Das obere Sarntal: Blick von Weißenbach Richtung Nordosten
Blick auf das mittlere Sarntal
Die Sarner Schlucht: Blick vom Johanneskofel nordwärts

Das Sarntal (italienisch Val Sarentino) ist ein etwa 45 km langes Tal in Südtirol (Italien). Durchflossen wird es in Nord-Süd-Richtung von der Talfer. Das nördliche Ende des Sarntals befindet sich am Penser Joch (2211 m), im Süden geht es im Bozner Talkessel (260 m) auf, in dem sich ansonsten noch Etsch- und Eisacktal vereinigen. Es ist zur Gänze von den Sarntaler Alpen umschlossen.

Administrativ gehört das Sarntal größtenteils zur gleichnamigen Gemeinde Sarntal. Im Süden im Bereich der Sarner Schlucht verteilt es sich auf die Gemeinden Ritten, Jenesien und Bozen.

VerlaufBearbeiten

In seiner nördlichen Hälfte beschreibt das Sarntal ab dem Penser Joch einen leichten Bogen nach Westen zwischen dem Sarner Westkamm und Mittelkamm. In diesem auch Penser Tal genannten Abschnitt befinden sich von Norden nach Süden die Ortschaften Pens, Weißenbach und Aberstückl.

Bei Astfeld mündet das von Nordosten hinzukommende Durnholzer Tal in das Sarntal. Etwas der Talfer abwärts befinden sich mit Nordheim und dem Gemeindehauptort Sarnthein die bedeutendsten dörflichen Siedlungen.

Südlich von Bundschen verengt sich das Sarntal zwischen dem Ritten und dem Tschögglberg zur Sarner Schlucht, die kurz vor dem Bozner Talkessel endet.

GeologieBearbeiten

Der unterschiedliche Charakter des Sarntals in seinem Verlauf – im Norden von sanften Geländeformen dominiert und deutlich aufgeweitet, im Süden zu einer Schlucht verengt – lässt sich anhand der geologischen Gegebenheiten erklären. Nördlich von Bundschen dominieren rasch verwitternde Quarzphyllite, die die Entstehung eines breiten Tals begünstigten; falls dort Hangversteilungen auftreten, so ist dies auf das gelegentliche Auftreten gegenüber der Verwitterung widerstandsfähigerer Gesteinsarten zurückzuführen. Im Süden hingegen breiten sich die harten Bozner-Quarzporphyr-Platten des Tschögglbergs im Westen und des Ritten im Osten aus, zwischen denen sich die Talfer eine tiefe Schlucht graben musste.[1]

Burgen im unteren SarntalBearbeiten

Die Sarner Schlucht und der Übergang zum Bozner Talkessel sind bekannt für ihre hohe Dichte mittelalterlicher Burgen. Auf der östlichen, orographisch linken Seite ist die erste Anlage am Taleingang Klebenstein, gefolgt von Rendelstein, Runkelstein, Wangen-Bellermont und dem Johanneskofel. Auf der gegenüberliegenden Seite der Talfer befinden sich der Reihe nach Ried, Rafenstein, Walbenstein und Afing.

LiteraturBearbeiten

  • Luis Oberkalmsteiner: Erzählungen aus dem Sarntal. Ferrari-Auer, Bozen 1968, ohne ISBN.
  • Josef Rampold: Bozen : Mittelpunkt des Landes an der Etsch und im Gebirge. Die Stadt und Wanderungen in den Gebieten Salten, Sarntal, Ritten, Eggental (= Südtiroler Landeskunde. Band 7). 4. Auflage. Athesia, Bozen 1985, ISBN 88-7014-050-4.
  • Oswald Trapp (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. V. Band: Sarntal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1981, ISBN 88-7014-036-9.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Sarntal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peter Ortner, Christoph Mayr: Südtiroler Naturführer. Athesia, Bozen 1977, S. 101–108

Koordinaten: 46° 39′ 44″ N, 11° 21′ 51″ O