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Allmendingen (Württemberg)

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Kernort Allmendingen liegt an der Schmiech in einem ursprünglich von der Urdonau ausgewaschenen Tal, welches das östlich gelegene Hochsträß vom Rest der Schwäbischen Alb trennt. Der höchste Punkt auf den Lutherischen Bergen (Ennahofen) liegt 750 m ü. NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Schelklingen, im Osten an Altheim, im Süden und Westen an die Stadt Ehingen. Die Exklave Niederhofen grenzt im Norden und Osten an die Stadt Erbach, im Süden an Oberdischingen und Öpfingen an.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Allmendingen besteht aus den Teilorten Allmendingen (3288 Einwohner am 31. Dezember 2015[2]), Ennahofen (262 Einwohner), Grötzingen (278 Einwohner), Niederhofen (382 Einwohner) und Weilersteußlingen (232 Einwohner). Zum Teilort Allmendingen gehören die Ortsteile Großallmendingen, Kleinallmendingen und Schwenksweiler, der Weiler Hausen ob Allmendingen sowie das Gehöft Siegentalhof. Zu den Teilorten Ennahofen und Grötzingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Teilort Niederhofen gehören die Weiler Niederhofen, Pfraunstetten und Schwörzkirch sowie das Gehöft Ziegelei. Dieser Teilort bildet eine Exklave, da zwischen seiner Fläche und dem restlichen Allmendinger Gemeindegebiet ein zur Stadt Ehingen gehörender Streifen liegt. Zum Teilort Weilersteußlingen gehören das Dorf Weilersteußlingen und der Weiler Ermelau.

Im Gemeindegebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften. Im Ortsteil Allmendingen nördlich von Hausen liegt die Wüstung Augsdorf. Ebenso wird auf dem Waffensberg eine abgegangene Burg vermutet. Im Ortsteil Grötzingen liegen die Wüstungen Hohenbuch, das 1152 als Hohonbuach erstmals genannt wird, und Kaltinwil, das um 1200 als Caltiwil erstmals erwähnt wird. Hohenbuch wird im 13. Jahrhundert und Kaltinwil im 14. Jahrhundert nicht mehr erwähnt.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Ortsmitte mit Rathaus und Bürgerhaus

Frühester Beleg menschlicher Besiedlung ist der Fund eines Ziegelbrennofens aus der Zeit der römischen Besatzung im Ortsteil Niederhofen.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[5] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2031
1. Dezember 1880 ¹ 2176
1. Dezember 1890 ¹ 2539
1. Dezember 1900 ¹ 2841
1. Dezember 1910 ¹ 2856
16. Juni 1925 ¹ 2793
16. Juni 1933 ¹ 2751
17. Mai 1939 ¹ 2721
13. September 1950 ¹ 3144
6. Juni 1961 ¹ 3408
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 3958
31. Dezember 1980 4082
27. Mai 1987 ¹ 4097
31. Dezember 1990 4324
31. Dezember 1995 4526
31. Dezember 2000 4509
31. Dezember 2005 4601
31. Dezember 2010 4441
31. Dezember 2015 4442

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Allmendingen bildet mit Altheim eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Allmendingen hat zehn Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber unter blauen Schildhaupt, darin drei goldene Kugeln (Laibe), ein schwarzes, rotbezungtes, steigendes Pferd.“

Das Wappen vereint Elemente der Wappen der Herren von Freyberg (Kugeln), deren Geschichte eng mit der Allmendingens verbunden ist, und der bürgerlichen Familie Renner (Pferd), die in Allmendingen ebenfalls Besitztümer hatte.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Allmendingen liegt an der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen und ist Regionalbahn-Halt. So bestehen Bahn-Verbindungen im Stundentakt nach Ehingen und nach Ulm. Allmendingen ist in den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund eingegliedert.

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 492 Ehingen – Blaubeuren, die um den Ortskern herumführt.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Größter Arbeitgeber ist der Automobilzulieferer Burgmaier. Weitere Industrieunternehmen sind der Formenhersteller Rampf, nach eigenen Angaben Weltmarktführer seiner Branche, sowie das Zementwerk Schwenk, das auch optisch das Ortsbild prägt.

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

Allmendingen besaß als erste Gemeinde der Umgebung, noch vor der Stadt Ehingen, ein Freibad. Zudem gibt es einen Tennisplatz, eine Turn- und Sporthalle und das Fußballstadion des TSV Allmendingen.

