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Siedelbach ist ein Ortsteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Siedelbach
Koordinaten: 49° 30′ 36″ N, 10° 41′ 56″ O
Höhe: 386–400 m ü. NHN
Einwohner: 67 (1. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91459
Vorwahl: 09102
Der Markt Erlbacher Ortsteil Siedelbach
Der Markt Erlbacher Ortsteil Siedelbach

GeografieBearbeiten

Im Dorf entspringt der Siedelbach, ein linker Zufluss des Ulsenbachs, der wiederum ein linker Zufluss der Zenn ist. Im Norden liegt das Flurgebiet Große Herrenbusch, im Südosten Stockweiheräcker. Ca. 0,75 km südwestlich liegen der Sauberg und der Tannenbuck.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird 1253 als „Sytelbach“ erstmals namentlich erwähnt.[3] 1254 veräußerte der Schultheiß Heitvolkus von Nürnberg dem Kloster Heilsbronn ein Gefälle von seinem Gut in Siedelbach. Insgesamt erwarb das Kloster dort drei Anwesen, wovon im Dreißigjährigen Krieg alle verödeten.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Siedelbach 10 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neuhof inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 7 Anwesen dem Kastenamt Neuhof, 2 Anwesen der Herrschaft Wilhermsdorf und 1 Anwesen dem Nürnberger Eigenherrn von Zeltner.[5]

1810 kam Siedelbach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Markt Erlbach zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Eschenbach gebildet, zu der auch Siedelbach gehörte. 1817/18 unterstand der ganze Ort dem Herrschaftsgericht Wilhermsdorf. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Siedelbach eine eigenständige Ruralgemeinde.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Drei Anwesen unterstanden bis 1839 dem Patrimonialgericht Wilhermsdorf. Am 14. September 1824 wurden Blümleinsmühle, Haidt, Kemmathen, Mittel- und Wolfsmühle von Eschenbach nach Siedelbach umgemeindet.[7] Ab 1862 wurde Siedelbach vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Fürth) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,425 km².[8]

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Siedelbach im Zuge der Gebietsreform aufgelöst: Die Wolfsmühle wurde nach Wilhermsdorf eingemeindet, die übrigen Ortsteile nach Markt Erlbach.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Siedelbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 99 236 221 217 226 219 213 205 188 198 181 194 181 187 192 186 166 190 190 294 287 251 190 170
Häuser[10] 19 35 34 36 38 37 34 34
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [8] [20]

Ort Siedelbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002017
Einwohner 99 115 117 122 103 105 94 161 104 99 78 67
Häuser[10] 19 19 20 18 18 18 19 20
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [21] [1]

ReligionBearbeiten

Seit der Reformation ist der Ort überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Kilian (Markt Erlbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße NEA 23 führt nach Neidhardswinden bzw. am Lenzenhaus vorbei nach Wilhermsdorf. Die NEA 19 führt nach Dürrnbuch bzw. zur Staatsstraße 2244 einen halben Kilometer nördlich von Kemmathen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.markt-erlbach.de
  2. Siedelbach im BayernAtlas
  3. H. Sponholz, S. 125.
  4. G. Muck, Bd. 2, S. 362f.
  5. H. H. Hofmann, S. 130f.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 34 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 225.
  7. H. H. Hofmann, S. 205f.
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 808 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 86 (Digitalisat).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 98 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 180, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1228, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1162 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1236 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1274 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1101–1102 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 176 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 340 (Digitalisat).