Hauptmenü öffnen

Dornstadt

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dornstadt
Dornstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dornstadt hervorgehoben

Koordinaten: 48° 28′ N, 9° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 590 m ü. NHN
Fläche: 59,24 km2
Einwohner: 8686 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89160
Vorwahlen: 07348, 07336, 07304
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 031
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 2
89160 Dornstadt
Website: www.dornstadt.de
Bürgermeister: Rainer Braig
Lage der Gemeinde Dornstadt im Alb-Donau-Kreis
Landkreis BiberachLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis HeidenheimLandkreis ReutlingenUlmAllmendingen (Württemberg)Allmendingen (Württemberg)Altheim (Alb)Altheim (bei Ehingen)Altheim (bei Ehingen)Amstetten (Württemberg)AsselfingenBallendorfBalzheimBeimerstettenBerghülenBernstadt (Alb)BlaubeurenBlausteinBreitingenBörslingenDietenheimDornstadtEhingen (Donau)Ehingen (Donau)EmeringenEmerkingenErbach (Donau)GriesingenGrundsheimHausen am BussenHeroldstattHolzkirchHüttisheimIllerkirchbergIllerriedenLaichingenLangenauLauterach (Alb-Donau-Kreis)LonseeMerklingenMunderkingenNeenstettenNellingenNerenstettenOberdischingenObermarchtalOberstadionÖllingenÖpfingenRammingen (Württemberg)RechtensteinRottenackerSchelklingenSchnürpflingenSetzingenStaigUntermarchtalUnterstadionUnterwachingenWeidenstettenWesterheim (Württemberg)WesterstettenBayernKarte
Über dieses Bild

Dornstadt ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg (Deutschland). Sie liegt acht Kilometer nördlich von Ulm.

GeographieBearbeiten

 
Dornstadt

Geographische LageBearbeiten

Dornstadt liegt auf der am Südrand der Schwäbischen Alb gelegenen Ulmer Alb. Dornstadt selbst liegt auf 590 m über NN[2], der Teilort Scharenstetten auf 707 m über NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an Lonsee, im Osten an Westerstetten und Beimerstetten, im Süden an die Stadt Ulm, im Südwesten an Blaustein, und im Nordwesten an Merklingen, Laichingen und Nellingen.

GeschichteBearbeiten

 
Dornstadt um 1900

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Der Ort wurde 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Die verbreitete Jahreszahl 1209 wird von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg nicht bestätigt.[3] Bis 1465 gehörte Dornstadt zu den Besitztümern des Klosters Lorch und ging dann über in den Besitz des Klosters Elchingen und war dem Pflegamt Tomerdingen unterstellt. Kirchlicherseits gehörte Dornstadt bis 1674 zur Tormerdinger Pfarrei Mariä-Himmelfahrt und wurde dann zur selbständigen Pfarrei erhoben.[4] Im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahre 1803 verlor das Kloster Elchingen seinen Landbesitz. Dornstadt wurde vorübergehend bayerisch, bis es schließlich 1810 durch den Grenzvertrag zwischen Bayern und Württemberg dem Königreich Württemberg zufiel und dem Oberamt Blaubeuren unterstellt wurde.[5]

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Dornstadt 1938 zum Landkreis Ulm. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. 1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der Dornstadt zum Alb-Donau-Kreis kam.

Die Gemeinde in ihrer jetzigen Zusammensetzung entstand Mitte der 1970er Jahre. Nachdem die Gemeinde Bollingen mit ihrem Ortsteil Böttingen bereits am 1. Juli 1971 eingemeindet worden war, vereinigten sich am 1. Januar 1975 die Gemeinden Dornstadt und Tomerdingen zur neuen Gemeinde Dornstadt, und die Gemeinden Scharenstetten und Temmenhausen wurden in die neue Gemeinde eingegliedert.[6]

Heute ist der Ort Dornstadt selbst mit rund 4400 Einwohnern der größte Teilort der Gesamtgemeinde.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[7] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2634
1. Dezember 1880 ¹ 2729
1. Dezember 1890 ¹ 2833
1. Dezember 1900 ¹ 2598
1. Dezember 1910 ¹ 2626
16. Juni 1925 ¹ 2579
16. Juni 1933 ¹ 2610
17. Mai 1939 ¹ 2728
13. September 1950 ¹ 3822
6. Juni 1961 ¹ 4592
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 6458
31. Dezember 1980 8680
27. Mai 1987 ¹ 8356
31. Dezember 1990 8857
31. Dezember 1995 8510
31. Dezember 2000 8523
31. Dezember 2005 8571
31. Dezember 2010 8408
31. Dezember 2015 8996

OrtsteileBearbeiten

 
Bollingen Kirche St. Stephanus
 
Der Wasserturm in Scharenstetten
 
Der Altar von Scharenstetten
 
Tomerdingen Martinskirche
 
Klifflinie bei Temmenhausen

BollingenBearbeiten

  Bollingen liegt am Rande des Kiesentals und kann auf urkundliche Erwähnungen aus dem 12. Jahrhundert zurückblicken. Es hat derzeit rund 1100 Einwohner.

Enge Bindungen bestehen zum benachbarten Weiler Böttingen.

ScharenstettenBearbeiten

  Scharenstetten hat ca. 800 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe der Mittleren Kuppenalb und ist von Weitem vor allem durch den 28 m hohen Wasserturm und den 23 m hohen Kirchturm sichtbar. Der Name des Dorfes kommt vermutlich vom Gründer des Dorfes, einem Scaro. Die erste urkundliche Nennung erfolgte 1260. Besonders sehenswert ist die Laurentiuskirche. Das Kirchenschiff in seiner jetzigen Form ist wahrscheinlich erst 200 Jahre alt, der Kirchturm mit den gekuppelten, doppelbogigen Schallfenstern allerdings stammt aus dem 11. Jahrhundert.

Die Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Chorbereich wurden bei Renovierungsarbeiten 1958 festgelegt. Die Apostelbilder des Tomerdinger Barockmalers Josef Wannenmacher kamen 1767 in die Kirche. Von besonderer Bedeutung ist der Altar der Kirche, der aus der Schule von Hans Multscher stammt und um 1450 entstand. Während des Bildersturms wurde er aus dem Ulmer Münster, wo er ursprünglich stand, in ein Ulmer Magazin verlagert. 1760 wurde er in der Laurentiuskirche aufgestellt, da der vorhandene Scharenstetter Altar in keinem guten Zustand war und der damalige Scharenstetter Amtmann das Ulmer Pfarrkirchenbaupflegeamt um einen alten Altar gebeten hatte.

TemmenhausenBearbeiten

  Temmenhausen liegt direkt am Anstieg von der Mittleren Flächenalb zur Mittleren Kuppenalb, der sogenannten Klifflinie, und damit am Strand eines ehemaligen Meeres, das vor einigen Millionen Jahren austrocknete.

Temmenhausen beheimatet gut 600 Menschen.

Für die Jugend gibt es zwei Jugendtreffs, den Container Temmenhausen und die Molke Temmenhausen.

TomerdingenBearbeiten

  Der flächenmäßig größte Teilort Tomerdingen mit etwa 1800 Bewohnern war schon während der La-Tène-Zeit besiedelt. In der Kirche St. Martin finden sich Siedlungsfunde seit der Karolingerzeit.

Hauptartikel: Tomerdingen

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

  • 1964–1991: Manfred Klein
  • 1991–2007: Erich Mack
  • seit 2007: Rainer Braig

Bei der Bürgermeisterwahl am 22. April 2007 wurde Rainer Braig mit 51,4 Prozent der Stimmen gewählt. Er hat sein Amt am 1. Juli 2007 angetreten.

GemeinderatBearbeiten

In Dornstadt wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Dornstadt hat nach der letzten Wahl 23 Mitglieder (vorher 25).Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,5 %
31,6 %
16,8 %
CDU/BWV
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+5,2 %p
-3,3 %p
-2,1 %p
CDU/BWV
FW Freie Wähler 51,5 12 46,3 11
CDU/BWV Christlich Demokratische Union Deutschlands/Bürgerliche Wählervereinigung 31,6 7 34,9 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,8 4 18,9 5
gesamt 100,0 23 100,0 25
Wahlbeteiligung 62,7 % 53,3 %

PartnerschaftenBearbeiten

Dornstadt pflegt seit 1989 eine Partnerschaft zum französischen Coutras im Département Gironde der Region Nouvelle-Aquitaine.[8]

VerkehrBearbeiten

Dornstadt liegt direkt an der A 8 StuttgartMünchen, Autobahnausfahrt Ulm-West/Dornstadt (Ausfahrt 62).

