Rottendorf

Gemeinde in Bayern, Deutschland

Rottendorf ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rottendorf
Rottendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rottendorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 47′ N, 10° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 14,83 km2
Einwohner: 5311 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 358 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97228
Vorwahl: 09302
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 185
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 4
97228 Rottendorf
Website: www.rottendorf.eu
Erster Bürgermeister: Roland Schmitt (CSU)
Lage der Gemeinde Rottendorf im Landkreis Würzburg
Landkreis Main-SpessartLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimBaden-WürttembergIrtenberger WaldIrtenberger WaldGuttenberger WaldGuttenberger WaldGramschatzer WaldWürzburgWinterhausenUettingenSommerhausenRemlingen (Unterfranken)Reichenberg (Unterfranken)AltertheimZell am MainWaldbüttelbrunnWaldbrunn (Unterfranken)VeitshöchheimUnterpleichfeldLeinachThüngersheimTheilheimTauberrettersheimSonderhofenRottendorfRöttingenRiedenheimRandersackerProsselsheimOchsenfurtOberpleichfeldEisenheimNeubrunn (Unterfranken)MargetshöchheimKürnachKleinrinderfeldKistKirchheim (Unterfranken)Holzkirchen (Unterfranken)HöchbergHettstadtHelmstadtHausen bei WürzburgGünterslebenGreußenheimGiebelstadtGeroldshausenGerbrunnGelchsheimGaukönigshofenFrickenhausen am MainEstenfeldErlabrunnEisingen (Bayern)EibelstadtBütthardBieberehrenBergtheimAubLandkreis AnsbachRimparKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Rottendorf liegt in der Region Würzburg.

Die Gemeinde besteht aus drei Gemeindeteilen:[2]

Es gibt nur die Gemarkung Rottendorf.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Rottendorf, ursprünglich „Rotendorf“ oder „Rodendorf“, wurde um 1025 erstmals urkundlich erwähnt. Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Stift Haug), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Rottendorf 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel.[3] Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde. Auf seinem Gut in Rottendorf gründete 1836 Joel Jakob von Hirsch neben einer Brauerei eine Rübenzuckerfabrik, wobei er, um das Königreich von Rohrzuckerimporten aus Übersee unabhängig zu machen, von der bayerischen Regierung Unterstützung erhielt.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1950 2866
1961 3060[5]
1970 3935
1987 4286
1991 4438
1995 4699
2000 4761
2005 5238
2010 5259
2015 5354
2020 5642

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4277 auf 5329 um 1052 Einwohner bzw. um 24,6 %. Quelle: BayLfStat

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
40
30
20
10
0
37,22
28,21
18,48
16,09
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Rottendorf (15. März 2020)
    
Insgesamt 20 Sitze

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder (mit dem 1. Bürgermeister). Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 4282 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Rottendorf 2853 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 66,63 % lag.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Roland Schmitt (CSU). Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 92,54 % der Stimmen wiedergewählt.[8] Sein Vorgänger war Rainer Fuchs (BWG).

WappenBearbeiten

Blasonierung:Geteilt; oben in Rot drei silberne Spitzen, unten in Blau ein goldener Sparren.“[9]

Das Wappen wurde von dem inzwischen verstorbenen Rottendorfer Maler und Graphiker Ossi Krapf entworfen und am 15. Februar 1962 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt.

Wappenbegründung: Das Wappen zeigt den geteilten Schild; oben in Rot drei silberne Spitzen – unten in Blau ein goldener Sparren. Die drei silbernen Spitzen in Rot (Fränkischer Rechen) und die Wappenfarben Silber und Rot symbolisieren Hochstift und Domkapitel von Würzburg. Der goldene Sparren auf blauem Grund ist dem Wappen von Stift Haug, Würzburg, entnommen.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

  • Die Partnerschaft zum nordfranzösischen Ort Troarn (etwa zehn Kilometer von Caen entfernt) besteht seit 1987.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

TheaterBearbeiten

  • Theatergruppe Rottendorf e. V.

MusikBearbeiten

 
Kapelle
  • Symphonisches Blasorchester Rottendorf der Musikkapelle Rottendorf e. V.

BauwerkeBearbeiten

  • Käppele
  • Kriegerdenkmal
  • Wasserschloss
  • Katholische Kirche St. Vitus
  • Seinsheimschule, 1972 nach Plänen von Walther und Bea Betz erbaut,[10] die als ein Vorreiter des modernen Schulbaus in Deutschland gilt.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Rottendorf ist mit 3919 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Stand 30. Juni 2010) der größte Gewerbestandort im Landkreis Würzburg.[12]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • Hauptsitz von S.Oliver
  • Hauptsitz von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen
  • Hauptsitz von Frankonia
  • Hauptsitz von Norconia (Handelsvertretung für Norinco in Europa)

VerkehrBearbeiten

 
Ortsdurchfahrt

Rottendorf hat einen Bahnhof[13], an dem sich die Bahnstrecke Bamberg–Rottendorf von der Bahnstrecke Fürth–Würzburg abzweigt. Auf beiden Strecken verkehren stündlich je ein Regional-Express und eine Regionalbahn.

Rottendorf liegt an der Bundesstraße 8, über die die nahe gelegene Anschlussstelle Rottendorf und Biebelried der Autobahn 3 und der A 7 erreicht wird.

Rottendorf ist Endpunkt der im dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtakts geplanten Neubaustrecke.[14]

Öffentliche Einrichtungen und KulturBearbeiten

BildungBearbeiten

  • Grundschule Rottendorf mit Schwimmhalle[15]
  • Sing- und Musikschule
  • Kindergarten „Am Marienheim“ des Johannesverein e. V.
  • Kindergarten „Am Bremig“ der Evang. -Luth. Kirchengemeinde Rottendorf
  • Mini-Club s.Oliver, Betriebsträger BRK Kreisverband Würzburg

Vereine, SportBearbeiten

  • TSV 1869 Rottendorf, Fußball, Volleyball, Badminton, Radball, Tischtennis, Schach, Turnen und Gymnastik, Karate
  • Rottendorfer Karnevalsgesellschaft (RoKaGe), eine Abteilung des TSV Rottendorf
  • Bayerisches Rotes Kreuz, Bereitschaft Rottendorf
  • Wasserwacht, Ortsverband Rottendorf
  • Malteser Hilfsdienst e. V., Ortsverband Rottendorf
  • Freiwillige Feuerwehr Rottendorf
  • KKS-Rottendorf, Kleinkaliber-Schützenverein

PersönlichkeitenBearbeiten

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Andreas Schellhorn (1761–1845), Pfarrer, Dichter, Lexikograf und Sprachwissenschaftler, war als Geistlicher in Rottendorf tätig
  • Eulogius Böhler (1861–1943), Kirchenmaler und Restaurator, fertigte 1914 ein heute nicht mehr vorhandenes Kunstwerk für die örtliche Pfarrkirche an
  • Eduard Eichmann (1870–1946), Priester, Theologe und Kirchenrechtler, war drei Jahre lang als Kaplan in Rottendorf tätig
  • Fritz Geißler (1889–1971), Politiker und Jurist, war ab 1938 als Amtsverweser in Rottendorf tätig
  • Helga Strätling-Tölle (1927–2017), Psychotherapeutin und Schriftstellerin, lebte ab 1960 in Rottendorf
  • Gerhard Launer (* 1949), Luftbildfotograf, betreibt in Rottendorf die Gerhard Launer WFL-GmbH
  • Achim Heukemes (* 1951), Ultramarathonläufer, lebt in Rottendorf
  • Jürgen Müller (* 1963), Mediziner, besuchte in Rottendorf die Grundschule
  • Bas Kast (* 1973), Autor und Journalist, lebt in Rottendorf

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Rottendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Rottendorf – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Rottendorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 2. Februar 2021.
  3. Hubert Drüppel: „Ortsgeschichte – Aus Rottendorfs Vergangenheit“ auf rottendorf.eu
  4. Ursula Gehring-Münzel: Die Würzburger Juden von 1803 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, S. 499–528 und 1306–1308, hier: S. 510.
  5. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Gemeindedaten).
  6. Gemeinderatswahl 2020
  7. Gemeinderatswahl 2020
  8. Bürgermeisterwahl 2020
  9. Eintrag zum Wappen von Rottendorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. September 2017.
  10. Architekturmuseum der TU München, abgerufen am 23. November 2018.
  11. Colegios modernos en Alemania. In: Humboldt, Nr. 60 (1976), S. 30–43, hier S. 35–37.
  12. Gemeinde Rottendorf (Hrsg.): Jahresbericht der Gemeinde Rottendorf 2010. 53.
  13. Historie des Bahnhofs Rottendorf (Memento des Originals vom 15. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-rottendorf.de, S. 3 und 5.
  14. Marten Maier: Infrastrukturliste Bewertung: Maßnahmen des Planfalls „Deutschlandtakt“, laufende Nummer 44 des Unterabschnitts 2, Vorhaben des Potentiellen Bedarfs des Bedarfsplans der Bundesschienenwege. (PDF) In: bmvi.de. SMA und Partner, 17. August 2021, S. 12, abgerufen am 19. August 2021 („2-00“, „Entwurf“).
  15. www.rottendorf.eu: Schwimmbad.