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Breitenbrunn (Oberpfalz)

Marktgemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Breitenbrunn
Breitenbrunn (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Breitenbrunn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 5′ N, 11° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 401 m ü. NHN
Fläche: 70,79 km2
Einwohner: 3460 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92363
Vorwahl: 09495
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 115
Marktgliederung: 34 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Von-Tilly-Straße 7
92363 Breitenbrunn
Website: www.breitenbrunn.de
Bürgermeister: Johann Lanzhammer (Freie Wähler)
Lage des Marktes Breitenbrunn im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
PilsachVelburgNeumarkt in der OberpfalzSeubersdorf in der OberpfalzSengenthalPyrbaumPostbauer-HengParsbergMühlhausen (Oberpfalz)LupburgLauterhofenHohenfels (Oberpfalz)FreystadtDietfurt an der AltmühlDeiningBreitenbrunn (Oberpfalz)BerngauBerg bei Neumarkt in der OberpfalzBerchingNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis RothLandkreis SchwandorfLandkreis RegensburgLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis KelheimLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Breitenbrunn ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz und staatlich anerkannter Erholungsort.

GeografieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Zwischen 863 und 892 wurde Breitenbrunn unter Embricho, 863 bis 891 siebenter Bischof des Bistums Regensburg als „Preitprunnin“ erstmals, vermutlich in einer Besitzaufstellung der Grundherrschaft Breiteneck, genannt.

Im 12. Jahrhundert unterstand die Herrschaft Breiteneck nordwestlich von Kelheim den Herren von Laaber, später den Familien von Hirschberg, von Pappenheim, von Wildenstein und von Gumppenberg. Im 13. Jahrhundert verfügte die Herrschaft Breitenegg über einen Galgen. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhielt man das Marktrecht. Kurz vor 1600 kam ein Teil der Grundherrschaft zum Fürstentum Pfalz-Neuburg. 1611 kaufte Bayern den Anteil der Pfalz-Neuburg.

1624 schenkte Kurfürst Maximilian von Bayern seinem 1623 zum Reichsgrafen erhobenen Feldherrn Johann t’Serclaes von Tilly die Herrschaft Breitenegg, die 1631 auch die Landeshoheit und 1635 die kaiserliche Bestätigung der Reichsunmittelbarkeit erhielt. Im April 1632 verübten die Schweden Gräueltaten in Breitenbrunn. Seit 1649 gehört die Grundherrschaft Breitenegg (Breiteneck) bis zur Bauernbefreiung 1848 dem bayerischen Reichskreis an. Mit dem Erlöschen der Grafen von Tilly im Mannesstamm fielen 1724 in Bayern deren Lehen, die drei getrennten Teile Freystadt an der Schwarzach; Schloss und Markt Holnstein und der Marktflecken Hohenfels und die zwei Eigengüter, zwei getrennte Teile mit Schloss und Markt Breitenbrunn und Schloss Helfenberg 1732 über eine Gräfin von Montfort, eine Schwester des Grafen von Tilly, an die Freiherrn von Gumppenberg. Die Reichsgrafschaft Breitenegg, deren Sitz Breitenbrunn war, wurde von den Freiherren von Gumppenberg 1792 an den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor verkauft. Breitenbrunn blieb Markt mit magistratischen Eigenrechten.

Im Jahr 1601 befand sich in Breitenbrunn eines von den damals drei Tanzhäusern des Bistums. 1618 ist eine Badstube erwähnt. 1625 wurde die Rosenkranzbruderschaft gegründet. 1737/38 wurde die neue Friedhofkirche gebaut. Im Jahr 1723 gab es sieben Brauereien, eine davon durfte Weißbier brauen. 1774 wurde die Sebasti-Bruderschaft gegründet. Im Jahr 1801 waren Franzosen einquartiert. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingemeindung von Buch (mit Bottelmühle und Froschau), Dürn (mit Blödgarten, Franklmühle und Hohenbügl), Erggertshofen (mit Höhenberg, Leiterzhofen, Ödenhaid, Siegertshofen und Wolfertshofen) und Langenthonhausen (mit Stockeracker). Am 1. Juli 1972 kamen Gimpertshausen und Premerzhofen (mit Eismannsdorf und Schmidhof) hinzu.[5] Am 1. Januar 1978 kamen mit dem Abschluss der bayerischen Gemeindegebietsreform die Gemeinden Hamberg und Kemnathen zu Breitenbrunn.[6]

Bei dem Ortsteil Breitenegg befindet sich auf einer Bergspitze die Ruine der Burg Breitenegg aus dem 13. Jahrhundert.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Seit 1. Mai 2014 leitet Johann Lanzhammer (FW) als erster Bürgermeister den Markt Breitenbrunn; seine Stellvertreter sind der zweite Bürgermeister Stefan Schmid (FW) und der dritte Bürgermeister Andreas Gabler (SPD). Vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2014 leitete Josef Kellermeier als erster Bürgermeister den Markt Breitenbrunn; seine Stellvertreter waren der zweite Bürgermeister Willibald Pollinger (CSU) und der dritte Bürgermeister Anton Auer (CSU). Vom 1. Mai 1984 bis 30. April 2008 leitete Josef Köstler als erster Bürgermeister den Markt Breitenbrunn.

MarktgemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung im Marktgemeinderat seit 2002

Marktgemeinderatswahl 3. März 2002 2. März 2008 16. März 2014
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 16 11 8
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1 2
Freie Wähler (FW) 4 6

Fraktionssprecher (Stand 1. Mai 2014) sind: Anton Auer Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) Andreas Gabler Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Heidi Ehrl Freie Wähler (FW)

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein goldener Röhrenbrunnen, auf der Längsseite des Brunnentroges drei sechsstrahlige silberne Sterne.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Seit dem 10. November 1974 mit der gleichnamigen Gemeinde Breitenbrunn am Neusiedler See in Österreich.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Tillyfest, Breitenbrunn 2009

BauwerkeBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Anfang September findet das historische Tillyfest statt.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien und reichsunmittelbaren Geschlechter von Mittalter bis zur Gegenwart. 6., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44333-8 (Herrschaft Breitenegg Seite 86).
  • Eduard Dietz: Preitprunnin. 2000 Jahre Geschichte im Tal der Laber. Hrsg. v. Albert Braun. Breitenbrunn, 1986 (Geschichte der ehemals reichsfreien Herrschaft Breitenegg, des Marktes Breitenbrunn und der Großgemeinde von der ersten Besiedelung bis heute)
  • Visitationen - F.X. Buchner

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt & Verwaltung. Abgerufen am 13. Januar 2018 (deutsch).
  3. Markt Breitenbrunn. 16. April 2016, abgerufen am 16. April 2016.
  4. Markt Breitenbrunn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. Dezember 2017.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 546.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 649.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Breitenbrunn (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien