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Parasite (Film)

südkoreanischer Film aus dem Jahr 2019

Parasite (Originaltitel: Gisaengchung) ist eine Familientragikomödie des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho aus dem Jahr 2019. Der Film gewann bei den 72. Internationalen Filmfestspielen von Cannes als erster südkoreanischer Film die Goldene Palme.

Filmdaten
Deutscher TitelParasite
OriginaltitelGisaengchung (기생충)
ProduktionslandSüdkorea
OriginalspracheKoreanisch
Erscheinungsjahr2019
Länge132 Minuten
Stab
RegieBong Joon-ho
DrehbuchBong Joon-ho
MusikJeong Jae-il
KameraHong Kyung-pyo
SchnittYang Jin-mo
Besetzung
Die Besetzung von Parasite. Von links nach rechts: Choi Woo-shik, Jo Yeo-jeong, Jang Hye-jin, Park So-dam, Lee Sun-kyun und Song Kang-ho.

HandlungBearbeiten

Die vierköpfige Familie Kim – bestehend aus Kim Gi-taek, seiner Frau Chung-sook, Sohn Gi-u und Tochter Gi-jeong – lebt in ärmlichen Verhältnissen ohne stabiles Einkommen in einer schäbigen Wohnung im Untergeschoss eines Hauses. Ein alter Schulfreund des Sohnes Gi-u schlägt diesem vor, ihn während seiner Abwesenheit als Nachhilfelehrer für Englisch bei einer wohlhabenden Familie zu vertreten. Seine Schwester Gi-jeong fälscht für ihn ein Diplom und weitere Dokumente. So wird er bei der Familie Park als Lehrer für ihre Tochter Da-hye angestellt. Dabei entdeckt er, dass der Sohn der Familie gerne malt. Dabei empfiehlt er Frau Park eine Freundin namens Jessica, die in Illinois studiert habe und Kunsttherapie unterrichtet. Frau Park möchte sie kennen lernen. Allerdings handelt es sich in Wirklichkeit um Gi-us Schwester Gi-jeong. Sie kann Frau Park durch ihre Methoden und ihr Auftreten überzeugen und wird als Da-songs Kunstlehrerin angestellt. Nach dem Unterricht soll der Fahrer der Familie sie nach Hause bringen. Gi-jeong erkennt die Gelegenheit, die Situation auszunutzen. Während der Fahrt zieht sie ihre Unterwäsche aus und hinterlässt sie hinten im Auto. Als Herr Park diese entdeckt, geht er davon aus, sein Fahrer hätte hinten Sex gehabt.

Daraufhin entlassen sie den Fahrer, wobei Jessica einen alten Bekannten als Fahrer vorschlägt. Dabei handelt es sich allerdings um ihren Vater. Nun soll schließlich auch die Haushälterin der Familie, Moon-gwang, zu Gunsten ihrer Mutter verschwinden. Diese ist jedoch schon länger in dem Anwesen als Familie Park selbst. Zuvor arbeitete sie für den Architekten, der das Haus entworfen hat. Die Familie schmiedet einen Plan. Dabei gelingt es ihnen, Frau Park glauben zu machen, die Haushälterin sei an Tuberkulose erkrankt und eine Gefahr für die Kinder. So wird sie schließlich entlassen und Chung-sook wird eingestellt.

Zum Geburtstag von Da-song unternimmt die Familie Park einen Campingausflug. Familie Kim nutzt das aus, um die Zeit im Haus zu verbringen und den Wohlstand zu genießen. Doch die alte Haushälterin kehrt zurück und sagt, sie habe etwas im Haus vergessen, was sie gerne noch holen möchte. Chung-sook lässt sie rein, während sich der Rest der Familie versteckt. Als sie nicht aus dem Keller zurückkommt, schaut Chung-sook, was los ist. Sie versucht einen Schrank zu verschieben. Chung-sook hilft ihr. Dahinter befindet sich eine Tür zu einem unterirdischen Bunker. Dort wohnt Moon-gwangs Ehemann. Chung-sook ist geschockt. Nur Moon-gwang wisse von dem Bunker. Als der Architekt das Haus verkaufte, erwähnte er Familie Park gegenüber den Bunker nicht, da er ihm peinlich war. Beim Besitzerwechsel nutzte Moon-gwang die Gelegenheit, ihren Mann dort vor Kredithaien zu verstecken und ihm gelegentlich Essen zu bringen.