Entwicklung des GemeindegebietsBearbeiten

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ennahofen, Grötzingen, Niederhofen und Weilersteußlingen eingemeindet.[6]

OrtskernsanierungBearbeiten

Die Gemeinde Allmendingen führt seit dem Jahr 2000 eine Sanierung ihres Ortskerns durch. Neben öffentlichen werden auch private Maßnahmen gefördert. Innerhalb des Sanierungsabschnitts I wurde das Alte Schulhaus, erbaut 1885, zu einem Bürgerhaus umgebaut. Das Land Baden-Württemberg stellte für den ersten Sanierungsabschnitt insgesamt Zuwendungen in Höhe von 1,68 Millionen Euro zur Verfügung. Das entspricht einer Förderung von 60 % aus zuschussfähigen Gesamtkosten von 2,8 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln wurden öffentliche und private Maßnahmen städtebauliche Mängel und Missstände behoben und die Lebens-, Arbeits-, und Wohnbedingungen in der Ortsmitte verbessert.

Folgende öffentliche Bauabschnitte wurden realisiert:

  • Nördliche Hauptstraße (2001/2002)
  • Kirchplatz (2003)
  • Südliche Hauptstraße (2004)
  • Gestaltung des Rathausplatzes (2006)

GemeindemarketingBearbeiten

Seit 1998 gibt es in Allmendingen einen Arbeitskreis Gemeindemarketing, einen Zusammenschluss engagierter und interessierter Bürger aus der Gemeinde. Gemeindemarketing möchte eine Brücke sein zwischen Gemeindeverwaltung, Handel- und Gewerbe, örtlichen Vereinen und Bürgern.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Rathaus im Ortsteil Weilersteußlingen
 
Altes Schloss
  • Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt aus dem 15. Jahrhundert
 
Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Schloss der Freiherren von Freyberg, 16. Jahrhundert. Seit vielen hundert Jahren sind die Freiherren von Freyberg-Eisenberg in Allmendingen ansässig und spielen eine wichtige Rolle in der Heimatgeschichte Allmendingens. Das Alte Schloss, ein Wasserschloss mit zwei Ecktürmen und einer Zugbrücke, stammt aus der Zeit um 1593. Das Neue Schloss, das jenseits der Schmiech steht und mit dem Alten Schloss durch einen Gang verbunden ist, wurde 1782 gebaut. Der Park hinter dem Schloss wurde erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts geschaffen.

  • Bürgerhaus, Ehemaliges Schulhaus von 1887, erweitert im Jahr 1895. Als Schulhaus diente es bis 1976. 2006 Sanierung und Nutzung des ehemaligen Schulhauses als Bürgerhaus mit großem Saal und mehreren Veranstaltungsräumen.
 
Neues Schloss der Freiherren von Freyberg

VereineBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Heimatfest „Fest im Zentrum“, kurz FiZ
  • Gökelesfest
  • Nachtumzug
  • Weihnachtsmarkt
  • Bücherflohmarkt (einer der größten in Süddeutschland)
  • Allmendinger Gesundheitstage

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Die Gemeinde Allmendingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • Anton Hoch (Fabrikdirektor) (1842–1919), Direktor der Zementfabrik des Stuttgarter Immobilien- und Baugeschäfts in Allmendingen, Ehrenbürger am 21. November 1913
  • Carl Schwenk (1852–1942), Inhaber der Schwenkschen Zementfabrik in Allmendingen, Ehrenbürger November 1897
  • Carl Schwenk (junior) (1883–1978), Alleininhaber der Firma E. Schwenk Zementwerke GmbH, Ulm (Donau), Ehrenbürger am 26. Oktober 1952
  • Dr. Eberhard Schleicher (1926–2007), Inhaber der Firma E. Schwenk Zement KG, Ulm (Donau), Ehrenbürger 1982

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Allmendingen geborene Persönlichkeiten, aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Für die Nennung ist es unerheblich, ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Allmendingen hatten oder nicht.

Sonstige PersönlichkeitenBearbeiten

Hier werden bekannte Persönlichkeiten aufgeführt, die in Allmendingen einen Teil ihres Lebens verbracht haben oder in Allmendingen verstorben sind.

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Allmendingen (Hrsg.): Allmendingen: Ein Heimatbuch zur Tausendjahr-Feier. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1961.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Allmendingen – Statistische Angaben 2015
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 308–397
  4. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  5. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012 (Memento vom 7. September 2014 im Webarchiv archive.today)
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 542.
  7. http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/Print-Albverein-Rewitz-Albvereinsortsgruppe-Festabend-Auszeichnung-Farrenstall-Uebergabe-Ortsgruppe-Feier-Verein-Albverein-Weilersteusslingen-bekommt-ersehnte-Eichendorff-Plakette;art4295,2238868
  8. http://www.allmendingen.de/wp/wp-content/uploads/KW-40.pdf
  9. Archivlink (Memento des Originals vom 2. Oktober 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wanderverband.de
  10. Eichendorff-Plakette in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 1/2014, S. 55