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Heven

Stadtteil von Witten, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Heven ist ein Stadtteil von Witten. Er umfasst die Ortsteile Papenholz, Hellweg, Wannen, Heven-Dorf und Lake. Mit 11.674 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2015) ist Heven Wittens viertgrößter Stadtteil.[1]

Heven
Stadt Witten
Koordinaten: 51° 26′ 25″ N, 7° 18′ 31″ O
Fläche: 5,97 km²[1]
Einwohner: 11.674 (30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.956 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1921
Postleitzahlen: 58455, 58456
Vorwahl: 02302
Teilansicht von Heven-Dorf, im Hintergrund Querenburg
Teilansicht von Heven-Dorf, im Hintergrund Querenburg
Heven, Ehrenmal
Straßenbahnhaltestelle Heven-Dorf, Startpunkt der längsten Straßenbahn- verbindung in Deutschland
Wehr des Wasserkraftwerks der Firma Lohmann zwischen Heven und Herbede

GeschichteBearbeiten

Im so genannten Werdener Urbar wird Heven als Hevinne um das Jahr 880 erstmals erwähnt.[2] Es ist allerdings nicht sicher, ob damit tatsächlich der heute zu Witten gehörende Stadtteil Heven gemeint ist – oder das Haus Heven, das sich wenige Kilometer von Heven entfernt in Bochum-Querenburg befindet. Die erste sichere Erwähnung findet der Stadtteil somit im Jahr 1000. Heven ist nicht um einen einzigen Hof oder einen Dorfkern herum entstanden, es entstanden stattdessen mehrere kleine Siedlungskerne, die im Laufe der Zeit zu einem Ort verschmolzen, wobei Heven-Dorf als Keimzelle dieses Ortes betrachtet werden kann. Der Dönhof in Heven ist Ursprungsort des später weit verzweigten Adelsgeschlechts Dönhoff.

ÄmterzugehörigkeitBearbeiten

Heven gehörte ab 1886 zum Amt Herbede. Mit dem Wachsen der Stadt Witten rückten Witten und Heven jedoch zum Teil so nah zusammen, dass einige Teile Hevens mit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Einheit mit Teilen Wittens bildeten und Grenzen zwischen Heven und Witten nicht mehr zu erkennen waren. Am 1. Juli 1921 schied Heven schließlich aus dem Amt Herbede aus und wurde ein Stadtteil Wittens.[3] Seine endgültige Ausdehnung erlangte Heven 1929 im Zuge der Gemeindereform, nachdem mehrere Ortsteile, die zuvor zu Langendreer gehörten, an Witten abgetreten und teilweise dem Stadtteil Heven zugeordnet wurden (z. B. Papenholz).

Siehe auch: Wannen, Lake, Papenholz und Kleinherbede.

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

AutobahnBearbeiten

Heven ist über die A43 direkt ans deutsche Autobahnnetz angeschlossen.

Öffentliche VerkehrsmittelBearbeiten

Heven hat keinen Bahnhof, ist aber durch die Straßenbahnlinie 310 der Bogestra und die Buslinien SB 67, 320, 375 und 376 mit der Wittener Innenstadt und den Städten Bochum, Sprockhövel und Wuppertal verbunden.

Längste Straßenbahnfahrt in DeutschlandBearbeiten

Ab der Haltestelle Heven-Dorf lässt sich die längste Straßenbahnfahrt Deutschlands beginnen. Das bedeutet konkret, dass von Heven zwar nicht die längste Einzelstrecke zwischen zwei Haltepunkten ausgeht, es ist jedoch möglich, nur mit Straßen- und Stadtbahnen von hier bis St. Tönis bei Krefeld zu fahren, wobei auf dem kürzesten Weg sieben Mal umgestiegen werden muss und eine Strecke von 102 Kilometern Länge zurückzulegen ist. Umwege in Gelsenkirchen, Essen, Duisburg, Düsseldorf und nach Neuss sind zudem möglich.[4] Die erste Etappe führt mit der 310 von Heven-Dorf bis Bochum Hbf. Diese Verbindung wird jedoch nicht mehr lange existieren, da die Mülheimer Stadtverwaltung plant, den Mülheimer Abschnitt der Linie 901 stillzulegen und durch einen Bus zu ersetzen.

RuhrtalfähreBearbeiten

Von April bis Oktober verkehrt zwischen dem Hevener und dem Herbeder Ruhrufer in Höhe der Burgruine Hardenstein die Hardenstein. Es handelt sich um eine Passagierfähre für Fußgänger und Radfahrer.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kemnader SeeBearbeiten

Heven grenzt an den Kemnader Stausee, das Hevener Ufer, Heveney genannt, ist ein beliebtest Ziel für Spaziergänger und Radfahrer aus der Region. Zum so genannten Freizeitzentrum Kemnade gehören auf Hevener Seite das Freizeitbad Heveney und eine Segelschule. In Witten grenzt der See neben Heven noch an den Stadtteil Herbede, auf Bochumer Seite an den Stadtteil Querenburg. Gespeist wird der See von der Ruhr, aber auch der Oelbach wird vor seinem Eintritt in den Kemnader See gestaut und dient somit als eine Quelle.

Hebezeug-MuseumBearbeiten

Das Hebezeug-Museum in Heven-Dorf zeigt als vermutlich einziges der Welt die Geschichte vom Hebel zum Hebezeug. Außerdem dokumentiert es die über 260jährige Firmentradition der Firma J.D. Neuhaus bei Lösungen zur Bewegung von Lasten. J.D. Neuhaus gilt als eine der ältesten Firmen in Deutschland und befindet sich seit der Gründung in Familienbesitz.

FreizeitgestaltungBearbeiten

Freizeitbad HeveneyBearbeiten

Nahe dem Kemnader Stausee befindet sich das Freizeitbad Heveney, ein über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes „Spaßbad“.

FußballBearbeiten

In Witten Heven spielt der TuS Heven 09. Er hat Kunstrasenplätze (ein Groß- und ein Kleinfeld), jeweils mit Flutlichtanlage. Der Bundesligaprofi Timo Achenbach begann seine Karriere beim TuS Heven.

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Stepperfenne (Hrsg.): Heven durch 11 Jahrhunderte. Ein Beitrag zur Wittener Geschichte. Meinerzhagener Druck- und Verlagshaus Walther Kämper, Witten 1990, ISBN 3-88913-134-4 (Inhaltsverzeichnis [abgerufen am 22. Juni 2014]).
  • Paul Brandenburg, Karl-Heinz Hildebrand: Witten. Straßen, Wege, Plätze. Mit einem Beitrag zur Siedlungsgeschichte Wittens von Heinrich Schoppmeyer (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Witten. Band 1). VOHM, Witten 1989, ISBN 3-920611-13-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Witten-Heven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Angaben zur Fläche und zu den Einwohnerzahlen der Stadtteile (Memento vom 11. April 2015 im Internet Archive)
  2. Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 4,I: Einleitung und Register. I. Namenregister. Hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978, Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden. Sachregister. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 245.
  4. Die längste Straßenbahnfahrt Deutschlands (Memento vom 19. April 2013 im Internet Archive)