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Jobstgreuth ist ein Ortsteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Jobstgreuth
Koordinaten: 49° 29′ 49″ N, 10° 31′ 36″ O
Höhe: 398–431 m ü. NHN
Einwohner: 126 (1. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91459
Vorwahl: 09846
evangelisch-lutherische Kirche St. Jobst
evangelisch-lutherische Kirche St. Jobst

GeografieBearbeiten

Durch das Kirchdorf fließt der Steinbach, ein linker Zufluss der Zenn, und der Brunnenwiesengraben, der dort als linker Zufluss in den Steinbach mündet. Der Ort ist weitestgehend von Wald umgeben: im Norden liegt der Obere Wald, im Nordosten der Stiftungswald und im Süden der Lenkersheimer Gemeindewald. Im Norden liegt auch das Flurgebiet Straßäcker.[2]

GeschichteBearbeiten

Aus einer Urkunde des Jahres 1164 geht hervor, dass vom Kloster Heilsbronn ein ödes Landstück erworben und an Umwohnende verteilt wurde, die dann darauf „Mucginrute“, „Willehalmesrute“ und „Breminrute“ gegründet haben.[3] Nach G. Muck soll Breminrute das heutige Jobstgreuth und Mucginrute das heutige Hohenroth sein.[4] Nach H. Sponholz ist Mucginrute zur Wüstung geworden und Breminrute das heutige Jobstgreuth.[5] Im 12. Jahrhundert ist in dem Ort eine Kapelle errichtet worden, die dann auch zur Ortsnamensänderung führte.[6] Das Kloster erwarb dort insgesamt 15 Anwesen, von denen 12 während des Dreißigjährigen Krieges verödeten.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Jobstgreuth 17 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neuhof inne. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Neuhof als Grundherrn.[8]

1810 kam Jobstgreuth an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Linden zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Jobstgreuth gebildet, zu der Haaghof und Wilhelmsgreuth gehörten.[9] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[10] Ab 1862 wurde Jobstgreuth vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt-Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,909 km².[11]

Am 1. Januar 1972 wurde Jobstgreuth im Zuge der Gebietsreform nach Markt Erlbach eingemeindet.[12]

BaudenkmälerBearbeiten

  • St. Jobst: Evangelisch-lutherische Filialkirche
  • Kirchhofmauer
  • Haus Nr. 3: Schulhaus
  • Haus Nr. 12: Wohnstallhaus, der westliche Teil zweigeschossig mit konstruktivem Fachwerk im Obergeschoss. Der Türsturz des massiven Erdgeschosses bezeichnet Johann Lorentz Cesinger 1800.[13]
  • Haus Nr. 27: Am umgebauten Mansarddachhaus mit Halbwalm Bauinschrift: Erbaut / von / Johann Leonhart / Kamberger / im Jahr 1828. Darüber: Mauer Meister Bauer. / Zimer.Meister Rost.[13]

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Markt Erlbach#Jobstgreuth

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Jobstgreuth

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 223 301 272 264 276 297 291 271 269 277 243 235 225 253 239 213 184 181 163 236 216 195 186 178
Häuser[14] 38 51 45 46 45 45 39 39
Quelle [15] [16] [17] [17] [18] [17] [19] [17] [17] [20] [17] [17] [21] [17] [17] [17] [22] [17] [17] [17] [23] [17] [11] [24]

Ort Jobstgreuth

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002017
Einwohner 141 196 181 187 170 157 127 153 127 116 105 126
Häuser[14] 22 32 29 29 29 27 26 26
Quelle [15] [16] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [11] [24] [25] [1]

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße NEA 17 führt nach Schußbach bzw. zur Staatsstraße 2252. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße, die nach Wilhelmsgreuth bzw. ebenfalls zur Staatsstraße 2252 führt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.markt-erlbach.de
  2. Jobstgreuth im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 1, S. 49.
  4. G. Muck, Bd. 1, S. 50.
  5. H. Sponholz, S. 103.
  6. G. Muck, Bd. 1, S. 50; Bd. 2, S. 330.
  7. G. Muck, Bd. 2, S. 330f.
  8. H. H. Hofmann, S. 105.
  9. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 224.
  10. H. H. Hofmann, S. 201.
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  12. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  13. a b R. Strobel, S. 92. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  14. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 45 (Digitalisat). Für die Gemeinde Jobstgreuth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Haaghof (S. 34) und Wilhemsgreuth (S. 103).
  16. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 96 (Digitalisat).
  17. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. Heft 192 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  18. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1060, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  19. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1226, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1160 (Digitalisat).
  21. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1233–1234 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1271 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 340 (Digitalisat).