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Kotzenaurach

Ortsteil des Marktes Markt Erlbach

Kotzenaurach ist ein Ortsteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Kotzenaurach
Koordinaten: 49° 31′ 36″ N, 10° 39′ 29″ O
Höhe: 349–366 m ü. NHN
Einwohner: 58 (1. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Juni 1968
Postleitzahl: 91459
Vorwahl: 09106

GeografieBearbeiten

Durch das Dorf fließt die Mittlere Aurach. Im Nordosten grenzt das Waldgebiet Baumgarten an, ca. 0,25 km südöstlich liegt das Pfaffenholz. Ca. 0,5 km südwestlich liegen die Schmalkerbe, Hammerbuck und das Zedergründlein.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird im Lehenbuch des Hochstifts Würzburg als „Kotzenurach“ erstmals namentlich erwähnt. In diesem wird verzeichnet das Bischof Andreas von Gundelfingen (1303–13) dort eine Mühle und Hube Walther von Seckendorf zu Lehen gegeben hat. 1311 übereignet Burggraf Friedrich IV. dem Kloster Heilsbronn einen Novalzehnten in „Kotzenurach“. Das Kloster erwarb dort in der Folgezeit insgesamt neun Güter und 30 Morgen Gemeindewald.[3] 1575 wird im Salbuch der Herrschaft Wilhermsdorf vermerkt, dass Kotzenaurach zur Wüstung geworden ist. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Ort wieder errichtet.[4] Bis in die 1850er Jahre wurde der Ort als „Kurzenauarach“ bezeichnet.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kotzenaurach 20 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Herrschaft Wilhermsdorf aus. Alle Anwesen hatten die Herrschaft Wilhermsdorf als Grundherrn.[5]

1810 kam Kotzenaurach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Buchklingen zugeordnet. Der Ort war bis 1815 eine Realgemeinde, gehörte dann der Ruralgemeinde Buchklingen an und unterstand bis 1818 dem Herrschaftsgericht Wilhermsdorf. Am 9. November 1824 wurde die Ruralgemeinde Kotzenaurach gebildet, in die die ehemalige Gemeinde Kappersberg mit Knochenhof und Ziegelhütte integriert wurde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim[6] bzw. Rentamt Neustadt an der Aisch.[7] Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei hatte jedoch das Patrimonialgericht Wilhermsdorf bis 1839 inne.[8] Ab 1862 wurde Kotzenaurach vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,924 km².[9]

Am 1. Juni 1968, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde Kotzenaurach nach Markt Erlbach eingemeindet.[10]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 2: Hammermühle[11]
  • Haus Nr. 3: Ursprünglich eingeschossiges Wohnstallhaus, im Sturz J(ohann) F(riedrich) M(üller) 1824. Nach gemalter Inschrift im Quergiebel umgebaut von Mich. / Mayer / 1912. Quadersockel, am Stallteil profiliertes Holztraufgesims.[12]
  • Haus Nr. 8: Eingeschossiges Satteldachhaus, im Türsturz 18 F(?) B(ischof) 22. Drei Dachgeschosse, Gurtbänder, Quadersockel mit stichbogigen Kellerfenstern, profiliertes Holztraufgesims. Haustür unregelmäßig zweigeteilt dreifeldrig, aufgedoppelt.[12]
  • Scheune an der Mittleren Aurach: 1897. Quaderbau mit Riegelfachwerkgiebel. An der Breitseite zwei stichbogige Tore mit Rechteckfenster darüber, der Sturz des südlichen bezeichnet mit 18 FPP 97.[12]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Kotzenaurach

Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961
Einwohner 190 239 227 206 193 173 167 182 176 172 158 147 135 149 147 147 138 134 211 203 177 118
Häuser[13] 34 36 35 35 30 29 28
Quelle [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [19] [15] [15] [15] [20] [15] [15] [15] [21] [15] [9]

Ort Kotzenaurach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002017
Einwohner 111 136 131 114 116 99 86 113 66 67 47 58
Häuser[13] 31 23 23 23 19 17 17 19
Quelle [22] [14] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [9] [23] [24] [1]

ReligionBearbeiten

Seit der Reformation ist der Ort überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Johannes Baptist (Neidhardswinden) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Mosbach, nach Kappersberg, nach Buchklingen zur Kreisstraße NEA 24 und zur Staatsstraße 2244 einen halben Kilometer westlich von Neidhardswinden. Eine Anliegerstraße führt zur Holzmühle.

LiteraturBearbeiten

  • Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 108 (Digitalisat). Ebd. S. 202 (Digitalisat).
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 335 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Hans Sponholz u. a. (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1972, DNB 720137675, S. 106–107.
  • Richard Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 32). Deutscher Kunstverlag, München 1972, DNB 730125742, S. 96.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.markt-erlbach.de
  2. Kotzenaurach im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 2, S. 335.
  4. H. Sponholz, S. 106.
  5. H. H. Hofmann, S. 108.
  6. Kappersberg, Knockenhof und Ziegelhütte.
  7. Kotzenaurach.
  8. H. H. Hofmann, S. 202.
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 806 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  11. Baubeschreibung: siehe Liste der Baudenkmäler in Markt Erlbach#Kotzenaurach
  12. a b c R. Strobel, S. 96. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 101 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1060–1061, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1227, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1161 (Digitalisat).
  19. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1234 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1272 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
  22. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 51 (Digitalisat). Dort als Kurzenaurach aufgelistet.
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 340 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 340 (Digitalisat).