Laubendorf (Langenzenn)

Laubendorf (umgangssprachlich: „Laumdoʳf“[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Langenzenn im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Laubendorf
Koordinaten: 49° 29′ 45″ N, 10° 45′ 17″ O
Höhe: 315 m ü. NHN
Einwohner: 442 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 90579
Vorwahl: 09102
Ortsansicht
Ortsansicht
St. Georg

GeographieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt am Nordufer der Zenn den Ortschaften Heinersdorf und Lohe direkt gegenüber. Der Altenbüchbach mündet unmittelbar südlich des Ortes als linker Zufluss in die Zenn. Im Norden erheben sich der Kugelberg (380 m ü. NHN) und der Kühberg (378 m ü. NHN). Im Westen grenzt der Spitalwald an.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird 1237 als „Lubendorff“ erstmals urkundlich erwähnt. 1246 überlässt das Kloster Heilsbronn dem Bamberger Domkapitel im Tausch Güter in „Luebendorf“.[2] Im 14. Jahrhundert gab es im Ort folgende Gutsherren: die Burggrafschaft Nürnberg, das Kloster Heilsbronn, das Nürnberger Klarissenkloster St. Klara und die Eigenherren Conrad von Linte, Sigfried von Brenwiz und Konrad Graß. Im burggräflichen Urbar von 1360/70 werden neun Güter verzeichnet, die diesem gehörten. Im Salbuch des Amtes Cadolzburg von 1414 werden für den Ort 20 Anwesen verzeichnet, von denen zwölf den Markgrafen und acht der Reichsstadt Nürnberg unterstanden. Daneben gab es den Langenzenner Spitalshof und drei kommunale Anwesen (Badstube, Schmiede, Hirtenhaus).[4] Die dem Augustiner-Chorherren-Stift von Langenzenn unterstehende Gemeinde hatte den Stiftskanoniker Johann Bauereisen („Pawerweisen“) 1525 zum Pfarrer, welcher nach wohl längerem Zögern die neue Kirchenordnung der Reformation angenommen hat und dann als evangelischer Pfarrer in Laubendorf gestorben ist und dort auch begraben wurde.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Laubendorf 37 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (vier Höfe, 14 Güter, drei Häuser), das Klosteramt Langenzenn (zwei Halbhöfe, neun Güter), die Pfarrei Rittersbach (ein Viertelhof, ein Gut) und die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (ein Gut), St.-Klara-Amt (ein Halbhof), Spitalamt (ein Hof).[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Laubendorf gebildet, zu dem die Orte Erlachskirchen, Hardhof, Heinersdorf, Heinersdorfer Mühle und Lohe gehörten. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Laubendorf gegründet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1920 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).[7] Ab 1862 wurde Laubendorf vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 13,127 km².[8]

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Laubendorf am 1. Juli 1972 in die Stadt Langenzenn eingegliedert.[9]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Dürrnbucher Str. 2: dazugehörige Scheune
  • Dürrnbucher Str. 4: Wohnstallhaus
  • Pfarrweg 3: neues Pfarrhaus mit Nebengebäude und Einfriedung
  • Pfarrweg 10: ehemaliges Pfarrhaus mit Scheune
  • Pfarrweg 12: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg
  • Wilhermsdorfer Str. 8: ehemaliges Bauernhaus
  • Wilhermsdorfer Str. 10: Nebengebäude einer Hofanlage

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Langenzenn#Laubendorf

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Laubendorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 388 458 475 497 487 484 454 451 467 450 434 437 417 426 477 438 441 439 415 627 741 677 664 719
Häuser[10] 77 77 75 79 80 80 89 119
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [8] [20]

Ort Laubendorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 206 233 241 222 221 210 232 362 363 402 442
Häuser[10] 42 42 44 45 45 51 72 119
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Georg (Laubendorf) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Marien (Langenzenn).

VerkehrBearbeiten

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lohe zur Staatsstraße 2252 bzw. zur Staatsstraße 2252 200 Meter westlich von Heinersdorf. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Dürrnbuch.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Laubendorf (Langenzenn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 336 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 64.
  3. Laubendorf im BayernAtlas
  4. Laubendorf auf der Website langenzenn.de
  5. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 194.
  6. H. H. Hofmann, S. 135 f.
  7. H. H. Hofmann, S. 230; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 27 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 781 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 467.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 52 (Digitalisat). Für die Gemeinde Laubendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Erlachskirchen (S. 23), Hardhof (S. 37), Heinersdorf (S. 38) und Lohe (S. 55).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 67–68 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 462 Einwohner.
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1030, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1196, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1127 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1195 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1232 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1062–1063 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 174 (Digitalisat).