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Waldbüttelbrunn

Gemeinde in Bayern, Deutschland

GeographieBearbeiten

Waldbüttelbrunn liegt acht Kilometer westlich von Würzburg im Norden Bayerns.

Ausdehnung des GemeindegebietsBearbeiten

Die Gemeinde hat eine Gesamtfläche von 1910,31 Hektar, davon sind 406,71 Hektar Wald, 1177,47 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt und 131,26 Hektar sind bebaut. Im Norden der Gemeinde befindet sich ein Gewerbegebiet mit über 1000 Beschäftigten.

GemeindegliederungBearbeiten

Waldbüttelbrunn gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der ursprüngliche Name Büttelbrunn besteht aus dem althochdeutschen Verb buddelen und dem althochdeutschen Wort brunno. Sie bedeuten „schäumen“ und „Quelle“. Der Ort wurde demnach an einer schäumenden Quelle errichtet. Als Bestimmungswort kommt aber auch der Personenname Butilo infrage. Dabei würde es sich um den ersten Siedler an der Quelle handeln. Der Namenszusatz Wald, der im Dialektnamen „Bidlbrunn“ nicht auftaucht, unterscheidet den Ort vom naheliegenden Gaubüttelbrunn.[3]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 988 Butelbrun
  • 1291 Butelbrunne
  • 1367 Waltbuttelbronn
  • 1376 Waltbuetelbruennen
  • 1791 Waltbüttelbrun
  • 1820 Waldbüttelbrunn

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahre 748 als Büttelbrunn. Damals tauchte der Ortsname im Zusammenhang mit einer Schenkung des Ritterstiftes St. Burkhard auf.

Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Waldbüttelbrunn 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert und im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1866 fand auf dem Gebiet von Waldbüttelbrunn eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt und 1998 beging die Gemeinde ihr 1250-jähriges Jubiläum.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Roßbrunn eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1950: 2398 Einwohner
  • 1961: 2705 Einwohner
  • 1970: 2926 Einwohner
  • 1987: 4066 Einwohner
  • 2000: ca. 4975 Einwohner[5]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Amtierender erster Bürgermeister Waldbüttelbrunns ist seit dem 1. Mai 2014 Klaus Schmidt (SPD), der bei der Kommunalwahl 2014 die Stichwahl um das Amt mit einer Mehrheit von 55,7 % der Stimmen für sich entscheiden konnte.[6]

GemeinderatBearbeiten

Die 20 Sitze im Waldbüttelbrunner Gemeinderat sind wie folgt verteilt:

WappenBearbeiten

Das Wappen von Waldbüttelbrunn zeigt einen Brunnen in den Farben rot und silber, die traditionellen fränkischen Farben.

PartnerschaftenBearbeiten

Waldbüttelbrunn pflegt Kontakte zur Thüringer Gemeinde Remptendorf (seit 1990), zur französischen Gemeinde Fleury-sur-Orne in der Normandie (1990/91) und zum Ort Radomysl nad Sanem in Polen.

Allianz WaldsassengauBearbeiten

Seit dem 20. November 2014 ist Waldbüttelbrunn zusammen mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert.[7] Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit.

SportBearbeiten

Sportliches Aushängeschild der Gemeinde ist die Handballabteilung der DJK Waldbüttelbrunn. Die erste Herrenmannschaft ist fester Bestandteil der Handball Bayernliga und trägt den Namen der Gemeinde über die Grenzen des Landkreises hinaus. Daneben existieren zahlreiche weitere Sportvereine. Zu den größten zählt die TSG Waldbüttelbrunn mit den Abteilungen Fußball und Tischtennis sowie der Radfahrverein Solidarität (insbesondere Radball und Kunstradfahren).

Rund um die Gemeinde herum erstreckt sich ein ausgeschildertes Netz von fünf Nordic-Walking-Strecken zwischen 2,2 km und 10 km Länge.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Öffentliche Gebäude und InstitutionenBearbeiten

Verwaltung/BürgerserviceBearbeiten

  • Gemeindezentrum
  • Kommunaler Wertstoffhof im Gewerbegebiet

Kulturelle EinrichtungenBearbeiten

  • Alte Kirche (kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen etc.)
  • Katholische Kirche St. Bartholomäus in Waldbüttelbrunn
  • Evangelisches Gemeindehaus Paul-Gerhardt-Haus in Waldbüttelbrunn
  • Haus am Horizont (Kunstwerk, 1998 im Rahmen der 1250-Jahr-Feier von Ulrike Hamprecht und 341 Kindern entworfen)
  • Katholische Kirche St. Josef in Roßbrunn
  • Katholische Kirche St. Kilian in Mädelhofen

JugendzentrenBearbeiten

  • Jugendzentrum (JUZ) Waldbüttelbrunn
  • Jugendzentrum (JUZ) Roßbrunn
  • Jugendzentrum (JUZ) Mädelhofen

SeniorenBearbeiten

  • Seniorenzentrum "Arche am Seeweg" (36 vollstationäre Pflegeplätze und sechs Tagespflegeplätze)

Historische GebäudeBearbeiten

Bildung und ErziehungBearbeiten

In Waldbüttelbrunn gibt es drei Kindergärten, ein weiterer befindet sich im Ortsteil Roßbrunn. In der Grund- und Mittelschule (Verbandschule) Waldbüttelbrunn werden Kinder und Jugendliche aus Waldbüttelbrunn, Mädelhofen, Roßbrunn, Hettstadt und Greußenheim unterrichtet.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waldbüttelbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/220630&attr=OBJ&val=1829
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 233 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  5. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Gemeindedaten nach Gebietsstand 1999).
  6. Wahlleiter der Gemeinde Waldbüttelbrunn, 31. März 2014 Bekanntmachung des Ergebnisses der Stichwahl zur Wahl des ersten Bürgermeisters am 30.03.2014 abgerufen am 27. August 2014
  7. Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen. Verein. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 29. Januar 2016; abgerufen am 20. Januar 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.allianz-waldsassengau.de