Miljøpartiet De Grønne

norwegische Partei

Miljøpartiet De Grønne oder nynorsk Miljøpartiet Dei Grøne (MDG; deutsch: Umweltpartei Die Grünen) ist eine norwegische Partei, die der Europäischen Grünen Partei angeschlossen ist. Bei der Parlamentswahl in Norwegen 2013 gelang der Partei erstmals der Einzug in das nationale Parlament Norwegens, dem Storting. Dort stellt sie mit Une Aina Bastholm eine von 169 Abgeordneten. Seit den Kommunalwahlen im September 2015 sind die Grünen außerdem in den Provinzparlamenten sowie in zahlreichen Kommunen vertreten.

Miljøpartiet De Grønne
Miljøpartiet Dei Grøne
Umweltpartei Die Grünen
Logo der MDG
Une Aina Bastholm
Partei­vorsitzende Une Aina Bastholm
General­sekretär Lars Gaupset (Parteisekretär)
Stell­vertretende Vorsitzende Arild Hermstad,
Kriss Rokkan Iversen
Gründung 29. Oktober 1988
Haupt­sitz Skippergata 33, Oslo
Jugend­organisation Grønn Ungdom
Aus­richtung Grüne Politik
Farbe(n) Grün
Parlamentssitze
1/169
(Storting, 2017)
Mitglieder­zahl 5.000 (2013)
Internationale Verbindungen Global Greens (GG)
Europapartei Europäische Grüne Partei (EGP)
Website www.mdg.no
Logo von 2011 bis 2013
Logo bis 2011

GeschichteBearbeiten

Schon 1987 waren vier Repräsentanten einer Gruppierung namens De Grønne („Die Grünen“) in den Stadtrat von Halden gewählt worden. In Kristiansand verfügte eine sogenannte By- og Miljøvernliste (Stadt- und Umweltschutzliste) über sechs Sitze im Stadtrat, in Fredrikstad hielt eine ähnliche Gruppierung vier Mandate. Auch in der Provinzialversammlung (Fylkesting) von Akershus waren De Grønne vertreten.

Aus diesen örtlichen und regionalen Listen entstand am 29. Oktober 1988 die Partei Miljøpartiet De Grønne. Ein wichtiger Auslöser der Gründung war die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986.

Seit 1996 ist der Partei eine eigene Jugendorganisation namens Grønn Ungdom (Grüne Jugend) angeschlossen. Ihrem basisdemokratischen Selbstverständnis entsprechend verfügt sie über keinen Vorsitzenden, sondern über zwei Sprecher. 2008 wurde dem Friedens- und Konfliktforscher Johan Galtung die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Bei den Parlamentswahlen in Norwegen erhielt die Partei zunächst jeweils deutlich unter einem Prozent der Stimmen. Einen ersten Erfolg konnte sie bei der Stortingswahl 2013 mit landesweit 2,8 % verbuchen, womit sie allerdings an der 4-Prozent-Hürde scheiterte. Doch im Wahlkreis Oslo errang sie ein Kreismandat, sodass Rasmus Hansson der erste Vertreter der MDG in Norwegens Parlament wurde. Er war von 2000 bis 2012 Generalsekretär von WWF Norwegen und leitete seit Januar 2013 das CIENS-Forschungszentrum für interdisziplinäre Umwelt- und Gesellschaftsstudien an der Universität Oslo.

2018 beschlossen die Parteimitglieder in einer Urwahl, dass auch die MDG auf das traditionelle Modell der Parteiführung mit einem Parteivorsitzenden und zwei Stellvertretern zurückgreifen solle. Bis dahin wurde die Partei von zwei nationalen Sprechern geleitet. Am 25. April 2020 wurde die vorherige nationale Sprecherin Une Aina Bastholm neue Parteivorsitzende.[1][2]

AusrichtungBearbeiten

Die Partei stützt sich auf die Tiefenökologie von Arne Næss und die Gewaltfreiheit von Mahatma Gandhi. In ihrem Programm heißt es:

«Miljøpartiet De Grønne ist eine junge Partei mit einer Politik für Gegenwart und Zukunft, die auf grundlegenden grünen Werten aufbaut. Diese Werte lassen sich in vier Solidaritäten zusammenfassen: Solidarität mit der Natur, Solidarität mit Unterdrückten und Ausgegrenzten im eigenen Land, Solidarität mit Menschen in anderen Teilen der Welt, Solidarität mit künftigen Generationen

Wahlergebnisse zum Storting seit 1989Bearbeiten

Wahljahr % Sitze
1989 0,4 % -
1993 0,1 % -
1997 0,2 % -
2001 0,2 % -
2005 0,1 % -
2009 0,3 % -
2013 2,8 % 1
2017 3,2 % 1

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robert Gjerde: Hun blir MDGs første partileder: – Vi er klare for å gå i regjering. Aftenposten, 23. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2020 (norwegisch Bokmål).
  2. Ble ny MDG-leder - nå advarer hun Erna Solberg. Dagsavisen, 25. April 2020, abgerufen am 25. April 2020 (norwegisch).