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Marino (auch Marino Laziale) ist eine Stadt mit 44.472 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in den Albaner Bergen oberhalb des Albaner Sees, 23 km südöstlich von Rom und 6 km südlich von Frascati in der Metropolitanstadt Rom.

Marino
Wappen
Marino (Italien)
Marino
Staat Italien
Region Latium
Metropolitanstadt Rom (RM)
Koordinaten 41° 46′ N, 12° 40′ OKoordinaten: 41° 46′ 11″ N, 12° 39′ 31″ O
Höhe 360 m s.l.m.
Fläche 26,10 km²
Einwohner 44.472 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 1.704 Einw./km²
Postleitzahl 00047
Vorwahl 06
ISTAT-Nummer 058057
Volksbezeichnung Marinesi
Schutzpatron San Barnaba
Website Marino
Blick auf Marino

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Altstadt von Marino liegt auf dem Rand der Caldera eines erloschenen Vulkans oberhalb des Albaner Sees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich bis in die Ebene der Campagna Romana. Die Stadtteile Castelluccia, Cava dei Selci, Due Santi, Frattocchie, Fontana Sala und Santa Maria delle Mole liegen im Westteil des Gemeindegebiets entlang der Via Appia und sind heute die Wohnorte für die meisten Marinesi. 1974 wurde Ciampino als eigenständige Gemeinde aus Marino ausgegliedert. Seit 1993 gibt es in den Teilorten Frattocchie und Santa Maria delle Mole Bestrebungen, unter dem Namen Boville eine selbständige Gemeinde zu bilden.

Marino wird zu den Ortschaften der Castelli Romani gezählt.

Die Nachbarorte sind Castel Gandolfo, Ciampino, Grottaferrata, Rocca di Papa und Rom.

VerkehrBearbeiten

Marino ist über die Via dei Laghi mit Rom verbunden. Die westlichen Stadtteile werden mit der Staatsstraße 7 Via Appia erschlossen, wobei sich die Via Appia Antica und die Via Appia Nuova in Frattocchie vereinigt. Die Staatsstraße 207 Via Nettunense führt von Frattocchie nach Anzio (43 km) ans Meer.

Marino hat einen Bahnhof an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom–Albano. Der Bahnhof Santa Maria delle Mole an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom–Velletri liegt im Nordwesten des Gemeindegebiets.

GeschichteBearbeiten

In vorrömischer Zeit gab es im Gemeindegebiet drei Orte.

Nach der Eroberung durch Rom wurde Castrimoenium gegründet. Von hier ging der Aquädukt der Aqua Tepula aus. 313 n. Chr. schenkte Konstantin der Große den Ort der Kathedrale von Albano. Im 10. Jahrhundert gelangte der Ort unter dem Namen Possessio Marinas in den Besitz der Grafen von Tusculum und später der Frangipane und 1266 schließlich der Orsini. 1419 eroberten die Colonna Marino.

1870 wurde der Kirchenstaat aufgelöst und Marino ins Königreich Italien eingegliedert.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2011
Einwohner 4.755 5.663 7.340 11.308 13.109 23.836 32.903 32.706 38.358

Quelle ISTAT[3]

EthnienBearbeiten

Am 31. Dezember 2018 lebten in Marino 4.362 Ausländer. Die meisten von ihnen stammen aus folgenden Ländern[4]:

  1. Rumänien – 2052
  2. Albanien – 548
  3. Ukraine – 182
  4. Bangladesh – 142
  5. Ägypten – 138
  6. Moldawien – 118

PolitikBearbeiten

Adriano Palozzi (PdL) wurde im Mai 2011 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellt auch mit 16 von 24 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[5]

PartnerstädteBearbeiten

ReligionBearbeiten

Die Einwohner von Marino gehören mehrheitlich der römisch-katholischen Kirche an. Die Stadt gehört zum Bistum Albano und hat sieben Pfarrgemeinden.[6]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

GalerieBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Marino ist Zentrum des Anbaugebiets des Weißweins Marino DOC.[7] Seit 1925 wird im Oktober ein Weinfest ausgerichtet.

LiteraturBearbeiten

  • Anton Henze, Kunibert Bering, Gerhard Wiedmann: Kunstführer Rom. 5., neu bearbeitete Auflage. Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5.
  • Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont Kunst-Reiseführer). 3., aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Christian Hülsen: Bovillae. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband I, Stuttgart 1903, Sp. 257.
  3. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
  4. Istituto Nazionale di Statistica
  5. Information des Innenministeriums (Memento des Originals vom 19. Mai 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/comunali2011.interno.it
  6. Diözese Albano (italienisch), abgerufen am 20. Dezember 2015
  7. www.wein-plus.de

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien