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Johan Clarey Ski Alpin
Johan Clarey en mars 2019 au Super Slalom de La Plagne.jpg
Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 8. Januar 1981 (38 Jahre)
Geburtsort Annecy, Frankreich
Größe 191 cm
Gewicht 95 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G,
Kombination
Verein CS Tignes
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
0Silber0 Åre 2019 Super-G
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 29. November 2003
 Gesamtweltcup 23. (2012/13)
 Abfahrtsweltcup 7. (2013/14)
 Super-G-Weltcup 8. (2018/19)
 Kombinationsweltcup 37. (2009/10)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 1 3
 Super-G 0 1 0
letzte Änderung: 17. März 2019

Johan („Yo“) Clarey (* 8. Januar 1981 in Annecy) ist ein französischer Skirennläufer. Er ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Clarey wuchs in Tignes auf und erlernte das Skifahren als Fünfjähriger.[1] Im Januar 1997 nahm er erstmals an FIS-Rennen teil, wobei ihm der erste Sieg auf dieser Stufe im Januar 1998 gelang. Ab Dezember 1999 folgten Einsätze im Europacup. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2001 in Verbier wurde er Vierter der Abfahrt, zeitgleich mit dem Kanadier Jan Hudec. Am 20. Dezember 2002 erzielte er in einer Europacup-Abfahrt erstmals einen Podestplatz (Dritter in der Abfahrt von Laax). Sein Debüt im Weltcup hatte er am 29. November 2003 in Lake Louise, wo er in der Abfahrt auf Platz 50 fuhr. Weltcuppunkte holte er erstmals am 10. Januar 2004 in Chamonix mit Platz 29 in der Abfahrt. Am 22. Januar 2004 gewann er erstmals ein Europacuprennen, eine Abfahrt in Altenmarkt-Zauchensee. Fünf Tage später folgte ein weiterer Sieg in Tarvisio, was zusammen mit einem weiteren Podestplatz den zweiten Rang in der Disziplinenwertung ergab.

Wegen eines Kreuzbandrisses im linken Knie konnte Clarey in der Saison 2004/05 kein einziges Rennen bestreiten.[1], auch die darauf folgende Saison war von Verletzungen geprägt. Den Anschluss an die Weltspitze schaffte er schließlich im Winter 2006/07. Am 10. März 2007 erzielte er als Sechster der Abfahrt von Kvitfjell seine erste Top-10-Platzierung im Weltcup. Im Europacup gewann er drei Rennen; damit sicherte er sich den Sieg in der Abfahrts- und in der Kombinationswertung. Nachdem der Winter 2007/08 eher mäßig verlaufen war, verpasste er den Auftakt der Saison 2008/09 wegen eines Armbruchs. Ende November 2009 kehrte er ins Renngeschehen zurück, zog sich aber am 8. Januar 2009 beim Abfahrtstraining in Val-d’Isère einen weiteren Kreuzbandriss zu (diesmal im rechten Knie).[2]

Am 19. Dezember 2009 wurde Clarey auf der Saslong-Abfahrt in Gröden Dritter (zeitgleich mit Ambrosi Hoffmann) und erzielte damit seinen ersten Podestplatz im Weltcup.[3] Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver wurde er 27. in der Abfahrt und schied in der Super-Kombination aus. Sein bestes Weltcupergebnis im Winter 2010/11 war ein fünfter Platz in der Abfahrt von Lake Louise. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen erreichte er Rang acht in der Abfahrt. Am Saisonende wurde er französischer Abfahrtsmeister. In der Weltcupsaison 2011/12 fuhr er sieben Mal unter die besten zehn, wobei er in Beaver Creek als Viertplatzierter nur knapp das Podest verpasste.

Fünf weitere Top-10-Platzierungen gelangen Clarey in der Saison 2012/13. Am 19. Januar 2013 erzielte er in Wengen die höchste bisher gemessene Momentangeschwindigkeit in einem Rennen des alpinen Skiweltcups, als er auf der Lauberhornabfahrt den Haneggschuss mit 161,9 km/h passierte (das Rennen beendete er auf Platz 5).[4][5] Aufgrund von Schmerzen am Ischiasnerv musste er die Saison eine Woche später abbrechen und sich am Rücken operieren lassen.[6] Trotz dieses Rückschlags konnte er sein Niveau in der Saison 2013/14 halten. Er fuhr fünfmal in die Top 10. Darunter waren zwei Podestplätze, Rang 2 in Gröden am 21. Dezember 2013 (gleichbedeutend mit seinem Karriere-Bestergebnis) und Rang 3 in Kvitfjell am 1. März 2014. Enttäuschend verliefen hingegen die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, wo er in der Abfahrt ausschied und im Super-G Platz 19 erreichte.

Im Winter 2014/15 fuhr Clarey bei Weltcuprennen dreimal in die Top 10, im Winter 2015/16 zweimal (darunter ein vierter Platz bei der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel). Wieder auf dem Podest stand er am 21. Januar 2017, als Drittplatzierter in Kitzbühel. Zwei Top-10-Platzierungen gelangen ihm in der Saison 2017/18. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang kam er nicht über Platz 18 in der Abfahrt hinaus.

Am 27. Januar 2019 erreichte er mit Platz 2 im Super-G von Kitzbühel seinen fünften Podestplatz im Weltcup; 10 Tage später gewann er bei der Weltmeisterschaft 2019 in Åre die Silbermedaille im Super-G, zeitgleich mit Vincent Kriechmayr. Mit 38 Jahren und 29 Tagen ist er damit der älteste Medaillengewinner in der Geschichte alpiner Skiweltmeisterschaften.[7]

ErfolgeBearbeiten

Olympische SpieleBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

WeltcupBearbeiten

  • 18 Platzierungen unter den besten fünf, davon 5 Podestplätze

WeltcupwertungenBearbeiten

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2003/04 140. 2 54. 2
2006/07 86. 69 33. 57 38. 12
2007/08 78. 79 30. 63 41. 16
2008/09 92. 46 31. 46
2009/10 61. 118 19. 104 37. 14
2010/11 56. 150 19. 142 48. 8
2011/12 29. 334 10. 283 31. 51
2012/13 23. 282 12. 174 12. 108
2013/14 25. 341 7. 273 25. 68
2014/15 32. 250 16. 182 23. 68
2015/16 37. 235 15. 235
2016/17 52. 137 17. 132
2017/18 54. 121 18. 121
2018/19 19. 434 8. 234 8. 200

EuropacupBearbeiten

  • Saison 2003/04: 9. Gesamtwertung, 2. Abfahrtswertung
  • Saison 2006/07: 10. Gesamtwertung, 1. Abfahrtswertung, 1. Kombinationswertung
  • 8 Podestplätze, davon 5 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
22. Januar 2004 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Abfahrt
27. Januar 2004 Tarvisio Italien Abfahrt
7. Februar 2007 Sarntal/Reinswald Italien Abfahrt
9. Februar 2007 Sarntal/Reinswald Italien Super-Kombination
9. Februar 2007 Sarntal/Reinswald Italien Abfahrt

Junioren-WeltmeisterschaftenBearbeiten

Weitere ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johan Clarey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Athlete Profile - Johan Clarey. Pyeongchang 2018, 2018, abgerufen am 20. Mai 2018 (englisch).
  2. Descente messieurs : Clarey, retour d'enfer! Le Dauphiné libéré, 20. Dezember 2009, abgerufen am 20. Mai 2018 (französisch).
  3. Ski à Val Gardena: Osborne-Paradis remporte la descente, le Français Johan Clarey 3e. La Dépêche, 19. Dezember 2009, abgerufen am 20. Mai 2018 (französisch).
  4. Starke ÖSV-Mannschaft. Österreichischer Rundfunk, 19. Januar 2013, abgerufen am 19. Januar 2013.
  5. Nie rast einer schneller über eine Weltcup-Piste als Johan Clarey am Lauberhorn. watson, 19. Januar 2018, abgerufen am 19. Januar 2013.
  6. Johan Clarey : "Les blessures, je sais gérer". Eurosport, 29. November 2013, abgerufen am 20. Mai 2018 (französisch).
  7. Ski-WM: Paris siegt im Super-G in Aare, Kriechmayr holt Silber für Österreich. Salzburger Nachrichten, 6. Februar 2019, abgerufen am 6. Februar 2019.