Die Hamburger Morgenpost (Mopo) ist eine Hamburger Boulevardzeitung, die zur DuMont Mediengruppe gehört. Die verkaufte Auflage beträgt 47.439 Exemplare, ein Minus von 66,1 Prozent seit 1998.[1]

Hamburger Morgenpost

Hamburger Morgenpost am Sonntag

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Beschreibung Hamburger Boulevardzeitung
Verlag Morgenpost Verlag GmbH
Erstausgabe 16. September 1949
Gründer Heinrich Braune
Erscheinungsweise Montag bis Sonntag
Verkaufte Auflage 47.439 Exemplare
(IVW 4/2019, Mo–Sa/So)
Reichweite 0,27 Mio. Leser
(MA 2017 II)
Chefredakteur Frank Niggemeier
Weblink mopo.de
ZDB 291023-8

GeschichteBearbeiten

Die Hamburger Morgenpost wurde 1949 als Boulevard-Tageszeitung mit einer Auflage von 6000 Exemplaren von dem Hamburger Journalisten und SPD-Mann Heinrich Braune anfangs gegen Widerstand aus den eigenen Reihen der SPD gegründet. Sie erschien erstmals am 16. September 1949 und wurde vom SPD-eigenen Verlag Auerdruck verlegt. In diesem erschien bis Ende 1966 auch das Hamburger Echo, dessen Einstellungbeschluss der damalige SPD-Schatzmeister Alfred Nau in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender des Verlags von dem weniger erfolgreichen Verlagsgeschäftsführer Hellmut Kalbitzer erzwang. Bis Ende der 1950er Jahre stieg die Mopo-Auflage auf 450.000 Exemplare. Nachdem die Bild-Zeitung aus dem Axel-Springer-Verlag als zweites Boulevardblatt auf dem Hamburger Zeitungsmarkt erschien, sank auch die Auflage der Hamburger Morgenpost stetig. 1972 war sie auf 351.000 zurückgegangen. Aufgrund der bestehenden Konkurrenz mit anderen Tageszeitungen, wie dem 1948 gegründeten Hamburger Abendblatt, hatte auch das Interesse an parteigebundenen Zeitungen in Hamburg abgenommen.

1980 verkaufte die SPD die Zeitung an den Schweizer Geschäftsmann Eduard Greif, der sie 1986 an Gruner + Jahr weiterverkaufte.[2] 1986 gehörte die Morgenpost zu den Gründern des Radiosenders Radio Hamburg und hält seitdem fünf Prozent der Anteile an dem Radiosender.[3] 1986/87 erschien mit der Bremer Morgenpost eine Lokalausgabe in Bremen, die nach wenigen Monaten eingestellt wurde.[4] 1989 war die Auflage auf 135.000 zurückgegangen. 1999 verkaufte Gruner + Jahr die Morgenpost an Frank Otto und Hans Barlach.

Im Jahr 2000 gehörten die Chefreporter der Hamburger Morgenpost, Olaf Wunder und Volker Schimkus, zu den Gewinnern des Deutschen Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sie erhielten für die investigative Reihe Mister X den Sonderpreis.

Im Jahr 2004 erwarb Hans Barlach alle Anteile von Frank Otto, bevor alle Anteile im Januar 2006 durch die BV Deutsche Zeitungsholding übernommen wurden.[5] Die BV Deutsche Zeitungsholding wurde im Januar 2009 von der britischen Mecom Group an die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg verkauft.[6]

Am 11. Januar 2015 wurde auf das Archiv der Morgenpost ein islamistischer Brandanschlag verübt. Die Morgenpost hatte nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo Mohammedkarikaturen nachgedruckt.[7] Im Juli 2017 wurden deswegen drei Männer zu Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren und zur Erbringung von Arbeitsleistungen verurteilt. Ein weiterer Mann wurde ausschließlich zur Erbringung von Arbeitsleistungen verurteilt.[8]

Seit Oktober 2018 bezieht die Hamburger Morgenpost ihre überregionalen Inhalte vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.[9] Im Mai 2019 wurde die Erlebniswelt Discovery Dock eröffnet.[10]

Am 6. Februar 2020 gab die DuMont Mediengruppe den Verkauf der Hamburger Morgenpost an den Unternehmer Arist von Harpe bekannt.[11]

AuflageBearbeiten

Seit der Einführung der Sonntagsausgabe im Jahr 2006 wird die Auflage für den Zeitraum von Montag bis Sonntag ausgewiesen. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 8,3 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 13,5 % abgenommen.[12] Sie beträgt gegenwärtig 47.439 Exemplare.[13] Damit liegt die Hamburger Morgenpost hinter der lokalen Konkurrenz von Hamburger Abendblatt (157.016)[14] und Bild Hamburg (140.419).[15] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 6,52 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[16]
 
