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Oberdischingen

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberdischingen
Oberdischingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberdischingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 18′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 8,84 km2
Einwohner: 2129 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89610
Vorwahl: 07305
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 088
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossplatz 9
89610 Oberdischingen
Website: www.oberdischingen.de
Bürgermeister: Friedrich Nägele
Lage der Gemeinde Oberdischingen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis BiberachLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis HeidenheimLandkreis ReutlingenUlmAllmendingen (Württemberg)Allmendingen (Württemberg)Altheim (Alb)Altheim (bei Ehingen)Altheim (bei Ehingen)Amstetten (Württemberg)AsselfingenBallendorfBalzheimBeimerstettenBerghülenBernstadt (Alb)BlaubeurenBlausteinBreitingenBörslingenDietenheimDornstadtEhingen (Donau)Ehingen (Donau)EmeringenEmerkingenErbach (Donau)GriesingenGrundsheimHausen am BussenHeroldstattHolzkirchHüttisheimIllerkirchbergIllerriedenLaichingenLangenauLauterach (Alb-Donau-Kreis)LonseeMerklingenMunderkingenNeenstettenNellingenNerenstettenOberdischingenObermarchtalOberstadionÖllingenÖpfingenRammingen (Württemberg)RechtensteinRottenackerSchelklingenSchnürpflingenSetzingenStaigUntermarchtalUnterstadionUnterwachingenWeidenstettenWesterheim (Württemberg)WesterstettenBayernKarte
Über dieses Bild

Oberdischingen ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Oberdischingen liegt an der Donau, zwischen Ehingen (Donau) (9 km) und Ulm (18 km).

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an den Ortsteil Niederhofen der Gemeinde Allmendingen, im Osten und Süden an die Stadt Erbach und im Westen an Öpfingen.

 
Oberdischingen 1920

GeschichteBearbeiten

Oberdischingen wurde erstmals 1148 urkundlich erwähnt. 1343 geriet es unter österreichische Herrschaft. 1520 wurden die Freiherren von Stotzingen mit dem Dorf belehnt, die es 1661 an die Familie der Grafen Schenk von Castell verkauften. Der als Malefizschenk bekannt gewordene Franz Ludwig Schenk von Castell richtete hier sein Zuchthaus ein. Bekanntester Häftling des Zuchthauses war die bekannte Vagantin und Gaunerin Elisabetha Gaßner, die hier am 16. Juli 1788 hingerichtet wurde. 1806 kam Oberdischingen – wie die gesamte Gegend – zu Württemberg. 1927 erwarb die Gemeinde das „Rittergut Oberdischingen“, welches auch das „Kanzleigebäude“ (heute Rathaus) umfasste. 1960 überschritt der Oberdischingen die 1.000-Einwohner-Grenze.

ReligionenBearbeiten

1275 wird Oberdischingen Sitz einer eigenen Pfarrei. Oberdischingen ist überwiegend katholisch.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Oberdischingen gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ehingen (Donau) an.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1930er Jahre: Josef Schlick
  • 1948–1952: Erich Klumpp
  • 1952–1956: Vinzenz Ströbele
  • 1956–1983: Alois Speiser
  • 1983–1997: Hans Balleisen
  • 1997–2014: Benno Droste
  • seit 2014: Friedrich Nägele

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Oberdischingen hat zehn Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Oberdischingen ist durch die Bundesstraße 311 an das überregionale Straßennetz angebunden.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Oberdischingen verfügt über eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule.

Ein Heimatmuseum ist in Planung.

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

In Oberdischingen gibt es zwei Fußballplätze und vier Tennisplätze.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Oberdischingen 2004

Durch Oberdischingen verläuft der von Ulm herführende Oberschwäbische Jakobsweg nach Konstanz, ein Teilstück des historischen Jakobswegs, der im spanischen Santiago de Compostela endet.

Navigationsleiste Jakobsweg „Oberschwäbischer Jakobsweg

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Oberdischingen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße. Das außergewöhnliche historische Ortszentrum ist sehenswert: Häuser im französisch-barocken Mansard-Stil wurden durch den durch seine Rolle bei der Strafverfolgung im Oberschwaben des 19. Jahrhunderts auch „Malefizschenk“ genannten Franz Ludwig Reichsgraf Schenk von Castell (1736–1821) erbaut.

BauwerkeBearbeiten

 
„Schwäbisches Pantheon“
 
Kanzleigebäude am Schlossplatz
 
Dreifaltigkeitskapelle
  • Katholische Pfarrkirche „Zum heiligsten Namen Jesu“ von 1804, auch Schwäbisches Pantheon genannt. Sie ersetzte die ehemalige Liebfrauenkirche, von der nur noch ein Mauerbruchstück als Gedenkstein (gegenüber dem Pfarrhaus) erhalten ist. Die Glocke von 1510 ist ebenfalls noch erhalten.
  • Wallfahrtskirche Dreifaltigkeitskapelle von 1712
  • Im dreiflügligen Kanzleigebäude aus dem Jahr 1767 befindet sich heute das Rathaus, ein Gemeindehaus und ein Vereinsheim
 
Malefizweiber der Narrengesellschaft Oberdischingen

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Der Musikverein Oberdischingen veranstaltet sein traditionelles Osterkonzert am Ostersonntag. Das Parkfest findet im Juni statt und im Oktober gibt es auch ein Oktoberfest, beides wird vom Musikverein veranstaltet.
  • Treibende Kraft der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist die Narrengesellschaft Oberdischingen mit den aus der Geschichte des Ortes abgeleiteten Narrengruppen „Gauner“, „Henkertrommler“, „Malefizweiber“ und „Schlossgeister“.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1919: Adolf Munding: Arzt in Oberdischingen
  • 1977: Stefan Ott (1900–1978): Oberdischinger Bürger, Germanist und Autor des Heimatbuchs
  • 1984: Martin Übelhör (1914–2009), Pfarrer in Oberdischingen 1959 bis 1984
  •  ?: Alois Speiser (1920–2011), Bürgermeister von 1956 bis 1984

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Sonstige PersönlichkeitenBearbeiten


LiteraturBearbeiten

  • Stefan Ott: Oberdischingen. Heimatbuch einer Gemeinde an der oberen Donau. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1977, ISBN 3-87437-144-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten