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Hohenfels (Oberpfalz)

Marktgemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern

GeografieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Bergfried der Burg Hohenfels

Auf einem Bergrücken im Ortskern steht die Ruine der Burg Hohenfels aus dem 12. Jahrhundert.

Der Markt Hohenfels war ab 1383 Teil der Kurpfalz und bis 1799 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts der Grundherrschaft Hohenfels. Hohenfels besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Der Ort wurde 1799 vollständig mit Bayern vereinigt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

In den Baracken des Truppenübungsplatzes richtete die US-Militärregierung 1945 ein Lager für Displaced Persons (DP) ein, in dem ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bis zu ihrer Heimkehr in ihre Ursprungsländer untergebracht wurden. Seit 1946 erinnert ein Gedenkstein an ihre Befreiung, ebenso seit 1948 das „Polenkreuz“, das von Häftlingen des Lagers Hohenfels-Lechow im Ortsteil Nainhof aufgerichtet wurde.[3]

 
Katholische Nebenkirche St. Sebastian

Im äußersten Nordosten des Truppenübungsplatzes und damit noch im Gemeindegebiet von Hohenfels steht die Burgruine Hohenburg, die sich oberhalb des im benachbarten Landkreis Amberg-Sulzbach gelegenen Kernorts der Gemeinde Hohenburg befindet; sie stammt aus der Zeit um das Jahr 1000 n. Chr.

Siehe auch: Hammerwerk Lauf

EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinden Bergheim, Enslwang, Frabertshofen, Kirchödenhart und Unterödenhart wurden 1939 für die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes der Wehrmacht abgesiedelt. Sie wurden in den Heeresgutsbezirk Hohenfels umgegliedert und am 1. Oktober 1944 aufgelöst. Am 1. Januar 1950 wurde der Heeresgutsbezirk aufgelöst und in die Gemeinde Nainhof-Hohenfels eingegliedert. Das Gebiet wurde bereits im Jahr 1951 abgesiedelt, aber erst am 1. Oktober 1970 in die Gemeinde Hohenfels übernommen.[4]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Großbissendorf, Markstetten und Raitenbuch eingegliedert.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2314 2381 2095 2124 2119 2170 2064 2130

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Bei der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:[6]

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,9 % 4
SPD Bayern (SPD) 8,7 % 1
Unabhängige Parteifreie Wählergemeinschaft 30,3 % 4
Christliche Freie Wähler 19,6 % 3
Aktive Bürger Liste 15,4 % 2

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist als Nachfolger von Heinrich Boßle (CSU/Unabhängige Frauen und Männer) seit dem 1. Mai 2008 Bernhard Graf (UPW). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 55,7 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein silberner Felsenberg mit hoher Spitze, an die sich in gekrüpfter Stellung ein linksblickender, rot gezungter goldener Löwe klammert.“

Das Wappen ist seit 1560 bekannt und wurde 1743 erneut bestätigt.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Seit Mai 2010 besteht ein Partnerschaftsabkommen mit dem tschechischen Strašice.

ReligionBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Ulrich

In Hohenfels befinden sich die katholische Pfarrkirche St. Ulrich sowie die Kapelle St. Sebastian; in Raitenbuch steht die Filialkirche St. Ägidius und in Großbissendorf St. Leonhard.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2016 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sowie im Produzierenden Gewerbe keine, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 27 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 109 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 907. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es jeweils einen Betrieb. Im Jahr 2010 bestanden zudem 38 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2289 ha. Davon waren 1557 ha Ackerfläche und 732 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2017):

  • einen Kindergarten mit 87 Kindergartenplätze und 85 betreuten Kindern
  • eine Grundschule mit vier Klassen, vier Lehrern und 68 Schülern

MilitärBearbeiten

Nordwestlich von Hohenfels liegt das Joint Multinational Readiness Center (JMRC), einer der größten Truppenübungsplätze in Deutschland. Dieser steht unter amerikanischer Verwaltung und wird hauptsächlich von der US-Armee benutzt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111104/191213&attr=OBJ&val=952
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 148
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 438.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 650.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hohenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien