Hembach (Rednitz)

Nebenfluss der Rednitz
Hembach
Der Hembach zwischen Furth und Schwand

Der Hembach zwischen Furth und Schwand

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242156
Lage Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rednitz → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle ca. 1300 m nördlich von Pyrbaum
49° 18′ 28″ N, 11° 17′ 37″ O
Quellhöhe 429 m
Mündung in Rednitzhembach in die RednitzKoordinaten: 49° 18′ 14″ N, 11° 4′ 33″ O
49° 18′ 14″ N, 11° 4′ 33″ O
Mündungshöhe 315 m
Höhenunterschied 114 m
Sohlgefälle 5,3 ‰
Länge 21,7 km[1]
Einzugsgebiet 56,64 km²[1]
Gemeinden Pyrbaum, Wendelstein, Schwanstetten, Rednitzhembach

Der Hembach ist ein ganzjähriges Fließgewässer 2. und 3. Ordnung in den bayerischen Landkreisen Neumarkt und Roth.[2]

VerlaufBearbeiten

Der Hembach entsteht ca. 1300 m nördlich von Pyrbaum, als Zusammenfluss von fünf Quellen aus den Waldgebieten Stümpfling, Laubenheid und Dachsbau, auf einer Höhe von 429 m über NN.[3]

In der Geländesenke Brachergraben fließt er westwärts, unterquert die Kreisstraße NM 17 und speist anschließend den 1 km² großen Stockweiher, dem auch den Mühlbachgraben und von Süden her der Moosgraben zufließen. Aus dem Stockweiher heraus verläuft der Bach zunächst parallel zur Kreisstraße NM 17 nach Nordwesten durch Oberhembach hindurch, nimmt am Ortsausgang die gereinigten Abwässer der dortigen Kläranlage auf und fließt durch die zur Fischzucht genutzten Neumühlweiher und Neuweiher weiter nach Dürrenhembach. Hier kommt von Norden her der rechte Zufluss des Dürrenbaches hinzu und nach weiteren zwei Kilometern durch den Dürrenhembacher Wald wird die BAB 9 unterquert. Hier erreicht der Hembach seinen nördlichsten Punkt und ändert seine Richtung nach Südwesten, durchfliesst Sperberslohe und nimmt wiederum am Ortsausgang die gereinigten Abwässer der Kläranlage auf. Die nächsten drei Kilometer verlaufen durch die sehr dichten Tannenbestände der Forstgebiete Kessel im Norden und Hebenbach im Süden, wo als linker Zufluss der sehr klare Höllenbach hinzukommt, bevor der historische Köhlereiort Furth erreicht wird. Vom Forst Hebenbach hat der Hembach wahrscheinlich auch seinen Namen erhalten, und wird im Gewässerkataster nunmehr als Fließgewässer 2. Ordnung beschrieben. Der Charakter des Gewässers ändert sich hier allmählich vom Wald- zum Wiesenbach. Aus dem Forst Lach kommt nun von links der Lachgraben hinzu und allmählich wäre die Bezeichnung "Flüßchen" treffender. Es folgen, nach weiteren fischwirtschaftlich genutzten Weihern, aufgelassenen Sandgruben und den Zuflüssen mehrerer namenloser Wiesenbäche zunächst das Schwander Industriegebiet und dann den Ort Schwand, der teilweise verdolt durchflossen wird. Ab dem Ortsausgang von Schwand ändert der Hembach wiederum seine Richtung und fließt jetzt nordwestlich, diesmal parallel zur Kreisstraße RH 1, beginnt dort weiträumiger zu mäandern und erreicht Mittelhembach. Er fließt südlich am Ort vorbei, in ein neuzeitliches Einlaufbauwerk mit Treibgutrechen und unterquert dann in einem stattlichen 120 Meter langen und 9 Meter tiefen Düker den Main-Donau-Kanal. Nach dem Passieren der Einöden Holzgut, Hagershof, Unter- und Oberfichtenmühle, wird er noch von der hier autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 2 überquert, bevor er nach weitern 500 Metern zwischen Plöckendorf und Rednitzhembach auf einer Höhe von 315 m über NN von rechts in die Rednitz mündet.[4]

GewässergüteBearbeiten

Der Hembach fließt bereits als kritisch belastet aus der Oberpfalz in den Landkreis Roth hinein. Nach der Aufnahme des Dürrenbaches verbessert sich allerdings die Wasserqualität beträchtlich, und verbleibt Dank der Selbstreinigungskräfte der Natur im Verlauf der nachfolgenden Waldgebiete bis Schwand auch nur mäßig belastet. Gewässerabschnitte mit mäßiger Verunreinigung und guter Sauerstoffversorgung zeigen eine sehr große Artenvielfalt und Individuendichte von Algen, Schnecken, Kleinkrebsen, Insektenlarven und Fischen. Wasserpflanzenbestände bedecken entsprechend ihren individuellen Standortbedürfnissen teils auch größere Flächenabschnitte. Ab Schwand gilt der Hembach jedoch wieder als kritisch belastet. Der Eintrag von organischen, sauerstoffzehrenden Stoffen bewirkt einen kritischen Zustand. Fischsterben infolge Sauerstoffmangels sind möglich und auch ein Rückgang der Artenzahl bei Makrophyten sowie eine Neigung zur Massenentwicklungen von einzelnen Pflanzen- und Tierarten sind zu beobachten. Etwa ab der Oberfichtenmühle bis zur Mündung in die Rednitz verbessert sich der Gewässerzustand dann wieder allmählich zu mäßig belastet hin.[5]

LiteraturBearbeiten

  • BAIER, A. (2004): Geologie und Hydrogeologie des Hembach- und Höllenbachgebietes im Südlichen Nürnberger Reichswald: Geogene und anthropogene Beeinflussungen zweier naturnaher Fließgewässer am Südrand des Nürnberger Beckens.- Geol. Bl. NO-Bayern 54, 1-4: 101-168, 25 Abb., 5 Taf., Erlangen 2004. *URL: [1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 39 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  2. Gewässerkataster im LKr Roth, Hembach
  3. | Quellgebiet des Hembaches, BayernAtlas
  4. Verlauf des Hembachs, Bayernatlas
  5. Gewässergüte im Landkreis Roth, abgerufen am 28. Januar 2015 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/home.arcor.de