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Nettuno ist eine zur Metropolitanstadt Rom gehörende Gemeinde im italienischen Latium mit 49.852 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017). Der einst wenig bedeutende Fischerort liegt am Tyrrhenischen Meer und gilt heute als Badeort.

Nettuno
Wappen
Nettuno (Italien)
Nettuno
Staat Italien
Region Latium
Metropolitanstadt Rom (RM)
Koordinaten 41° 27′ N, 12° 40′ OKoordinaten: 41° 27′ 27″ N, 12° 39′ 40″ O
Höhe 11 m s.l.m.
Fläche 71,46 km²
Einwohner 49.852 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 698 Einw./km²
Postleitzahl 00048
Vorwahl 06
ISTAT-Nummer 058072
Volksbezeichnung Nettunesi
Schutzpatron Madonna delle Grazie, Maria Goretti, Rochus von Montpellier
Website http://www.comune.nettuno.roma.it/

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Mittelalterliche Altstadt

Der Name des Ortes geht auf den Gott Neptun zurück, dem an der Stelle der heutigen Kirche San Giovanni ein Tempel geweiht gewesen sein soll. Im 9. Jahrhundert sollen hier Sarazenen gewohnt haben. Auf dem noch heute erkennbaren antiken Hafen wurde im 12. Jahrhundert der Torre Astura errichtet. Die zum Teil noch heute erhaltenen Stadtmauern wurden 1501 bis 1503 in dem zum Kirchenstaat gehörenden Hafenort durch ein bastioniertes Fort nach Plänen von Giuliano da Sangallo ergänzt. 1594 ging der Ort aus dem Besitz der Mönche von Grottaferrata an den Papst über.

1902 wurde in Nettuno die heilige Maria Goretti begraben und 1929 ins Marienheiligtum überführt, wo sie heute in der Krypta ruht.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt heftig umkämpft und erlitt schwere Zerstörungen. Am 22. Januar 1944 war die Umgebung von Nettuno Schauplatz der Operation Shingle, der amphibischen Landungsoperation der Alliierten. An der Operation war hauptsächlich das VI. amerikanische Korps unter Major General John P. Lucas beteiligt. Ziel der Amerikaner war es, die deutsche Hauptverteidigungslinie in Mittelitalien zu umgehen, um somit den Vormarsch auf Rom zu beschleunigen. Die Operation und die folgenden Gefechte werden auch als Schlacht von Anzio-Nettuno bezeichnet, bei der die 29. SS-Waffen-Grenadier-Division den Alliierten schwere Verluste zufügte. In Nettuno ruhen auf dem Sicily–Rome American Cemetery and Memorial 7.860 US-Soldaten, die bei den Landungen auf Sizilien, bei Salerno sowie bei Anzio und Nettuno fielen.[2]

PolitikBearbeiten

Alessio Chiavetta (PD) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-links-Bündnis stellt auch mit 18 von 30 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

ReligionBearbeiten

Die Einwohner von Nettuno gehören mehrheitlich der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an. Die Stadt gehört zum Bistum Albano und hat zehn Pfarrgemeinden.[3]

PersönlichkeitenBearbeiten

SportBearbeiten

Der Fußballspieler Bruno Conti wurde 1955 in Nettuno geboren, das sich auch Stadt des Fußballs nennt. Die Amerikaner sollen im Zweiten Weltkrieg den Baseball nach Nettuno gebracht haben; die Mannschaft des Vereins Danesi Nettuno gilt heute als einer der besten Italiens.

WirtschaftBearbeiten

Ackerbau und Lebensmittelverarbeitung spielen eine wichtige Rolle.

WeinbauBearbeiten

Unter der Bezeichnung Nettuno DOC werden hier und in der Nachbargemeinde Anzio Weiß-, Rosé- und Rotweine produziert, die seit 2003 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC) besitzen, die zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert wurde.[4] Der bekannte Weißwein Nettuno Bellone oder Nettuno Cacchione wird überwiegend aus der Rebsorte Bellone, die lokal auch Cacchione genannt wird, hergestellt. Bei der Herstellung von Rot- und Roséweinen kommen überwiegend die Rebsorten Merlot und Sangiovese zum Einsatz.[4]

PartnerstädteBearbeiten

Nettuno unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu folgenden Städten.[5]

TriviaBearbeiten

Nettuno ist Schauplatz des Romans „Der Herr der Unruhe“ von Ralf Isau.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nettuno – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Darstellung auf der Website der American Battle Monuments Commission
  3. Diözese Albano (italienisch), abgerufen am 20. Dezember 2015
  4. a b Disciplinare di Produzione della Denominazione di Origine Controllata (Produktionsvorschriften und Beschreibung). (PDF) In: ismeamercati.it. 27. November 2017, abgerufen am 6. August 2018 (italienisch).
  5. Associazione per i gemellaggi di Nettuno in Il Litorale - Anno XVI - N. 8 - 16/30 Aprile 2016, Seite 26, abgerufen am 25. Februar 2018