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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Altertheim liegt rund 16 Kilometer südwestlich von Würzburg und grenzt an den baden-württembergischen Main-Tauber-Kreis. Staatsstraße 2297. In etwa fünf Kilometern Entfernung besteht eine Anbindung an die Bundesautobahnen 3 und 81.

Das Gebiet gehört zur naturräumlichen Einheit Marktheidenfelder Platte als Teil der Mainfränkischen Platte. Die Orte liegen im Altbachtal. Dort hat auch der Altbach seine Quelle.

GemeindegliederungBearbeiten

Die drei Ortsteile Altertheims (in Klammern die Einwohnerzahl von 2007)[2]:

Daneben gibt es die Aussiedlerhöfe Niederhofen (Gemarkung Ober- und Unteraltertheim), Karlebach (Gemarkung Unteraltertheim) und Quelläcker (Gemarkung Steinbach).

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der Name Altertheim besteht aus dem weiblichen Personennamen Albtrud und dem althochdeutschen Wort heim.[3]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 775 Malbthrudeheim
  • 816 Albthrudeheim
  • 900 Alteretheim
  • 1137 Alderheim
  • 1234 Altertheim
  • 1349 Altertheym
  • 1419 Altertheim

GeschichteBearbeiten

Bis zur Gründung der VorläufergemeindenBearbeiten

Ober- und Unteraltertheim wurden erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 775 erwähnt. Das heutige Gemeindegebiet war ehemals ein Teil der Grafschaft Castell, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. 1806 wurden Unter- und Oberaltertheim zugunsten Bayerns mediatisiert. Die Orte wurden 1810 (Grenzpurifikation) dem Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana überlassen, mit dem sie 1814 endgültig an Bayern fielen. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Am 28. Juni 1825 brach ein Feuer aus, bei dem ein Großteil von Oberaltertheim ein Opfer der Flammen wurde.

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberaltertheim, Steinbach bei Würzburg und Unteraltertheim im Zuge der Gemeindegebietsreform zur neuen Gemeinde Altertheim zusammengeschlossen.[4] Im Jahr 1997 kam es zu kleineren Grenzänderungen gegenüber der baden-württembergischen Gemeinde Werbach.

Am 27. Juni 1978 stürzte ein Hubschrauber der US-Streitkräfte in Unteraltertheim ab. Die neun Insassen des Helikopters starben.[5]

ReligionenBearbeiten

Die Gemeinde ist überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt. Auch die Missionsgesellschaft Liebenzeller Mission hat sich etabliert. Die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche gehören zur Pfarrei Helmstadt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1840: 1371 Einwohner[6]
  • 1961: 1602 Einwohner[6]
  • 1970: 1695 Einwohner[6]
  • 1987: 1775 Einwohner[6]
  • 1991: 1911 Einwohner
  • 1995: 2074 Einwohner
  • 2000: 2094 Einwohner
  • 2005: 2144 Einwohner
  • 2010: 2068 Einwohner[6]
  • 2015: 1945 Einwohner

PolitikBearbeiten

Bürgermeister und GemeinderatBearbeiten

Der aktuelle Bürgermeister Adolf Hemrich-Manderbach (Zukunft Altertheim) löste den 24 Jahre im Dienst der Gemeinde stehenden Alfred Hemrich, Unabhängige Bürgervereinigung (UBV) als Bürgermeister am 1. Mai 2008 ab. 2014 wurde er mit 53,6 % der gültigen Stimmen wiedergewählt. Seine Vertreter im Amt sind seit 2014 der Zweite Bürgermeister Reinhold Drack (UBV) und der Dritte Bürgermeister Elmar Kuhn (UBV).

Von den 14 Gemeinderäten gehören seit der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 zwölf der Liste Unabhängige Bürgervereinigung und zwei der SPD an. Die Wahlbeteiligung bei dieser Wahl lag bei 74,7 %.

SteuereinnahmenBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 etwa 986.000 Euro, davon waren 95.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto). Der Schuldenstand je Einwohner belief sich auf 765 Euro und damit 236 Euro höher als im Jahr 2006.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geviert von Rot und Silber; in 1 und 4 eine silberne heraldische Rose mit goldenen Butzen.“[7]
Wappenbegründung: Die in der neuen Gemeinde Altertheim zusammengeschlossenen Gemeinden Oberaltertheim, Steinbach bei Würzburg und Unteraltertheim gehörten einst zum Herrschaftsbereich der Grafen von Wertheim; nach deren Aussterben (1556) ging dieses Gebiet an das gräfliche Haus Castell über. Das Castellsche Wappen zeigt die sogenannte Vierung von Rot und Silber; als Abzeichen der Grafen von Wertheim gilt die silberne heraldische Rose. In der vorliegenden Form diente die Vereinigung dieser beiden Sinnbilder bereits seit 1967 als Wappen der Gemeinde Oberaltertheim. Die neugebildete Gemeinde Altertheim hat dieses Wappen in unveränderter Form übernommen.

Allianz WaldsassengauBearbeiten

Seit dem 20. November 2014 ist Altertheim zusammen mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert.[8] Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Regelmäßige FesteBearbeiten

  • Kirchweih in Oberaltertheim, Unteraltertheim und Steinbach
  • Faschingsveranstaltungen in den jeweiligen Ortsteilen
  • Strackerfest
  • Alle zwei Jahre das Schlepperfest
  • Fest unter den Linden
  • Bergfest
  • Prunksitzungen des ACC
  • Brunnenfest
  • Feste zum 1. Mai in den jeweiligen Ortschaften
  • Motorradtreffen der Motorradfreunde Oberaltertheim
  • Feuerwehrfest alle zehn Jahre
  • Sängerkranzfest alle fünf Jahre

SynagogeBearbeiten

Im Ortsteil Oberaltertheim bestand bis in die Zeit der NS-Diktatur eine Synagoge, deren Einrichtung beim Novemberpogrom 1938 demoliert wurde. Die kleine Jüdische Gemeinde existierte bis 1942, als die noch verbliebenen jüdischen Familien zur Vernichtung in der Shoa deportiert wurden. Am Feuerwehrhaus in der Zaunlücke 2 erinnert eine Gedenktafel an das Gotteshaus und seine ausgelöschte Gemeinde.[9]

Im Ortsteil Unteraltertheim existiert noch eine Synagoge in der Brunnenstraße. Diese wird allerdings als Lagerhaus einer örtlichen Maler- und Verputzerfirma genutzt.

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet wird von der Staatsstraße St 2297 durchquert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft gab es 2014 keine, im produzierenden Gewerbe 31 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 28 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 869. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) und im Bauhauptgewerbe gab es keine Betriebe.

In der Landwirtschaft ging die Zahl der Betriebe, der allgemeinen Entwicklung folgend, deutlich zurück. Im Jahr 2010 bestanden im Jahr 36 landwirtschaftliche Betriebe (1999: 68) mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1465 Hektar. Davon waren 1351 ha Ackerfläche und 85 ha Dauergrünfläche.

Rad- und WanderwegeBearbeiten

Der Welzbachtalradweg verbindet Oberaltertheim nach etwa zwölf Kilometern in südwestlicher Richtung mit dem Taubertalradweg bei Werbach. In nordöstlicher Richtung führen Radwege über Waldbrunn, Eisingen und Höchberg bis zum Main-Radweg bei Würzburg.[10]

BildungBearbeiten

Im Jahre 2015 gab es folgende Einrichtungen:

  • In zwei Kindergärten, dem Evangelischen Kindergarten Oberaltertheim und dem Gemeindekindergarten Unteraltertheim, mit insgesamt 100 Kindergartenplätzen werden 74 Kinder betreut und gefördert.
  • In Oberaltertheim gibt es eine Grundschule[11] (die Arthur-Knorr-Schule[12] in der Kirchgasse 2[13])

In der Gemeinde geborenBearbeiten

  • Gertrud Rückert (* 1917 in Oberaltertheim; † 2011 in München), Gründerin bzw. Erfinderin des Philadelphischen Jahres (heute: Freiwilliges Soziales Jahr)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Altertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Altertheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 23 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  5. http://www.armyaircrews.com/huey.html
  6. a b c d e Altertheim: Amtliche Statistik des LfStat
  7. Eintrag zum Wappen von Altertheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 7. September 2017.
  8. Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen. Verein. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 29. Januar 2016; abgerufen am 20. Januar 2016.
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 112
  10. Inlinemap.net: Welzbachtalradweg. Online auf www.inlinemap.net. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  11. Website der Gemeinde
  12. www.stayfriends.de: Arthur-Knorr-Schule.
  13. Heidrun Groth: Deutschlands Schuladressen: Bayern. (Google-Books).