Chung-sook will die Polizei rufen. Doch der Rest der Familie Kim hörte auf der Treppe zu. Als Gi-taek ausrutscht und die ganze Familie nach unten stürzt, erkennt Moon-gwang, dass es sich um eine einzige Familie handelt Sie macht ein Video und will es an Yeon-kyo senden, falls die Familie nicht auf ihre Forderungen eingeht. In einem Moment der Unaufmerksamkeit kann Gi-u das Smartphone entwenden. Es gelingt ihnen Moon-gwang und ihren Mann zu überwältigen und in den Bunker zu sperren. Allerdings ruft nun Yeon-kyo an und sagt, der Campingausflug sei aufgrund des Starkregens ausgefallen und Chung-sook solle das Essen vorbereiten. Schnell räumt die Familie das gröbste auf, während Chung-sook essen macht. Doch die Familie kann das Haus nicht rechtzeitig verlassen und versteckt sich unter der Polstergarnitur, bis Herr und Frau Park schlafen.

Als sie das Haus verlassen und durch den strömenden Regen nach Hause laufen, erkennen sie, dass die Kanalisation übergelaufen ist und ihr gesamtes Haus unter Wasser steht. Die Nacht müssen sie in einer Sporthalle verbringen. Direkt am nächsten Tag plant Frau Park eine Feier für ihren Sohn. Dabei wird auch die gesamte Familie Kim benötigt. Gi-taek soll mit Yeon-kyo einkaufen gehen. Chung-sook wird als Haushälterin für diverse Planungen benötigt. Gi-jeong soll als Kunstlehrerin von Da-song auch da sein und Tochter Da-hye möchte, dass Gi-u auch kommt. Während Gi-jung und Chung-sook beratschlagen, wie sie eine Vereinbarung mit Moon-gwang und ihren Mann ausmachen können, hat Gi-u eine Entscheidung gefällt. Er betritt den Bunker und will beide umbringen. Doch Moon-gwang ist bereits an ihren Verletzungen des Vortages verstorben. Ihr Ehemann kann Gi-u überwältigen und einen großen Stein auf seinen Kopf werfen. Er verliert sehr viel Blut. Schließlich möchte er auch noch die anderen Familienmitglieder töten. Als Gi-jung Da-song eine Torte übergeben will, sticht er mit einem Messer auf Gi-jung ein. Chung-sook und Gi-taek kämpfen mit ihm. Alle anderen wollen nur flüchten. Herr Park will von Gi-taek die Autoschlüssel. Doch diese landen unter Moon-gwangs Ehemann, der noch mit Chung-sook kämpft. Sie kann ihn mit einem Spieß töten und Herr Park versucht an die Schlüssel zu kommen. Doch er schreckt vom Geruch zurück. Schließlich nimmt Gi-taek das Messer, sticht auf Herr Park ein und verschwindet.

Gi-u erwacht im Krankenhaus. Seine Schwester ist verstorben, sein Vater verschwunden. Vor Gericht kamen sie mit einer Bewährungsstrafe weg. Weiterhin leben sie im schäbigen Untergeschoss. Eines nachts möchte Gi-u das Haus erneut sehen. Er sieht, dass das Licht über der Treppe im Morsecode aufleuchtet. Sein Vater befindet sich im Bunker und hält sich dort versteckt. Gi-u stellt sich vor, wie er eines Tages reich ist, das Haus kauft und sein Vater einfach nur nach oben kommen müsste.

ProduktionBearbeiten

Die Dreharbeiten begannen Ende Mai 2018[1] und endeten im September 2018.[2] Der Film feierte seine Weltpremiere am 21. Mai 2019 anlässlich der 72. Internationalen Filmfestspiele von Cannes.[3][4] In den südkoreanischen Kinos lief er am 30. Mai 2019 an.[5] Koch Media sicherte sich die Vertriebsrechte an Parasite für den deutschsprachigen Raum.[6] Ein Kinostart in Deutschland ist am 17. Oktober 2019 geplant.[7]

RezeptionBearbeiten

In der internationalen Kritikerumfrage zum 72. Filmfestival von Cannes der Zeitschrift Screen erreichte Parasite mit 3,5 von 4 möglichen Punkten den höchsten Wert aller Wettbewerbsfilme der Festspiele 2019.[8] In Südkorea wurden über 10 Millionen Kinotickets verkauft.[9] Es ist der erfolgreichste südkoreanische Film in Frankreich mit mittlerweile über 1,5 Millionen Kinobesuchern.[10][11] Der Film ist außerdem der südkoreanische Beitrag für die Oscarverleihung 2020 in der Kategorie Bester internationaler Film.[12]

