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Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Schweiz

Wikimedia-Liste
Der Garten der Gerechten unter den Völkern

Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Schweiz enthält Schweizer und Schweizerinnen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden. Seit 2007 erfolgten weitere Ehrungen.

Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2012 betrug die Zahl der Gerechten insgesamt 24.355, darunter befinden sich 45 Schweizer.[1] Anderen Quellen zufolge umfasste die Liste der Schweizer Gerechten bereits 2007 mehr als 60 Personen.[2] Weitere Ehrungen erfolgten ab 2007.

Aufgrund der großen Anzahl an Personen ist die Liste nach Nationalitäten aufgeteilt. Für andere Nationen siehe Liste der Gerechten unter den Völkern.

ListeBearbeiten

Name Geboren Gestorben Ort Grund der Ehrung Jahr
Georges Allenbach      
Werner Theodore (Bill) Barazetti [3] Aarau 1914   2000 Prag Organisierte 1939 in Prag, gemeinsam mit Nicholas Winton, den Transport von mehr als 660 Kindern nach Großbritannien. 1993
Emile Barras[4] Avry-devant-Pont 1921   1996 Viry, Haute-Savoie Französisch-schweizerischer Doppelbürger. Er half alliierten Militärangehörigen und jüdischen Kindern über die Grenze von Savoyen in die Schweiz. Mitarbeiter von Marianne Cohn, die gefoltert und ermordet wurde. 1995
Louis-Maxime Beetschen   1898   1958 Douvaine, Haute-Savoie Der Landwirt nahm vorübergehend mehrere jüdische Familien vor ihrer Passage in die Schweiz und ein jüdisches Mädchen auf. 1987
Léontine Beetschen-Bullat   1898   1991 Douvaine, Haute-Savoie Zusammen mit ihrem Mann nahm sie mehrere jüdische Verfolgte auf. 1987
Marie Meienhofer (Soeur Jeanne Berchmans) Bremgarten AG 1897    Thonon-les-Bains, Haute-Savoie Eintritt in die Herz-Jesu Ordensgemeinschaft (1924); versteckte bis zum Ende des Krieges drei Juden aus Wien im Kloster der Gemeinschaft in Thonon-les-Bains. 1991
André Bettex      
August Bohny 07. Juli 1919 18. Aug. 2016 Le Chambon-sur-Lignon Er war Mitbegründer und Leiter der Häuser Abric, Faidoli, Atelier Cévenol und Ferme Ecole in Le Chambon-sur-Lignon, wo er mit Pfarrer André Trocmé und einheimischen Flüchtlingshelfern zahlreiche Kinder vor Razzien und Deportationen retten half. 1990
Friedel Bohny-Reiter 20. Mai 1912 18. Dez. 2001 Camp de Rivesaltes/Le Chambon-sur-Lignon Sie arbeitete mit ihrem Mann August Bohny für das Kinderheim Le Chambon-sur-Lignon, arbeitete mit Emma Ott, Elsa Lüthi-Ruth und Elisabeth Eidenbenz von der Maternité suisse d’Elne zusammen und konnte zahlreiche Internierte vor der Deportation in das KZ Auschwitz-Birkenau retten. 1990
Friedrich Born Langenthal 10. Juni 1903 14. Jan. 1963 Budapest Als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Budapest richtete er Krankenhäuser, Kinder- und Waisenheime sowie Volksküchen für die ungarischen Juden ein; in diesen Schutzhäusern und durch Borns Einsatz entgingen tausende Juden der Deportation. 1987
Charles-Jean Bovet Villaz-Saint-Pierre 22. Juli 1900 Dijon 20. März 1952 Archamps, Haute-Savoie Katholischer Priester. Versteckte mindestens einen jüdischen Verfolgten im Pfarrhaus, bis zur Flucht in die Schweiz. 1989
Ernest Brouze[4]       Novel 1997
Germaine Brouze[4]       Novel 1997
Eduard Benedikt Brunschweiler   1910   1987 Pannonhalma 2007
Anton Bühler   1890   1973 Grenze Schweiz-Österreich Bündner Jurist, Beamter beim Departement für Justiz und Polizei des Kantons Graubünden. Er gewährte nach der Grenzschliessung zu Österreich einer Gruppe von Juden Einlass in die Schweiz. 2001
