. Das bedeutet, dass hier keine modernen Niederflurfahrzeuge eingesetzt werden können. Grund ist, dass es ursprünglich Planungen gab, den gesamten U-Bahn-Verkehr auf Normalspur durchzuführen, was aber bereits recht früh verworfen wurde. Das U-Stadtbahn-Gleis der U17 und U18 in Richtung Bismarckplatz kreuzt das Meterspur-Gleis Richtung Philharmonie. Hierfür musste eine Gleiskreuzung zwischen Normal- und Meterspur in Sonderkonstruktion mit stellbaren Zungen entwickelt werden, die seit 1977 in Betrieb ist.

Am östlichen und westlichen Rand des U-Bahnhofes verlaufen bahnsteigähnlich ausgeführte, reine Fußgängerdurchgänge in Nord-Süd-Richtung. Diese Plattformen sollten als Bahnsteige den schnelleren Ausstieg der Fahrgäste ermöglichen (sogenannte Spanische Lösung), was derzeit in Deutschland nur bei der Münchener S-Bahn an den Bahnhöfen Marienplatz, Karlsplatz und Hauptbahnhof praktiziert wird. Zwischenzeitlich war seit 1977 der östliche Bahnsteig zum Fahrgastwechsel in Betrieb, da hier die nach Norden fahrenden Einrichtungszüge der Straßenbahn verkehrten. Beide Wege sind heute durch Geländer vom jeweiligen Gleis getrennt, so dass hier keine Zu- oder Ausstiegsmöglichkeit mehr besteht.

Ursprünglich war der Bahnhof mit weißen, großformatigen Keramikfliesen verkleidet und hell beleuchtet, was ihm nach Wunsch der Architekten einen großzügigen und der Funktion angemessenen Charakter verlieh. Durch Bauschäden mussten diese Fliesen schließlich Ende der 1990er Jahre abgenommen werden und wurden aus Kostengründen nicht ersetzt, so dass jetzt der Beton der Säulen und Wände sichtbar ist. Dieses Erscheinungsbild sollte durch die jetzige, blaue Beleuchtung aufgewertet werden.

Linie Linienverlauf Takt
U 11 GE-Horst, Buerer Straße – Schloss Horst GE-Horst, Fischerstraße – E-Karnap, Alte Landstraße – Boyer Straße – E-Karnap, Arenbergstraße – E-Altenessen, Heßlerstraße – II. Schichtstraße –U Karlsplatz U Altenessen Mitte U Kaiser-Wilhelm-Park U Altenessen Bf     U Bäuminghausstraße – U Bamlerstraße – U Universität Essen U Berliner Platz U Hirschlandplatz U Essen Hbf     U Philharmonie U Rüttenscheider Stern U Martinstraße U Messe Ost/Gruga Essen, Messe West/Süd/Gruga 10 min
U 17 U E-Altenessen, U Karlsplatz U Altenessen Mitte U Kaiser-Wilhelm-Park U Altenessen Bf     U Bäuminghausstraße – U Bamlerstraße – U Universität Essen U Berliner Platz U Hirschlandplatz U Essen Hbf     U Bismarckplatz – U Planckstraße – Gemarkenplatz – Holsterhauser Platz (Klinikum) – Halbe Höhe – Laubenweg – E-Margarethenhöhe 10 min
U 18 Essen, U Berliner Platz U Hirschlandplatz U Essen Hbf     U Bismarckplatz – Savignystraße/ETEC – Hobeisenbrücke – E-Frohnhausen, Wickenburgstraße – Mülheim (Ruhr), Rhein-Ruhr-Zentrum Rosendeller Straße – U Eichbaum U Heißen Kirche U Mühlenfeld U Christianstraße U Gracht U Von-Bock-Straße – U Mülheim (Ruhr) Hbf     10 min
101
106
Borbeck Germaniaplatz – Bergeborbeck Bf – Helenenstraße – Berliner Platz – Rheinischer Platz – Rathaus Essen – Essen Hbf – Rüttenscheider Stern – Holsterhauser Platz – Hobeisenbrücke – Essen West   – Helenenstraße
Die Linie 101 verkehrt Borbeck → Helenenstraße → Hauptbahnhof → Rüttenscheid → Helenenstraße
Die Linie 106 verkehrt Helenenstraße → Rüttenscheid → Hauptbahnhof → Helenenstraße → Borbeck
10 min
103 Dellwig Wertstraße – Dellwig   – Gerschede – Borbeck Germaniaplatz – Borbeck Bf – Schloss Borbeck – Borbeck Süd Bf – Helenenstraße – Berliner Platz – Rheinischer Platz – Rathaus Essen – Essen Hbf Wochenende alle 15/30 min, wochentags nur in den Randzeiten
105 Naturlinie 105:
Frintrop Unterstraße (Stadtgrenze Oberhausen) – Bedingrade – Abzweig Aktienstraße – Borbeck Süd Bf – Helenenstraße – Berliner Platz – Rheinischer Platz – Rathaus Essen – Essen Hbf – Essen Süd   – Bergerhausen – Rellinghausen Finefraustraße
10 min
107 Kulturlinie 107:
Gelsenkirchen Hbf – Gelsenkirchen Musiktheater – Gelsenkirchen-Feldmark – Essen-Katernberg – Zollverein Nord Bf. – Zollverein – Stoppenberg – Viehofer Platz – Rathaus Essen – Essen Hbf (– Philharmonie – Rüttenscheider Stern – Rüttenscheid Martinstraße – Florastraße – Bredeney)
nach Bredeney nur in der HVZ, diese Fahrten enden/beginnen am Abzweig Katernberg
10 min
108 Altenessen Bf – Viehofer Platz – Rathaus Essen – Essen Hbf – Philharmonie – Rüttenscheider Stern – Rüttenscheid Martinstraße – Florastraße – Bredeney 10 min

An der Oberfläche kann am Busbahnhof des Hauptbahnhofes in mehr als 20 Buslinien umgestiegen werden. Die Busse verkehren auf Stadtbus-, Schnellbus- oder Nachtexpress-Linien.

Weiterführende InformationenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Tiefbauamt Essen (Hrsg.): Sag du zum U – Essen ist U-Bahn-Stadt. Begleitschrift zum Bau der Essener U-Bahn 1977

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lampenwelt.de vom 4. Oktober 2010: Lichtwand in der neu gestalteten Passerelle in Essen (Memento des Originals vom 22. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lampenwelt.de; abgerufen am 22. Februar 2015
  2. Gleisplan der Stadt- und Straßenbahn Essen; abgerufen am 20. Februar 2015