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Horbach (Langenzenn)

Ortsteil der Stadt Langenzenn

Horbach (umgangssprachlich: „Håʳba“[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Langenzenn im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Horbach
Koordinaten: 49° 29′ 38″ N, 10° 49′ 19″ O
Höhe: 334 (325–345) m ü. NHN
Einwohner: 468 (31. Dez. 2001)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 90579
Vorwahl: 09101
Freiwillige Feuerwehr Horbach
Horbacher Weiher

GeographieBearbeiten

Durch das Dorf fließt der Lohmühlbach, der ein rechter Zufluss der Zenn ist. Im Norden grenzt das Eichholz an, im Nordosten die Steigäcker, im Süden befindet sich ein Swin-Golf-Platz und die Kelleräcker. Im Südwesten befindet sich der Kugelbuck.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird im Gültbuch des Nürnberger Sankt-Klara-Klosters von 1316 als „Horbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort „horo“ (ahd. Schmutz, Sumpf) ist und demnach einen schmutzigen Bach bezeichnet.[2] 1360/70 werden für den Ort im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg vier abgabepflichte Bauernhöfe verzeichnet. 1414 wurden im Salbuch des burggräflichen Amtes Cadolzburg für den Ort vier Grundherren angegeben (der Burggraf, das St.-Klara-Kloster, die Patrizier Holzschuher und Groland), denen die neun Bauerngüter unterstanden. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort verwüstet und lag auch noch nach Kriegsende öde da.[1]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Horbach 14 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosteramt Langenzenn inne. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (ein Gut, ein Hirtenhaus), das Klosteramt Langenzenn (drei Höfe, zwei Halbhöfe, zwei Güter), die Deutschordenskommende Nürnberg (ein Hof, ein Gut), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (ein Halbhof), St.-Klara-Kloster-Amt (ein Hof) und der Nürnberger Eigenherr von Fürer (ein Hof).[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Horbach 1808 dem Steuerdistrikt Seukendorf zugeordnet. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Horbach gegründet, zu der die Orte Göckershof, Hausen, Kagenhof, Raindorf und Seckendorf gehörten. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1920 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).[5] Ab 1862 wurde Horbach vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 9,019 km².[6]

1953 wurde der Ortsteil Kagenhof nach Veitsbronn eingegliedert.[7]

Mit der Gebietsreform in Bayern wird die Gemeinde Horbach am 1. Mai 1978 aufgelöst. Der Ortsteil Raindorf kam zu Veitsbronn und Seckendorf (zu Cadolzburg), der Hauptort und die restlichen Ortsteile wurden in die Stadt Langenzenn eingegliedert.[8]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Horbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 283 314 364 347 367 373 355 360 349 348 383 408 459 493 523 478 504 515 545 861 863 861 697 734
Häuser[9] 46 48 56 62 65 77 86 129
Quelle [10] [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [12] [6] [19]

Ort Horbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002001
Einwohner 80 87 118 110 109 109 125 230 285 291 413 468
Häuser[9] 15 16 20 19 21 24 52 103
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [6] [19] [20] [1]
 
Einwohnerzahlen Horbach 1820 bis 2000

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Evangelisch-lutherische Pfarrkirche (Langenzenn) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Marien (Langenzenn).

Vereine (Auszug)Bearbeiten

  • Bayer. Bauernverband Ortsbäuerin Horbach[21]
  • Bayer. Bauernverband Ortsverband Horbach
  • Freiwillige Feuerwehr Horbach
  • Jagdgenossenschaft Horbach
  • Swin-Golf-Club Horbach 08[22]

VerkehrBearbeiten

Die zu einer Gemeindeverbindungsstraße herabgestufte ehemalige B 8 führt zur Kreisstraße FÜ 17 in Langenzenn und in die andere Richtung zu einer Halbanschlussstelle der Kreisstraße FÜ 2 mit der heutigen B 8 (Südwesttangente). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Roßendorf zur FÜ 16.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Horbach (Langenzenn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Horbach auf der Website langenzenn.de
  2. a b W. Wiessner, S. 53f.
  3. Horbach im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 128.
  5. H. H. Hofmann, S. 234; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 27 (Digitalisat).
  6. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 780 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Bestand und Gebiet von 1840 bis 1987. Heft 451 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1991, S. 103
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 43 (Digitalisat). Für die Gemeinde Horbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Göckershof (S. 30), Hausen (S. 37), Kagenhof (S. 45), Raindorf (S. 73) und Seckendorf (S. 85).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 66 (Digitalisat). Einwohnerzahl laut Historischem Gemeindeverzeichnis. Im Original nur 244 Einwohner wegen falscher Einwohnerzahl des Ortes Seckendorf.
  12. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1030, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1195–1196, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1126 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1231 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1062 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  21. Hirsch & Wölfl GmbH - www.hirsch-woelfl.de: Stadt Langenzenn | Vereine |. In: www.langenzenn.de. Abgerufen am 26. September 2015.
  22. Endress: Swingolf Horbach - Herzlich Willkommen. In: swingolf-horbach.de. Abgerufen am 26. September 2015.