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Pyrbaum

Marktgemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pyrbaum
Pyrbaum
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pyrbaum hervorgehoben
Koordinaten: 49° 18′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 50,27 km2
Einwohner: 5837 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90602
Vorwahl: 09180
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 156
Marktgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
90602 Pyrbaum
Website: pyrbaum.de
Bürgermeister: Guido Belzl (Christliche Freie Wähler)
Lage des Marktes Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
PilsachVelburgNeumarkt in der OberpfalzSeubersdorf in der OberpfalzSengenthalPyrbaumPostbauer-HengParsbergMühlhausen (Oberpfalz)LupburgLauterhofenHohenfels (Oberpfalz)FreystadtDietfurt an der AltmühlDeiningBreitenbrunn (Oberpfalz)BerngauBerg bei Neumarkt in der OberpfalzBerchingNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis RothLandkreis SchwandorfLandkreis RegensburgLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis KelheimLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Pyrbaum, Luftaufnahme (2016)
Ortskern mit Rathaus

Pyrbaum ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Pyrbaum wird auch „Tor zur Oberpfalz“ genannt. Es war die erste Gemeinde Bayerns, die bereits am 1. Oktober 1970 die Gemeindegebietsreform vollzogen hat. Pyrbaum wird oft als Gemeinde mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Bayerns bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Markt Pyrbaum liegt als westlichste Gemeinde des Regierungsbezirks der Oberpfalz 20 km südöstlich der Stadt Nürnberg. Sein Gebiet ist größtenteils von Wald bedeckt. Als einzige Gemeinde der Oberpfalz gehört Pyrbaum zur Region Franken. Der Ort liegt auf einer Anhöhe. Der Ortsteil Neumühle ist der westlichste Punkt der Oberpfalz.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Pyrbaum gehören 14 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Oberhembach, Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 18. JahrhundertBearbeiten

Ein Faustkeilfund bei Rengersricht zeigt, dass schon in der Jungsteinzeit Jäger und Sammler die Gegend durchstreiften. Eine keltische Siedlung in Pruppach aus der Antike ist durch Überreste einer Keltenschanze auf dem Burgstall belegt.

Der Ort Pyrbaum wurde 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und gilt als ältester Ort der heutigen Gemeinde Pyrbaum. Von 1346 bis zu seinem Aussterben 1740 wurde Pyrbaum vom Geschlecht derer von Wolfstein beherrscht. Wilhelm von Wolfstein erbaute 1493 in Pyrbaum ein Schloss. Um 1510 erfolgte der Bau der Pfarrkirche zu Ehren von St. Georg, in dieselbe Zeit fiel der Bau der Gottesackerkapelle mit einem Flügelaltar. Um 1540 ließen die Wolfsteiner, die inzwischen das neue Bekenntnis angenommen hatten, in Pyrbaum die Reformation durchführen;[3] 1561 wurde diese abgeschlossen, die letzten Katholiken verließen den Ort. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gemeindegebiet stark in Mitleidenschaft gezogen.

1740 kam Pyrbaum nach dem Erlöschen der Wolfsteiner zu Bayern. Mithilfe des Kapuzinerordens wurde Pyrbaum rekatholisiert; am 14. April 1751 feierte ein Sulzbürger Kapuziner die erste Messe seit der Reformation im Pyrbaumer Getreidekasten. Im Schloss Pyrbaum wurde ein Gottesdienstraum eingerichtet und 1752 wurde eine ständige Wohnung für die Kapuziner, die aus Sulzbürg oder aus Neumarkt für die Abhaltung der Messe kamen, eingerichtet. Auch eine kleine Kirche wurde dort 1753, trotz des Einspruches der Franziskaner von Freystadt, die um ihre Einnahmen aus Almosen fürchteten, benediziert. Aufgrund der angestiegenen Zahl an Katholiken wurde in Pyrbaum am 13. Oktober 1756 auch eine katholische Schule (auch der erste katholische Lehrer war angestellt worden) und 1757 ein katholischer Friedhof auf landesherrlichem Grund eingerichtet. Der Bau des Kapuzinerhospizes (heute Pfarrhof am Oberhembacher Weg 2) erfolgte 1760, was nicht ohne Proteste der ortsansässigen evangelischen Bürger erfolgte, in die auch das Corpus Evangelicorum in Regensburg eingeschaltet wurde. Diese Konflikte über katholische Bittgänge und Prozessionen oder die Aufstellung von Bildstöcken und Kreuzen im öffentlichen Raum dauerten die nächsten Jahre an. Die letzte Beschwerdeschrift an das Corpus Evangelicorum datiert von 1768.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

 
Katholische Pfarrkirche Mater dolorosa in Pyrbaum

Am 5. März 1802 wurde das Kapuzinerhospiz aufgehoben und die hier lebenden Mönche in das Kapuzinerkloster Altötting umgesiedelt. Das Inventar wurde an die Pfarrei und an den dortigen Weltpriester übergeben. Am 14. Februar 1803 wurde als erster weltlicher Pfarrer Georg Maier ordiniert; er erhielt auch die Bibliothek der Kapuziner, so diese nicht bereits an einen Papiermacher verkauft war. Das Hospizgebäude wurde zum Pfarrhaus.

1853 brannte das Schloss ab, nicht jedoch die Kapelle, die 1880/81 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Diese Kirche brannte am Pfingstmontag 1899 ab. Im Jahr darauf erfolgte ein Neubau, der am 20. Januar 1901 benediziert wurde.[4]

1923 bekam die Gemeinde elektrischen Strom, ab 1954 Zug um Zug eine zentrale Wasserversorgung.[5]

EingemeindungenBearbeiten

Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die Gemeinden Pyrbaum, Oberhembach, Rengersricht und Seligenporten. Diese wurden am 1. Oktober 1970 zur Gemeinde Pyrbaum zusammengefasst.[6]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus des Marktes

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU 7 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Grüne 1 Sitz
  • Freie Wähler 4 Sitze
  • Christlich Freie Wähler Seligenporten-Rengersricht 3 Sitze
  • Freie Wähler Schwarzach 1 Sitz

BürgermeisterBearbeiten

Am 16. März 2014 wurde Guido Belzl (CFW) mit 81,4 % der Stimmen zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde wiedergewählt. Auf seine Gegenkandidatin Monika Werft (Grüne) entfielen 18,6 %.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Rot ein bewurzelter grüner Birnbaum mit goldenen Früchten. Das Wappen ist seit 1527 bekannt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Seit dem 29. Oktober 1988 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Csákvár, mit deren Nachbargemeinde Vértesboglár seit dem 31. Juli 1991.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ev. Pfarrkirche St. Georg

Im Ortsteil Seligenporten befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Seligenporten.

ParksBearbeiten

  • Tiergehege Faberhof

SportBearbeiten

  • HSG Pyrbaum/Seligenporten: Handball (1981 und 1992 Bayerischer Meister)
  • SV Seligenporten: Fußball (zurzeit Bayernliga)
  • Schützengilde 1876 Pyrbaum e. V.
  • Reit- und Fahrverein Seligenportener Klosterreiter e.V.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

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Bitte nur jährlich wiederkehrende Veranstaltungen auflisten, mit Angabe des Veranstaltungsmonats, aber ohne Jahresangaben (dabei WP:WWNI#8 beachten) - sofern vorhanden: Wikilinks zufügen
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  • Königsschießen der Schützengilde Pyrbaum
  • Saufeier der Schützengilde Pyrbaum
  • Wolfsteiner Fest
  • Pyrbaumer Weihnachtsmarkt
  • Pyrbaumer Pfingstkirchweih
  • Pyrbaumer Brunnenfest
  • Ball des Marktes
  • Adventskonzert in der Klosterkirche Seligenporten
  • Seligenportener Klosterhoffest
  • Seligenportener Kirchweih
  • Seligenportener Starkbierfest
  • Seligenportener Oldtimertreffen
  • Seligenportener Blues im Dorf
  • Kunst im Dorf Oberhembach
  • Grillfest der Stützpunktwehr Pyrbaum
  • Backofenfest Schwarzach (OGV)
  • Schwarzacher Kirchweih (jährlich am letzten Wochenende im September)

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

  • Pyrbaumer Gewürzbrot
  • Pyrbaumer Sauwetter-Tee
  • Seligenportener Klosterbier und Klostergold (Schnaps) der Brauerei Feihl
  • Schwarzacher Kirwaschnaps

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Markt Pyrbaum ist geprägt durch den starken Einfluss des angrenzenden Städtedreiecks Nürnberg–Fürth–Erlangen, in dem viele Pyrbaumer Bürger ihren Arbeitsplatz haben. Doch auch in der Gemeinde gibt es leistungsfähige Betriebe, insbesondere in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau, der Druck- und Klebetechnik, der Elektrotechnik und im Glasbau. In Pyrbaum steht der Bevölkerung eine Mehrzweckhalle für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung. Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dem Ort eine Grundschule, zwei Kindergärten, eine Bücherei, eine Apotheke sowie Allgemein-, Zahn- und Tierärzte, in Seligenporten einen Kindergarten, eine weitere Grundschule und je einen Zahn- und Tierarzt.

VerkehrBearbeiten

Der Markt Pyrbaum ist über Kreisstraßen und die Staatsstraße St 2402 an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. Zur Anschlussstelle Allersberg der BAB München–Nürnberg (A 9) sind es vom Ortsteil Seligenporten ca. 5 km, zur Anschlussstelle Neumarkt der BAB Nürnberg–Regensburg (A 3) sind es von den Ortsteilen Pyrbaum und Seligenporten jeweils ca. 18 km. Die Entfernung zur Bundesstraße 8 beträgt 5 km. Über die Kreisstraße NM 17 und die Staatsstraße St 2225 erreicht man in 25 Minuten Nürnberg.

Bis 1973 hatten Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten Haltestellen an der seither stillgelegten und inzwischen abgebauten Nebenbahnstrecke Burgthann–Allersberg.

MedienBearbeiten

  • Mitteilungsblatt für den Markt Pyrbaum

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Gemeindebücherei Pyrbaum
  • Gemeindearchiv Pyrbaum

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938.
  • Johann Kirchinger: Gebet und Gewalt in der Öffentlichkeit. Konfessionsbedingte Raumwahrnehmungen im Konflikt zwischen Kapuzinern und Protestanten in Sulzbürg und Pyrbaum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Tobias Appl; Manfred Knedlik (Hrsg.), Oberpfälzer Klosterlandschaft. Die Klöster, Stifte und Kollegien der Oberen Pfalz. S. 291 – 323. Friedrich Pustet, Regensburg 2016, ISBN 978-3-7917-2759-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek online
  3. Buchner II, S. 428
  4. Buchner II, S. 428–430
  5. Infobroschüre der Marktgemeinde Pyrbaum (Memento des Originals vom 6. August 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pyrbaum.de (PDF-Datei)
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pyrbaum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien