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Head Full of Honey

Spielfilm von Til Schweiger (2018)

Head Full of Honey ist eine deutsche[3][4] Tragikomödie von Til Schweiger aus dem Jahr 2018. Sie ist das englischsprachige Remake der Tragikomödie Honig im Kopf aus dem Jahr 2014. Schweiger spielte eine Nebenrolle, führte Regie und schrieb zusammen mit Hilly Martinek das Drehbuch.

Filmdaten
OriginaltitelHead Full of Honey
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge139 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
JMK 10[2]
Stab
RegieTil Schweiger
DrehbuchTil Schweiger,
Lo Malinke,
Jojo Moyes
ProduktionTil Schweiger,
Christian Specht
MusikDiego Baldenweg,
Lionel Vincent Baldenweg,
Nora Baldenweg,
Martin Todsharow
KameraRené Richter
SchnittChristoph Strothjohann
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Bei Amadeus machen sich nach dem Tode seiner Frau Symptome der Alzheimer-Krankheit bemerkbar. Er kann nicht länger allein in seinem Haus in Connecticut leben und so holt ihn sein Sohn Nick zu sich nach London, wo er für jede Menge Unruhe und Chaos sorgt, was Nicks angeschlagene Ehe mit Sarah weiter belastet. Als Amadeus in ein Pflegeheim eingewiesen werden soll, bricht seine Enkelin mit ihm nach Venedig auf, wo er einst seine Flitterwochen verbrachte. Mit einem Zug fahren Großvater und Enkelin nach Italien, erleben unterwegs mehrere Verwicklungen, unter anderem in einem Kloster. Schließlich erreichen sie Venedig, wohin auch Nick und Sarah aufgebrochen sind und wo die Familie wieder vereint wird.

HintergrundBearbeiten

  • Die Dreharbeiten begannen im Mai 2018, gedreht wurde in Deutschland, Italien und Großbritannien.[5] In Deutschland diente, wie schon im Original von 2014, das Herrenhaus Altfresenburg bei Bad Oldesloe als Filmkulisse.[6]
  • Ursprünglich war Michael Douglas für die Rolle des Amadeus vorgesehen.[7]
  • Sophie Lane Nolte (* 2007), die die Enkelin von Nick Nolte spielt, ist dessen Tochter.[8]
  • In das Filmprojekt flossen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 1,9 Millionen Euro und 4,6 Millionen Euro Filmfördergelder.[9][10]

SynchronisationBearbeiten

Die deutschsprachige Synchronisation entstand durch die Loft Studios in Berlin. Die Dialogregie führte Björn Schalla.[11]

Nick Nolte wurde durch Axel Lutter synchronisiert, Charles Rettinghaus lieh Matt Dillon seine Stimme. Weiter wurde Emily Mortimer durch Anna Grisebach, Sophie Lane Nolte durch Marlene Schick und Joplin Sibtain durch Georgios Tzitzikos synchronisiert.

Veröffentlichung und EinspielergebnisBearbeiten

Der Film lief ab dem 30. November 2018 in vier ausgewählten Kinos in New York City und Los Angeles. In den ersten drei Tagen spielte er 7665 Euro ein.[12] Nach sechs Tagen und 11.337 US-Dollar Einspielergebnis wurde er vorzeitig aus den Kinos genommen.[13]

Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 21. März 2019. Hier erreichte der in 311 Kinos gestartete Film in den ersten vier Tagen nur etwa 5.000 Zuschauer.[14] Dementsprechend wurde der Film auch hier nach wenigen Tagen aus den meisten Kinos genommen, die Zahl der Vorstellungen sank gegenüber der ersten Woche von 3.164 auf 198.[15] Es handelt sich um den schwächsten Filmstart eines in über 300 Kinos gestarteten Films seit dem Animationsfilm Molly Monster im Jahr 2016.[16]

KritikenBearbeiten

Der Film erhielt anlässlich seines Kinostarts vernichtende Kritiken. So nannte ihn Rex Reed in The New York Observer ein „überflüssiges Remake“, „übertrieben, ärgerlich und so lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose“ und spekulierte, dass der Zuschauer am Filmende wie Amadeus denken könnte, er habe sein Gedächtnis verloren.[17] Kritiker Gary Goldstein von der Los Angeles Times bezeichnete ihn als „ein überlanges Durcheinander, das von einem Menschen mit fehlgeleiteten kreativen Instinkten stammt“ und meinte, es sei „Kein Wunder, dass Warner den Film bis zur letzten Minute vor der Kritik versteckt hat“. Die New York Times kritisierte einen „bizarren Plot“ und „schrille Darbietungen der Schauspieler“.[12][18][19]

Regisseur Schweiger kommentierte die Kritiken als „gezielte Hinrichtungen“, die für den Misserfolg des Films verantwortlich seien. Schweiger habe sich „gefragt, was die Kritiker für einen Film gesehen haben“. Das amerikanische Publikum habe „genau so reagiert wie in Deutschland. Sie haben gelacht und geweint“.[20] Er bezeichnete den Misserfolg des Films als „Tiefpunkt“ seines bisherigen Schaffens.[21]

Die Fachzeitschriften Cinema und TV Spielfilm stellten anlässlich des Kinostarts in Deutschland gleichlautend fest: „Wer Honig im Kopf nicht kennt, wird sozusagen originär unterhalten. Für alle anderen ist der Newswert gering“.[22][23]

Die Hamburger Morgenpost fragte sich unter der Überschrift „Alles schon mal gesehen“, „wieso soll man das hier noch mal anschauen?“. Bei der Besetzung der Matilda „suchte man bei der Rolle der Minderjährigen lieber nach Familienbanden als nach einer schauspielerisch starken Lösung.“ Fragwürdig sei zudem „warum so viele deutsche Fördergelder in ein englischsprachiges Remake fließen.“[24]

Auch Sidney Schering von Quotenmeter.de sah den Film kritisch. So zeigte er sich unzufrieden mit der Ausstattung des Films („Schweiger hält weiter an seiner markanten Optik fest, der zwar eine gewisse Aufbackbrötchenwerbung-Heimeligkeit anhaftet. (…) Doch was in barfuss und Keinohrhasen noch erfrischend war, ist mittlerweile schal geworden“) und dem Filmschnitt, der sich bei Schweiger „über die Jahre massiv verschlechtert“ habe. So sei Head Full of Honey „noch einmal eine Spur aggressiver geschnitten als sein Vorgänger“, wodurch Gefühle „auf der Strecke“ blieben. Schweiger habe „seinen Film einfach stur neu gedreht“, mit der Folge „Noltes Spielweise der Rolle reibt sich mit dem Skript“.[25]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Head Full of Honey. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Head Full of Honey. Jugendmedien­kommission.
  3. Head Full of Honey bei crew united. Abgerufen am 17. April 2019.
  4. Head Full of Honey. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 17. April 2019.
  5. Rolling Stone: US-Remake von Honig im Kopf, abgerufen am 23. März 2018.
  6. Feueralarm am Filmset, abgerufen am 9. Dezember 2018
  7. Nolte spielt in Schweigers Neuverfilmung mit. In: n-tv.de. 21. März 2018, abgerufen am 23. März 2018.
  8. Nick Noltes daughter calls him Grandpa, NYPost, abgerufen am 8. Dezember 2018
  9. „Head Full Of Honey“ auch in Deutschland ein Megaflop, filmstarts.de, abgerufen am 24. März 2019
  10. https://mobil.mopo.de/hamburg/promi---show/remake-von--honig-im-kopf--keiner-will-s-sehen--zuschauer-desaster-fuer-til-schweiger-32326792
  11. Head Full of Honey. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 17. April 2019.
  12. a b Hollywood-Häme für Schweigers neuen Film, Berliner Zeitung, abgerufen am 8. Dezember 2018
  13. Super-Flop: Schweiger-Film fliegt aus US-Kinos, abgerufen am 8. Dezember 2018
  14. Nach monumentalem Flop: „Head Full Of Honey“ fliegt aus den meisten Kinos, filmstarts.de, aufgerufen am 31. März 2019
  15. „Head Full Of Honey“ fliegt aus den meisten deutschen Kinos, focus.de, aufgerufen am 31. März 2019
  16. Til Schweigers Mega-Flop will in Deutschland niemand sehen, moviepilot.de, aufgerufen am 31. März 2019
  17. This Nick Nolte Comedy About Alzheimer’s Is as Funny as a Root Canal Without Anesthesia. In: Observer. 30. November 2018, abgerufen am 9. Dezember 2018 (englisch).
  18. Was Amerika zum Remake sagt, welt.de, abgerufen am 8. Dezember 2018.
  19. Schweigers Remake floppt, ntv.de, abgerufen am 8. Dezember 2018.
  20. Was Schweiger zu seinem US-Kino-Flop sagt, bild.de, abgerufen am 12. Dezember 2018.
  21. Til Schweigers 2018-Bilanz, abgerufen am 31. Dezember 2018.
  22. Head full of Honey auf cinema.de, abgerufen am 9. März 2019.
  23. TV Spielfilm, Ausgabe 6/2019, Seite 186.
  24. Alles schon mal gesehen, morgenpost.de, abgerufen am 24. März 2019.
  25. Head Full of Honey auf quotenmeter.de, 21. März 2019.