Tauberrettersheim

Gemeinde in Bayern, Deutschland

Tauberrettersheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tauberrettersheim
Tauberrettersheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tauberrettersheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 30′ N, 9° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Röttingen
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 8,56 km2
Einwohner: 866 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97285
Vorwahl: 09338
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 192
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Judenhof 1
97285 Tauberrettersheim
Website: www.tauberrettersheim.de
Bürgermeisterin: Katharina Fries (parteilos)
Lage der Gemeinde Tauberrettersheim im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Das Pfarrdorf Tauberrettersheim ist der einzige Ort der Gemeinde und zugleich der letzte bayerische Ort an der Tauber, nach dem ebenfalls bayerischen Röttingen im Nordosten und vor dem baden-württembergischen Schäftersheim im Westen, die beide in Luftlinie rund drei Kilometer entfernt sind. Es liegt in dessen 150 Meter tiefem Muschelkalktal am linken Ufer des Flusses. Der Dorfkern liegt westlich eines Grabens, der nur selten Wasser führt, der sogenannten Brunnenklinge. Seit vielen Jahren ist der Ort über die Brunnenklinge hinausgewachsen. Eine Brücke führt hinüber zur Talstraße St 2269 entlang dem rechten Tauber-Ufer mit dem Bahnhof an der ehemaligen Gaubahn. Über diesem wächst auf den flurbereinigten südexponierten Hängen des Flusstals Wein.

GeschichteBearbeiten

1103 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung. Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Tauberrettersheim 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel.

 
Die Tauberbrücke von Balthasar Neumann

Ab 1909 war Tauberrettersheim durch eine Nebenstrecke der württembergischen Bahn, später der Deutschen Reichsbahn und danach der Deutschen Bundesbahn an das Schienennetz angebunden. Über diese Nebenstrecke bestand auch eine Verbindung zur Gaubahn von Röttingen nach Ochsenfurt, die bei Bieberehren abzweigte und bis Röttingen mit der württembergischen Nebenstrecke identisch war. Der Personenverkehr wurde bereits 1967, der Güterverkehr in den 1980er Jahren eingestellt. Danach wurden die Gleise abgebaut und die Trasse des Taubertalradwegs in diesem Bereich auf den Bahndamm gelegt. Heute erinnert nur noch der frühere Bahndamm an die Zeit mit Eisenbahnanschluss.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Die Tauberbrücke wurde 1733 nach einem Entwurf von Balthasar Neumann errichtet.

Die Länge der fast symmetrischen Brücke beträgt zirka 54 Meter. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der mittlere Teil gesprengt und 1947 die Brücke wieder vervollständigt.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Tauberrettersheim

Rad- und WanderwegeBearbeiten

Tauberrettersheim liegt am Taubertalradweg.[2][3] Der Panoramaweg Taubertal führt ebenfalls durch den Ort.[4][5]

PolitikBearbeiten

Bürgermeister und GemeinderatBearbeiten

Bürgermeisterin ist seit 1. Februar 2019 Katharina Fries (parteilos); sie wurde am 28. Oktober 2018 mit 75,1 % der Stimmen gewählt und ihre Amtsdauer läuft bis 30. April 2026. Ihr Vorgänger war von 1990 bis zu seinem Rücktritt im Juni 2018 Hermann Öchsner (UWG/Freie Wähler).

Der Gemeinderat hat neun Mitglieder einschließlich der Bürgermeisterin. Da bei der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 kein Wahlvorschlag eingereicht worden war, wurden die acht Personen als Gemeinderäte bestellt, die von den Wählern am meisten genannt wurden.[6]

WappenBearbeiten

Die Beschreibung des 1980 eingeführten Gemeindewappens lautet: „In Rot über einer silbernen Brücke mit drei Bogen ein widersehender, golden nimbierter silberner Johannesadler, darunter eine goldene Weintraube.“

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Tauberrettersheim ist ein fränkischer Weinort an der Tauber.

ArbeitsplätzeBearbeiten

2017 gab es in der Gemeinde 33 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 358 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 325 Personen größer als die der Einpendler. Sechs Einwohner waren arbeitslos.

LandwirtschaftBearbeiten

2016 gab es 25 landwirtschaftliche Betriebe. Von der Gemeindefläche waren 573 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

BildungBearbeiten

Am 1. März 2018 gab es eine Kindertageseinrichtung mit 62 genehmigten Plätzen und 31 angemeldeten Kindern.

SportBearbeiten

Der 1922 gegründete 1. FC Taubertal Tauberrettersheim ist der einzige Sportverein im Ort und bietet Aktivitäten in den Bereichen Fußball, Tennis und Gymnastik an. Die erste Fußballmannschaft spielt im Fußballbezirk Hohenlohe.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Kilian Heller (1695–1738), als Bonifacius I. Heller 55. Abt des Benediktinerklosters in Seligenstadt
  • Joseph Ziegler (1902–1988), römisch-katholischer Priester, Alttestamentler und Rektor der Universität Würzburg

WeblinksBearbeiten

Commons: Tauberrettersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. „Der Klassiker“ - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  3. 1. Tagesetappe - Rothenburg o.d.T. bis Weikersheim - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  4. Panoramaweg Taubertal - Tourismusverband Liebliches Taubertal. In: liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  5. Panoramawanderweg Taubertal (Fernwanderweg) - wanderkompass.de. In: wanderkompass.de. Abgerufen am 3. August 2020.
  6. Gemeinderatswahl 2020