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Mariana Harder-Kühnel

deutsche Politikerin (AfD), MdB

LebenBearbeiten

Nach dem Besuch des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen[2] studierte Mariana Harder-Kühnel von 1994 bis 1999 Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nach ihrem Referendariat am Landgericht Gießen legte sie 2001 das Zweite Staatsexamen ab.[3] Von 2002 bis 2010 arbeitete sie als Rechtsanwältin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Frankfurt, 2010 bis 2014 bei der Kanzlei Frenzel & Coll und seit 2015 bei Rechtsanwälte, Notare & Steuerberater Kühnel-Spangenberg-Palige.[4]

Mariana Harder-Kühnel ist römisch-katholisch, verheiratet und Mutter dreier Kinder.

PolitikBearbeiten

 
Rainer Rahn, Mariana Harder-Kühnel, Beatrix von Storch, Martin Hohmann 2018 in Neuhof

Politischer WerdegangBearbeiten

Harder-Kühnel wurde im April 2013 Mitglied der AfD und beteiligte sich an der Gründung des AfD-Kreisverbandes Main-Kinzig.[3][5] In der Folgezeit engagierte sie sich auf Bundes- und Landesebene in mehreren AfD-Parteigremien. Unter anderem ist sie hessische Vertreterin im AfD-Bundeskonvent, Gründungsmitglied des Bundesfachausschusses Familie und Sprecherin des Landesfachausschusses Familie. Weiter ist sie Bundesdelegierte und Sprecherin des Landesarbeitskreises Familie. Zudem ist sie ehrenamtliche Beigeordnete im Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises.[3][5][6]

Anfang November 2016 wurde Harder-Kühnel beim Listenparteitag der Mitglieder der hessischen AfD in Hofheim am Taunus auf Platz 1 der Landesliste für die Bundestagswahl 2017 gewählt. Im Februar 2017 wurde sie von der hessischen AfD in Bad Soden-Salmünster auch zur Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Main-Kinzig – Wetterau II – Schotten (Wahlkreis 175) gewählt.[7] Unregelmäßigkeiten und Pannen bei den Wahlen für die Listenplätze der AfD im November 2016 (zwei Personen hatten mit abgestimmt, die nicht zur Teilnahme berechtigt waren) machten eine Wiederholung der Wahlen Mitte Mai 2017 nötig. Harder-Kühnel verblieb auf Platz 1 der Landesliste (297 von 390 abgegebenen Stimmen). Sie erhielt bei der Bundestagswahl 14,8 Prozent der Erststimmen in ihrem Wahlkreis (Peter Tauber (CDU) 36,8 Prozent, Bettina Müller (SPD) 28,3 Prozent)[8] und zog über die Landesliste in den Bundestag ein.

Harder-Kühnel ist im Bundestag Mitglied des Ausschusses Familie, Senioren, Frauen und Jugend und stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses.[9]

Politische PositionenBearbeiten

Harder-Kühnels politische Positionen setzen sich aus den Kernthemen der AfD zusammen: Sie warnt davor, „anhaltende Probleme durch Migration herunterzuspielen“, sowie vor dem „politischen Islam“. Ferner lehnt sie „Frühsexualisierung“ durch Aufklärungsunterricht bei Jugendlichen im Alter unter zwölf bis dreizehn Jahren ab, insbesondere die Aufklärung über gleichgeschlechtliche Partnerschaften für Sechsjährige und über Homo-, Bi- und Transsexualität für Zehnjährige, die nach dem neuen hessischen Lehrplan vorgesehen seien.[10] Sie plädiert mit der AfD für ein striktes Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche[11] und plädiert für einen Austritt Deutschlands aus dem Euro-Raum. Das Einrichten von Umweltzonen bezeichnet sie als „ideologiegetrieben“.[10]

Verbindungen zum rechten ParteiflügelBearbeiten

Nach Angaben des Spiegel kritisierten einige Mitglieder der AfD-Bundestagsfraktion im März 2019, Harder-Kühnel pflege enge Kontakte mit der Gruppierung Der Flügel um Björn Höcke, der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wird. Zudem sei ein ehemaliger Mitarbeiter in ihrem Bundestagsbüro, Manfred Mattis, Redner beim Kasseler Pegida-Ableger Kagida und Mitgründer des „Herkuleskreises“ gewesen. Auf einem Foto vom Landeskongress der hessischen Jungen Alternative (JA) 2017 sei Harder-Kühnel neben Markus Frohnmaier und zwei weiteren Mitgliedern der JA im Haus der „rechten Marburger Burschenschaft Germania“ zu sehen.[12]

Gescheiterte Wahl zur BundestagsvizepräsidentinBearbeiten

Am 6. November 2018 wurde Mariana Harder-Kühnel von der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag zur Kandidatin für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten nominiert; damit setzte sie sich gegen Karsten Hilse durch.[13] Bei drei Wahlgängen im Plenum am 29. November 2018, 13. Dezember 2018[14] und 4. April 2019 wurde sie jeweils nicht gewählt.[15]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tagesspiegel – Wahlspezial 2017: Mariana Harder-Kühnel
  2. AfD-Wahlkampfabend im Propsteihaus – Bundessprecher Meuthen kommt Osthessen-Zeitung, am 25. August 2017
  3. a b c AfD Hessen – Kandidatenprofil Mariana Harder-Kühnel (Memento vom 26. August 2017 im Internet Archive)
  4. Rechtsanwälte, Notare & Steuerberater Kühnel-Spangenberg-Palige: Mariana Harder-Kühnel (Memento vom 11. September 2017 im Internet Archive)
  5. a b Harder-Kühnel (AfD) tritt gegen Tauber an Vorsprung-online.de, am 22. Februar 2017
  6. AfD-Kreisverband gratuliert Harder-Kühnel zur Bestätigung der Spitzenkandidatur für Bundestagswahl Erlensee aktuell, am 16. Mai 2017:
  7. Der Bundeswahlleiter Karte - Wahl zum 19. Deutschen Bundestag - Wahlkreis 175 - Main-Kinzig – Wetterau II – Schotten
  8. Der Bundeswahlleiter Bundestagswahl 2017: Ergebnisse: Wahlkreis 175: Main-Kinzig – Wetterau II – Schotten
  9. Mariana Harder-Kühnel auf afdbundestag.de
  10. a b Hessenschau Interview: AfD-Spitzenkandidatin: Wir machen es der Regierung schwerer, am 30. August 2017, archiviert vom Original
  11. Deutsches Ärzteblatt: Hitzige Debatte im Bundestag zum Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche am 23. Februar 2018
  12. Ann-Katrin Müller: Wahl der Vizepräsidentin des Bundestags: AfD-Widerstand gegen AfD-Kandidatin. In: Spiegel Online. 4. April 2019 (spiegel.de [abgerufen am 4. April 2019]).
  13. NACH DEM GLASER-DEBAKEL: AfD nominiert neue Bundestagsvize-Kandidatin. In: BILD vom 6. November 2018. Abgerufen am 6. November 2018.
  14. Volker Müller: Deutscher Bundestag - Harder-Kühnel erneut nicht zur Bundestagsvizepräsidentin gewählt. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  15. AfD verlässt nach gescheiterter Abstimmung den Plenarsaal. Der Tagesspiegel vom 4. April 2019