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James Hetfield

US-amerikanischer Sänger und Gitarrist

LebenBearbeiten

James Alan Hetfield ist der Sohn des Truckers Virgil Hetfield und seiner Frau Cynthia Hetfield, einer Opernsängerin. Die Eltern waren Mitglieder der Christian Science. Beide Eltern erkrankten an Krebs, lehnten aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen medizinische Behandlungen ab. Cynthia Hetfield verstarb 1979 an ihrer Erkrankung, die religiöse Gemeinschaft verbot James Hetfield die Trauer um seine Mutter. Diese Erfahrungen prägten Hetfields Einstellung zum Christlichen Fundamentalismus und spiegeln sich in seinen späteren Songs wie The God that Failed oder The Unforgiven wieder. Virgil Hetfield erlag 1996 im Beisein seines Sohnes James seinem Krebsleiden.[1]

Im Alter von neun Jahren nahm James Hetfield Klavierstunden. Dann fing er an, auf dem Schlagzeug seines älteren Bruders David zu spielen, bevor er die Gitarre für sich entdeckte. Mit der neu entdeckten Liebe zur Gitarre und der Band Obsession setzte sich Hetfield das Ziel, Rockstar zu werden. Die Band bestand aus den Veloz-Brüdern an Bass und Schlagzeug und Jim Arnold ebenfalls an der Gitarre. Seine Freunde Ron McGovney und Dave Marrs wurden die Techniker der Band.

Nach dem Umzug nach Brea ging James auf die dortige Highschool. Dort lernte er den Schlagzeuger Jim Mulligan und den Gitarristen Hugh Tanner kennen. Mit ihnen gründete er seine zweite Band Phantom Lord. Nachdem er die Highschool abgeschlossen hatte, ging James zurück nach Downey, wo er mit Ron McGovney zusammenzog. James brachte Ron das Bassspielen bei und überredete ihn, bei Phantom Lord einzusteigen. Kurz darauf wurde Phantom Lord in Leather Charm umbenannt. Mit der Gruppe nahm James sein erstes Demo auf. Schließlich begann sich die Band langsam aufzulösen, nachdem Schlagzeuger Mulligan ausstieg.

Zu dieser Zeit schaltete der dänische Schlagzeuger Lars Ulrich 1981 eine Zeitungsanzeige, um Bandmitglieder zu finden. Hetfield war der einzige, der sich auf diese Anzeige meldete. Jedoch konnte man sich nicht über eine Band-Gründung einigen. Erst ein Jahr später kamen die beiden wieder zusammen, als Ulrich auf einen Band-Zusammenschluss drängte.[2] Schließlich gründete man die Band Metallica, und Hetfields Karriere entwickelte sich stetig weiter.

Während der Aufnahmen für das Album St. Anger ab 2001 ließ sich Hetfield in eine Reha-Klinik einweisen, um seine Alkoholsucht behandeln zu lassen. Er wurde nach elf Monaten aus der Klinik entlassen und arbeitete weiter am Album. Hetfield war nach eigenen Angaben trocken und auch entschlossen, dies zu bleiben. Diese Phase wurde in dem Dokumentarfilm Metallica: Some Kind of Monster festgehalten. 2019 musste eine geplante Tournee nach Australien und Neuseeland abgesagt werden, da Hetfield einen Rückfall erlitten hatte und sich in Behandlung begeben musste.[3]

James Hetfield ist mit der gebürtigen Argentinierin Francesca verheiratet und hat drei Kinder, deren Namen er als Tätowierung auf der Brust trägt. Er ist Mitglied der National Rifle Association, leidenschaftlicher Trophäenjäger und Sprecher der Dokumentationsserie The Hunt des History Channels, in der es um die Jagd von Kodiakbären geht.[4]

Künstlerisch beeinflussten ihn unter anderen Black Sabbath, Ted Nugent, The Misfits, Diamond Head, Rush, Kiss, Iron Maiden, Angel Witch und Motörhead.

Umstrittene Äußerung über Folter auf Guantanamo BayBearbeiten

2008 wurde Hetfield in einem Interview des Senders 3sat mit dem Gerücht konfrontiert, dass unter anderem auch Lieder von Metallica in dem Gefängnis Guantanamo Bay benutzt wurden, um die Insassen zu foltern.[5] Hetfield zeigt sich amüsiert und ist stolz, dass die Verantwortlichen Lieder seiner Band ausgesucht haben und sagt, dass die Band versuche, so unpolitisch wie möglich zu sein.[6][7]

Songwriting bei MetallicaBearbeiten

 
Hetfield auf der Bühne

Hetfield ist gemeinsam mit Schlagzeuger Lars Ulrich an der Endfassung aller Metallica-Stücke beteiligt, andere Bandmitglieder lieferten vor dem Album St. Anger allenfalls Teilbeiträge. Die einzige Ausnahme von dieser Regel stellt Cliff Burtons Bass-Solostück Anesthesia (Pulling Teeth) auf Kill ’Em All dar. Bis 2003 stammten zudem sämtliche Liedertexte aus seiner Feder.

In vielen Liedern arbeitete Hetfield die Krebstode seiner Eltern auf. Er wuchs in einer strengen Christian-Science-Familie auf. Manche Anhänger der Christian Science verzichten auf medizinische Hilfe, weil sie Hilfe und Heilung von Gott erwarten. Das verarbeitete er in The God That Failed. Er leidet sehr darunter, dass seine Eltern, die beide an Krebs gestorben sind, keine medizinische Hilfe wollten und darum sehr bald starben. Im Lied Until It Sleeps singt Hetfield über den hinterhältigen Krebs und in Mama Said beklagt er den frühen Verlust seiner Mutter, die starb, als er erst sechzehn war. Das Stück Leper Messiah prangert geldgierige (Sekten-)Prediger an.