Die Ortsteile Scharenstetten, Tomerdingen und Temmenhausen liegen am Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg, einem Pilgerweg, der nach Ulm und weiter nach Spanien führt.

WirtschaftBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Dornstadt hat ein 40 Hektar großes Gewerbegebiet namens Himmelweiler eingerichtet, Expansionsraum für Unternehmen in der Region Ulm/Neu-Ulm. Zudem gibt es einen Containerbahnhof, der im November 2005 eröffnet wurde. Die günstige Verkehrslage macht Dornstadt für viele Unternehmen attraktiv.

Laut Angaben der Deutschen Bahn von März 2016 werde der für 100.000 Umschläge pro Jahr ausgelegte Bahnhof nahe an seiner Leistungsgrenze betrieben. Für eine Erweiterung des Terminals, westlich der bestehenden Anlage, liefe die Planung in einem frühen Stadium.[9]

Die Schuhhaus Werdich GmbH & Co. KG gehört mit 45 Fachgeschäften zu den 20 größten Filialisten im deutschen Schuheinzelhandel.

Windpark TemmenhausenBearbeiten

Seit Anfang 2007 sind zwischen Temmenhausen und Bermaringen fünf Windkraftanlagen der Firma Vestas in Betrieb. Die Nabenhöhe der drei Windräder, welche auf der Bermaringer Seite liegen, beträgt 108 m, die der beiden bei Temmenhausen 98 m.

MilitärBearbeiten

Das Sanitätsregiment 3 der Bundeswehr ist in der Rommel-Kaserne auf dem Lerchenfeld stationiert. Im Zweiten Weltkrieg gab es hier auch den Fliegerhorst Ulm-Dornstadt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Das Obstwiesenfestival

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Obstwiesenfestival

Jeden Sommer findet in Dornstadt das Obstwiesenfestival statt, auf dem zahlreiche, mitunter auch gut bekannte Live-Bands auftreten. Der Eintritt ist frei.

BildungBearbeiten

Am Bühl-Schulzentrum in Dornstadt gibt es eine Grundschule, eine Werkrealschule, eine Realschule, sowie ein sogenanntes Sonderpädagogisches Beratungs- und Bildungszentrum mit dem Schwerpunkt Lernen, an dem Kinder mit Lernschwierigkeiten unterrichtet werden.[10] Außerdem befindet sich am Schulzentrum die Gemeindebücherei, der Gemeine Dornstadt. Dort finden im Rahmen einer dezentralen Volkshochschule, einer gemeinsamen Volkshochschule die zusammen mit anderen Gemeinden betrieben wird, Weiterbildungsangebote für Erwachsene statt.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit Dornstadt verbunden sindBearbeiten

  • Manfred Klein (1936–2012), von 1964 bis 1991 Bürgermeister vom Dornstadt, Landtagsabgeordneter (CDU)
  • Natalija Polonska-Wassylenko (1884–1973), ukrainische Historikerin, verstarb in Dornstadt und ist dort beigesetzt

LiteraturBearbeiten

  • H. Zürn, F. Fischer: Die keltische Viereckschanze von Tomerdingen. In: Materialh. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ., 14, Stuttgart 1991.
  • Dornstadt. In: Beschreibung des Oberamts Blaubeuren von 1830 (Wikisource)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 20. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dornstadt.de
  3. Amtliche Kreisbeschreibung des Alb-Donau-Kreises 1989 Herausgeber Landesarchivdirektion Baden-Württemberg
  4. Dornstadt in der Beschreibung des Oberamts Blaubeuren und Meister Hartmann Dornstadter Altar in Schriften des Alb-Donau-Kreises Nr. 37
  5. Martin Nestler: Ulm, Geschichte einer Stadt.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 457 und 543.
  7. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. Website Dornstadt@1@2Vorlage:Toter Link/www.dornstadt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Bahn braucht Flächen für Containerbahnhof. In: Südwest Presse. 15. März 2016, S. 27.
  10. Bühl-Schulzentrum. Abgerufen am 29. April 2017.
  11. Volkshochschule. Abgerufen am 29. April 2017.