May Calame-Rosset, née White       Brüssel May Calame-White lebte in Brüssel. Zusammen mit ihrem Mann beherbergte sie alliierte Flieger, zwei jüdische Familien und ein junges Mädchen bei sich zu Hause. 1998
Paul Calame-Rosset Tavannes 1905   2003 Brüssel Paul Calame lebte in Brüssel und war im belgischen Widerstand aktiv. Er beherbergte alliierte Flieger, zwei jüdische Familien und ein junges Mädchen bei sich zu Hause. 1998
Alicja Cerny-Seipp [5]   1923    Warschau Ihre Mutter und sie versteckten in ihrer Wohnung in Warschau eine dreiköpfige jüdische Familie. 1982
Marguerite Constantin-Marclay   1927    Champéry Marguerite Constantin-Marclay und ihre Eltern nahmen im Jahre 1942 vierzehn Juden bei sich auf. 2001
Daniel Curtet       Fay-sur-Lignon, Département Haute-Loire Pfarrerssohn, als Pfarrer in Fay-sur-Lignon tätig. Versteckte Flüchtlinge bei sich und brachte sie dann in der protestantischen Gemeinde von Le Chambon-sur-Lignon unter. Anderen Flüchtlingen half er über die Grenze in die Schweiz. 1987
Suzanne Curtet       Fay-sur-Lignon, Département Haute-Loire Ehefrau von Daniel Curtet. Beide nahmen Flüchtlinge bei sich zu Hause auf. 1987
Jacqueline de Pury[4] Neuchâtel 1909   1973 Lyon Unterstützte ihren Mann bei der Rettung von Juden. 1976
Roland de Pury[4] Genf 15. September 1907 24. Jan. 1979 Lyon Schweizer Pfarrer, der ab 1940 im Lyon des Vichy-Regimes Juden half, Frankreich Richtung Schweiz zu verlassen, predigte gegen die nationalsozialistische Rassenideologie und wurde während eines Gottesdienstes verhaftet. 1976
Maurice Dubois Biel 17. Juli 1905 06. Dez. 1997 Château de la Hille, Département Ariège Delegationsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK), der Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes und der Schweizer Spende in Südfrankreich. 1985
Marcel Ducommun   1907    2010
Hélène Ducommun-Alquier   1910    2010
Elisabeth Eidenbenz Wila 12. Juni 1913 23. Mai 2011 Maternité suisse d’Elne, Département Pyrénées-Orientales Sie war Gründerin und Leiterin der Maternité suisse d’Elne, half den Verfolgten mit gefälschten Papieren bei der Flucht in die Schweiz. 2001
Renée Farny[4] Département Indre-et-Loire 10. Oktober 1919 01. Mär. 1979 Saint-Cergues, Haute-Savoie Vize-Directrice der Kinderkolonie "Les Feux follets" in Saint-Cergues les Voirons. Fluchthelferin für die Jugendlichen von La Hille. 1992
Harald Feller Bern 14. Januar 1913 28. Dez. 2003 Budapest Als Diplomat in Budapest versteckte er Juden zunächst in seinem eigenen Haus in Buda, danach im Luftschutzkeller der Kanzlei der Schweizer Gesandtschaft. Er stellte gefälschte Schweizer Pässe aus. 1999
Anna Flescher-Riesen       Rom Versteckte ihren zukünftigen Mann, Joachim Flescher, während der deutschen Besatzung in ihrer Wohnung. 2008
Laure (Loly) Francken       Novel, Haute-Savoie 1997
William Francken Rotterdam 1889   1962 Novel, Haute-Savoie 1997
Jean-Edouard Friedrich Shanghai 1912   1999 Berlin War von 1942 bis 1946 für das IKRK tätig. Begleitete zwei Frauen bis zur Grenze zur Schweiz. 1999
Emma Giannini-Aeppli       Faverges, Haute-Savoie Emma Aeppli arbeitete in der Kinderkolonie in Faverges, wo sie ihren zukünftigen Mann kennenlernte. Zusammen begleiteten sie zwei jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz im August 1943. 2000
Mark Gander       2015
Jane Gander       2015
Walter Giannini   1914   2003 Faverges, Haute-Savoie Lehrer in der Kinderkolonie in Faverges. Begleitete zwei jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz (August 1943). 2000
Agnès Gilardino-Rutschi [6]       frontière franco-suisse 1977
Albert Gross Lausanne 1904   1975 KZ Gurs Katholischer Priester, Leiter des Foyer Saint-Justin in Fribourg. Seelsorger im KZ Gurs, wo er etwa 40 Juden versteckte und so vor der Deportation rettete. 1989
Paul Grüninger St. Gallen 27. Oktober 1891 22. Feb. 1972 St. Gallen Durch Vordatierung von Einreisevisa und Fälschung von Dokumenten ermöglichte er als Polizeihauptmann mehr als 3.000 Flüchtlingen die Einreise in die Schweiz. Grüninger wurde dafür 1939 vom Dienst suspendiert und zu einer Geldstrafe verurteilt. Vom Kanton St. Gallen wurde er erst 1993 politisch rehabilitiert. 1971
Hildegard Gutzwiller[7]   1897   1957 Budapest Gehörte der Ordensgemeinschaft des Heiligen Kreuzes an. Trat 1927 ins Sophianum in Budapest ein und wurde 1934 Oberin. Versteckte von 1944 bis 1945 ca. 250 Personen im Ordenshaus, darunter etwa 40 jüdische Frauen und Kinder. 1995
Otto Haggenmacher       Budapest Als Industrieller in Budapest tätig. Versteckte in seinem Haus mehr als 30 jüdische Kinder. 2003
Elise Höfler-Brütsch [8] Ramsen SH    Deutschland 2001
Germaine Hommel[4] 20. Juni 1893 30. Aug. 1982 Saint-Cergues, Haute-Savoie Gebürtige Französin, mit einem Schweizer verheiratet. Directrice der Kinderkolonie "Les Feux follets" in Saint-Cergues les Voirons. Fluchthelferin für die Jugendlichen von La Hille (zusammen mit Léon Balland und Marthe Bouvard[4]). Mitglied der Résistance 1943–1944. Verhaftung und Deportation ins KZ Ravensbrück. 1992
Anne-Marie Im Hof-Piguet Le Sentier, 12. April 1916 18. Dez. 2010 Château de la Hille Als die Nationalsozialisten auch den Süden Frankreichs besetzten, rettete Im Hof-Piguet zwölf jüdische Kinder, indem sie sie mit Hilfe der Passeusen Victoria und Madeleine Cordier[4] illegal über die Grenze in die Schweiz brachte. 1990
Frieda Impekoven [9] Zürich 1880    Frankfurt am Main 1966
Ernest Ischy       Paris Als Geschäftsmann in Paris tätig; in seinem Haus hielten sich ein befreundeter jüdischer Chirurg und dessen Mutter versteckt. 1991
Yannick Ischy       Paris Versteckte zusammen mit ihrem Mann einen jüdischen Chirurgen und deren Mutter in ihrem Haus. 1991
Arthur Jaccard   1883   1943 Département Ain Versteckte zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter mehrere Juden auf dem Weg in die Schweiz in ihrem Bauernhof im Département Ain. 2007
Wilhelmine Jaccard       Département Ain Versteckte zusammen mit ihrem Mann verfolgte Juden auf ihrem Bauernhof. 2007
Ruth Monney-Jaccard       Département Ain Tochter von Arthur und Wilhelmine Jaccard. Gehörte wie ihre Eltern dem Netzwerk von Roland de Pury an. 2007
Maria Junker-Kissling   1914   2000 Département Indre; Limoges, Département Haute-Vienne Als Gouvernante in Frankreich tätig, unterstützte sie einzelne jüdische Flüchtlinge, darunter viele Kinder. Engagierte sich in der Résistance und half 18 verfolgten Juden über die Schweizer Grenze. 1973
Arthur Lavergnat [10] Bossey, Haute-Savoie 1914   1980 Troinex 1990
Jeanne Lavergnat [11]   1920    Troinex 1990
Carl Lutz Walzenhausen, 30. März 1895 Bern, 12. Februar 1975 Budapest Ab Mai 1944 stellte er Juden, die nach Palästina auswandern wollten, Schutzpässe und Schutzbriefe aus und erreichte bei den zuständigen Besatzungsbehörden, dass die Ausweise respektiert wurden. Dabei handelte Lutz teilweise gegen die ausdrücklichen Vorgaben der Schweizer Regierung. 1964
Gertrud Lutz-Fankhauser Rechthalten, 7. März 1911 29. Juni 1995 Budapest War gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Lutz an der Rettung tausender ungarischer Juden beteiligt. 1978
Emile Marclay   1897   1987 Champéry Emile Marclay und seine Familie nahmen insgesamt 14 Juden bei sich auf. 2001
Lina Marclay-Studer   1914   2000 Champéry Lina Marclay-Studer, ihr Mann und ihre Tochter nahmen insgesamt 14 Juden bei sich in ihrem Chalet in Champéry auf. 2001
Antoinette Masserey       Rulhe Département Aveyron Ordensfrau in der Ordensgemeinschaft der Heiligen Familie in Rulhe. Sie nahm 1943 und 1944 insgesamt 24 Juden auf, von denen einige nach Spanien fliehen konnten. 1979
Auguste Matringe [12] Rolle  1894   1984 Lyon, Département Rhône Chemieingenieur in Frankreich, versteckte Juden in seinem Betrieb und brachte deren Kinder auf dem Land unter. 2001
Germaine Muehlenthaler       Marseille Als Leiterin des Christlichen Vereins junger Menschen in Marseille half sie mehreren jüdischen Jugendlichen, versteckte sie und beschaffte gefälschte Papiere. 1967
Rösli Näf Glarus 1911 Glarus 1996 Château de la Hille, Montégut-Plantaurel – Département Ariège Directrice du Château de la Hille. Die Schweizer Krankenschwester Rosa (Rösli) Näf leitete die Kolonie von La Hille während der Schreckensjahre 1941 und 1942. Sie betreute gefährdete und verfolgte ausländische Kinder, darunter viele Juden. Unter Einsatz ihres Lebens versuchte Rösli Näf, ihre Schützlinge vor der Deportation in die Vernichtungslager zu retten. 1989
René Nodot[4] Bourg-en-Bresse, Département Ain 1916 1999? Lyon Französisch-schweizerischer Doppelbürger. Engagiert in der Résistance, warnte er Juden vor der bevorstehenden Verhaftung und half, sie zu verstecken. Rettete anlässlich der Razzia in Bourg-en-Bresse im August 1943 mindestens 30 Juden. 1974
Marcel Pasche Bern 1911   2006 Roubaix Département Nord Als reformierter Pfarrer von Roubaix verhalf er einem deutschen Juden zur Flucht und kümmerte sich um seine Familie. 1992
Ernest Prodolliet_(Diplomat) Amriswil   1905   1984 Bregenz In seiner Eigenschaft als Leiter der Passabteilung bei der Schweizer Konsularagentur in Bregenz (1.4.1938) erteilte er ca. 300 Durchgangsvisa an österreichische Juden. Er überzeugte die Grenzbeamten, ihnen auch ohne Visum Einlass zu gewähren. 1982
Anna Paszkiewicz [13]   1906   1993 Wisokie Litewskie, Polen (heute Weissrussland) 1998
Frédéric (Fred) Reymond Le Sentier 1907   1999 Le Sentier, Vallée de Joux In seiner Funktion als Offizier beim Schweizer Nachrichtendienst überquerte er häufig die Grenze zwischen der Schweiz und dem von den Deutschen besetzten Frankreich. Reymond ermöglichte bei seinen Grenzübertritten zahlreichen Juden, entflohenen Kriegsgefangenen, Widerstandskämpfern und alliierten Soldaten die Flucht in die Schweiz. Dort versteckte er sie gemeinsam mit seiner Frau in seinem Haus, versorgte sie mit Nahrung und unterstützte sie mit Geld und Bahnfahrkarten bei ihrer weiteren Flucht. 1998
August Rutschi       Monnetier-Mornex, Haute-Savoie Der pensionierte Pfarrer nahm in seinem Haus in der Haute-Savoie ein jüdisches Ehepaar aus Belgien auf. 1977
Cécile Rutschi       Monnetier-Mornex, Haute-Savoie Nahm zusammen mit ihrem Mann ein jüdisches Ehepaar aus Belgien bei sich zu Hause auf. 1977
Hans Schaffert   1918   2003 KZ Gurs Schweizer Theologe, Schüler von Karl Barth. Im Jahre 1942 organisierte er im KZ Gurs die Flucht von Gefangenen nach Spanien und in die Schweiz. 1967
Martha Schmidt Zürich 1900?    Lépin Sie kümmerte sich ab 1943 um die vier Töchter einer befreundeten Familie und brachte sie bei einem Freund in Frankreich unter, wo sie den Krieg überlebten. 1993
Anne Schneeberger       Roanne, Département Loire Zusammen mit ihrem Mann nahm sie einen jungen polnischen Juden bei sich auf. Dieser überlebte den Krieg im sicheren Versteck. 1999
Arthur Schneeberger       Roanne, Département Loire Seine Frau und er nahmen einen polnischen Juden bei sich zu Hause auf. Dieser überlebte den Krieg. 1999
Jakob F. Spirig       2007
Sebastian Steiger Oltingen 1918  Juli 2012 Château de la Hille Pfarrerssohn und Lehrer der jüdischen Kinder in der Kolonie La Hille ab 1943 (Kinderhilfe des SRK). Überliess seine Identitätskarte einem bedrohten Schützling, dem auf diese Weise die Flucht in die Schweiz gelang. 1993
Margaretha (Gret) Tobler Zürich 1915    Château de la Hille Pfarrerstochter und ausgebildete Kindergärtnerin, ab 1942 bei der SRK-Kinderhilfe. In der Kolonie La Hille für die jüngsten Kinder zuständig. Im Dezember 1943 gelang ihr zusammen mit zwei jungen jüdischen Mädchen der Übertritt in die Schweiz. 2000
Milorad Tosic [14]   1909   2000 Budapest Jugoslawischer Industrieller in Maribor; Flucht nach Ungarn im Juli 1943. Erhielt von Eduard Hürlimann von der Schweizer Gesandtschaft in Budapest Schutzbriefe und gefälschte Papiere, die er an Jugoslawen jüdischen Glaubens weitergab. Setzte sich auch für ungarische Juden ein und brachte jugoslawische Juden aus dem Grossen Ghetto in Schutzhäusern unter. 1941. 1978
Marguerite Tzaut       Tonneins, Département Lot-et-Garonne Heilsarmistin, Leiterin des Altersheims der Heilsarmee nahe Tonneins. Versteckte zusammen mit ihrem Mann ca. 15 verfolgte Juden im Altersheim. 1973
Paul Tzaut 1901?   1994 Tonneins, Département Lot-et-Garonne Heilsarmist seit 1921. Versteckte zusammen mit seiner Frau ca. 15 verfolgte Juden im Altersheim der Heilsarmee nahe Tonneins. 1973
Ernst Vonrufs   1906   1972 Budapest Textilindustrieller in Budapest seit 1935. Mitarbeiter von Carl Lutz (Vertretung fremder Interessen). Von Dezember 1944 bis zur Ankunft der Roten Armee beschützte er zusammen mit Peter Zürcher das Internationale Ghetto und das Glashaus (Budapest) vor den Übergriffen der Pfeilkreuzler. 2001
Joachim von Zedtwitz [15] Wien    Wien; Prag 1994
Edgar Wasserfallen Schweiz 1908   1974 Lassalle, Département Gard Pfarrer in Lassalle, engagierte sich schon früh in der Résistance. Nahm 1943 ein jüdisches Ehepaar in seinem Haus auf und fand ein Versteck für deren zwei Kinder. 2000
Elise Wasserfallen Alès 1898   1997 Lassalle, Département Gard Ein jüdisches Ehepaar fand 1943 in ihrem Haus Schutz vor der Verfolgung und überlebte den Krieg trotz Denunziationen und Hausdurchsuchungen. 2000
Ernest Wittwer Albligen 1922   1976 Montency; Vereux, Département Haute-Saône Liess sich mit seiner Familie im Jahre 1939 in Frankreich nieder. Begleitete zwei jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Am 27. April 1944 in Porrentruy verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe von 60 Tagen verurteilt, wurde er im Jahre 2004 rehabilitiert. 1998
Irena Zadarnowska [16] Polen 1916   1986 Polen Beherbergte in ihrem Haus eine jüdische Mutter und deren Tochter. Alle drei gelangten im April 1945 in die Schweiz. 1964
Jeanne-Françoise Zufferey       Rulhe, Département Aveyron Ordensschwester in der Ordensgemeinschaft der Heiligen Familie. Versteckte 24 Juden im Ordenshaus, von denen einige über die spanische Grenze fliehen und so der Verfolgung entkommen konnten. 1993
Peter Zürcher   1914   1975 Budapest Jurist, Textilindustrieller in Budapest seit 1940. Von Dezember 1944 bis zur Ankunft der Roten Armee beschützte er zusammen mit Ernst Vonrufs das Internationale Ghetto und das Glashaus (Budapest) vor den Übergriffen der Pfeilkreuzler. 1998

LiteraturBearbeiten

  • Meir Wagner, Mosche Meisels: Die Gerechten der Schweiz: eine Dokumentation der Menschlichkeit. Tel Aviv 1999. 155 S. Vorwort von Flavio Cotti. Inhaltsverzeichnis.
  • François Wisard: Les Justes suisses. Des actes de Courage méconnus au temps de la Shoah, Genève 2007 (CICAD)
  • Sylvie Arsever: Des Suisses face au nazisme. Devoir de désobéissance . In: Le Temps, 28. Januar 2008
  • Bill Barazetti. In: The Times, 9. Oktober 2000

WeblinksBearbeiten

FussnotenBearbeiten

  1. Yad Vashem: About the Righteous – Statistics; Abgerufen am 15. Mai 2012
  2. François Wisard: Les Justes suisses. Des actes de Courage méconnus au temps de la Shoah, Genève 2007 (CICAD)
  3. Sohn eines Schweizer Vaters, der auf das Schweizer Bürgerrecht verzichtet hatte.
  4. a b c d e f g h i j Bei Yad Vashem in der Liste der Franzosen (Stand: 1. Januar 2012; PDF; 1,0 MB) geführt, aufgrund des Buches Die Gerechten der Schweiz: eine Dokumentation der Menschlichkeit (siehe Abschnitt Literatur) der Schweizer Liste zugeordnet.
  5. Gebürtige Polin, ließ sich in den 1960er Jahren in der Schweiz nieder. Amerikanische Staatsangehörige.
  6. Tochter von August und Cécile Rutschi, gebürtige Schweizerin, verlor aufgrund der damaligen Gesetzgebung die schweizerische Staatsangehörigkeit durch ihre Ehe mit einem Ausländer.
  7. Hildegard Gutzwiller auf der Seite von Yad Vashem
  8. Gebürtige Schweizerin, verlor aufgrund der damaligen Gesetzgebung die schweizerische Staatsangehörigkeit durch ihre Ehe mit einem Ausländer.
  9. Frieda Kobler, gebürtige Schweizerin, verlor aufgrund der damaligen Gesetzgebung die schweizerische Staatsangehörigkeit durch ihre Ehe mit einem Ausländer.
  10. gebürtiger Franzose, ließ sich nach dem Krieg in der Schweiz nieder und nahm die Schweizer Staatsangehörigkeit an.
  11. gebürtige Französin, ließ sich nach dem Krieg in der Schweiz nieder und nahm die Schweizer Staatsangehörigkeit an.
  12. Sohn eines Franzosen und einer Schweizerin, französischer Staatsangehöriger, ließ sich im Jahre 1959, nach seiner Pensionierung, in der Schweiz nieder.
  13. gebürtige Polin, liess sich um 1970 in Baden AG nieder und wurde Schweizerin durch Heirat.
  14. Gebürtiger Jugoslawe. In Titos Jugoslawien zu 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, kam er 1960 als politischer Flüchtling in die Schweiz.
  15. gebürtiger Österreicher, liess sich 1948 in der Schweiz nieder und wurde in den 1980er Jahren eingebürgert.
  16. gebürtige Polin, lebte ab 1945 als Malerin in der Schweiz.