Entwicklung der verkauften Auflage[17]
 

StandortBearbeiten

 
Von 1985 bis 2018 genutztes Verlagsgebäude in Bahrenfeld

Sitz der Hamburger Morgenpost war von 1949 bis 1980 das Pressehaus, von 1980 bis 1985 das Kaufmannshaus und von 1985 bis 2018 die alte Sternwollfabrik in Bahrenfeld. Seit 2018 ist sie im OttensenOpen in Ottensen ansässig.[18]

FormatBearbeiten

Ursprünglich erschien die Mopo im Berliner Format (315 × 470 mm), seit einem Relaunch 1986 erscheint sie werktags im Tabloidformat (235 × 315 mm) bzw. gestreckt (auf 235 × 350 mm) am Sonntag. Der Wechsel führte aufgrund der Werbung mit dem „U-Bahn-Format“ kurzfristig zu einer Auflagensteigerung. Bis Juni 2019 wurde die Ausgabe des folgenden Tages ab 20 Uhr als Nachtausgabe verkauft.[19] Seit dem 5. November 2006 erscheint die Mopo zusätzlich mit einer Sonntagsausgabe.[20]

ChefredakteureBearbeiten

PresseratsrügenBearbeiten

2008 rügte der Deutsche Presserat die Zeitung wegen Verstoßes gegen den Pressekodex. Die Morgenpost habe schwerwiegend gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen, indem sie unbelegte Behauptungen im Zusammenhang mit der Schließung eines Geschäfts, in dem Bekleidung an Kunden aus der rechtsextremistischen Szene verkauft worden war, als Tatsache dargestellt habe (Aktenzeichen BK2-254/08).[21]

Bereits 2005 (Aktenzeichen BK1-78/05), 2006 (Aktenzeichen BK2-98/06) und 2007 (Aktenzeichen BK1-102/07) hat die Zeitung Rügen erhalten.[22]

Im September 2012 bescheinigte der Deutsche Presserat der Morgenpost einen weiteren Verstoß. Die Redaktion hatte über vergiftete Greifvögel berichtet und dabei als Täter „radikale Jäger“ „in Betracht gezogen“, ohne Indizien dafür zu haben. Allerdings sprach der Presserat diesmal keine Rüge aus.

LiteraturBearbeiten

  • Katharina Claudia Wimmer: Die Anfänge der Hamburger Morgenpost (1949–1960). Ein Beitrag zur sozialdemokratischen Pressepolitik der Nachkriegszeit. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2012, ISBN 3-8300-6717-8. (Schriften zur Geschichtsforschung des 20. Jahrhunderts, Band 7)

WeblinksBearbeiten

Commons: Hamburger Morgenpost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut IVW, viertes Quartal 2019, Mo–Sa/So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Schicksal in Hamburg. In: Der Spiegel. Nr. 35, 1986 (online).
  3. Das Motto der Radios abendblatt.de, 22. August 2006
  4. Stopp für den Flop. In: Der Spiegel. Nr. 49, 1987 (online).
  5. Montgomery kauft „Hamburger Morgenpost“ faz.net, 27. Januar 2006
  6. DuMont Schauberg kauft Berliner Verlag faz.net, 13. Januar 2009
  7. Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“ zeit.de, 11. Januar 2015
  8. „Mopo“-Brandstifter zu Arbeitsstunden verurteilt spiegel.de, 20. Juli 2017
  9. Madsack Mediengruppe und DuMont gründen Hauptstadtredaktion haz.de, 23. Mai 2018
  10. DuMont baut einen Micro-Amusement-Park wuv.de, 6. Februar 2019
  11. DuMont verkauft "Hamburger Morgenpost" an Unternehmer zeit.de, 6. Februar 2020
  12. laut IVW (online)
  13. laut IVW, viertes Quartal 2019, Mo–Sa/So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  14. laut IVW, viertes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  15. laut IVW, viertes Quartal 2019, (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  16. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  17. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  18. Tür an Tür mit Zeit, Stern und Spiegel mopo.de, 17. Juli 2018
  19. Digital First bei der Hamburger Morgenpost: Boulevardzeitung stellt gedruckte Nachtausgabe ein meedia.de, 11. April 2019
  20. Grün macht Pickel zeit.de, 17. November 2006
  21. presserat.info
  22. Übersicht der Rügen: Presserat. Abgerufen am 21. Februar 2019.