Jessica Kiang von der Variety beschreibt Parasite als „bemerkenswerte rabenschwarze Tragikomödie über soziale Ungleichheit im modernen Korea“. Dem Szenendesigner Lee Ha-jun sei mit dem Kontrast der Häuser der beiden Familien mit Raum und Licht ein meisterhaftes Beispiel zur Darstellung eines Klassenunterschieds gelungen. So grausam, brillant und sarkastisch der Film durch seine Machart und seinen Humor auch sei, sei er genauso düster. Untermalt werde dies von Hong Kyung-pos makelloser Kameraführung.[13] Für Jonathan Romney von Screen Daily ist Parasite von Anfang bis Ende eine „unheilvolle Freude“. Der Film sei erfinderisch und voller Überraschungen. Nach seiner Interpretation seien die Handlungen der Familie Kim vielleicht nicht gerechtfertigt, werden aber von der wirtschaftlichen Wirklichkeit angetrieben. In der Welt verachten die Reichen die Armen nicht, behandeln sie aber wie Dreck, was im Film durch den widerspenstigen Geruch zum Ausdruck gebracht würde. Die Besetzung laufe zur Höchstform auf in einer Reihe voller unverschämter und kleinlicher Situationen mit punktgenauer Komik.[14] Für Verena Lueken von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war Parasite einer der Höhepunkte von Cannes und stelle Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood in den Schatten.[15]

AuszeichnungenBearbeiten

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2019

Sydney Film Festival[17]

  • Gewinner des Sydney Film Prize für den besten Film

Chunsa Film Awards 2019[18]

  • Auszeichnung in der Kategorie beste Regie für Bong Joon-ho
  • Auszeichnung in der Kategorie bestes Drehbuch für Bong Joon-ho und Han Jin-won
  • Auszeichnung in der Kategorie beste Darstellerin für Jo Yeo-jeong
  • Auszeichnung in der Kategorie beste Nebendarstellerin für Lee Jung-eun

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sonia Kil: Bong Joon-ho’s ‘Parasite’ Starts Shooting (EXCLUSIVE). In: Variety. 30. Mai 2018, abgerufen am 12. November 2018 (englisch).
  2. Pierce Conran: BONG Joon-ho’s PARASITE Wraps Production. In: Korean Film Biz Zone. KOFIC, 29. Oktober 2019, abgerufen am 14. April 2019 (englisch).
  3. Screening Guide 2019. In: festival-cannes.com (PDF-Datei, 222 KiB; abgerufen am 9. Mai 2019).
  4. Patrick Frater: Bong Joon-ho’s ‘Parasite’ Earns Five-Minute Cannes Ovation. In: Variety. 21. Mai 2019, abgerufen am 22. Mai 2019 (englisch).
  5. Lee Gyu-lee: Bong's new movie 'Parasite' out May 30. In: The Korea Times. 3. Mai 2019, abgerufen am 3. Mai 2019 (englisch).
  6. Pierce Conran: BONG Joon-ho’s PARASITE Claims Early Sales. In: Korean Film Biz Zone. KOFIC, 9. November 2018, abgerufen am 12. November 2018 (englisch).
  7. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 29. Juni 2019.
  8. Ben Dalton: Bong Joon Ho’s 'Parasite' finishes top of Screen’s Cannes 2019 jury grid. In: Screen International. 25. Mai 2019, abgerufen am 25. Mai 2019 (englisch).
  9. Parasite (2019). In: Korean Film Biz Zone. Korean Film Council, abgerufen am 7. Juni 2019 (englisch).
  10. Cannes-winning 'Parasite' becomes most-watched Korean film in France. In: The Korea Herald. Yonhap, 24. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2019 (englisch).
  11. PARASITE (2019). In: JP's Box-Office. Abgerufen am 12. August 2019 (französisch).
  12. Robert Mitchell: Oscars: South Korea Selects Palme d’Or Winner ‘Parasite’ for International Feature Film Award. In: Variety. 21. August 2019, abgerufen am 24. August 2019 (englisch).
  13. Jessica Kiang: Film Review: ‘Parasite’. In: Variety. 21. Mai 2019, abgerufen am 24. August 2019 (englisch).
  14. Jonathan Romney: “Parasite”: Cannes Review. In: Screen Daily. 22. Mai 2019, abgerufen am 10. September 2019 (englisch).
  15. Verena Lueken: Gartenparty mit Blutbad, Mann ohne Hoffnung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. Mai 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  16. Filmfestival Cannes: Goldene Palme für "Parasite" (Bong Joon-ho). In: Zeit Online. 25. Mai 2019, abgerufen am 25. Mai 2019.
  17. Patrick Frater: ‘Parasite’ Wins Sydney Film Festival. In: Variety. 16. Juni 2019, abgerufen am 17. Juni 2019 (englisch).
  18. Winners Of 2019 Chunsa Film Art Awards. In: Soompi. 18. Juli 2019, abgerufen am 20. Juli 2019 (englisch).