Der Rolling Stone listete Hetfield 2011 auf Rang 87 der 100 besten Gitarristen aller Zeiten.[8]

SpielstilBearbeiten

James Hetfield gilt als rhythmisch sehr präziser Gitarrist und ist dafür bekannt, selbst schnelle Achtelriffs wie in Master of Puppets nicht im Wechselschlag, sondern mit konstantem Downstroke Picking zu spielen, was große Anforderungen an die Kondition des Instrumentalisten stellt.

“It was always a kind of contest – who could down-pick the fastest – and mostly it was a battle between me and Lars, actually. It's a hard thing to do well, because your timing has got to be dead on. If you're playing eighth or sixteenth notes then you’ve got to get cooking. A lot of practice is called for to build up your strength. A lot of wanking too!”

„Es war immer eine Art Wettbewerb – darum, wer am schnellsten downpicken konnte – und meist war es im Grunde ein Kampf zwischen mir und Lars. Es ist schwierig, das gut hinzubekommen, denn dein Timing muss genau stimmen. Wenn du Achtel- oder Sechzehntelnoten spielst, musst du dich anstrengen. Viel Übung ist nötig, um Kraft aufzubauen. Und außerdem häufiges Masturbieren!“

James Hetfield: bei Musicradar.com[9]

Obwohl er bei Metallica die Rolle des Rhythmusgitarristen innehat, ist Hetfield gelegentlich auch auf Studioaufnahmen als Solist zu hören (so z. B. bei Nothing Else Matters und Turn the Page) und spielt bei Liveauftritten zusammen mit Leadgitarrist Kirk Hammett häufig mehrstimmige, auch schnellere Sektionen.

Genau wie Hammett verfügt Hetfield über ein ESP Guitars-Endorsement und hat sich mehrere Signature-Modelle anfertigen lassen, unter anderem im Stil von Gibson Explorer-, Gibson Flying V- sowie Gibson Les Paul-Gitarren. Neben den ESP-Instrumenten verwendet er unter anderem auch die Modelle von Gibson.

Gastauftritte und SoloBearbeiten

Mit folgenden Bands trat Hetfield in Konzerten auf:

Mit folgenden Bands musizierte er im Studio:

  • Danzig: „Twist of Cain“ (Backgroundgesang)[10]
  • Danzig: „Possession“ & „Am I Demon?“ (Backgroundgesang)[11]
  • Corrosion of Conformity: „Man or Ash“ (Backgroundgesang)
  • Jim Martin (ehem. Gitarrist von Faith No More): „Milk & Blood“ (Backgroundgesang)
  • Primus: „Eclectic Electric“ auf dem Album Antipop (zusammen mit Jim Martin und Primus)
  • Gov’t Mule: „Drivin Rain“ (für das Album Crank it up! Nascar FOX Soundtrack)

Folgende Songs nahm er solo auf

  • Don’t You Think This Outlaw Bit’s Done Gone Out Of Hand (aufgenommen für das Waylon Jennings Tributealbum I’ve always been crazy)

Neben verschiedenen Gastauftritten spielte Hetfield auch lange Zeit in der Band Spastik Children als Schlagzeuger, in der auch Cliff Burton (damals Bassist bei Metallica) vertreten war.

Außerdem sang er bei dem Kinofilm zur US-Comicserie South Park das Stück Little Boy, You’re Going to Hell.und trat 2019 selbst in der Nebenrolle des Officer Bob Hayward in Joe Berlingers Spielfilm Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile über den Serientäter Ted Bundy auf.[12]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fünf Wahrheiten über … James Hetfield, notorischer Yeah-Sager. In: einestages
  2. Metallica: eine Biographie (Kapitel 1). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Musikmagazin.at. 21. März 2007, archiviert vom Original am 17. Februar 2009; abgerufen am 27. August 2009.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musikmagazin.at
  3. https://www.spiegel.de/kultur/musik/metallica-tour-in-australien-und-neuseeland-verschoben-a-1289122.html
  4. Glastonbury: Animal rights activists launch petition to ban Metallica. theguardian.com
  5. Welcome to ‘the disco’. telegraph.co.uk
  6. Interview with James Hetfield 4.9.2008. 3Sat, abgerufen am 10. Juni 2018.
  7. Hetfield On Use Of Metallica’s Music To Torture Guantanamo Bay Prisoners: ‘Part Of Me Is Proud’. Abgerufen am 12. Juni 2018.
  8. 100 Greatest Guitarists of All Time. Rolling Stone, 18. Dezember 2015, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  9. musicradar.com
  10. Jeff Kitts: Prime Cuts: John Christ. Guitar School, Juli 1994, abgerufen am 16. Juli 2019 (englisch).
  11. Kory Grow: Glenn Danzig: Democrats are fascists disguised as liberals. (Nicht mehr online verfügbar.) In: City Pages. 13. August 2013, archiviert vom Original; abgerufen am 16. Juli 2019 (englisch).
  12. James Hetfield in der Internet Movie Database (englisch)Vorlage:IMDb/Wartung/Unnötige Verwendung von Parameter 2

WeblinksBearbeiten

  Commons: James Hetfield – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien