Dietfurt an der Altmühl

Stadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern

Dietfurt an der Altmühl (amtlich: Dietfurt a.d.Altmühl) ist eine Stadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dietfurt a.d.Altmühl
Dietfurt an der Altmühl
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dietfurt a.d.Altmühl hervorgehoben

Koordinaten: 49° 2′ N, 11° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 78,79 km2
Einwohner: 6150 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92345
Vorwahl: 08464
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 121
Stadtgliederung: 37 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 26
92345 Dietfurt a.d.Altmühl
Website: www.dietfurt.de
Erster Bürgermeister: Bernd Mayr[2] (UFW/FW-UPW)
Lage der Stadt Dietfurt a.d.Altmühl im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
PilsachVelburgNeumarkt in der OberpfalzSeubersdorf in der OberpfalzSengenthalPyrbaumPostbauer-HengParsbergMühlhausen (Oberpfalz)LupburgLauterhofenHohenfels (Oberpfalz)FreystadtDietfurt an der AltmühlDeiningBreitenbrunn (Oberpfalz)BerngauBerg bei Neumarkt in der OberpfalzBerchingNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis RothLandkreis SchwandorfLandkreis RegensburgLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis KelheimLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Die kurze Werklaber von der Brücke an der Hauptstraße aus gesehen
Die Stadtlaber fließt an der Mauer des Franziskanerklosters entlang

Der Name „Dietfurt“ setzt sich aus den Teilen „diet“ und „furt“ zusammen. Der Wortteil „diet“ stammt von ahd. diot = Volk, Schar. Auch die Bezeichnung „deutsch“ leitet sich davon ab. Furt bezeichnet eine flache Stelle im Fluss, an der das Durchqueren desselben möglich war. Dietfurt bedeutet folglich „Furt des Volkes“.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Stadt liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Ingolstadt und 40 Kilometer westlich von Regensburg auf einer Höhe von 364 m ü. NHN. Der namensgebende Hauptort liegt gegenüber einem kleinen Nordbogen der Altmühl auf dem geweiteten Nordwestufer einer Talspinne. Dort mündet auch die nordöstlich laufende Weiße Laber in die Altmühl und von Südwesten her erreicht die Sulz das zum Main-Donau-Kanal ausgebaute sogenannte Ottmaringer Tal des Flusses. Die Stadt liegt außerdem im Naturpark Altmühltal und ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Ausblick auf Dietfurt vom Kreuzberg aus Richtung Süden, Mai 2008

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 37 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Es gibt die Gemarkungen Arnsdorf, Dietfurt a.d.Altmühl, Eichelhof, Eutenhofen, Griesstetten, Grögling, Gundelshofen, Hainsberg (mit Ruine Ödenburg), Hebersdorf, Mallerstetten, Muttenhofen, Mühlbach, Ottmaring, Pestenrain, Predlfing, Schweinkofen, Staadorf, Töging, Unterbürg, Vogelthal, Wildenstein und Zell.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt grenzt im Uhrzeigersinn von Norden beginnend an folgende Gemeinden: Breitenbrunn, Hemau, Riedenburg, Beilngries, Berching.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 20. JahrhundertBearbeiten

Der 1109 erstmals urkundlich erwähnte und schon 1416 als Stadt bezeichnete Ort kam mit dem Aussterben der Grögling-Hirschberger Grafen 1305 an die Wittelsbacher. Nach dem Tod Kaiser Ludwigs IV. wurde es durch Erbteilung 1353–1425 Bestandteil des Wittelsbacher Teilherzogtums Straubing-Holland. Dietfurt an der Altmühl war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt Straubing des Kurfürstentums Bayern. Dietfurt besaß ein Stadtgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten.

Das bayerische Urkataster von 1808 erfasst über 200 Klein- und Kleinstbesitztümer im Stadtbereich.[4] In den 1840er Jahren brachte der Ludwig-Donau-Main-Kanal eine weitere wirtschaftliche Belebung.

Ab 1909 lag der Bahnhof Dietfurt (Altmühl) an der Bahnstrecke Neumarkt–Dietfurt, die seit 1967 stillgelegt ist.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Eutenhofen, Griesstetten, Hainsberg, Mallerstetten, Mühlbach, Staadorf, Unterbürg und Wildenstein eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Ottmaring, Töging und Vogelthal aus dem zu diesem Stichtag aufgelösten Landkreis Beilngries hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 5241 auf 6139 um 898 Einwohner bzw. um 17,1 %.

Jahr 1970 1987 1991 1995 2000 2003 2006 2009 2012 2015
Einwohner 5061 5257 5487 5862 6019 6142 6071 6054 5991 6084

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat besteht aus 20 gewählten und ehrenamtlich tätigen Stadträten sowie dem Ersten Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 15. März 2020 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

 
Dietfurter Rathaus
Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CSU 22,3 % − 4,9 4 − 1
SPD 9,8 % − 10,6 2 − 2
Christliche-Wähler-Union (CWU) 20,6 % + 0,8 4 ± 0
Unabhängige Freie Wähler Dietfurt (UFW) 22,8 % + 4,8 5 + 1
Freie Wähler-Unabhängige Parteifreie Wähler (FW-UPW) 18,2 % + 3,7 4 + 1
Grüne 6,2 % +6,2 1 + 1
Gesamt 100 % 20
Wahlbeteiligung: 69,1 % (2014: 73,46 %)

BürgermeisterBearbeiten

Zum Ersten Bürgermeister wurde bei der Kommunalwahl 2020 Bernd Mayr (UFW/FW-UPW) mit 57,5 % der gültigen Stimmen gewählt und setzte sich damit gegen die Kandidatin Helga Huber (CSU/CWU, 37,6 %) durch. Die Kandidatin der Grünen, Angeliki Gleixner, erreichte 4,9 % der gültigen Stimmen.[7] Vorgängerin von Mayr war Carolin Braun (SPD). Sie hatte sich in der Stichwahl am 30. März 2014 mit 67,1 % der Stimmen gegen Christian Linz (CSU/CWU, 32,9 %) durchgesetzt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein silberner Schrägbalken, der mit einer roten heraldischen Rose mit goldenen Butzen belegt ist.“[8]

Das Wappen ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt.

Wappenbegründung: Die Rose stammt wahrscheinlich aus dem apokryphen Wappen der Burggrafen von Riedenburg mit Sitz auf der Rosenburg, die bis zu ihrem Aussterben Ende des 12. Jahrhunderts das Altmühltal beherrschten. Über das Hirschberger Erbe kam Dietfurt 1305 an die Wittelsbacher. Das älteste Siegel des Gemeinwesens wird auf das ausgehende 14. Jahrhundert datiert; es ist in Abdrucken seit 1408 überliefert und zeigt eine Rose mit und ohne einem unzialen D als Ortsinitiale statt des Butzens. Wegen der Grenzlage zum Fürstbistum Eichstätt wurde Dietfurt 1416 zur Stadt erhoben. Das heutige Schildbild erscheint erstmals in einem Sekretsiegel um 1480, dann in vielen farbigen Wiedergaben. Der Balken kam anfangs auch schräglinks gewendet vor.

Bildung, Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stadtpfarrkirche Dietfurt
 
Chinesenbrunnen mit Osterschmuck
 
Dietfurter Chinesenfasching

Kindertageseinrichtungen und SchulenBearbeiten

  • Drei Kindertagesstätten mit insgesamt 256 Kindergartenplätzen und 233 Kindern
  • Grundschule Dietfurt a.d. Altmühl mit 12 Lehrern und 223 Schülern (Schuljahr 2018/19)[9]
  • Mittelschule Dietfurt a.d.Altmühl mit insgesamt 12 Lehrern und 151 Schülern (Schuljahr 2018/19)[10]

MuseenBearbeiten

  • Museum im Hollerhaus, einem restaurierten Jura-Bauernhaus
  • Altmühltaler Mühlenmuseum in der letzten noch laufenden Mühle im Altmühltal
  • Obermühle Mühlbach, unter anderem mit Dauerausstellung Stein.Wasser.Höhle
  • Wagnerei-Museum Zacherl
  • Erlebnisdorf ALCMONA (Abenteuer Geschichte)

BauwerkeBearbeiten

NaturschutzgebieteBearbeiten

NaturdenkmälerBearbeiten

Die Mühlbachquellhöhle, ein weit verzweigtes Höhlensystem, das öffentlich nicht zugänglich ist. Seit September 2006 gibt es über der Höhle einen höhlenkundlichen Weg, der Einblick rund um das Thema Höhle, Geologie, Dolinen usw. auf 15 Infotafeln bietet. Seit 2016 befindet sich im Stadel der Obermühle eine Dauerausstellung, die unter anderem über die Mühlbachquellhöhle informiert.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Weit bekannt ist der Dietfurter Chinesenfasching am Unsinnigen Donnerstag, dem Donnerstag vor Rosenmontag.

WirtschaftBearbeiten

2017 gab es in der Stadt 2023 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Von den Einwohnern standen 2604 in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. 32 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es in der Dietfurt 112 landwirtschaftliche Betriebe. Im Süden Dietfurts befindet sich das Gewerbegebiet Lände Dietfurt zwischen der Staatsstraße 2230 und dem Main-Donau-Kanal. In der Nähe befindet sich das Wasserkraftwerk Dietfurt.

VerkehrBearbeiten

Dietfurt ist durch die Staatsstraßen St 2230 und St 2234 sowie die Kreisstraßen NM 15 und NM 23 erschlossen.

Der öffentliche Personennahverkehr bedient Dietfurt mit sieben Buslinien. Diese vertakten nach Neumarkt, Beilngries und Parsberg.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dietfurt an der Altmühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Stadt Dietfurt an der Altmühl, abgerufen am 7. Juni 2020.
  3. Stadt Dietfurt an der Altmühl in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. Dezember 2017.
  4. Dietfurt auf Bayernatlas Klassik
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 557.
  6. Website Stadt Dietfurt a. d. Altmühl: Stadtratswahl 2020, Endergebnis
  7. Ergebnis Bürgermeisterwahl 2020, Stadt Dietfurt a.d.Altmühl
  8. Eintrag zum Wappen von Dietfurt an der Altmühl in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Grundschule Dietfurt a.d.Altmühl in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 18. September 2020.
  10. Mittelschule Dietfurt a.d.Altmühl in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 18. September 2020.
  11. Dietfurterin unterstützte Martin Luther. In: mittelbayerische.de. 30. Oktober 2015. Abgerufen am 31. Oktober 2015.