Bütthard

Markt in Bayern, Deutschland

Bütthard ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Giebelstadt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bütthard
Bütthard
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bütthard hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 9° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Giebelstadt
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 36,26 km2
Einwohner: 1305 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97244
Vorwahl: 09336
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 122
Marktgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 3
97232 Giebelstadt
Website: www.buetthard.de
Erster Bürgermeister: Peter Ernst (CSU[2])
Lage des Marktes Bütthard im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Würzburg. Durch Bütthard führt der Fränkische Marienweg.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt sieben amtlich benannte Ortsteile[3]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Bütthard, Gaurettersheim, Gützingen, Höttingen, Oesfeld, Tiefenthal.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Ort wurde in einem Schutzbrief des Königs Arnulf von 889 erstmals erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. 1210 wird ein Vogt Gernot von Bütthard in Urkunden genannt. Ein Nachkomme Gernot’s, Gernodus, genannt Herolt verkauft 1304 seine Ansprüche auf den Büttharder Hocker(in)-Hof[4]. Von Ulrich IV. von Hanau kam die Burg Büttert im Tausch gegen die zweite Hälfte des Gerichtes Schlüchtern am 12. Januar 1377 zum Hochstift Würzburg. Fürstbischof Lorenz von Bibra verlieh dem Dorf im Jahr 1503 die Marktrechte. Das ehemalige Amt Bütthard des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig am Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Jüdische GemeindeBearbeiten

Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die am Marktplatz eine eigene Synagoge besaß, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus bis 1937 vertrieben oder in Konzentrationslager verbracht. Eine Gedenktafel am Rathaus erinnert an die jüdischen Einwohner, die während der Shoa umgebracht wurden.[5]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gaurettersheim, Gützingen, Oesfeld und Tiefenthal eingegliedert.[6] Am 1. Mai 1978 kam Höttingen hinzu.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1449[7] 1415[7] 1318 1328 1366 1333 1289 1285 1338

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2020[8]
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,45
32,16
26,39
WIR
WGO
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Bütthard (15. März 2020)
   
Insgesamt 12 Sitze
  • CSU: 5
  • WIR: 4
  • WGO: 3

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 12 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1.075 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Bütthard 824 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 76,65 % lag. Die Sitz- und Stimmenverteilung ist wie folgt:[9]

  • CSU: 5 Sitze (41,45 %)
  • WIR*: 4 Sitze (32,16 %)
  • WGO**: 3 Sitze (26,39 %)

* = Wir für Bütthard
** = Wahlgemeinschaft der Ortsteile

BürgermeisterBearbeiten

  • 0000–2002: Roman Floth (Wahlgemeinschaft der Ortsteile)
  • 2002–2020: Edwin Gramlich (CSU/Freie Wählergemeinschaft)
  • 2020–0000: Peter Ernst (CSU)

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Peter Ernst mit 51,79 % der Stimmen gewählt.[10]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden schreitend ein silbernes Lamm, das einen goldenen Dreschflegel schultert.“[11]

Das Wappenbild mit Lamm und Dreschhflegel verweist auf den einst bäuerlichen Charakter der Gemeinde.

BaudenkmälerBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 43 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 15 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 20 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 548. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 68 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2921 Hektar, davon waren 2847 ha Ackerfläche und 70 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

  • Im Kindergarten mit 74 genehmigten Plätzen werden 62 Kinder, davon 12 unter drei Jahre alt, von insgesamt 11 Personen betreut und gefördert. (Stand 2017)
  • In der Grundschule Bütthard werden 50 Kinder in zwei jahrgangsgemischten Klassen von vier Lehrerinnen unterrichtet. (Schuljahr 2018/19)

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Paul Hartung & Stefan Fach: Familienbuch Bütthard. Für den Zeitraum 1592 bis etwa 1930. Überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Verlag Andreas Stephan, Genealogische Dienstleistungen, Otzberg 2015.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bütthard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Marktgemeinderat. Gemeinde Bütthard, abgerufen am 5. Juni 2020.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/171246&attr=OBJ&val=1783
  4. Landesarchiv Baden-Württemberg (Hrsg.): Bütthard. R-US 1304 März 15.
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 545.
  7. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  8. https://okvote.osrz-akdb.de/OK.VOTE_UF/Wahl-2020-03-15/09679122/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_110_Gemeinde_Markt_Buetthard.html
  9. Gemeinderatswahl 2020
  10. Bürgermeisterwahl 2020, abgerufen am 7. Juli 2020
  11. Eintrag zum Wappen von Bütthard in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. September 2017.